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Nightlife-Guru: Prosumer im Drifter's

Vergangenen Freitag fand die erste Auflage von "Pure", einer neuen Veranstaltungsreihe im Drifter's statt. Zu Gast war der Berliner Berghain-Resident Prosumer. Klar, dass bei diesem illustren Besuch unser Nightlife-Guru mit von der Partie war.



(Die Jungs) An der Tür

Kaum habe ich die leicht ausgetretenen Stufen der Betontreppe zum Drifter’s überwunden, werde ich Zeuge einer Diskussion. Ein schlank gewachsener Mittzwanziger gibt den Türstehern zu verstehen, dass er am heutigen Abend auf der Gästeliste eines DJs stehe. Davon wollen die Bouncer jedoch nichts wissen. „Gästeliste gilt sowieso nur bis ein Uhr“, knurren sie ihn giftig durch die Zähne an und ziehen die Augen zu engen Sehschlitzen zusammen. „Entweder du zahlst oder du gehst nach Hause“, legen sie nach.

Hilfesuchend blickt er sich nach mir um. Doch mit viel mehr als einem mitfühlenden und verständnisvollen Blick sowie einem ratlosen Schulterzucken kann ich ihm nicht beistehen, höre auch ich zum ersten Mal, dass Gästelisteplätze einer zeitlichen Gültigkeitsbegrenzung unterliegen. Aber das Drifter’s ist für seine manchmal etwas eigenwillige Tür bekannt, und so hoffe ich, dass das Eintrittsgeld meines Vormannes wenigstens in die clubeigene Kasse und nicht in die Tasche der Bouncer wandert.

Inneneinrichtung und Deko

Vorbei an der linkerhand gelegenen, völlig überbelegten Garderobe, führt ein langer, schlauchartiger Gang in das Innere des Clubs. Hellviolettes Licht taucht die Gesichter der Nachtschwärmer auf dem Weg dorthin in eine schummrig-düstere Verfallsatmosphäre. So wirkt noch jeder alt und zerfeiert, selbst wenn er sich vor Antritt der Nacht einen Krafttankschlaf gegönnt hat.

Auch im Clubinneren weht ein leichter Wind des Verfalls. Die nackten Betonwände, der raue Boden sowie die schon etwas zersessenen Sitzmöbel vermitteln jedoch einen morbiden Hinterhofcharme, der vom anrüchigen Rotlichtschimmer zusätzlich unterstützt wird. Unangenehm, weil viel zu hell, stoßen am heutigen Abend die Visuals, Videoschnipselprojektionen auf zwei Wandbereichen, auf. Jünger der Dekadenz lieben die Dunkelheit.



Wer war da?

Wer nur im Schutze der anonymen Masse feiern kann und will, sollte das Drifter’s nicht vor halb zwei, zwei Uhr morgens aufsuchen, denn davor ist der Club lange Zeit nahezu menschenleer. Lediglich vereinzelt stehen oder sitzen kleine gemischt geschlechtliche Grüppchen an der Bar oder in den linsenförmig ausgeschnittenen, in der Wand eingelassenen Sitznischen und spülen die zurückliegende Arbeitswoche mit Bier und Kurzen den Fluss des Vergessens hinab. Brechend voll wird es auch in dieser Nacht erst zur Peaktime.

Da es unmöglich ist, die Crowd umfassend zu beschreiben, soll eine kleine Auswahl genügen.

An der Bar begegne ich Thomas, etwas über Vierzig, Alt-Raver. Seine Feier-Falten bekommt er auch mit Ayurveda-Ernährung, Öl- und Trockenbehandlungen nicht mehr weg. Oberkörper und Arme zieren zahlreiche Tätowierungen, „zu jeder Nature One ein neues“, wie er sich lachend selbst auf den Arm nimmt. Vor einigen Jahren überlegte er ernsthaft, etwas kürzer zu treten und sich eine feste Freundin zuzulegen. Doch nach einem halben Jahr Rave-Entzug beendete er seine Beziehung und kehrte reumütig in den Kreis der Nachtschwärmer zurück.

