Eine Internetfirma aus Basel hat den Medien-Aufreger der Woche ausgelöst: Um die Markteinführung der eigenen iPhone-App zu unterstützen, hat die Süddeutsche Zeitung bei der Basler Firma Trigami eine Online-Kampagne in Auftrag gegeben. Trigami wiederum beauftragte Blogger, bezahlte Werbeartikel zu schreiben. Die Reaktion: Entsetzen überall. Wir haben bei Trigami-Gründer Remo Uherek nachgefragt, was da genau passiert ist - und warum die Kampagne für viele ein G'schmäckle hat.
Remo, in dieser Woche ging ein Aufschrei durch die Blogospähre, nachdem bekannt wurde, dass die Süddeutsche für ihre iPhone-App die Dienste Deiner Firma in Anspruch genommen hatte. Was genau ist passiert?




Das ist eben die Fortführung der Werbung im Netz, wo ist das Problem. Ich hab gestern meinen PC neu aufgesetzt und nach kurzem Surfen "Augenkrebs" bekommen. Fudder, Spiegel, Heise alles voll mit blinkenden Bannern und Flashwerbung.
Da sich das jeder Depp mit 3 Klicks abschalten kann sucht man eben nach anderen Möglichkeiten Geld einzunehmen.
Man sollte sich auch fragen, warum Fudder einen kritischen Bericht über die SZ veröffentlicht. Gehört Fudder nicht zum Badischen Verlag, dessen Badische Zeitung größter Konkurrent zur Süddeutschen Zeitung ist. Gute Möglichkeit die Konkurrenz schlecht zu machen.
"Darf eine Zeitung Blogartikel einkaufen?" Gegenfrage: Kann man bei *trigami auch SZ-Redakteure buchen?
"Gehört Fudder nicht zum Badischen Verlag, dessen Badische Zeitung größter Konkurrent zur Süddeutschen Zeitung ist."
Größter Konkurrent der SZ?! So ein Blödsinn.
Die Konkurrenz dürfte gleich Null sein.
ich verstehe nie, wer die sz liest. eine sterbenslangweilige zeitung, und häßlich obendrein. der bekloppte münchenteil entlockt mir jedesmal ein solches augenrollen dass ich angst kriege mir ne zerrung zu holen, und dass sie für jetzt.de verantwortlich sind, werde ich ihnen nie verzeihen. eine zeitung für beamte der mittleren hierarchieebene und leute, die es werden wollen.
Ach ja, um´s nicht zu vergessen: Richtig interessantes, Thema, das fudder da aufgegriffen hat, und prima Interview von cms.
P.S.: Das war jetzt gratis ;)
@kinky sh!t:
"ich verstehe nie, wer die sz liest. eine sterbenslangweilige zeitung, und […]"
Welche überregionale Tageszeitung würdest Du denn empfehlen?
Und hier findet man das medienhandbuch.de-Interview mit Jan Tißler, dem Online-Journalisten, der diesen "Werbe-Unfall" aufgedeckt hat: http://tinyurl.com/yerwdhm
habe während meines Studiums viele Jahre die Süddeutsche gelesen. Irgendwann wurde mir die aber zu "hmmm..."
Heute ist mein Favorit die ftd
@kus: ftd? Erklär´s mir!
@Süddeutsche: Stimmt, die hatten wir auch als Minimalkonsens in der WG. Ich fand damals noch die FAZ besser. Aber mittlerweile politisch unerträglich. So kann´s gehen...
ich interessiere mich im Überregionalen insbesondere für die Wirtschatfsberichterstattung, da ist die ftd kompetent und kommt auf den Punkt. Ich finde auch das Layout modern und leserfreundlich.
Ansonsten lese ich die Berliner Zeitung und natürlich die BZ
Ach so... Siehste, ich kann ganz schön beschränkt sein. Da habe ich jetzt echt nicht dran gedacht, dass es ja auch Wirtschaftszeitungen gibt...
Ich kann ganz ehrlich sagen, dass die Badische Zeitung von den mir bekannten Lokalzeitungen, die ich in den letzten Jahren mehr als einmal in der Hand hatte, mit Abstand die beste ist. Richtig schlimm finde ich die Rheinische Pest, mit der ich aufwachsen musste *würg*
Die Berliner Zeitung habe ich seit 9 Jahren nicht mehr gelesen.
@ JosFritz: Danke!:-)
Die Rheinische Post ist schlimm? Kennst Du das Offenburger Tageblatt? Wenn ja, welche Zeitung ist schlimmer, denn die RP kenne ich nicht.
