Am 27. September ist Bundestagswahl. Um die Entscheidung für's Erststimmen-Kreuzchen zu erleichtern, ermöglicht fudder es Euch, den fünf Freiburger Direktkandidatinnen und -kandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien in den kommenden Wochen in Live-Chats direkt Fragen zu stellen. Heute sitzt Daniel Sander, CDU, vor der Tastatur. Los geht's um 13 Uhr.



Kurze Frage an Fudder:
wann geht's denn nun los?
Im Header steht 13 Uhr. Im Text 17 Uhr.
Die Technik ist bereit. Hoffentlich gibt's heute einen Chat ohne Netzprobleme. Wir freuen uns auf Eure Partizipation zur besten Mittagszeit.
Im Vorspann steht immer noch 17 Uhr
Ernsthaft, Redaktion?
Ihr habt bei der Linken deutlich härte Fragen durchgelassen, was soll den der Weichspülgang für Herrn Sander?
Wirklich schade. Ich hatte eine Frage zur Bildungspolitik gestellt, die aber (weil zu provokativ gestellt?) nicht dran kam. Somit konnte sich die CDU ein weiteres mal vor ihrem unliebsten Thema drücken.
Nichtzuletzt deswegen bleibt die Partei aber weiterhin für mich unwählbar und ich sehe voll Schrecken dem schwarz-gelben Bildungstod entgegen.
tja, wie auch immer, wer ungemütliche fragen stellt wird in manchen ländern erschossen--- bei fudder kommt er nicht durch. warum dann im vorfeld werbung für machen?
zynismus aus
ne, ich finde den herrn nicht besonders vertretungswürdig für menschen unterhalb eines bestimmten einkommens..
auch wenns nicht drauf ankommt, aber allein das partei-werbe-poster mit diesem verkrampften lächeln... ich weiß nicht.
an dieser stelle verabschiede ich mich mit einem meiner liebsten politiker sätze....
"gerade in diesen zeiten ist es notwendig geschlossen nach vorn zu schauen..."
grüße
jenny
Soso.
Im Deutschunterricht hat er also Golo und Thomas Mann schätzen gelernt. Na ja, immerhin ein Treffer. Was mit "Mann" ist immer gut.
Hätte er mal den "Untertan" von Heinrich Mann gelesen, dieser Diederich Heßling für Arme.
Aber auch ansonsten offenbar auf jedem Gebiet ein ausgewiesener Experte: Im Zusammenhang mit Kinderpornographie diskutiert er nicht über Populismus.
Wäre ja saukomisch, wenn der Tropf nicht ernsthaft in den Bundestag wollte.
Fassen wir nochmal zusammen:
Daniel Sander:
- Ja zum gesetzeswidrigen Alkoholverbot im Bermuda-Dreieck
- Ja zum Bundeswehreinsatz im Inneren
- Ja zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken
- Ja zu nutzlosen Internetsperren
Geht's noch?
Besteht eigentlich eine begründete Hoffnung, dass Daniel Sander sich auch hier im Forum nochmal auf eine Diskussion einlässt (die ja nicht weichgespült sein würde)?
FYI:
Von 168 Kommentaren/Fragen, die ihr gestellt habt, haben wir Daniel Sander 34 stellen können.
Fragen, die Beleidigungen und Unterstellungen enthielten, fielen von vornherein raus (wie auch bei allen anderen Live-Chats). Und Fragen, die Herr Sander bereits beantwortet hatte, habe ich natürlich nicht noch einmal durchgestellt, da schließlich nicht zu erwarten war, dass Herr Sander sie anders beantworten würde.
Der Chat war meiner Ansicht nach nicht "weichgespült". Die vermeintlich "härten" Fragen beim Chat mit Frau Spöri sind vielleicht damit zu erklären, dass an diesem Chat weniger Teilnehmer (solche mit einem gesteigerten Interesse/Kritik an Frau Spöri?) beteiligt waren, und insgesamt weniger Fragen gestellt wurden.
ich glaubs eher nicht - viel zu gewinnen gibt es hier (fudder) nicht, und woanders ist so viel zu tun.