Hier hat er vor einigen Wochen Jenny kennen gelernt. Asymmetrische Ponysträhnen fallen ihr leicht ins Gesicht, die hautenge Jeans sitzt perfekt an ihrem durchtrainierten Körper, der bis in die frühen Morgenstunden auf der Tanzfläche von bewundernden Blicken gestreichelt wird. Diese beiden werden kontrastiert von einem jungen Mann, der seine Arme und Beine in exaltierten Bewegungen vom Körper abspreizt und immer ein wenig hysterisch schreit.

Er kann hier jedoch genauso unbehelligt feiern wie die Musik-Nerds, die bei jeder neu eingespielten Platte die Köpfe zusammenstecken und das Stück gemeinsam erörtern, ist doch das Drifter’s mittlerweile einer der wenigen Freizeiträume für die verschiedensten Subkulturen in Freiburg.

Partyatmosphäre & Klangwaren-TÜV

Ein pumpender Four-to-the-Floor-Beat gepaart mit einer Hammond Orgel-Melodie sowie einer predigergleichen Stimme wummern aus den Boxen. Der Freiburger DJ Kowski, der am heutigen Abend gemeinsam mit dem DJ-Haudegen Bertram das Warm-Up bestreitet, blendet ein in „Foundation“ von Hunee.

Vier Partymäuschen tanzen dazu mit raumgreifenden, hüftbetonten Schritten, sprechen einige Primärreize an und locken somit auch die ersten Jungs auf die Tanzfläche. „Viel zu schnell spielen die beiden diesen Song“ spricht mich, der ich noch etwas abseits stehe, ein kauzig-bärtiger Kerl an. Er schüttelt den Kopf, klopft eine Zigarette aus der Schachtel, steckt sie in Brand und wiederholt, dichten Rauch ausstoßend, seine Worte.

Kowski und Bertram halten von Anfang an das Tempo beachtlich hoch. Nur sehr wenige können sich der Sogwirkung ihrer Plattenauswahl entziehen. In der Zwischenzeit ist auch Achim „Prosumer“ Brandenburg im Drifter’s eingetroffen.

Der DJ und Produzent aus Berlin hat im vergangenen Jahr mit „Serenity“ ein Künstleralbum voller rauer, kraftstrotzender House-Perlen abgeliefert. Live präsentiert er an diesem Abend eine energiegeladene Mischung aus klassischem Chicago-House und Detroit-Techno. Auf den Plattentellern landet Material legendärer Label wie Dance Mania, Djax-Up oder Cajual, allerdings, den Besonderheiten des Drifter’s angepasst, ein wenig hochgepitcht. Druckvolle Beats, spannungsgeladene Flächen und ein Chicago-typisches Clap-Inferno bringen die Tanzfläche zum Kochen.

Ich blicke in verschwitzte, verfeierte und glücklich verstrahlte Gesichter, die sich einfach nur noch schwerelos zum Takt der Musik durch die Nacht treiben lassen wollen.



Catering & Getränkekarte

Auch wenn ich schon sehr oft im Drifter’s feiern war, bin ich jedes Mal aufs Neue angenehm überrascht von der Schnelligkeit und nüchternen Freundlichkeit des Barpersonals.

Zumindest das Mädel und die beiden Jungs, die am heutigen Freitagabend ihren Dienst tun, scheinen stressresistent. Kurze, ob Vodka, Tequila, Sambuca oder Jägi wandern für 2 Euro über den Tresen, eine (Afri)Cola kostet 3 Euro und für Longdrinks wie Gin Tonic bezahlt man 6 Euro.

Letztere schmecken zwar ausgezeichnet, doch frage ich mich, ob ich mittlerweile so abgehärtet bin, dass selbst das dritte Glas keine Wirkung bei mir zeigt, oder ob’s am hauseigenen Mischungsverhältnis liegt.

Auf dem Klo um halb vier

Prosumer’s Set ist derart schweißtreibend, dass mir, gänzlich dehydriert, kein Tropfen Wasser übrig bleibt, um ihn an die Drifter’s-Toiletten abgeben zu können.

