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5000 Studenten und Schüler demonstrieren friedlich in Freiburg

Sie forderten bessere Bildung und mehr Selbstbestimmung: Mehr als 5000 Menschen haben in Freiburg unter dem Motto Bildungsstreik an einer friedlichen Demonstration teilgenommen. Das Audimax bleibt derweil besetzt. [Mit Foto-Galerie]



Mit Bannern und Fahnen, Trommeln und Trillerpfeifen schoben sich Tausende von Demonstranten vom Platz der Alten Synagoge über den Fahnenbergplatz in Richtung Bertoldsbrunnen. Begleitet wurden sie von einem Tross von Polizisten, der sich jedoch diskret im Hintergrund hielt.

"Das ist eine der größten Demonstrationen, die jemals in Freiburg stattgefunden hat", sagte Pressesprecher Karl-Heinz Schmid von der Freiburger Polizeidirektion.

Verstärkt wurde er vor allem durch Schüler aus dem Freiburger Speckgürtel. Denn zeitgleich zum Bildungsstreik fand an der Universität Freiburg ein Tag der offenen Tür für rund 9000 Schüler aus der Region statt. Bereits am Dienstagmorgen waren viele Jugendliche an die Uni gekommen, um sich über Studiengänge, Bachelor und Master zu informieren – und schlossen sich bereitwillig der Großdemonstration an. Den Schülern des Freiburger Bertholdgymnasiums war die Teilnahme jedoch verboten worden.

Während eine mehrere hundert Meter lange Schlange durch die Freiburger Straßen zog, hielten knapp 100 Studenten im besetzten Audimax die Stellung. Geht es nach der Unileitung, sollen die Besetzer aber möglichst bald das Feld räumen, wenn auch nicht komplett. "Wir ersuchen die Studenten, einen anderen Hörsaal zu besetzen", sagte Rudolf-Werner Dreier, Pressesprecher der Universität. Das Audimax werde für Klausuren gebraucht. "Das Rektorat ist verpflichtet dafür zu sorgen, dass der Lehrbetrieb für diejenigen Studierenden, die sich nicht an den Protesten beteiligen wollen, ungestört weiterlaufen kann." Als Alternative habe die Unileitung den Studenten den Hörsaal 2004 angeboten. Der Vorschlag werde später im Plenum diskutiert, hieß es von Seiten der Studenten.

Offiziell wandte sich noch vor Beginn der Demonstration Vizerektor Heiner Schanz als Vertreter der Universität an die Studenten im Audimax. Die Besetzung werde toleriert, so lange es zu keiner Sachbeschädigung komme. "Unifremde dürfen sich ebenfalls nicht beteiligen", stellte er klar. Unirektor Hans-Jochen Schiewer konnte wegen wichtiger Termine nicht zu den Studenten sprechen. Stattdessen ließ er im Internet eine Erklärung veröffentlichen: "5 Antworten auf 5 Fragen zur aktuellen Diskussion um Studienbedingengen"

Leistungsdruck am achtjährigen Gymnasium G8 trieb die Schüler auf die Straße, Studiengebühren, Kritik an Bachelor und Master die Studenten. "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut", skandierten sie über Lautsprecher. Vor dem Rektorat der Universität formulierte Maggie Jaglo, Mitglied des Vorstands der u-asta, zentrale Forderungen der Studenten: die Abschaffung von Bachelor und Master in der derzeitigen Form und der Studiengebühren.

Nach knapp drei Stunden löste sich die friedliche Demonstration langsam auf. Einige tanzten noch zu Musik auf dem Platz der Alten Synagoge, andere kehrten an die Protestfront im Audimax zurück. "Die Besetzung soll unbefristet fortgeführt werden", sagte Jakob Lohmann vom Arbeitskreis Bildungsstreik.

Auch in anderen Städten gingen Studenten und Schüler auf die Straße. Dort fielen die Demonstrationen allerdings deutlich kleiner aus. In Ulm sprach die Polizei von wenigen hundert Teilnehmern, in Karlsruhe und Heidelberg wurden jeweils 500 Menschen erwartet.