Aber der harschen Kritik stimme ich nicht zu: Seine Meining und Einstellung war aus den Antworten doch sehr klar? Sowohl die gelegentlichen wirklich klaren Aussagen (Atomkraft ja, Bundeswehr im Inneren ...), wie auch das professionelle Ausweichen zeigen doch klar was man zu erwarten hat. Und mehr hatte ich nicht erwartet (=meine Erwartungen waren niedrig und wurden voll erfuellt). Die Fudder-Redaktion ist ja nicht die Inquisition.
Warum Parteien unterschiedlich behandelt werden ist mir egal. Es darf einfach nicht sein.
Kapazität der Redaktion, Anzahl der Fragen... beides egal. Wer sowas veranstaltet, muss für gleiche Bedingungen sorgen oder wird unglaubwürdig.
Der Verweis auf mehr kritische Teilnehmer bei Frau Spöri ist wohl mehr ein Scherz:
Ich verweise mal auf die Kommentare hier und auf Twitter, da sollte klar werden, dass die Auswahl an kritischem Publikum durchaus vorhanden und hinreichend war. Man hats halt nur nicht raus gelassen.
Zudem fehlen durch dir Bank wohlgesonnene Kommentare, oder hab ich was verpasst?
Also...
Whitestar: Wir sind sehr bemüht, alle Parteien mit Direktkandidaten auf fudder gleich zu behandeln.
Am Chat mit Frau Spöri haben deutlich weniger Menschen teilgenommen, als an dem mit Herrn Sander. Von 71 gestellten Fragen wurden bei ihr 31 gestellt. Ich habe Frau Spöri auch - in Ermangelung durchstellbarer Fragen (gleiches Beleidigungs-, Wiederholungs-, Dopplungsproblem wie bei Herrn Sander) deutlich mehr Fragen selbst gestellt.
Noch einmal: Warum sollte Daniel Sander die 56. Frage zum Thema Netzsperren anders beantworten, als die erste? Und warum soll hier jeder Chat, der eigentlich die Direktkandidaten und ihre Meinungen vorstellen soll, zu einem erneuten Auswalzen der Netzsperren-Problematik und der rechtlichen Probleme derselben dienen? Die Lage ist klar. Jeder kann sich über sie informieren.
Und eins noch so am Rande bemerkt - und zwar als Privatmeinung: ich glaube, ihr Piraten schadet Euch - zu meiner persönlichen Enttäuschung - mit Eurer Art zu Kommunizieren selbst. An der Grenze zwischen leidenschaftlichem Engagement und für sach- und fachfremde Menschen paranoid anmutendem Wahn scheint ihr manchmal Probleme zu haben, die richtige Seite zu treffen. Schade.
@caro:
Ich würde hier gern mit Daniel Sander mit "leidenschaftlichem Engagement" diskutieren. Ich leider derzeit aber unter dem "paranoid anmutenden Wahn", dass er eventuell gar kein Interesse daran haben könnte. ;-)
Deshalb an dieser Stelle nochmal ein Lob an Sascha Fiek. Ich teile zwar nicht überall seine Meinung, aber er hat offen und fair hier diskutiert, was mich sehr gefreut hat.
Falls also Herr Sander hier mal ein Lebenszeichen abgeben würde, könnte es auch schon losgehen. Ich investiere aber hier jetzt nicht eine Menge Arbeit in die Argumentation, nur um festzustellen, online jemanden aus der Offline-Welt erreichen zu wollen.
In dem Zusammenhang: Saß Herr Sander selbst an der Tastatur während des Chats?
@Caro:
Meine Aufregung über das vielseitig erkannte Problem hier kann man natürlich bequem mit dem von dir angesprochenen Klischee in Verbindung bringen.
Unter dem Gesichtspunkt, dass du dich wohl von meiner Kritik persönlich angegriffen fühlst und daher defensiv bist, lässt sich damit kaum einen Blumentopf gewinnen. Soviel zur "Privatmeinung".
Aus dem Sumpf heraus lässt sich schwer die höhere Stellung einnehmen, schon gar nicht mit Seitenhieben.