Aufregerle

Für einen kurzen Augenblick lehne ich an der Betonwand des Drifter’s, schließe die Augen und hole tief Luft. Keine Sekunde vergeht, kommt ein Enddreissiger auf mich zu und schreit mir ins Gesicht: „Ey, Alda, jetzt lach halt mal. Immer feiern, immer gute Laune, Alda!“

Da sein Stimulanzien-Grinsen von unten deutlich zu mir hoch strahlt, nicke ich zunächst geduldig. Er wird jedoch derart aufdringlich und handgreiflich, dass ich ihn in seine Schranken weisen muss. Solchen Leuten das nächste Mal bitte keinen Einlass gewähren, auch wenn sie zur vermeintlichen Stammbesetzung des Clubs gehören.

Aufheiterle

Wenige Minuten zuvor kommt ein junger Kerl auf mich zu. Sein T-Shirt ist vorne und hinten komplett nass geschwitzt. Er nimmt mich in den Arm, küsst mich auf beide Wangen, ruft laut „Breakdance!“ und zieht lachend weiter.

Fazit

Wer im Nachtleben gerne mit Menschen unterschiedlichster Lebensentwürfe in Kontakt tritt, wer sich gerne zu elektronischer Clubmusik durch die Nacht bewegt, und das nicht nur bis drei Uhr, der ist im Drifter’s bestens aufgehoben.





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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 30
xoxox
Montag, 16.11.09 12:54
 

"Am Samstag" "die am heutigen Freitagabend" wann wars jetzt?

Montag, 16.11.09 12:57
 

Als ich zuetzt da drin war, ging mir auch so eine Pillenschmeißerin so dermaßen auf den Nerv weil sie ständig "jetzt lach doch mal" zu mir rüber gerufen hat. Die war richtig penetrant und konnte mich einfach nicht in ruhe tanzen lassen.

Als es mir dann zuviel wurde, ging ich runter ins Crash und hab mich der Musik von Tool hingegeebn. Da konnte ich dann wieder entspannen.

@: Ansonsten scheint es ein richtig lustiger Abend gewesen zu sein

Montag, 16.11.09 13:43
 

kann mich diesem (zumindest halben) lobgesang aufs drifters nicht anschließen.

ich bekomm regelmäßig bereits bein anblick der türsteher schlechte laune. das publikum scheint ständig auf balz zu sein und der laden selbst ist auch nicht wirklich schön.
da hilft auch kein guter dj weiter.

ausserdem habe ich immer mehr das gefühl, dass es dem volk eigentlich relativ egal ist wer da was auflegt. auch scheint es mir so, dass hochkarätige djs sich aufgrund der wechselwirkung zwischen obigen dingen und dieser furchtbaren sperrstunde nicht wirklich mühe geben. das wird wahrscheinlich jeder bestätigen können, der den prosumer mal in der pannebar erlebt hat.

ich für meinen teil werde mir die kohle, die ich an solchen abenden zum fenster rausschmeisse, ab jetzt lieber sparen um öfter nach berlin oder zürich zu fahren.

techno in freiburg sucks!

Montag, 16.11.09 14:11
 

So, So der super Guru war am SAMSTAG im Drifters ! Ah so ein Blödsinn. Am Samstag war Klangtherapie und das ist auch gut so. Kleiner Tip für die Türe : Wer an der Tür schon den Dicken macht wird halt angeknurrt. Man kriegt beim Lesen des Artickels irgendwie den Eindruck, das der Schreiberling schon von Grund aus ein Problem mit dem Laden hat. So long...

Montag, 16.11.09 14:39
 

@ doppelhorst :

sorry aber das sich hochkarätige djs keine mühe geben im drifters kann ich nicht bestätigen. das jeder dj mal einen schlechten abend haben kann is ja auch klar. aber ich hab schon sehr fette abende im drifters mit hochkarätern erlebt.
alleine c-rock der auch im dezember wieder kommen wird oder navid im januar. ausserdem habe ich bis jetzt nur gutes gehört.
aber über geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

aber die jungs an der machen einen super job sind absolut in ordnung und mit ihnen kann man verdammt viel spass haben.
du sprichst doch schon selbst die pannebar an und da ist die tür um einiges krasser als im drifters.