Klick auf's Bild führt ins BZ-Video-Center








Foto-Galerie: Martin Neumann

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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 44
Dienstag, 17.11.09 15:07
 

Diese Demo war schon unterhaltsam, irgendwie.^^
Nette Polizistinnen waren ja da. :-)

Dienstag, 17.11.09 15:14
 

Na also, geht doch auch ohne Klopperei. Woran das wohl liegt?

Dienstag, 17.11.09 15:16
 

Ich hab mir die Anfangskundgebung am Platz der Alten Synagoge angehört. Ich finde die Demonstration ein gutes Beispiel, wie man friedlich auf seine Anliegen aufmerksam machen kann. Das haben die Teilnehmenden mit Sicherheit nicht zuletzt aufgrund ihrer Masse (recht viele Schüler waren aber schon dabei ;) ) erreicht. Allerdings frage ich mich, warum einer der Organisatoren der Demo über Lautsprecher zweimal gesagt hat, dass die Polizei die Demonstranten filmen würde. Ich konnte das nicht beobachten.

madame p
Dienstag, 17.11.09 15:57
 

nicht nur den schülern des bertholdgymnasiums war es verboten, auf die straße zu gehen!

Dienstag, 17.11.09 16:20
 

..als musikalische Untermalung lief Schlumpfentechno. Da kommt man schon ins Zweifeln...

Dienstag, 17.11.09 16:27
 

he, ne friedliche demonstration ?!
es geht also doch ! klasse !!!

nun wird es bestimmt wieder 2 lager geben:
- die einen sagen; klar es war friedlich weil so wenig polizei da war, denn polizei provoziert durch ihre anwesendheit !

- die anderen sagen; es war so wenig polizei da, weil nicht nicht ausschreitungen gerechnet werden musste..

und da sind wir wieder bei der allumfassenden frage:
" wer war zeuerts da ? die henne oder das ei ? "


Dienstag, 17.11.09 16:40
 

War ne geile Demo..und sehr cool, dass so viele gekommen sind!

Dienstag, 17.11.09 16:55
 

respekt vor den demo-teilnehmer und der polizei. damit hat sich gezeigt das man auch ohne gewalt aufmerksamkeit erzeugen kann. vieleicht sollte die organisatoren mal eine verhaltensfibel für die erstellen, die meinen mit krawall geht alles besser......gggg

Schnickschnack
Dienstag, 17.11.09 17:53
 

@menti

Die Polizei hat definitiv Filmaufnahmen von der Demo gemacht. So war bspw. auf dem Dach des Gebäudes der AOK eine Kamera positioniert.

Habe das zufällig mitbekommen, da ich in der Kantine der AOK essen war und man das Treiben auf dem benachbarten Dach von dort aus beobachten konnte.

Dienstag, 17.11.09 18:52
 

@Schnickschnack

Okay, das habe ich von unten natürlich nicht gesehen. Ich meinte damit aber eher - und das hat der einer der Organisatoren auch so gemeint, er sprach irgendwas davon, dass er nicht in einer Kartei abgelegt werden wolle, ich hab das akkustisch nicht so ganz verstanden - das Filmen aus der Nähe, sodass Leute anhand der Aufnahmen identifiziert werden können, wie es z.B. bei der Demo am Samstag gemacht wurde.

Dienstag, 17.11.09 18:53
 

Editierfunktion, bitte! Ich meine natürlich akustisch ;).

FRagt ein FReiburger
Dienstag, 17.11.09 20:30
 

Was ist und wo liegt der "Freiburger Speckgürtel" ?

Dienstag, 17.11.09 20:36
 

Geilste war ja vorm Rekotorat..wo die Polizei versucht hat aus den Fenster dieser Anwaltskanzlei raus zu filmen...und als wir (die Demonstranten) das entdeckt haben, ham se kurzerhand die Vorhänger zugezogen :D
Den aufm Dach hab ich auch gesehen..der war erst nicht da..der hat sich erst positioniert als die Masse vorm Rektorat stand^^

kus
Dienstag, 17.11.09 21:20
 

@Wonder: meinst du den hier?

--> click


Ich finde das diskussionswürdig: Warum muss die Polizei im Verborgenen (!!) Schüler (!!!) - und Studenten filmen, die für ein effizienteres Bildungssystem (!!!!) demonstrieren?