Das es keineswegs nur Fragen zu Netzsperren waren, die nicht durchkamen, braucht auch nicht breitgetreten werden - aber erwähnen wollte ichs, bevors wieder "wir Piraten" mit unserem "ein-Themen-Programm" waren, nicht wahr?
Zudem wissen hier ja alle selbst, was sie für Fragen gestellt haben. Die FDP-Anhänger z.B. ...
Und das extrapolieren auf die ganze Partei... ach bitte, schon wieder? Hatten wir das nicht neulich schon?
@Whitestar: Der Chat war sicher nicht von fudder weichgespült.
Schwabbelig waren höchstens die Fragen und Antworten.
Ich muss aber ehrlich zugeben, dass ich keine einzige Frage an Diederich H. gestellt habe, weil mich seine Antworten schlicht nicht interessieren.
Der Typ ist einfach kein richtiger Gegner, so einen kann man nicht für voll nehmen.
"ich glaube, ihr Piraten schadet Euch - zu meiner persönlichen Enttäuschung - mit Eurer Art zu Kommunizieren selbst. An der Grenze zwischen leidenschaftlichem Engagement und für sach- und fachfremde Menschen paranoid anmutendem Wahn scheint ihr manchmal Probleme zu haben, die richtige Seite zu treffen. Schade."
Das Problem ist, daß diese sach- und fachfremden Leute dann dennoch über entsprechende Gesetze Entscheiden, deswegen werden wir ja so Leidenschaftlich. Ich war vorher eindeutig politisch inaktiv, ein einfacher Wähler. Es ist also eine gewisse Motivation vorhanden. Komm einfach mal am Stand vorbei, vielleicht kann Dich jemand am Stand persönlich davon überzeugen, daß wir durchaus die richtige Saite treffen können.
Noch entscheiden weder Daniel Sander noch die Piratenpartei irgendwas.
Und ich gebe mal ´ne wette ab, dass das auch so bleibt.
@Piraten - auf den kontroversen Spezialgebieten kommt er halt nicht mit, im Gegensatz zu SachaF der die klassischen zwei liberalen Seelen in sich vereint (freie Bürger und freie Wirtschaft), und auch daher ein Interesse hat sich auseinanderzusetzen: Mit der FDP gibt es ein paar gemeinsame Punkte, daher auch Konkurrenz um Wähler, interessante Gemeinsamkeiten, und Unvereinbarkeiten - Grundlagen für eine fruchtbare Diskussion. Aber Piraten und CDU, das ist nicht nur Feuer und Wasser, das sind zwei Welt(anschauung)en die nichts miteinander zu tun haben - ausser dass sie darum streiten wie wir leben wollen und sollen. Ich seh da keine Basis für eine sinnvolle Kommunikation. Obwohl es schon interessant wäre wenn jemand mal kompetent (und nicht nur formelhaft) die CDU Meinung vertreten würde - könnte spannend sein.
leute, was erwartet ihr eigentlich von herrn sander?
der mann ist 35, seit 3 monaten stadtrat und hat sich scheinbar für eine karriere als beruspolitiker entschieden.
glaubt irgendeiner ernsthaft, dass der dann so blöd ist und zensursula, schäuble oder angie an die karre pisst?
@jos: die wette gewinnst du und ich werd echt sauer auf die seeräuber wenn ihre 2,3% schwarz-gelb erst möglich machen.
@christianhauck:
Eine anregende Diskussion mit Daniel Sander würde mir sehr gefallen. Ich fürchte nur, dass vermutlich nicht ein einziger Kommentar von ihm hier im Forum auftauchen wird. Wenn doch, sehe ich mich eines Besseren belehrt und packe die Argumentationskeule raus. ;-)
Auf der im Chat erwähnten SWR-Podiumsdiskussion zu Netzsperren hat Herr Sander nur 2 vorgefertigte CDU-Textbausteine rezitiert und erntete dafür höhnisches Gelächter aus dem Publikum. Irgendwie tat er mir leid. Das ist halt nicht sein Metier.