Montag, 16.11.09 14:47
 

Der Schreiberling macht gar nicht den Eindruck, als hätter ein Problem mit dem Laden...Er belächelt die Türsteher, die wirklich "sehr" wichtig sind.
Er hat schon schlimmer bewertet.

Montag, 16.11.09 14:51
 

Ich mag das Drifters, gerade der morbide Bauküchen-Charme des Ladens gefällt mir. Wers jung, schnell und erfolgreich braucht, kann ja die 500 m zum Kagan laufen. Das Drifters ist (bald) der einzige Laden, der in FR-Stadt für gepflegte elektronische Unterhaltung sorgt - und das seit Beginn der 90er. Ein hipper Schuppen nach dem anderen probierts mit ach so tollen Plänen und „angesagten“ House-DJs und scheitert irgendwann. Das Drifters und sein Konzept bleiben, es eine Institution des Freiburger Nachtlebens.

Die „Bouncer“ mögen ab und an grimmig erscheinen; neulich haben sie mich mit Begleitung 15 Minuten vor Feierabend noch aufn Bierchen rein gelassen, nachdem wir einfach nett gefragt hatten. Wenn man nicht meint, eine Show an der Türe abziehen zu müssen, gibt’s auch keine Schwierigkeiten, ganz einfach! Ich hatte noch nie ein Problem mit denen. Und den Türstehern zu unterstellen, dass sie klauen bzw. Eintrittsgelder veruntreuen, ist eine einzige Unverschämtheit!

Und noch was: Ich kann da ohne Drogen jede Menge Spaß haben, was für viele Gäste auch gilt. In dem Laden rennen nicht mehr Berauschte rum als in anderen Establishments! In der Liquid-Lounge war das ein echtes Problem, das auf die Stimmung gedrückt hat. Da hab ich mich echt unwohl gefühlt ob der riesigen Pupillen allerorten.

Doppelhorst: Berlin ist Berlin und die Pannebar ist die Pannebar. Freiburg ist Freiburg und das Drifters das Drifters. Änder die Sperrzeiten oder zieh doch hoch, wenn da alles besser ist.

Loki: Ich bin bei einem meiner letzten Besuche vom Crash ins Drifters geflüchtet, weil unten besoffene und aggressive Idioten uns die ganze Zeit an der Bar genervt haben. Das nimmt sich nichts, eher im Gegenteil.....

Montag, 16.11.09 15:04
 

Noch eine Frage: Wieviel hats denn gekostet? Ich finde, der Eintritt ist ein wichtiger Parameter, um den Abend einordnen zu können.

Montag, 16.11.09 15:21
 

8 Euro !! und das ist super fair für 3 dj´s ..

Montag, 16.11.09 15:48
 

finde den artikel sehr ausgewogen. nur dass natürlich weder der drifter's-hasser, noch der drifter's-liebhaber sich damit zufrieden geben wird.

"Änder die Sperrzeiten oder zieh doch hoch, wenn da alles besser ist."

ne - lieber für ein "besseres" freiburg kämpfen.

Montag, 16.11.09 16:09
 

ich habe leider den Eindruck, dass das Drifters bisschen nachgelassen hat und weniger Leute den Weg dahin finden (mitunter liegt das sicher an der JacksonPollock bar).. das schöne daran ist, dass man im Drifters- auch ohne illegale Drogen - so feiern kann, wie man möchte und wer möchte - ohne pseudo-Etikette oder schickimicki oder Studentenattitüde... das Drifters ist halt noch ein echter Club - und ich hoffe den wird es noch lange geben...