Ich hab die letzten Jahre die Frankfurter Rundschau gelesen und durfte ihren Niedergang erleben - die wurde immer schlechter. In Zukunft wird es aber sowieso eher La Tercera aus Santiago de Chile sein, wenn ich eine Zeitung in die Hand nehmen will.
Ich möchte hier mal die chauvinistische UND eurozentristische Behauptung aufstellen, dass es nirgendwo auf der Welt so gute Zeitungen gibt wie in Deutschland.
Immer wieder näher angeschaut habe ich mir: Die NZZ (Die zugegenermaßen einen sehr guten Politikteil hat), den Standard, die NY-Times, die Washington Post, die Los Angeles Times, Le Figaro, Le Monde, die Jerusalem Post, die Times aus London, den Guardian. Das waren hauptsächlich sehr, sehr schlechte Witze. Dass die Times aus London als Maßstab für Qualitätszeitungen gilt, ist mir unbegreiflich; ich würde die überhaupt nicht als Qualitätsblatt einstufen, sondern als astreines tabloid. Da hat mir kürzlich eine Kolumnistin in schlechtem Englisch zu erklären versucht, dass man Kinderschänder töten muss, weil sie einen so wütend machen und Buchrezensionen lesen sich etwa so "It`s funny but also sometimes sad. And there`s so much in it. It`s a thrill. I like it." Schon möglich, dass es in Georgien eine Zeitung gibt, mehr zu bieten hat, als etwa die ZEIT, aber ich glaube nicht so recht dran.
@cms: Hm, das Offenburger Tagblatt kenne ich nun wiederum nicht. Fürchte, die Frage, was schlimmer ist, muss offen bleiben :(
@MC: Respeeeeeekt ;)
@ JF: Naja, ich lese die fast nur im Internet und für die genannten Blätter braucht man ja nur 2 Fremdsprachen.
Wo wir bei JF sind, die Junge Freiheit ist unverzichtbar wenn man wissen will wie das nationalkonservative Lager in Deutschland tickt, ich surfe regelmäßig rüber. Faustregel: sollten die JF-Kommentatoren eines Tages aufhören, sich über die deutsche Politik aufzuregen, wird es Zeit zu emigrieren, bevor man ins Arbeitslager kommt :)
Und die FAS ist sehr schön fürs Wochenende und finde ich gar nicht besonders rechts; kürzlich war was pro Drogenliberalisierung drin, eine wohlwollende Darstellung von Drogentestern für Partygänger in der Schweiz und ein Artikel, der sich damit beschäftigt hat warum Leute wie Broder Trottel sind. Das ist eine Zeitung, mit der ich leben kann. Der Spiegel ist alles in allem auch ok, solange man selektiv rübersurft und ihn nicht kauft und sich dann über den ganzen Promi-Schrott ärgert den man mitgekauft hat. Und, @Marchlewo, die NYT ist eine astreine Zeitung und Steve Bell vom Guardian der beste Künstler der Welt in sämtlichen Disziplinen.
Warum gibt es eigentlich in Deutschland keine (aus meiner Sicht) anständigen Zeitschriften? Sachen wie das NY Review of Books oder Harper's? Alles was wir haben ist "Literaturen" und "Cicero", na danke. Kennt jemand "Novo Argumente"? Das ist auch furchtba pubetä. Scheiße, ich kann den Buchstaben nicht meh tippen de zwischen "q" und "s" kommt. Oh, jetzt gehts wieder.
Das Widerwärtigste ist aber SPON.
Ich habe es nach Jahren aber jetzt geschafft, diese neoliberale Dreckschleuder nur noch ein- bis zweimal pro Woche aufzusuchen.
@phh: "Faustregel: sollten die JF-Kommentatoren eines Tages aufhören, sich über die deutsche Politik aufzuregen, wird es Zeit zu emigrieren, bevor man ins Arbeitslager kommt"
:))))))))))))
Ich aboniere die JF jedes Jahr einmal für zwei Wochen gratis.
Kann ich schon aus den von Läuschen genannten Gründen nur jedem empfehlen.
Außerdem wären die ganz schnell am Arsch, wenn das jeder machen würde :))
Hier ein interessantes Interview mit Tyler Brulé über die Zukunft des Journalismus. Tenor: Twittern war gestern, Qualitätsjournalismus ist die Zukunft.
http://www.zeit.de/2010/02/WOS-Tyler-Brule-Interview