Dienstag, 17.11.09 21:30
 

Kus, ein paar schwarze von Samstag waren ja auch dabei. Auf dem Weg in die Stadt heute morgen, war ein Pärchen von Samstag in der Straßenbahn, das Mädle hatte einen schwarzen Kapuzzenpulli an, mit einer altdeutsch weißen Aufschrift: Kacken ist Arbeit.

Dienstag, 17.11.09 21:32
 

also ich bin ja nur dankbar, dass die vorlesungen in der uni zum größten teil nicht ausgefallen sind

In Flames666
Dienstag, 17.11.09 22:56
 

nun ja wir standen ganz vorne und sind auch vorne mitgelaufen und haben auch polizisten mit kameras gesehn .. andererseits denke ich ist es in deutschland wohl sein freies recht zu demonstrieren und solang man sich an die pflichten hält die man als demonstrant hat kann man sich auch auf seine rechte berufen und hat nichts zu befürchten

Dienstag, 17.11.09 23:03
 

Wieso ist [..] Bild 16 weg?
Das Thumbnail ist noch da.

Mittwoch, 18.11.09 00:29
 

@In Flames666. Sorry du bist echt naiv!


Genau deswegen vermummt man / frau sich, damit man nicht von den scheiß....gefilmt und in eine Kartei gesteckt wird.

mr. burns
Mittwoch, 18.11.09 01:02
 

geht arbeiten!

Mittwoch, 18.11.09 01:03
 

@Kommentator_XY:

Nun, selbiges kann man dir vorhalten. Glaubst Du ernsthaft, dass die Polizei Aufnahmen einer angemeldeten Studenten/Schülerdemonstration, die dazu noch absolut friedlich abgelaufen ist, nutzt, um die Teilnehmer der Demonstration zu identifizieren? Keiner hat sich in irgendeiner Form rechtswidrig verhalten. Vielleicht hat die Polizei die Demo einfach nur aus der Entfernung gefilmt, um den Verlauf zu dokumentieren?

Mal abgesehen davon, dass das wohl kaum möglich ist ... Vielleicht hast Du zuviel CSI geschaut :). Nehmen wir mal gutmütig an, dass die Videokameras auf dem AOK-Gebäude und in der Kanzlei 50 m von der Demonstration entfernt waren. Gehen wir weiter davon aus, dass diese Kameras handelsübliche Kameras, maximal etwas modernere HD-Geräte, sind. Auf die Entfernung erkennt man, selbst mit Zoom, auf bewegten Bildern doch nur schwer etwas, zumal die Polizei Einbeinstative benutzt, wodurch auf die Entfernung das Bild sowieso verwackelt ist. Weiter ist es technisch kaum möglich (so weit ist die automatische Gesichtserkennung nun wirklich noch nicht entwickelt), ein Standbild der Aufnahme mit allen gespeicherten Personalausweisbildern der Datenbank des Einwohnermeldeamtes abzugleichen, die Leute anhand ihrer Bilder zu identifizieren.

Wir reden hier nicht von der Feststellung der Personalien mit anschließendem Abfilmen/Abfotografieren der Person, wie es letzten Samstag passiert ist. Damit wird man dann tatsächlich aktenkundig.

Auch wage ich zu bezweifeln, dass es die Polzei geschafft hätte, ohne Personalienfeststellung alle Personen auf der Demo am Samstag nur durch Videoaufnahmen zu identifizieren, außer vielleicht wirklich bekannte Gesichter der entsprechenden Szene.

Mittwoch, 18.11.09 01:30
 

@xy: sorry, du bist echt paranoid.

wenn ich ein ernsthaftes, verfassnungskonformes anliegen habe (was ich bei einigen vollchaoten von samstag stark bezweifel), dann ist es mir herzlich egal, ob ich gefilmt werde.

ich glaube sogar fast, dass -ähnlich wie in fußballstadien- das filmen einer demo die jenigen, die friedlich auf ihre forderungen aufmerksam machen wollen, vor krawalltouristen oder anderen saboteuren der gemeinsamen sache schützen kann.
will meinen: wenn irgend welche penner glauben, eine demo als ventil für ihren hass auf was auch immer missbrauchen zu können, bin ich froh, wenn team grün schnell und adäquat solche subjekte aus der demo herausziehen und auf grund des videomaterials entsprechend anzeigen kann.

am samstag hieß es im übrigen noch mann/frau vermumme sich aus schiss vor nazis, entscheide dich mal!

zu guter letzt: das sind keine scheiß... sondern menschen die ihren job machen, u.a. damit du hier deinen paranoiden scheiß erzählen kannst. aber dieser zusammenhang wird sich dir wohl kaum erschließen, was wieder zeigt, dass bessere bildung nötiger denn je scheint.

