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Prorektor Schanz: Besetzer sollen das Audimax räumen

Prorektor Heiner Schanz hat heute erstmals im Namen der Uni Freiburg Stellung genommen zu den Forderungen der protestierenden Studenten. Außerdem forderte er die Uni-Besetzer dazu auf, zur "konstruktiven Diskussion" zurückzukehren. [mit Video]



Die Leitung der Uni Freiburg hat heute eine 32 Seiten lange Stellungnahme zu den Forderungen präsentiert, die Hans-Jochen Schiewer vor zwei Wochen von demonstrierenden Studenten erhalten hatte. Die Stellungnahme sei allerdings noch nicht vollständig, bedauerte Prorektor Heiner Schanz. An einer Position zu acht weiteren Forderungen, die erst gestern beim Rektorat eingegangen sind, werde noch gearbeitet.

Was den Inhalt der Stellungnahme angeht, gebe es einige Punkte, in denen das Rektorat den Studierenden entgegenkommen möchte, sagte Schanz. So werde man beispielsweise den Senat um die Zulassung einer legitimierten Studierendenschaft bitten. Auch bei der Frage der Studienorganisation sei das Rektorat jederzeit zu einer Zusammenarbeit mit den Studierenden bereit, betonte Schanz. Einige Forderungen, die eher auf politische Positionen abzielten, seien dagegen von der Unileitung nicht umsetzbar. Auch die Forderung nach der Abschaffung von Studiengebühren sei - zumindest vorerst - nicht erfüllbar. "Es gäbe keinen Grund, Studiengebühren zu verlangen, wenn alternative Finanzierungsmöglichkeiten vorhanden wären", so Schanz. Da diese aber bislang fehlten, müsse das Ziel sein, ein gutes Stipendiensystem zu erarbeiten.

Der Prorektor betonte weiterhin, dass der Dialog zwischen Unileitung und Studierenden in Zukunft innerhalb der legitimierten Gremien stattfinden solle. Die Druckausübung der Unibesetzer bezeichnete er als inakzeptabel. Im Vordergrund stehen solle das Erreichen der Ziele und nicht Symbolik und Aktionismus. Dem Rektorat sei daher nun daran gelegen, den Druck aus der Diskussion herauszunehmen und eine Möglichkeit zur konstruktiven Zusammenarbeit zu schaffen. "Wir haben die Studierenden explizit darauf hingewiesen, dass die Besetzung von Uniräumen keine harmlose Form des Protests ist", so Schanz.

Die Unilleitung habe die Besetzung des Audimax toleriert, so lange sie den Studierenden dazu diente, ihre Forderungen zu formulieren. In der Stellungnahme fordert die Unileitung die Besetzer daher dazu auf, das Audimax unverzüglich zu räumen. Eine Deadline für die Räumung wollte Schanz aber nicht setzen. Das Rektorat wolle jegliche Provokation vermeiden und stattdessen an die Vernunft der Besetzer appellieren. "Dass es in Freiburg bisher so gut lief, hat auch mit der guten Kooperation der Studierenden zu tun", sagte der Prorektor. Man habe ohne Störung im Audimax sprechen können und Absprachen seien eingehalten worden. Er betonte, dass das Rektorat weiterhin bereit sei, den Studierenden geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, um die inhaltliche Diskussion fortzuführen.

Video: Prorektor Schanz zu den Forderungen der Studenten (2:03 Min.)








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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 7
Dienstag, 08.12.09 21:31
 

da muss ich dem rektor doch auch gewissermaßen recht geben

Dienstag, 08.12.09 21:43
 

ich hab keine Meinung zum Bericht und finde nur, dass der Herr Rektor auf dem Bild eine gewisse Ähnlichkeit mit Armin Meiwes hat, Armin wer, na dem "Feinschmecker" aus Rotenburg :-)

Ein Unibesetzer
Dienstag, 08.12.09 23:10
 

Naja naja,

klingt ja nach Kuschelkurs, tatsächlich sind die meisten Antworten Reaktionär, wenig Konstruktiv und und eben in diesem Kritisierten Geiste geprägt wie er vom BildungsStreik angeprangert wird.

