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Nicht zu lang: Konzert für Babys im Stadttheater

Katharina Mohr vom Freiburger Stadttheater möchte ein neues Publikum ins Haus holen: Eltern mit ihren Babys. Um letztere zu unterhalten, spielt übermorgen ein Bläserquintett säuglingstaugliche Musik. Wie die klingen muss, hat uns Mohr vorab erzählt.

Babys cc dpa

Von den Sitzkissenkonzerten für Kinder bis zu der Seniorentheatergruppe Methusalems - man bemüht sich im Theater Freiburg, viele Altersgruppen zu bedienen. "Die einzige Gruppe, die wir bis jetzt noch nicht angesprochen haben, sind Babys und deren Eltern", sagt Katharina Mohr, die im Theater Freiburg für Musikvermittlung und Konzertpädagogik zuständig ist. Das soll sich nun ändern. Übermorgen findet im Winterer-Foyer das erste Babykonzert statt.

Die Idee, spezielle Konzerte für die Allerkleinsten anzubieten, gibt es schon länger. Die Kölner Philharmonie zum Beispiel veranstaltet seit 2006 regelmäßig Babykonzerte für Schwangere und junge Familien. Katharina Mohr hat vor einigen Jahren in einem Vortrag von diesem Projekt gehört. "Ich fand die Idee sehr spannend und bin dann nach Köln gefahren, um mir das Ganze anzuschauen", sagt die 28-Jährige. Vom Wissen und den Erfahrungen der Kölner hat die Planung der Freiburger Babykonzerte profitieren können.

Damit die Musikstücke bei den kleinen Zuhörern auch auf Zustimmung stoßen, gab es einige Regeln zu beachten. Für Babyohren ist es noch schwierig, über längere Zeiträume die Konzentration aufrecht zu erhalten. Die einzelnen Sätze des Konzertes dürfen deshalb nicht zu lang sein und auch die Konzertdauer ist mit einer halben Stunde relativ kurz bemessen. "Danach ist das Aufnahmepensum der Babys meist schon erreicht", sagt Mohr. Am besten geeignet für Babyohren sei beschwingte, leichte Musik mit klaren Rhythmen. Zu harmonisch müsse es für die Kleinen aber nicht sein: "Babys sind auch relativ offen gegenüber der teilweise sehr experimentellen Neuen Musik." Nur zu schnell oder zu langsam dürfen die Stücke nicht sein und keine Extreme und Überraschungen enthalten.

Für das erste Babykonzert am Donnerstag hat Katharina Mohr zusammen mit den sechs Musikern Luciano Berios "Opus Number Zoo" sowie Ausschnitte aus Werken von Ludwig Thuille und Francis Poulenc ausgewählt. Gespielt werden die Stücke von einem Bläserquintett aus Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn, einige werden zusätzlich mit dem Klavier begleitet.

Babys cc dpa

Die Musiker haben alle bisher noch nicht für Babys gespielt und sind gespannt auf die Reaktionen der kleinen Zuhörer. Wie die Erfahrungen in der Kölner Philharmonie gezeigt haben, ist ein Babykonzert nie planbar und kann je nach Stimmung der Babys völlig unterschiedlich verlaufen. "Aber das es dabei völlig ruhig zugeht, erwartet wohl niemand", sagt Katharina Mohr.

Auf dem Boden ausgelegte Kissen und Decken sollen dafür sorgen, dass die Babys sich während des Konzertes wohlfühlen. Sie bieten ausreichend Platz zum Liegen und Krabbeln sowie zum Sitzen für die Eltern. Wer sein Kind lieber auf dem Arm halten möchte, kann allerdings auch an einem der Tische Platz nehmen. Bereitgestellt wird außerdem ein großer Kinderwagenparkplatz im Foyer sowie ein Wickeltisch im Voreingang.

Für den 23. Februar 2010 und den 21. Juni 2010 (jeweils 15 Uhr) sind weitere Babykonzerte geplant.




Was:
Babykonzert
Wann: Donnerstag, 10. Dezember 2009, 15 Uhr
Wo: Winterer-Foyer, Theater Freiburg




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 17
Dienstag, 08.12.09 15:56
 

... irgendwie krieg ich das Gefühl nicht los, dass hier an erster Stelle das Geltungsbedürfnis der Eltern bedient werden soll: "Hach, mein kleiner Fridolin hat beim Crescendo vor Freude gepupst, er ist ja schon sooo musikalisch"

Dienstag, 08.12.09 16:13
 

@ Marks

Sehr gut. Das beste Säuglingskonzert steht übrigens am 15. Mai 2010 im Z7 an: BOLTTHROWER!

http://www.ch.metalfest.eu/index2.php

Dienstag, 08.12.09 16:27
 

eine eigene konzertreihe für die prä-/perinatalphase fänd' ich auch begrüssenswert, mit auf die verschiedensten embryonalen wachstumsstadien abgestimmten themen.