Montag, 16.11.09 16:30
 

an der tür des drifter's durfte ich schon einmal eine ähnliche diskussion führen. da ich jedoch noch die sms des djs gespeichert hatte, der mich auf die gästeliste gesetzt hatte, mussten sie mich wohl oder übel reinlassen.

was hat das denn mit "den dicken machen" zu tun (@ beat pirate)?

dass prosumer am freitagabend keinen bock auf auflegen hatte, glaube ich kaum, dazu ist er einfach ein zu leidenschaftlicher vollblut-dj und musiker. klar, ein dj-set mit ihm in der panoramabar oder sonstwo ist nochmal etwas ganz anderes. aber, den aktuellen pannebar-hype einmal aussen vor gelassen, andere locations können halt auch mit einer anderen infrastruktur etc. aufwarten, als es ein freiburger club kann (@ doppelhorst).

anyway. find' die richtung, die das drifter's mit der neuen veranstaltungsreihe einschlägt, durchaus begrüssenswert. zumal man sich hofftl. noch auf eine reihe weiterer guter djs freuen kann / darf.

[wenn ich da an die scheisse denke, die einem vermeintliche clubs als vermeintliches gold vorsetzen,...]

Montag, 16.11.09 17:18
 

"Wer an der Tür schon den Dicken macht wird halt angeknurrt."

wasn das für ne scheissaussage? sorry, nichts gegen dich persönlich, und du magst ja auch ein "alter" hase sein, aber wenn einer der dj´s so freundlich (merci @ kowski) ist und mich drauf setzt (n soli 5er für das gute booking hatte ich in der tasche zurechtgelegt), man freundlich frägt und dann unfreundlich abgewiesen wird, ich ohne zu knurren gezahlt habe UND gleichzeitig von der seite hämisch ausgelacht werde, dann is der abend schon nach passieren der tür beendet. stimmungsmäßig. komisch ist, dass der tittenbonus wohl dazugeführt hat, dass um kurz vor 3 ohne größere probleme die liste nach einem namen durchsucht wurde...

mir gehts nicht um das "recht" auf meinen listenplatz, mir gehts darum, dass man als gast wohl ein mindestmaß an respekt auch von der tür erwarten kann. davon fehlte jede spur. aber viell war ich wohl auch einfach nur zu nüchtern...

alles in allem war der abend sehr enttäuschend.

ach ja, ich bin NICHT die im text beschriebene person an der tür...

dondildozer
Montag, 16.11.09 22:14
 

bei dem freundlichen herren an der tür kann man nicht von verengten sehschlitzen sprechen , sondern muss sie wohl oder übel als laotische schlitzaugen hinnehmen . gästeliste gilt nun mal bis 1.00 , kann aber der werte kollege kowski noch nicht wissen , da er erst am anfang einer wunderbaren drifter's club karriere steht . liebe grüsse , die total beschissene tür.

Dienstag, 17.11.09 09:20
 

die bouncer in der pannebar oder der bar 25 sind übrigens noch viel gemeiner wie die im drifters ;-)

Dienstag, 17.11.09 09:25
 

mal abgesehen von den Problemen an der Tür:
wie fandet ihr denn das DJ Set von Prosumer?

Dienstag, 17.11.09 09:50
 

Davon wollen die Bouncer jedoch nichts wissen. „Gästeliste gilt sowieso nur bis ein Uhr“, knurren sie ihn giftig durch die Zähne an und ziehen die Augen zu engen Sehschlitzen zusammen.

und wahrscheinlich hielten sie gleich ein baseballschläger oder ne m16 oder ne uzi in der hand um den fragenden in die flucht zu schlagen oder zu schiessen ...
wohl zu viele krimis gelesen

Dienstag, 17.11.09 11:25
 

@bobby: drifter's ist aber wohl - mit verlaub - nicht die panorama bar, wenngleich panne.

@klangtherapeut: wohl zu oft auf dem ponyhof gewesen.