Mittwoch, 18.11.09 03:15
 

@menti
wenn du nicht glaubst, das man mit einer HD Cam auf die entfernung mit zoom einzelne gesichter biometrisch erfassen kann, widerspreche ich dir. wieso sollte das nicht gehen? und wie sollen denn dann die straftäter erfasst werden? ist doch in sich sehr unlogisch, die fimen ja nicht um sich das dann bei popcorn gemütlich anzugucken, oder?

@doppelhorst
wenn du es okay findest gefilmt zu werden... deine entscheidung. dein ganzes politisches leben im polizeiarchiv.

aber es gibt auch leute, die ungerne bei jeder bewegung kontrolliert werden. die polizei hat das recht zu filmen, wenn von straftaten auszugehen ist. das bedeutet, das die polizei in freiburg immer von straftaten ausgeht, denn es wird immer gefilmt. wenn die polizei sich im "moralischen recht" sehen würde, hätte sie nicht die vorhänge zugezogen.

deine argumentation hört sich bischen nach wer nichts zu verbergen hat muss auch nichts befürchten an. und diese ist einfach sehr fehlerhaft.

Mittwoch, 18.11.09 04:13
 

@ truth: paranoia ist nicht angebracht. oder glaubst du ernsthaft, dass dieses material derart ausgewertet wird, dass alle teilnehmer biometrisch erfasst und ihre teilnahme in irgend welchen (geheim-)archiven festgehalten wird?

die zuständigen staatsorgane sichten die videos -wenn überhaupt- nach ihrer stammkundschaft und gut ist.

meine argumentation hat mit diesem furchtbaren "wer nichts zu verbergen hat..." nichts zu tun. ich denke vielmehr, dass solche großveranstaltungen immer wieder von radikalen gruppierungen missbraucht werden (in diesem speziellen fall gab es z.b. u.a. schnittmengen mit der autonomen antifa oder der dkp).

wir können gerne mal zusammen gegen die videoüberwachung von öffentlichen räumen agitieren, aber in diesem fall ist die sicherheit der allgemeinheit m.e. höher zu bewerten als die paranoiden anwandlungen einiger verschwörungstheoretiker.

Mittwoch, 18.11.09 07:46
 

nur mal der hinweis,
1.wurd am anfang gefilmt, in höhe der polizeiwache sttandengleich 2e mit Kameras ...
2. war noch einiges mehr an Polizei da, da die Demo nicht das Ewktorat stürmte merkte sie nichts von den 60 Polizisten rechts und links neben dem Rektorat die sich dort akurat "versteckt" hielten.
3. da es keinen Ausflug zur Kronenbrücke gab machte die Demo auch keine bekanntschaft mit der USK die dort stand, das sind die Robocops in Dunkelgrün.
4. war am Holzmarkt eben schon viel Polizei da (letztes mal sind die Studenten dort ausgebrochen)
Die Studenten machen gerade eine "Hausbesetzung" .. das ist wohl ungehörig genug, das die nicht geräumt wird ist politischer Wille. - und hat weniger was damit zu tun das man die Studenten so sympathisch findet.