Welches aber ist sein Metier? Familienpolitik etwa? Als Lediger ohne Kinder? Einsatz der Bundeswehr im Inneren? Wenn ich seinen Lebenslauf richtig interpretiere, war er im Gegensatz zu mir nicht beim Bund und könnte daher schwer beurteilen, wie es wohl für einen Soldaten sein muss, gegen das eigene Volk (jaja, die Terroristen) eingesetzt zu werden - ganz abgesehen von den damit verbundenen Gefahren für die Demokratie. Er kann gern das Thema wählen. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich über so gut wie alles diskutieren kann. ;-)
Apropos CDU:
Kennt schon jeder dieses nette Video? Unbedingt anschauen:
http://www.rettedeinefreiheit.de/
Ein Frage, die ich während des Chats hatte, wurde leider nicht durchgelassen:
Warum wird man eigentlich Mitglied bei der Jungen Union? Ich bin politisch aktiv geworden, um etwas zu verändern. Das tut man bei der JU sicherlich nicht. Ein etwas jüngerer JUler hat mir letztens erklärt, dass sich Engagement in einer Partei gut in einer Bewerbung macht - rein egoistische Motive also. War es bei Daniel Sander auch so oder gab es einen anderen Antrieb - irgendeinen Aufreger?
@LEGOsteniker:
Überzeugend ja. Nur nicht vergessen, dass seine Partei nicht wirklich für Bürgerrechte steht (siehe vergangene Entscheidungen der FDP). ;-)
gibts zahlen was die potentiellen piratenwähler vorher gewählt haben / als zweitbeste wahlalternative betrachten?
@phh: habe keine gefunden. aber mutmaßlich wird es wohl deutlich größere zuläufe aus dem linken und nichtwähler spektrum als aus konservativen reihen geben.
@navigator: danke für den link! sehr gutes, bedrückendes video.
@doppelhorst:
Ich kann auch nichts dafür, dass Videos, die die Politik der CDU thematisieren, immer so bedrückend sind. ;-)
Und sowas nannte sich mal Volkspartei...
Irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass Herr Sander zumindest heute hier nicht diskutieren möchte. Schade eigentlich.
@doppelhorst
die spd hat glaube ich größere probleme als die piratenpartei. nehmen wir die zugangserschwerungserschwerungspetition, von den 150k unterschriften dürfte die mehrheit von fdp-, grünen- und linksparteiwählern gekommen sein, alles parteien, die gegen das gesetz gestimmt haben und deren wähler wohl nicht umsteigen werden. würde mich wundern wenn in der spd-wählerschaft das thema zensur besonders präsent wäre. die spd ist in der prozentualen lage, in der sie jetzt ist, weil sie bei ihren kernkompetenzen - soziales etc. - geschludert hat und steinmeier "langweilig" wirkt, nicht wegen den piraten.
so zumindest meine ansicht.
Dass Daniel Sander hier nicht mitdiskutiert. hat schlicht einen Grund: Er hat einen vollen Terminkalender. Da er ja ernsthaft versucht das Direktmandat zu gewinnen, sind Feschtles im wahlkreis u.ä. wichtiger als mit dreivier Dauerfudderern und ein paar Piraten zu diskutieren, die er ohnehin nicht für sich gewinnt. Inhaltlich hat Navigator vier Punkte erwähnt, warum Sander unwählbar ist. Vermutlich wäre bei den ganzen Fragen, die nicht gestellt worden sind, in der Summe auch nichts anderes rausgekommen.
Aber: Sander hat klar Stellung bezogen und nicht um den heißen Brei rumgeredet. Er hat bei anderen Punkten (Windenergie) klar gemacht, dass er in der Vergangenheit falsche Positionen bezogen hatte. Klare Kante, das ist doch schon mal besser als das was Bundesangie und Steini am Sonntag veranstaltet haben.
@Navigator
Wenn ich mir die bisherige Diskussion hier angucke kann ich verstehen, warum keiner mit Dir, resp. den Piraten "diskutieren" möchte. Du scheinst mir ein Pirat zu sein, der jederzeit, zu jedem Thema immer Recht haben muss und quasi damit eine Generalkompetenz für Dich beanspruchst.