Dienstag, 17.11.09 11:27
 

wenn man als dj von einer menge leute "gekannt" wird, wollen sie natürlich alle auf die gästeliste, manchmal über 3 ecken. was man dann auch als wohlwollender mensch macht.

nur scheiße wirds für die türsteher, weil die "gästeliste" zusätzliche nervige arbeit ist. vielleicht sollte man einfach mal versuchen sich vorzustellen was fürn geiler job das ist, nicht nur zig zu besoffene,verstrahlte teils aggressive leutz nicht reinzulassen, sondern dann noch ne menge leute, die immer bei solchen etwas teureren events versuchen mit irgend einem verfranzten eintrittsgutschein von anno 1983 reinzukommen. so und anschließend kommen nun die gästelistegäste ins spiel :-) und jeder will fair behandelt werden.

mal abgesehen davon und ganz allgemein:
in nüchternem zustand besoffene menschen zu ertragen ist ne echt üble angelegenheit! sorry liebe mitmenschen!

+om
Dienstag, 17.11.09 12:20
 

naja, also die erbrachte auflegleistung hätten einige der freiburger dj mit leichtigkeit geboten. aber der dj hatte ja das label "berlin", das wirkt natürlich auf das freiburger volk. dennoch, ich war dort, und glücklicherweise gabs als entschädigung die flasche vodka mit redbull für 30 euro. ich denke die kalkulieren darauf das man druff oder einfach nur dicht sein muss um sich das unabwechslungsreiche set reinzuziehn zu können. eintritt 8 euro. das zahl ich in münchen aber nicht in freiburg! für mich is das drifter gestorben. ab in crash, auch wenn das ebenfalls mit vier euro eintritt überteuert ist.

also freiburg suckt weggehtechnisch. freu mich jetzt erst mal auf erntefunk in der mensa, da gibt den richtigen mix mit feinen djs. sogar mit dj aus berlin. ;-)))))

Dienstag, 17.11.09 12:24
 

hatte im drifter´s noch nie probleme an der tür!
und wenns jemand stört wie´s dort so is (tür,leute,sound,location) der braucht ja nicht hin zu gehen......gibt ja noch andere "clubs" in der stadt....;)

Dienstag, 17.11.09 12:42
 

@ +om: ich glaube kaum, dass die "erbrachte auflegleistung" "einige der freiburger dj mit leichtigkeit geboten" hätten, nicht zuletzt, weil ein grosser teil der freiburger djs a) sich nicht mit der musik derart eingehend wie prosumer auseinandersetzen und b) gar nicht die möglichkeit haben, an die platten heranzukommen, die er im case dabei hatte...

zudem haben die veranstalter auch nicht das label "berlin" auf den flyer abgedruckt, um wirkung auf das "freiburger volk" zu erzielen - im sinne von übertriebenem anlocken und so...

prosumer lebt und arbeitet schon seit menschengedenken in berlin und zählt nunmal zu den resident djs eines clubs, der in der letzten zeit die medienaufmerksamkeit auf sich gezogen hat. so what? er war schon davor ein verdammt guter dj und nur weil über einen artikel auch in der bildzeitung und auf manchen internetplattformen auch der allerletzte trottel in hillbillytown erfahren hat, dass es in der bundesdeutschen hauptstadt einen club xy gibt,... ach, was soll's!

und acht euro eintritt ist, wie's der klangtherapeut schon geschrieben hat, ein verdammt fairer preis, zumal man bei einem dj wie prosumer weiss, dass er einen erheblichen teil seiner gage auch in vinyl investieren wird.

Dienstag, 17.11.09 13:25
 

Also +om, nichts gegen Dich persönlich, aber was ist das denn fürn Nonsens, den Du da ablässt? Der Eintritt orientiert sich zum Großteil am Programm und nicht am Ort. Wo soll denn hier bitte die Logik sein: Ich zahle mehr für München als für FR!? Wenn Sven Väth im Drifters spielt, bist du keinesfalls bereit mehr zu zahlen als wenn Bertram in einem Münchner Bierzelt auflegt? Und 8 Euro sind fair für das Line-Up, das ist einfach so.