Mittwoch, 18.11.09 09:31
 

Die Robocops in Dunkelgrün waren aber sicher kein bayrisches USK sondern wahrscheinlich "normale" Riotcops aus Göppingen. Wenn das USK ausm Nachbarland kommt, dann brennt Freiburg wirklich.. ;)

Mittwoch, 18.11.09 10:01
 

Darf man seine Persönlichkeitesrechte gegenüber der Polizei mit einem IR Scheinwerfer schützen ?
Die Cam wäre dann blind wie wenn man mit ner Fernbedienung reinleuchtet.
Technisch sollte das machber sein, vielleicht nicht mit dem ausm Condrad.
Vermummen muss sich dann auch keiner mehr da man zwar gesehen wird aber keine digitale Camera mehr brauchbare Bilder macht.

http://tinyurl.com/ya6m8q3

Um eine Gebiet grossflächig "unfilmbar" zu machen könnte man das mit IR LEDs mit Throwies kombinieren.
http://de.wikipedia.org/wiki/LED-Throwie

Haben Demonstranten die finanziellen Mittel um Riot Consulting in Anspruch zu nehmen ? g*

Mittwoch, 18.11.09 10:25
 

@truth:

Zunächst einmal hat die Polizei keinen Grund, die Bilder bezüglich der Identität der teilnehmenden Personen auszuwerten, weil hier kein rechtswidriges Verhalten vorliegt.

Zur technischen Machbarkeit sagt z.B. der Wikipedia-Artikel "Biometrie" folgendes:

"Eine vollautomatisierte Suche von Zielpersonen per Gesichtserkennung an herkömmlichen Überwachungskameras scheitert in der Regel an der zu geringen Erkennungsrate, hervorgerufen durch eine für die Identifikation zu schlechte Bildqualität und eine zu niedrige Auftretenswahrscheinlichkeit der Gesuchten."

Vielleicht erinnerst Du dich, dass vor zwei oder drei (?) Jahren mal einige Kameras am Mainzer Bahnhof installiert, die probeweise Leute anhand der Aufnahmen identifizieren sollte. Diese Kameras waren fest und verhältnismässig hochauflösend. Die Erkennungsrate betrug durchschnittlich 30%. Zudem wurde nur eine Datenkbank mit biometrischen Aufnahmen von 200 Freiwilligen durchsucht Heute, drei Jahre später, ist immer noch kein gut funktionierendes System vorhanden, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Dies scheitert nicht nur an der Bildqualität und der Problematik der mathematischen Erfassung der biometrischen Parameter einer Person, wenn sie nicht frontal aufgenommen wurde, sondern auch daran, dass die abzugleichenden Datenbanken schlichtweg zu groß und nicht alle in verwendbarer Form verfügbar sind.

Tatsächlich gibt es Systeme, z.B. an den Grenzen bestimmter Länder, um Einreisende biometrisch zu erfassen. Dort schaut man aber frontal aus vielleicht 30 cm Entfernung in die Kamera, das Gesicht wird so positioniert, dass eine optimale Erfassung der Parameter möglich ist.

Mittwoch, 18.11.09 10:38
 

@jenseli:

Ich kann schwer glauben, dass extra das USK aus Bayern für eine Bildungsstreikdemo angefordert wurde. Ich denke, dass das bestenfalls eine kleinere BFE war. Ich denke, dass Wuschel das mit "Riot-Cops" meint.

Außerdem verstehe ich das Problem mit den Polizisten vor dem Rektorat nicht ... wenn der Rektor der Universität Freiburg, der das Hausrecht hat, keine Besetzung des Rektorats will, dann muss die Polizei rechtlich dafür sorgen, dass das nicht passiert.

Mittwoch, 18.11.09 11:07
 

na hauptsache es gibt wieder einen " aufreger"

die polizei hält sich zurück, die demonstranten auch ( übrigens deutschlandweit ), hmm was nehmen wir denn dann..

ahh ja das filmen...

ist ja fast so wie bei den ureinwohnern amerikas, die geglaubt haben man raubt ihnen die seele wenn man sie fotografiert :-)

Mittwoch, 18.11.09 11:16
 

Wieviele Leute wohl Studivz, Facebook oder sonstige Web 2.0 Profile hat und dort private Fotos drin hat, von Partys, Demos, und sonstiges Zeug?

Mittwoch, 18.11.09 11:37
 

@ Wolke & Loki

In meinen Augen macht es aber einen sehr grossen Unterschied ob ich wissentlich Daten oder Bilder freigebe,
oder ob ich gefilmt (zT. versteckte Kameras) werde.
Was anschliessend mit den Daten passiert weisst du nicht, vielleicht gibt es in 10 Jahren Programme mit denen man die alten Aufnahmen auswerten kann.
Man sollte auch bedenken das alle Daten auch immer in die falschen Hände geraten können.

