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Verborgene Theken (96): Goldener Anker

Der goldene Anker, eine gut eingesessene Adresse in der Wiehre, hat neuen Schwung bekommen, seitdem Volker Schneider vor drei Jahren das Lokal übernahm. Elf Kilo will der Wirt in letzter Zeit abgespeckt haben. Wie er das bei seiner üppigen Küche geschafft haben will, hat er uns leider nicht verraten.



Ambiente


Der Anker ist ganz eindeutig ein Ort zur Bekämpfung des ganz großen Hungers mit bewährten Mitteln. Ob es Schnitzel sind, so groß, dass der Teller sie nicht fasst, auch wenn sie übereinander liegen, oder eine Schlachtplatte mit einem gigantischen Berg an Stampfkartoffeln, hier ist alles XXL.

Volker Schneider hat die gemütliche Eckkneipe in der Wiehre vor gut drei Jahren übernommen. Vieles hat er gelassen und und Weniges auf kluge Art geändert.



Im Gastraum hängte er neue Bilder auf und stattete den Raum mit allerlei Dekorativem von der Waterkant aus. Damit auch jeder merkt, dass er sich im Anker befindet.

Schneider, von Beruf Metzger, wohnte schon einige Jahre im Haus, als er die Kneipe übernahm. Und zuerst einmal sicherte er sich das Schnitzelrezept der Witwe des verstorbenen Vorgängers Konstantin Schönherr. Denn der war für seine Schnitzel bekannt.


Publikum


Der Erfolg gibt Herrn Schneider recht, denn sogar am Sonntag Mittag sind viele Tische besetzt. Paare sind darunter, zwei Mütter mit krähenden Kleinkindern, Kumpels die vom Sport kommen und eine Runde von Akademikern, die mit ihrem Professor am Stammtisch Platz genommen hat.

Schneider freut sich über den Zulauf. Auch, wenn das Reklameschild an der Talstraße arg groß geraten ist – es bringt hungrige Autofahrer auf der Durchgangsstraße zum Halten und zum Einkehren.




Auf der Speisekarte


Die Schnitzel gibt es in klein und groß. Das kleine ist schon so raumgreifend, dass es den halben Teller einnimmt. 5,90 Euro kostet es mit Brot. Die große Variante mit Brägele, und/oder Kartoffelsalat und einem gemischtem Salat ist für 9,90 Euro zu haben. Das ist preiswert. Ausgesprochen lobenswert ist, dass der Salat nicht eiskalt auf den Tisch kommt, sondern fast Zimmertemperatur hat. So schmeckt man auch etwas davon.



Die Schweineschnitzel sind hier nicht nach dem Wiener Modell hauchdünn geschnitten, sondern fast einen Zentimeter dick. Damit es dann saftig bleibt und nicht zäh oder bröselig wird, muss das Fleisch besonders gut sein und gut behandelt werden. Das wird es hier. Im Anker gibt es keine Pommes, die Küche ist eine friteusenfreie Zone. Man darf auch das als Indiz für solides Kochhandwerk nehmen.

Neben den Schnitzeln steht Artverwandtes auf der Karte. Wie zu erwarten Leberle am Dienstag, wenn frisch geschlachtet ist (8 Euro), oder Kalbsbratwürste mit Kartoffelsalat (8,90 Euro) oder Schweinebraten in Schwarzbiersauce (9,80 Euro) oder ein Rinderhüftsteak (16,90 Euro). Ein kleiner Salat kostet 4,60 Euro. Aber ein Mekka für Vegetarier wird der Anker nicht werden.





Das Besondere


Aber was wäre ein Anker ohne Meergetier. Am Samstag serviert der Anker Gambas in Tomaten-Kräutersauce bis zum Abwinken für 12,90 Euro. Von Montag bis Freitag gibt es auch einen Mittagstisch für 5,90 fleischfrei und für 6,90 mit Fleisch.

Das separate Raucherzimmer ist auch Fernsehzimmer bei Fußballübertragungen. In der ersten Zeit hat es das Überleben seiner Kneipe gesichert, sagt Volker Schneider.


Kaffeepreis


Eine Tasse Kaffee kostet 1,60 Euro, ein Espresso zehn Cent mehr. Ein Ganter-Bier bekommt man für 2,20 Euro, eine Urtrunk für 2,50 Euro. Ein Viertel Gutedel Fasswein kostet 2,50 Euro, Spätburgunder bekommmt man ab drei Euro. Ein kleines Wasser kostet 1,50 Euro (0,2l).



Wegbeschreibung


Vom Bertoldsbrunnen über Martinstor und Günterstalstraße bis zur Johanneskirche fahren, dort links in die Talstraße abbiegen. Auf die linke Seite achten und weiterfahren bis zur Uhlandstraße. Das ist die zweite Straße links. Der Anker ist nicht zu übersehen, nicht zuletzt auch dank der neu aufgestellten Schilder. Sieben Minuten mit dem Fahrrad.

Ein malerischer Fußweg führt vom Augustinerplatz über die Marienstraße zur Dreisam. Nach Überquerung der Fußgängerbrücke geht es weiter geradeaus in die Uhlandstaße und bis zur Ecke der Talstraße. Zehn Minuten.