Was aber gibt es für Referenzen? Was hast Du bisher in der Politik bewirkt? Du feuerst hier die ganze Zeit, unter dem Pseudonym "Navigator" und ohne Nennung des bürgerlichen Namens irgendwelche Internet-Geblubber-Worthülsen gegen Alles und Jeden ab, bist selbst aber nicht kritikfähig.
Irgendwie kann man nur hoffen, dass sich diese Kasperle-Vereinigung namens "Piratenpartei" nach der Wahl und einem Ergebnis im niedrigsten Promillebereich selbst für erledigt erklärt.
@Whitestar Von mir hast Du nie und wirst Du nie den Vorwurf der "Ein-Themen-Partei" hören; ich weiß gar nicht, warum Du davon immer wieder anfängst. Auch die Grünen haben als "Ein-Themen-Partei" angefangen. Ich glaube, wenn die Piraten eine Zukunft haben (und das hoffe ich, ich mag unser Mehrparteien-System), werden sie ihr Themenspektrum erweitern; Ihr seid ja offensichtlich auch schon dabei.
Eure Leidenschaft ist toll, und genau das, was bei anderen Parteien des öfteren mal fehlt. Ich finde es auch gut, dass ihr gebetsmühlenartig immer wieder auf die verfassungsrechtliche Problematik der Netzsperren hinweist. Allerdings frage ich mich, ob die Orte an denen ihr das tut, sich lohnen, wie zum Beispiel die Live-Chats.
Hat einer von Euch wirklich erwartet, Daniel Sander ließe sich in einem Live-Chat zu der Aussage hinreissen, dass hinter dem Netzsperren-Gesetz Populismus steckt? Oder dass er sich näher zur verfassungsrechtlichen Problematik äußert? Natürlich nicht. Warum auch. Zum einen, weil er ja eh weiss, dass ihr ihn nicht wählen werdet, zum anderen, weil er sich sicher innerhalb seiner Partei ja nicht alles Verscherzen will.
Dito Gernot Erler. Bin ich persönlich enttäuscht, dass Gernot Erler bei der Netzsperren-Abstimmung abwesend war? Bin ich. Kann man ihm dazu zwei, drei, kritische Fragen stellen? Ja. Soll man auch, finde ich. Ich hab ihn persönlich darauf angesprochen, als ich ihn danach zum ersten Mal gesehen habe. Ich wundere mich allerdings nicht, dass Gernot Erler die Fragen fünf bis zehn zum gleichen Thema als irritierend empfindet. Jemand wie Erler verlässt sich - als Fachmann für Außenpolitik - bei sowas auf die Leitlinie der Partei beraten. Das kann ich doof finden, so viel ich will, aber ich bin Realistin genug, um zu wissen, dass das einfach der Realität des Jobs geschuldet ist. Ich mache da eher der SPD generell den Vorwurf, versagt zu haben, als Gernot Erler persönlich.
Was ich eigentlich sagen will, ist das: Leute ändern ihre Meinung nicht, in dem man sie wieder und wieder anschreit und beschuldigt, und sie ändern ihre Meinung auch nicht, weil man auf Twitter ihren Namen besonders oft mit einem Minus-Zeichen versieht. Darüber lachen die. Und das kann ich verstehen.
Ich bin eigentlich Eure Wählerin. In meinem Haushalt ist bei der Europawahl piratig gewählt worden. Ich bin eigentlich Euer Mitglied (von der Tatsache abgesehen, dass ich ohnehin in keiner Partei Mitglied werden würde). Aber das verbal aggressive Auftreten einzelner Freiburger Piraten hat meine Lust, eventuell bei Euch aktiv zu werden und Eure Partei mitzugestalten, massiv verkleinert.