Wo willst du da die Grenze ziehen ? Recht am eigenen Bild, Krankenakte, Bewegungsprofile ... ?





Mittwoch, 18.11.09 12:00
 

Was ich mich auch noch frage: Was wollte die DKP (als verfassungsfeindlich eingestuft) mit ihrem Transparent auf der Demo?

Mittwoch, 18.11.09 12:04
 

Ich finde das Filmen bei solchen Gelegenheiten O.K. - machen die Teilnehmer ja auch. Wenn ich demonstriere steh ich auch dazu. Was noch fehlt ist die eindeutige Identifizerbarkeit der Polizisten (nicht oeffentlich, aber z.B. eine eindeutige Nummer pro Einsatz die irgendwo hinterlegt ist), und dann ist wechselseitige Transparenz gewaehrleistet http://www.youtube.com/watch?v=xyHZkDOvfvY .

Mittwoch, 18.11.09 12:18
 

"machen die Teilnehmer ja auch"
so lange die polizei die teilnehmer nicht zwingt, die bilder/filme zu löschen. kommt ja auch vor.

Mittwoch, 18.11.09 12:52
 

@ ag 999

nimm mal dieses beispiel: eine grosse demo wird im fernsehen gezeigt ( also auch aufgenommen ), diese daten werden auch gespeichert. wie lange? weiss keiner..
und interessanterweise beschwert sich da auch keiner.
oder bei einem fussballspiel.


klar ist es eine frage wo ich die grenze ziehe will, aber wenn ich mir anschaue wie leichtsinnig manche leute im internet mit persönlichen daten um sich werfen, aber bei filmaufnahme rumpienzen, frage ich mich nach der konsequenz ( das ist nicht auf dich bezogen !! )

nur als beispeil: angenommen ich würde irgendwo überfallen und man erwischt den pisser weil er von einer kamera aufgenommen wurde, dann habe ich aber mal sowas von keine stress damit das ich auch auf dem bild bin.

und wenn man hier manche kommentare liest könnte man glauben es gäbe die stasi oder die gestapo noch.
das ist unsere polizei definitiv nicht !!!

Mittwoch, 18.11.09 13:45
 

Klar sucht man auch bei einer guten Demo (das war sie!) nach Fehlern, warum denn auch nicht? Schön war, das kein Kessel um die Demo lief, so das die Menschen in der Stadt auch mal lesen konnten, wofür die Demo eigentlich ist.

Wenn die Polizei die Demo am anfang gekesselt hätte (wie auch immer man so viele Menschen kesseln will), wäre das natürlich auch eskaliert. Aber so viele Menschen kann man nicht Kesseln, es gab keinen konkreten Anlass und vor allem keinen politischen Grund. Es wäre politisch sogar fatal gewesen, die Schüler zu kriminalisieren und einzuschüchtern, das ist auch der Grund wieso versteckt gefilmt wurde. Und wieso der Polizeisprecher behauptet hat die Demo wäre nicht gefilmt worden....

@ Doppelhorst
wie schon gesagt, wenn du das nicht als einschüchternt empfindest ständig von Polizisten gefilmt zu werden ist das ja okay. Aber andere Menschen wollen das eben nicht und haben ihr gutes Recht nicht gefilmt zu werden, solange von ihnen nicht akute Straftaten zu erwarten sind.

@ag999
Infratrotscheinwerfer gibt es für SonyCams für den Nightshot der mit Infrarot funktioniert. Könnte also gehen.
NUR: So was wird höchstwahrscheinlich als passive Bewaffnung gezählt. Während Polizisten Mundschutz und Helmer, Panzerung und Gasmasken tragen dürfen, dürfern Bürger in Deutschland so etwas nicht. Denn: Passive Bewaffnung ist alles was dich der Strafe der Staatsgewalt entzieht. D.h. du bist verpflichtet dich so zu kleiden, das man dich knüppeln kann und Tränen- und Reizgas eine gute Wirkung zeigt. In anderen Ländern ist das anders, hier ist es so.
Da ein Infrarotscheinwerfer dazu führen würde, das du dich der digitalen Kontrolle enziehst, tippe ich auf passive Bewaffnung. Aber das müssten in dem Fall vermutlich Gerichte entscheiden.