Mittwoch, 09.12.09 09:02
 

Stimme ihm da zu. Die Sache ist nun formuliert, die Aufmerksamkeit für die Forderungen wurde hinreichend geschaffen und es gibt nun wirklich keinen plausiblen Grund mehr dafür das KG II weiter zu bevölkern. Die Besetzung war sicherlich ein Erfolg und wurde bisher von beiden Seiten angemessen angegangen.

Es kann aber doch nicht der Plan der Protestler sein, bis zur Änderung aller relevanten Gesetze und Lehrpläne - sollte es denn dazu kommen - im Audimax zu wohnen. Sofortige Ergebnisse zu erwarten ist doch sehr naiv. Falls doch, habe ich dafür keinerlei Verständnis und der Eindruck, dass sich der Protest weg von der sachlichen Diskussion hin zum "Rumgammeln" und "gegen alles erdenkliche Protestieren" entwickelt, bestätigt sich noch mehr.

Denn auch jetzt schon hat man Zweifel daran, inwieweit die Besetzung noch ernst zu nehmen ist, wenn man sich die zusammenhanglose Plakatflut im KG II anschaut. Neuster Hippie-Hammer: Die "Kleiderbörse" in Form eines Einkaufswagens im KG II...

Ich würde daher sagen es ist jetzt genug der Besetzungen. Denjenigen Studenten, die tatsächlich etwas zu studieren und Klausuren zu schreiben haben, geht der wachsende Müllhaufen im Eingangsbereich und das ständige Umziehen in andere Hörsäle nämlich so langsam auf den Geist... Die Uni gehört nicht nur den Protestlern, die mit fortschreitender Zeit eigentlich nur noch aus dem harten Linksalternativ-Kern bestehen, der ohnehin immer gegen alles demonstriert und dabei möglichst viele Häuser besetzt. Das beschädigt nur die bisher bereits erreichten Ziele und das bis dato gute Gesamtbild der Protestaktion.

Mittwoch, 09.12.09 09:04
 

Der Rektor auf dem Bild ist Prorektor.
Rektor ist Prof. Hans-Jochen Schiewer.

Und der Kommentar über mir "Feinschmecker" ist geschmacklos.

maditha permarosa
Mittwoch, 09.12.09 09:09
 

Ich finde es unheimlich toll dass einige so lange aushalten. Es geht nicht umkosmetische Veränderungen, wie es halt üblich ist in Deutschland. Super dass sich die Besetzer nicht unterkriegen lassen bis jetzt! Leider haben nicht alle Studenten die Dimension der Misstände erkannt, aber auch für die wird dort leidenschaftlich gekämpft!

Viele Professoren sind jetzt immerhin mit im Boot, was Mut macht. Es geht nicht nur um Geld und das ist gut. Die Forderungen sind absolut wichtig und mit beschwichtigender Rethorik kommt das Rektorat zum Glück nicht weit!!!

Hoffentlich geht der Protest im Audimax noch recht lang. Schön wäre natürlich, wenn sich schon bald wirklich etwas in Bewegung setzt und nicht nur auf Zeit gepielt wird durchs Rektorat nach dem Motto: irgendwann haben sie Zeitdruck und müssen wieder ins Seminar....

Mittwoch, 09.12.09 11:25
 

Ich finde jedem der friedlichen Besetzer gehört ein Orden verliehen. Ohne wenn und aber setzen sie sich nicht nur für die heutige, sondern auch für die nächste Generation ein. Hier möchte ich mal ein "Herzliches-Vergelts-Gott" diesen "Kämpfern der deutschen Bildung" zurufen, oder schlicht "Vielen Dank"!

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