@caro:
Wie wäre es mal mit einem Gespräch in der Offline-Welt beim Piratenstammtisch am Donnerstag, 19 Uhr im Grünhof oder bei einem unserer Info-Stände (Donnerstag, Rathausplatz oder Samstag, KaJo)? Da könntest Du dann mal im richtigen Leben beurteilen, ob wir tatsächlich so aggressiv sind wie Du vermutest. ;)
Als langjähriger Computer-Nutzer ist mir klar, dass gerade im geschriebenen Wort deutlich mehr Eskalationspotential steckt, als wenn man sich im Real-Life gegenübersteht.
Ich kenne Whitestar schon eine ganze Weile persönlich und Aggressivität kann ich nirgends entdecken.
Ein wenig solltest Du die Teilnehmer beim Chat aber schon verstehen:
1. Haben wir als Nutzer keinen Überblick, wieviele Fragen gerade auf Euch einprasseln.
2. Ist man etwas frustriert, wenn man viele Fragen stellt und man nicht drankommt.
3. Waren die Aussagen von Daniel Sander so dermaßen konträr zu den Piraten-Ansichten, dass einige wohl eine Weile brauchten, um den Blutdruck wieder in den Griff zu bekommen. ;)
Ich finde gut, dass Ihr den Live-Chat hier durchzieht. Schön wäre es, wenn man zusätzlich in einem Nebenfenster sehen könnte, was sonst noch so an Fragen in der Pipeline steht (oder wenigstens ein Counter). Dann kann man sich Doppelfragen sparen und der Vorwurf der weichgespülten Vorauswahl der Fragen löst sich vielleicht sogar in Luft auf. Kurzum: Es geht um ein Piraten-Kernthema: die Transparenz.
PS: Nur aus Interesse: Wirken meine Beiträge auch aggressiv? Bin ja bereit zur Reflektion. ;)
@Conservator:
Als aufmerksamer Fudder-Leser sollte Dir mein bürgerlicher Name bekannt sein. Wenn nicht, lies einfach das hier:
http://fudder.de/artikel/2009/09/04/mein-parteibuch-piratenpartei/
Wie war Dein bürgerlicher Name nochmal?
Zur nicht vorhandenen Kritikfähigkeit meinerseits: Kannst Du mir mal ein Beispiel aus einer der vergangenen Diskussionen nennen?
@Conservator:
Navigator ist nicht sonderlich anonym, er ist im Artikel "Mein Parteibuch: Piratenpartei" dargestellt, da kannst Du seinen Namen und seinen Werdegang lesen. Ich vermute mal, daß er den Nick schon vor dem Artikel hatte.
Desweiteren muß ich widersprechen, es gibt sogar extrem viele Leute die mit uns diskutieren wollen. Wir sind am Infostand meist so 5-8 Leute und häufig sind davon gerade mal 1-2 Leute frei um Flyer zu verteilen, weil der Rest in Diskussionen mit Passanten ist. Ich war selbst sehr positiv überrascht davon, wie offen die Leute sind und daß diese Diskussionen meist sehr freundlich und fruchtbar sind.
@Caro
Schau wenigstens mal beim Stammtisch (Do., 19:00 Uhr, Grünhof) vorbei, dann siehst Du daß wir nicht sonderlich aggressiv sind, sondern eigentlich ganz nett.
@Navigator
Danke für Deine Rückmeldung. Deine Vorschläge zur Verbesserung des Live-Chats sind super, und Deine Erklärungen der Nutzerperspektive trifft genau zu. Ich fände es auch gut, wenn ihr sehen könntet, wieviele Fragen in der Pipeline stecken, und was da genau schon steht. Leider lässt sich das mit der zur Verfügung stehenden Technik nicht machen. Außerdem wäre es sicher auch für Euch alle interessant gewesen zu sehen, welche Beleidigungen dort zum Teil ausgesprochen worden sind. Sowas wäre für uns presserechtlich allerdings mehr als problematisch.
Und nein, Du wirkst kein bisschen aggressiv, Navigator. Im Gegenteil: sehr level-headed, vernünftig und offen. Bei anderen Piraten - und dabei belasse ich es jetzt, name-calling ist schließlich doof - sieht es, gerade auch auf Twitter, aber anders aus. Und hey, jedes Mitglied beeinflusst die Außenwirkung Eurer Partei. Gerade jetzt.