Dienstag, 08.12.09 16:28
 

@David

nee echt?! :-))) Dickes Kreuz in den Kalender! Lustig, hab mir erst am WE mal wieder die 4th crusade auf den Player gepackt, macht Spass in der Straba :-))

Dienstag, 08.12.09 16:51
 

die die idee ist nun wirklich...ähem...

@keep-it-deep:hehe!

Dienstag, 08.12.09 16:58
 

das Theater hats voll nötig wie es scheint. Wers braucht...

Dienstag, 08.12.09 16:59
 

höre immer wieder, man solle embryos mit mozart beschallen. weiß nicht, ob was drann ist. falls ich irgendeine frau irgendwann einmal von mir schwanger sein sollte (und ich es mitbekomme), hat sie 9 monate lang ein 2.1-system um den bauch zu tragen, aus dem bach dröhnt.

Dienstag, 08.12.09 17:32
 

Na wunderbar! Auf so ein Event haben alle gewartet! *Kopschüttel*

Dienstag, 08.12.09 17:51
 

eigentlich ist das konzept durchaus ausbaufähig. man könnte es beispielsweise auf der zeitachse noch ein wenig vorverlegen, stichwort: zeugungsakt. welche musik zu welcher art der körperlichen vereinigung. und die körperliche vereinigung zahlreicher menschenpaare liesse sich wiederum als avantgardistische performance vermarkten.

Dienstag, 08.12.09 18:35
 

@k-i-d:

und noch einen schritt weiter nach vorne / nach hinten: musikreihen, für jede einschlägige lebenssituation -

- musik zum kennenlernen des partners (romantic classic)
- musik für die moribunden (spätwerke)
- musik zum leichenschmaus (je nachdem: actus tragicus / ode an die freude)

to be continued ...

Bernd43
Dienstag, 08.12.09 19:21
 

Bisher fand ich die Sachen, die das Stadttheater so macht ja echt spannend und innovativ. Aber das hier? Albern und ziemlich daneben.

Dienstag, 08.12.09 20:38
 

Na toll, jetzt wird schon im Säuglingsalter mit der allfälligen Rundumbeschallung begonnen. Wie wär's denn mit ein bisschen Vorsingen zuhause? Aber das ist ja offenbar out.

PipiPupsi
Dienstag, 08.12.09 23:05
 

SEHR SCHÖNE IDEE!
Als Mutter von zwei Söhnen begrüße ich diese Initiative sehr und bin schon gespannt...Allerdings sind die sonstigen Kommentare hier wohl eher von Kinderlosen verfasst??! Sie scheinen nicht zu wissen, was ihnen entgeht: a) Kinder zu haben und b) mit Ihnen ein Konzert besuchen zu dürfen. Armes Deutschland! Kultur ist wohl nur etwas für Menschen ab 18?????

Mittwoch, 09.12.09 10:48
 

@PipiPupsi
Kultur für Kinder ist etwas Gutes und Schönes und es gibt auch in FR tolle Veranstaltungen für die Kids (Theater, Konzerte, ...). Ob man allerdings schon Säuglinge ins Theater schleppen muss, um hier "kulturelle Frühsterziehung" zu betreiben, wage ich mal ernsthaft zu bezweifeln. Ach, und übrigens: ich bin Vater.

Mittwoch, 09.12.09 12:01
 

Für die Frauen ändert sich ja nichts.
Es wird trotzallem eine Schlange zu den Waschräumen geben.

Nur diesmal halt an den Wickeltisch ;)

Ach und man denke erst an die ganzen Frauen und Familienparkplätze.... gibts davon genug? Nicht das jemand noch das spektakel verpasst weil Mammi oder Papi kein Plätzchen für den SUV gefunden hat ;o)))


Aber dann mal später sagen das das eigene Kind wenigstens einmal im Leben im Stadttheater war.
Seid mal ehrlich, wer von Euch war mehr als 2 mal drin? (Theatercafe zählt nicht!)

Also ich: zweimal.

Mittwoch, 09.12.09 12:10
 

Ich würde mich mit diesem Angebot als Mama angesprochen fühlen.... d.h., ICH kann mit Kind / Baby zu ner (kleinen) Vorstellung gehen... purer Eigennutz! Aber ich bin ja keine Mama...^^
Ich finde das Angebot gut...

@Znamy - ich! (mehr als 2 mal)

Freitag, 11.12.09 21:46
 

die hamburger machen das mittlerweile auch, nennen's "elfi":

http://www.elbphilharmonie.de/elfi.de

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