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Kommunales Kino Freiburg: Die No-Blockbuster-Bastion

Freiburger Kinobesitzer zeigen nicht nur Mainstream. Die Macher des Kommunale Kinos (KoKi), unter ihnen Neriman Bayram und Wolfgang Dittrich-Windhüfel, wollen das fördern und vermitteln, was übers Popcorn-Format hinausgeht.

Kommunales Kino

Im Alten Wiehrebahnhof will man den Film – ob alt oder neu, deutsch oder senegalesisch, mit oder ohne Ton, schwarz-weiß oder in Farbe – mit anderen Künsten vernetzen. Gäste, (multimediale) Lesungen, Ausstellungen, Publikumsgespräche und kleinere Festivals gehören neben den Filmen im Kommunalen Kino zum festen Programm.

Dieses ergibt sich vor allem aus dem Kontakt zu kulturellen Akteuren (Deutsch-Brasilianischer Kulturverein, ARTE, usw) und aus den unterschiedlichen Filminteressen der Mitarbeiter. Vom Mittwochskino, in dem Neriman Bayram (Foto oben) vor allem ethnografische Aspekte in den Vordergrund stellt, über den monatlichen Stummfilm mit Günter Buchwald oder filmhistorisch bedeutenden Werken bis hin zu On-Location-Terminen, an denen Filme an Orten (Theater, E-Werk, Open Air usw.) gezeigt werden, die thematisch zum Inhalt des Films passen.

Kommunales Kino

Jugendliche zwischen 14 und 18 mit dem Film- und Kulturangebot zu erreichen, ist schon etwas schwieriger. Hierfür gibt es aber zwei Veranstaltungspunkte, die immer wieder Anklang finden: Einmal das SchülerFilmForum, bei dem Schüler ihre Filme einreichen können. Die selbstgedrehten Filme werden im KoKi gezeigt, es wird darüber diskutiert und ab und zu befindet sich sogar ein Bewerbungsfilm für eine Filmhochschule darunter.

Daneben gibt es den Ciné Club des Centre Culturel Français Freiburg. Der Verein zeigt seit sechs Jahren in Zusammenarbeit mit dem KoKi und dem Deutsch-Französischen Gymnasium Filme. Das Interesse der französischen Schulen am Medium Film ist höher als das vieler deutscher Pendants. Lehrer über das Thema Film zu erreichen, scheint problematisch, weil es eben weder zur Referendariats-Ausbildung noch zum Schul-Unterricht gehört.

Kommunales Kino

Migrationsvereine zeigen Filme gerne in der Originalfassung (zum Beispiel am „Italienischen Abend“), wobei es ganz im Sinne des Kinoprofils um das gemeinsame Erlebnis geht, an dem diskutiert und der Film wertgeschätzt wird. Immer wieder werden auch aktuelle Themen aufgegriffen und mittels künstlerischer Projekte vermittelt.

Bei einer NPD-Demo in Freiburg wurde beispielsweise Romuald Karmakars „Das Himmler-Projekt“ gezeigt oder nach dem 11. September-Attentat Filme über „Alltagswelten im Islam“. Aus Film- und Diskussionsreihen entstehen häufig weitere Aktivitäten: „Psychoanalyse und Film“ veranstaltet aufgrund des großen Interesses sogar ein Seminar. Aktuell kooperiert man auch mit dem Romanischen Seminar, das ein Hauptseminar zu „Metropole und Lebensalltag“ anbietet.

Kommunales Kino

Momentan besteht das KoKi aus zirka 40 Mitarbeitern, zumeist Ehrenamtliche. Denn es gibt keine einzige Vollzeitstelle. Die meisten Personen sind in Teilzeit angestellt, Jobber oder Vereinsmitglieder. Selbst die Angestellten leisten einen Großteil ihrer Arbeit ehrenamtlich. „Für viele Tätigkeiten gibt es eine Aufwandsentschädigung“, so Wolfgang Dittrich (Foto oben). „Wir versuchen das in Relation zu halten mit dem, was geleistet wird. Freizeit und Arbeit sind oft nicht zu trennen. Alle arbeiten trotzdem mit viel Engagement.“ Gerade das macht ja auch die besondere Atmosphäre aus: Man merkt als Gast, dass hier weniger kommerzielle Interessen im Vordergrund stehen, sondern Enthusiasmus und Liebe zur Kulturvermittlung und zum Film eine große Rolle spielen.

Wer Interesse hat und mitmachen möchte -  das KoKi freut sich immer über Unterstützung. Einfach kurz anrufen. Und wer Filmanfragen hat, etwa für Projekte, die man als Verein oder Organisation ins Leben rufen möchte, kann sich ebenfalls an das KoKi wenden.

[Fotos: Klaus Polkowski (1), KoKi]

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