Und weißt: wenn ihr und Eure Anliegen mir egal wären, würd ich ja nix sagen, sondern Euch machen lassen. Seid ihr aber nicht.
Danke für die wiederholten Einladungen an den Stand, wollte vergangene Woche schon mal Hallo sagen, aber da war bei Euch so viel los. :) Ich komm am Donnerstag mal am Rathausplatz vorbei.
Sowohl Donnerstag als auch Samstag. Wir haben am Donnerstag einen kleinen Stand am Bertholdsbrunnen um auf den größeren am Rathausplatz hinzuweisen.
(Bevor wieder Kommentare nach "Conservator"-Art kommen, ja, ich habe tatsächlich einen Job, habe mir aber extra dafür Urlaub genommen.)
Dann sag' ich Dir auch noch Hallo, Grimm. Wie siehst Du denn aus? Sicher nicht wie ein monochrom grauer fudder-Fisch, oder? :)
oh, gerade erst gesehen, wo wir's doch gerade von der außenwirkung hatten: spreeblick - piraten auf kurssuche.
Zu dem Feminismusding gibt es hier:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31122/1.html
einen schönen Artikel.
Ich verstehe tatsächlich nicht warum immer wieder versucht wird die Piraten in der rechten Ecke zu sehen. Bisher war noch kein Pirat, den ich kennenlernte, konservativ (also in CDU Richtung). Klar, gibt es sicherlich welche, aber das ist vermutlich eine Minderheit. Die Anzahl derer, die noch weiter rechts sind, dürfte verschwindend gering sein.
Da eine öffentliche Positionierung im links/rechts-Spektrum noch nicht stattgefunden hat, kann es sicherlich Verwirrung geben. Die Vermutung uns danach in der rechten Ecke suchen zu müssen, ist aber entsprechend unwahrscheinlich. Ein Interview mit der "Jungen Freiheit" (die ich bisher nicht kannte) schätze ich da eher als Uninformiertheit ein.
PS: Ich stelle nur unter Zwang (durch Chef) Photos von mir mit Namen oder Nick ins Netz. Aber wir sind am Stand vor der Volksbank am Donnerstag nur 2 Leute. :)
Danke für den Link, Grimm, führ ich mir mal zu Gemüte. Und zu dem Junge Freiheit-Ding mag ich mich gar nicht äußern, bisschen ungeschickt, aber die Reaktion von Spreeblick ist das auch.
Und gut, dann hab ich am Donnerstag halt eine 50/50-Chance. :)
@caro:
Die Junge Freiheit-Geschichte wurde intern in Foren und Mailinglisten schon extrem kontrovers diskutiert. Andreas Popp hat aber schon mehrfach erläutert, dass er erst danach wusste, worauf er sich eingelassen hatte. Die Pressestelle hatte die Anfrage übrigens absichtlich ignoriert. Leider hat dem Andreas niemand was davon gesagt und er wurde direkt von dem Magazin kontaktiert. Das Interview selbst ist vom Inhalt her aber völlig in Ordnung und von der Aussage her alles andere als rechts. Aber OK, er hätte sich vorher informieren müssen. In die "Falle" wäre ich wahrscheinlich aber genauso getappt.
Die Junge Freiheit kannte ich selbst bis heute auch noch nicht. Wenn man dann aber in Wikipedia liest, dass sogar Leute wie Ephraim Kishon, Vera Lengsfeld, Hans Apel und Peter Scholl-Latour dem Magazin ein Interview gegeben haben, relativiert sich der Vorwurf meiner Ansicht nach.
Die Versuche, die Piraten in die rechte Ecke zu rücken, kamen schon öfter (z.B. wegen Bodo Thiesen, gegen den ein Parteiausschlussverfahren läuft). Das ist allerdings meiner Ansicht nach ein völlig absurder Vorwurf. Rechte Ansichten sind quasi das einzige, was völlig kompromisslos durch die Parteisatzung ausgeschlossen wird. Wer sowas vertritt, fliegt raus.