Mittwoch, 18.11.09 13:45
 

Wenn es viele machen koenne aber nicht alle geloescht werden. Bei dem Berliner Video das ich oben gepostet habe sind ja auch bald danach noch Varianten aus anderer Perspektive aufgetaucht.
Ein Problem ist eher, dass in der Vergangenheit offizielle Polizeivideos ploetzlich aus der Asservatenkammer verschwunden waren, oder die kritischen Minuten ploetzlich verrauscht oder geloescht waren. Das wird wohl seltener werden wenn unabhaengige Dokumentationen bestehen, und solche "Geschichtfaelschungen" bestraft statt (implizit, "mangels Beweisen") belohnt werden.
Und ein anderes Problem ist, dass der Zugriff auf die Videos im Besitz von Provatleuten bestimmt nicht nach den Datenschutzrichtlineine behandeltt wird. Beispiel: es gibt Faelle wo Videos permanent aufgezeichnet werden, und anschliessend nach einiger Zeit ungesehen geloescht werden, ausser wenn ein Anlass besteht. Das ganze ist gesetzlich geregelt, und wird im buerokratischen Ablauf auch so praktiziert. Wohingegen ein Demo-Teilnehmer den Film moeglicherweise jahrzehntelang aufhebt, um ihn mal den Enkeln zeigen zu koennen.

Mittwoch, 18.11.09 14:47
 

@ wolke
Du wirst im Fernsehen bei Öffentlichen Veranstaltungen meistens nicht als Person erkennbar gezeigt > http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild

In einer TV Show musst du sogar als Zuschauer unterschreiben das du gefilmt werden darfst.

Wegen deinem "Pisser" der dich überfällt kann ich nur sagen das Kameras nichts bringen. Im Sommer war ich zB. in Polen dort gibt es fast keine Kameras, dafür aber in jedem Einkaufszentrum, Bahnhof usw. einen "Sicherheitsdienst" der vom Auftreten und Bewaffnung mehr ans SEK errinnert als das was wir hier als Security kennen . Wenn man sich die alten Herren von der Bahnsicherheit dagegen mal anschaut ;-)

Wirst du hier überfallen wird der "Pisser" gefilmt und in einem langwierigen Verfahren zu 20 Sozialstunden oÄ per Jugendstrafe verurteilt (oder direkt eingestellt). Dein Geld ist weg, für Schäden gibts keinen Ausgleich weil er kein Job hat.

immer nach dem Motto statt Personal einzusetzen kann man ja noch 10 weitere Kameras aufhängen.

In Polen bekommst der "Pisser" einfach von 3 Schränken dermassen die Fresse poliert das er nie wieder jemanden überfällt. Was er dir abziehen wollte gibts ggf unbürokratisch an Ort und Stelle zurück.


Mittwoch, 18.11.09 15:58
 

@ polen sicherheit
hört sich klasse an, das wäre doch mal ne sache für die man demonstrieren könnte, oder? ;)

Mittwoch, 18.11.09 16:10
 

@ag999:

man sollte seine eigenen quellen schon bis zum ende lesen, dann wäre dir besonders der 3. punkt aufgefallen, der ausdrücklich das recht am eigenen bild bei z.b. demonstrationen einschränkt:

§ 23 KUG zählt Ausnahmen auf:
(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

@ truth: bin dabei... :)

Mittwoch, 18.11.09 16:27
 

@christian, habe mir das Video auch angeschaut, und dabei folgendes gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=f_vQ0IOSuhc

Mittwoch, 18.11.09 16:50
 

Hier ist die andere Perspektive die ich meinte: http://www.youtube.com/watch?v=W9XBe5Kr0aQ

Mittwoch, 18.11.09 18:01
 

...zur Zeit könnte man der erkennungsdienstlichen Behandlung auf Polizeivideos ganz legal entgehen: Einfach nen Schweinegrippe-Atemschutz vors Gesicht binden und man ist vor bösen Viren und bösen Staatsorganen geschützt.

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