Was hast Du denn für ein Problem mit dem Laden? Selbst nachdem Du für 30 Euro eine Flasche Wodka mit Redbull erhältst – und Dich darüber wohlgemerkt darüber freust -, unterstellst Du den Betreibern, dass sie das machen, um die Besucher das „unabwechslungsreiche Set“ ertragen zu lassen. Das zeigt doch, dass Du Dich einfach nur negativ über diesen Club auslassen willst, sonst nichts!

Und den Betreibern vorzuwerfen, dass sie Drogenkonsum der Gäste bei ihren Planungen einbeziehen, ist doch einfach nur noch panne (ohne Bar diesmal). Nochmal: Im Drifters nehmen nicht mehr Leute Drogen als in anderen Clubs! Ich bin mir absolut sicher, dass die schnieken Stehkragenträger im Kagan oder ähnlichem Läden genauso ihre Koksbriefchen in der Brusttasche stecken haben oder eben nicht. Eines ist sicher: Das Drifters ist kein Drogenloch, wie es Artikel und zahlreiche Kommentare hier glauben machen wollen. Die Liquid-Lounge war eines. Dort hat der Konsum echt auf die Stimmung gedrückt. Ich komme im Drifters wunderbar seit Jahren ohne jeden Konsum zurecht, wie die überwiegende Mehrheit der Gäste auch.

Wenn Du ein Problem mit dem Drifters hast, dann geh doch einfach nicht hin. Aber mir scheint, Du musst eh aus dem muffigen und kleinbürgerlichen FR raus als führender Kosmopolit, der aus Erfahrung und Überzeugung für München, aber nicht aber für FR 8 Euro locker macht und sich auf das so genannte „Erntefunkfest“ in der Uni-Kantine freut, während er über das Drifters, Prosumer und Freiburg an sich herzieht.

Ich habe schwer das Gefühl, Du hast Dich da einfach mal in Rage getippt. Geht ja auch schnell, wenn man anonym Kommentare verfassen kann im Netz. Ich bin da z.T. auch nicht besser.

mauricer
Dienstag, 17.11.09 13:56
 

wie immer wird in FR nach dem haar in der suppe gesucht. 8 euro für prosumer (ein guter aber auch kein weltstar) sind doch ein fairer deal, schliesslich kost der junge auch was. und wer nicht bereit ist für einen künstler eintritt zu bezahlen, der soll eben zuhause bleiben, oder sich vorher mal ein bisschen informieren, wer da eigentlich spielt, anstatt danach nur zu maulen. bei dem bornierten und gleichzeitig musikalisch dermassen ungebildeten freiburger publikum kann man doch froh sein, wenn sich mal ein guter DJ ins dreiländereck verirrt. auch wenn ich das ganze "früher war alles besser" auch nicht mehr hören kann, aber an die frühen 90er im drifters wird der laden nie wieder rankommen. da sah der laden vielleicht aus wie ein loch (und nicht so pseudostylo wie heute), dafür waren alle nur da um zu feiern und die mucke war vom allerfeinsten. eintritt gab es damals im übrigen auch nicht, dafür kam eben nur der rein, auf den sie bock hatten, bzw. die sie kannten.

+om
Dienstag, 17.11.09 14:51
 

@grund @kid
ja, hab mich in rage getippt. aber ich fand die musi einfach nicht gut. und klar bin ich was plattenauswahl angeht kein fachmann. ich spreche für mich als partybesucher.(nein, als bayer bevorzuge ich nicht nur blaskapellenmusik) an freiburger leuten wie uncut oder zootv is das denk ich an qualli zu toppen. klar, was den eintritt belangt, muss jeder wissen wie er damit umgeht. meines erachtens wars 8.- nicht wert.
resultat: einfach nicht mein ding, das drifters. habs mal wieder versucht, aber wie alles geschmackssache. darüber kann man jetzt stundenlang fachsimpeln, aber ohne mir. ;-)
schweinegrippe grüsst
lg

Dienstag, 17.11.09 15:16
 

@ +om

ehm ein uncut o. zoo tv. spielen ja auch ne ganz andere ecke der elektronischen musik...also vergleichbar ist das mal gar nicht!

aber hey was solls...dem einen gefällts dem ander nicht...drifters bleibt drifters und 8euro sind zweimal crash also kann sich jeder aussuchen!

grüße

Dienstag, 17.11.09 15:38
 

was ich eben vergessen hab zu schreiben ist:

das prosumer einfach ein vinylist ist...viele freiburger dj können da schonmal gar nicht mithalten...wobei ich es sehr vielen zutrauen würde!

