
Grob zerfällt das Programm in zwei Hälften: Zuerst sind die Bands dran, die sich unter der Überschrift
Deutschpop subsumieren lassen. Den zweiten Block bilden die
Harten – vom kompromisslosen Rock mit deutschen Texten bis zum sägenden Metalbrett.
Fast so, als wären sie nach
aufsteigendem Härtegrad sortiert, gehen die Bands der Reihe nach an den Start. Das Quartett
Topcase setzt auf englische und deutsche Texte und einen eigenen Sound, der sich schon aus der extravaganten Besetzung ableitet: Akkordeon, Gitarre, Keyboard und Schlagzeug.
Frontmann Joel Montagud sinniert über das „Glück Slash Pech“, als Erster dran zu sein. Die vier Schüler servieren Pop mit Funkelementen, auch mal zum Mitgrölen – und mit einem pyrotechnischen Knalleffekt zum Abschluss: Goldene Sternchen flattern kurz durch die Luft, passend zum Namen des Wettbewerbs. Am Ende belegen sie den zweiten Platz und ziehen in die „Lucky-Loser-Runde“ ein.
Hier ein Bad in der Menge, da ein Beatbox-Intro – schwül und schweißtreibend bringen die fünf Jungs von
Who Scared Bambi ihren Pop/Rock unters bewegungswillige Volk und stoßen damit auf gute Resonanz. In blauen T-Shirts geht Fono aus Kenzingen an den Start. Das Trio besteht aus Pianist/Sänger, agilem Basser und Schlagzeuger und hat sich dem Deutschpop mit Latin- und Jazzeinschlag verschrieben. Spätestens bei der flotten Tanznummer „Steh auf“ sind die Zuschauer voll dabei.
Traumlos für
Raumlos: Mit der Startnummer vier stemmt die fünfköpfige Band bei brodelnder Stimmung ihren kraftvollen Rock gekonnt auf die Bühne. Sänger Sebi wirkt wie ein Profi, dazu serviert die Combo härtere Rockrhythmen, dichte Gitarrenwände und in den ruhigeren Passagen auch mal Blueselemente, das alles zu deutschen Texten. Eine sehr agile, spielfreudige Band. Der Funke springt über: das Publikum entfacht ein Meer von Wunderkerzen.
Wer die Hosen anhat, zeigt sich allerdings erst spät am Abend, zumindest die kurzen Hosen. In oliv-schwarzen Tarnfarben bestreiten die Hardrocker
Fearce ihren Gig. Old-School-Metal mit rasiermesserscharfen Riffs und durchs Effektbrett gejagte Gitarren. Hardrock, der mal klingt wie das letzte Glockengeläut, dabei abwechslungsreich, groovy, funky und sehr überzeugend dargeboten – die Metaller um Sänger Felix Lüneburger (Bild oben) gießen satt riffgetränktes Metal-Benzin ins Auditorium und sorgen für einen headbangenden Flächenbrand. Da wirkt der Auftritt von Maximum Beast nur noch wie eine Fußnote: Schnell herausgeschmetterter Haudrauf-Heavy Metal, aber weniger zugänglich, weniger melodisch. Und vor weniger Zuschauern.
Mit dem musikalischen Sixpack war das Publikum am Ende ganz gut bedient. Den Bandmitgliedern gemeinsam ist ihr jugendliches Alter, doch Greenhorns sind sie keineswegs. Insgesamt bewegte sich der Abend auf gutem Niveau. Die Musiker verließen sich nicht auf Altbekanntes und Altbewährtes, sondern hatten allesamt den Mut, eigene Akzente zu setzen. Sogar den einen oder anderen Knalleffekt.

Das Finale findet am 15. Mai 2010 im Stadthaus Neuenburg statt.
Foto-Galerie: Alexander Ochs
Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.