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Die Immoralisten: Premiere im eigenen Theater

Auf dem Stühlinger Gewerbehof hat die Freiburger Theatergruppe "Die Immoralisten" sich in den vergangenen Wochen einen eigenen Spielort geschaffen. Morgen feiern sie dort mit Sartres "Geschlossene Gesellschaft" die erste Premiere im eigenen Theater, dem Theater der Immoralisten. Romina war für fudder auf Ortstermin.

 
Der Ort

Eine Reihe von Lagerhallen, eine Sattlerei, dazwischen Container mit kaputten Möbeln und Schrott, ein Schreiner - das ist der Stühlinger Gewerbehof an der Ecke Eschholzstraße und Ferdinand-Weiß-Straße. Und hier soll ein Theater sein? Ja, hier ist ein Theater. Denn nach jahrelanger Proberaum- und Spielort-Tingelei haben sich die Immoralisten ein eigenes Theater geschaffen. Genau hier.

Der Raum

140 Quadratmeter weiße und silberne Leere, und in ihrer Mitte eine kleine Bühne, von Leuchtstoffröhren umgeben. Am Ende des Raums steht ein gewaltiges Gebilde aus Blech, Rohren und Stahl „Das ist unsere Bar,“ klärt Florian Wetter (Bild unten links) von den Immoralisten auf. „Die wurde eigens für uns von dem Bildhauer Oliver Baur gebaut.“



Es ist ein Multifunktionsmöbel: während der Aufführungen fungiert die Bar fungiert sowohl als Abendkasse, als Theke oder auch als Requisit. Heizungsrohre, die an der Decke entlang laufen wurden in das Kunstwerk integriert.

Nur drei Monate Zeit hatte die Gruppe für die Renovierung. „Wir haben den Raum weiß und silber gehalten damit er seinen Charme nicht verliert, er symbolisiert auch unsere Arbeit, ohne Verschnörkelungen und Spielereien, einfach so wie es ist“, sagt Florian. 90 Zuschauer werden hier Platz finden, rund um die flexible Bühne.



Die Immoralisten

2001 wurden die Immoralisten als Studententheater gegründet. In wechselnden Besetzungen wurden zunächst meist zwei Stücke im Jahr produziert. Der Schwerpunkt schon damals: modernes, anspruchsvolles Theater, mit der einen oder anderen absurden Komödie für die Abwechslung. Das Ziel: zeitgenössisches, experimentelles und ideologiefreies Theater. „So bunt, abgründig und absurd wie das Leben selbst sein“, beschreibt Immoralisten-Regisseur Manuel Kreitmeier (Bild unten rechts) den Stil der Gruppe. „Wir wollten immer unabhängiges Theater machen, und neue, ästhetische und ungewöhnliche Interpretationen fern gängiger Theatertrends ausloten.“ Theater, das dem Publikum nicht nur einen netten Abend verschafft, sondern auch zum Nachdenken anregt.

So entstand auch der Name der Gruppe. „Wir wollen durch unsrer Stücke nicht den Zeigefinger erheben und den Leuten irgendeine Moral aufdrängen, was viele denken, wenn sie unseren Namen zum ersten Mal hören“, erklärt Florian Wetter. „Wir wollen viel mehr zum Nachdenken anregen, nicht über die Anderen, sondern über sich selbst und ihr Leben.“



Das Ensemble besteht auch heute noch nicht nur aus professionellen Schauspielern, sondern auch aus Schauspielstudenten und Menschen mit anderen Berufen. „Bei uns stehen Menschen auf der Bühne, die auf normalen Bühnen niemals anzutreffen wären, weil sie so ungewöhnlich sind. Bei uns sind sie genau richtig. Das gibt unserem Ensemble auch einen ganz eigenen Charakter“, sagt Manuel Kreitmeier.

Der Spielplan

Der Spielplan am neuen, eigenen Theater ist randvoll: allein 4 Premieren sind für die kommenden sechs Monate geplant. Auf dem Programm stehen 15 Vorstellungen pro Monat; gespielt wird von Donnerstag bis Sonntag. Den Anfang machen die Immoralisten morgen Abend mit Jean-Paul Sartres Drama „Geschlossene Gesellschaft“, das mit dem Kernensemble Camil Morariu, Nadia Odermatt und Antonia Schirmeister aufgeführt wird.

Danach spielt die Gruppe Molières "Tartuffe", Becketts "Endspiel" und Esther Vilars "Die amerikanische Päpstin". Hinzu kommt eine Wiederaufnahme von Mark Ravenhills "Pool (no water)" aus dem vergangenen Herbst sowie eine Neuauflage des Live-Hörspiels "Der Untergang des Hauses Usher" nach Edgar Allan Poe.











Was: Premiere - Geschlossene Gesellschaft
Wann: Donnerstag, 11. Februar 2010, 20 Uhr
Wo: Theater der Immoralisten, Stühlinger Gewerbehof
Tickets: BZ-Ticket, Buchhandlung Schwanhäuser, Bertoldstraße 23,

[Fotos: fudder; Geschlossenen Gesellschaft: Immoralisten/Yasemin aus dem Kahmen; Portrait: Immoralisten/Sebastian Ridder]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 2
Streetcar
Donnerstag, 11.02.10 00:58
 

Klasse, find ich gut wie hier mit Herzblut und Spielfreude
dran gegangen wird, werd mir das mal geben...
Für den weiteren Spielplan ( was den jetzigen nicht schmälern soll) fänd ich im "Camus-Jahr" ein Darbietung desselben toll...rock on

Der Jens
Donnerstag, 11.02.10 09:31
 

Daumen hoch für soviel engagement und den mut, eine eigene bühne zu schultern. Ich hoffe, eure mühen sind von erfolg gekrönt. Toi toi toi für die anstehenden premieren! :-)

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