Dienstag, 17.11.09 17:14
 

das drifters ist abwechslungsreich was die musik und die gäste angeht. es wird immer gmotzt das in jedem club das gleiche programm zu hören ist. im drifters hat man wenigstens die option an jedem we ein anderes programm zu hören.

es kotzt mich langsam wirklich an wie sich viele immer hier aufspielen müssen als ob sie das rad neu erfunden hätten.
und im richtigen leben bekommen sie von ihrer frau eine hinter die löffel weil sie den müll nicht nach draussen gebracht haben.

8 euro für 3 djs ist ein witz !!! eine platte kostet zwischen 7 und 10 euro. für einen abend hat man in der regel 80 bis 120 platten dabei. wie sollen die sich bei einem eintritt von z.b. 4 euro weil freiburg ja nicht münchen ist finanzieren ??
dann hat aber noch kein mitarbeiter seinen lohn bekommen !!

also bitte erstmal überlegen ....

+om
Dienstag, 17.11.09 18:02
 

@klangtherapeut
....es kotzt mich langsam wirklich an wie sich viele immer hier aufspielen müssen.....

1. nicht aufspielen / sondern die meinung äussern
damit wirst du dich einfach abfinden müssen,
oder dem meinungsäusserer, einen zweiten versuch mit dem dj ans herz legen. danke dir kid!!! kann dir allerdings auf grund fudderprobs leider keine message reture schicken.
-------------
3. war in mainz bei denen (siehe link) auf dem konzert. (ja, das is was andres, aber...) die haben live mit zwei gameboys und einem plattenspieler die bude derart abgefackelt. da war das drifter n jucks gegen. also es geht auch mit weniger als 120 platten.
http://www.myspace.com/sternfuckingzeit
--------------
4. das zu jedem beruf inventar besorgt werden muss is klar. bei deiner kalkulation hört sich das so an als müsste der dj seine platten nach jedem auflegen zerstören oder die 120 platten für einen abend von der einer gage zahlen.
---------------
wie auch immer...find trotzdem das du n feiner dj bist!!!

Mittwoch, 18.11.09 02:31
 

An alle, die auf die 8 Euro nicht klar kommen: Am Samstag ist Giulia Siegel (sie kommt aus Bayern, lieber +om ;-)) im Schneerot - für 10 (in Worten: zehn) Euro.

Zitat: "Dschungelcamp-Zicke Giulia Siegel kommt diesen Samstag ins Schneerot. Ob sie besser Platten auflegt als in Australiens Busch Prüfungen zu bestehen?
Laut DJ Antoine passt sie optisch hinters DJ-Pult, und auch ihr Sound gefällt ihm. "Fürs Technische gebe ich gern Nachhilfe.", sagt Antoine. Support gibt's von den Beatrockers."

Geil!!!! Musste echt laut lachen als ich das gelesen habe.

Mal sehen: Nachdem Prosumer und Bertram als abgehalfterte DJ-Zicken in den Nachwehen ihrer Karrieren ins Dschungelcamp gefunden haben, können sie ja auch in dem zu diesem Zeitpunkt "angesagtesten House-Schuppen" Freiburgs sich "optisch passend" hinter die DJ-Kanzel einfügen.

Ich weiß nur zwei Dinge:

1. Der Laden wird nicht Schneerot heißen.

2. Ich werde parallel zum bewährten Programm im good-ol‘ Drifters am feiern sein, nachdem ich die Tür mit den ganzen fiesen Jungs passiert habe, die giftig durch die Zähne knurren und die Augen zu engen Seeschlitzen zusammen ziehen.

Haut rein.

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