Adresse


Goldener Anker
Uhlandstraße 13
79102 Freiburg
info@goldener-anker-freiburg.de
Website

Öffnungszeiten


Montag bis Donnerstag
12 bis 14 Uhr und 17:30 bis 24 Uhr

Freitag
12 bis 14 Uhr und 17:30 bis 1 Uhr

Samstag
17:30 bis 1 Uhr

Sonntag
11 bis 14 Uhr und 17:30 bis 24 Uhr




 

Foto-Galerie: Stephan Elsemann
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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 15
Dienstag, 09.02.10 09:50
 

irgendwie stört der Flachbildfernseher im Gesamtbild..

Dienstag, 09.02.10 10:05
 

das nervt mich mittlerweile auch. egal wo man hinkommt und gemütlich was essen will. wenn fussball läuft macht keinen spass.... so kann man auch die kunden verprellen

Dienstag, 09.02.10 10:20
 

Küche ist echt gut !! Freundliche Bewirtung !! Ein absoluter Gewinn für Freiburg Vielesser !!

Dienstag, 09.02.10 12:49
 

Wieder eine Restaurant wo es nur das eklige Ganter gibt. Schade.

Dienstag, 09.02.10 12:57
 

Allein wegen dieses furchtbaren Werbeschilds werde ich diese Wirtschaft nicht aufsuchen.

Dass der Wirt seinen Laden dann auch innen mit Fernsäh verunstaltet, passt da ja gut...

än
Dienstag, 09.02.10 13:04
 

Bisher immer übersehen worden von mir der Anker, trotz dem riesigen Schild.... Ich werd mal hingehen und nen handzahmen Salat mit schön viel Mais drauf essen!

Dienstag, 09.02.10 13:24
 

ein Werbeschild und ein TV im abgetrennten(!) Raucherraum(!!) halten Dich von dem Besuch eines Restaurants ab?

Dienstag, 09.02.10 14:09
 

was ich dekadent finde sind fernseher als werbeschilder. leisten nichts wesentlich anderes als ein popliges plakat, aber der ressourceneinsatz multipliziert sich ins wahrscheinlich ohne übertreibung millionenfache.

Dienstag, 09.02.10 14:34
 

Habe den Anker vorletzte Woche aufgrund von Mund-zu-Mund-Empfehlung ausprobiert! Die Schnitzelportion war unbeschreiblich groß, der Kartoffelsalat aufgrund seiner Quantität kaum zu meistern. Geschmacklich ein Mittelfeldplatz da MIR etwas zu fad, aber ich mags halt eher würzig. Ansonsten ein etwas angestaubter Schwimmbad- Fischerkneipen-Charme-Mix...wers mag ist hier bei netter Bedienung sehr gut aufgehoben...in der Fastenzeit jedoch nicht zu empfehlen!

abc
Dienstag, 09.02.10 15:52
 

Bestes Schnitzel weit und breit.

Dienstag, 09.02.10 15:55
 

@fudder
schmeißt doch bitte mal dieses Schnitzelbild von eurer Startseite. Bei jedem Aufruf krieg ich mehr Kohldampf *sabber*

fußballer
Dienstag, 09.02.10 16:55
 

Ich finde den Anker supper.
Leckeres Essen und vorallem sehr gemütlich.

Dienstag, 09.02.10 22:13
 

sieht nicht so appetitlich und einladend aus, aber in der ecke sind ja alle lokale in dem stil. sky-tv, ganter, überladene teller, uraltes mobiliar, keine pflanzen und schlecht verlegte kabel sorgen für meinen negativen eindruck. ich würd sagen, in dem laden fehlt ne frau.

Dienstag, 09.02.10 23:22
 

2x dort gewesen und Schnitzel gegessen:

- Durschnittsalter der Gäste 60+,
- Service-Personal O.K.,
- eher teuer
- auf ein Kaffee gehe ich nicht ins Restaurant, resp. i. d. Anker

Die Einrichtung sehr rustikal - Wände und Mobiliar sehr düster...

Fazit: Mein Schiff würde ich da ganz sicher nicht ankern!

Mittwoch, 10.02.10 10:41
 

Urige und gemütliche Kneipe. Wer Schickimicki-Firlefanz will, soll halt ins Karma oder ins Kagan gehn...
Im Anker sind zumindest keine "Freiburger Möchtegerns".

Service und Chef waren immer supernett und unterhalten sich auch mal mit den Gästen!

Das Essen fand ich eigentlich immer gut, gerade die berühmten Schnitzel sind der Hammer :-)
Tipp: Der Urtrunk!
Wenn ich mich richtig erinnere, gibts zusätzlich jeden Tag andere Gerichte auf Tageskarte.

@Wayne Shorle: "eher teuer"?? Für so ein Schnitzel bezahlst Du überall mindestens 5 Euro mehr oder bekommst ein in der Friteuse gemachtes Tiefkühlschnitzel!

Mich hat der Fernseher übrigens noch nie gestört, sieht auf dem Foto vielleicht etwas komisch/drückend aus?!

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