Ansonsten wird es aber sicherlich immer welche geben, die uns jetzt als rechts- und linksradikale kinderschändende und raubkopierende Ein-Themen-Partei verunglimpfen. ;) Wie war noch mal die 3. Stufe bei Ghandi? Sie bekämpfen Dich. Die 4. Stufe kann jetzt jeder selbst recherchieren.
Die Grünen waren früher auch die strickenden alternativen langhaarigen Bombenleger und jetzt sind sie etabliert. Zu Anfang ist sowas also wohl normal.
Apropos rechte Ausrichtung: Auf dem Landesparteitag in Karlsruhe stand ein Kandidat zur Wahl für den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden. Aufgrund seiner "dunklen Vergangenheit" hat er keine Chance bei der Wahl gehabt: Er war vorher in der CDU aktiv. Das war den meisten zu weit rechts. ;)
Ich habe übrigens heute beschlossen, auch am Donnerstag einen Urlaubstag zu nehmen, um den ganzen Tag am Stand für den Opt-Out-Day sein zu können (auf dem Rathausplatz diesmal ganz schön mit Pavillon). So langsam gehen mir die Urlaubstage aber aus, aber wenn doch die Miss Caro vorbeikommt...
Grimm erkennst Du übrigens daran, dass er aussieht wie ein monochrom grauer Fudder-Fisch. Also nicht zu verfehlen. Hehe. ;)
@caro:
Nach dem Dilemma mit der Jungen Freiheit hat der Piraten-Chef Jens Seipenbusch ein - meiner Ansicht nach - tolles Zeichen gesetzt:
http://bit.ly/OZ114
Ein wunderbares Zitat dabei ist folgendes:
"Wenn wir diese Menschen nicht für würdig befinden, mit ihnen über Politik zu reden, dann geben wir sie verloren. Wenn wir sie zurückholen wollen ins demokratische Spektrum, dann müssen wir mit ihnen reden, ihnen klarmachen, warum die rechte Ideologie menschenfeindlich ist. Sie zu verachten, sich von ihnen zu distanzieren, mag den Linken dabei helfen, ihre eigene Identität zu definieren – in der angesprochenen Sache ist es eher schädlich."
Das ist so schön formuliert, dass ich es nur unterstützen kann. Und, um Andreas Popp den Rücken zu stärken und um die teilweise abstruse Selbstzerfleischung der Partei durch ein Zeichen zu konterkarieren, hat er jetzt (nach der allgemeinen Kritik an Popp!) ein völlig nichtssagendes Interview-Blatt für die Junge Freiheit ausgefüllt. Das nenne ich mal Rückgrat. Dafür braucht man Chuzpe in einer derart aufgeheizten Atmosphäre.
Ich selbst habe letztens am Info-Stand auch gut eine halbe Stunde mit einem offensichtlich rechtsradikal denkenden Menschen diskutiert. Ich habe ihn wohl nicht gerade bekehren können, aber vielleicht besteht ja Hoffnung, ihn zum Nachdenken angeregt zu haben und dafür lohnt sich der Aufwand allemal.
@navigator
Mit solchen Interviews - vollkommen egal, was man in dem Interview von sich gibt - macht man eine mE absolut fragwürdige Publikation hoffähig. In die Falle bist Du selbst gegangen, in dem sich für Dich etwas relativiert, weil ja auch schon Kisho, Lengsfeld usw. dort zu lesen waren. Hinzu kommt jetzt halt noch ein Pirat. Es geht hier nicht um Inhalte, sondern um Imagetransfer. Ich rede auch mit allen möglichen Leuten am Infostand - keine Frage - aber zu manchen Veranstaltungen würde ich nicht gehen, geschweige denn meinen guten Namen hergeben. Genau das fand aber nun im Falle der Piratenpartei/Jungen Freiheit statt.
Übrigens finde ich es albern, wenn manche jetzt versuchen die Piraten in eine rechte Ecke zu stellen. Unbestritten dürfte aber sein, dass sich die Piraten in diesem Falle in die naiv-medieninkompetente Ecke gestellt haben. Dass man in den vergangenen zehn Jahren unpolitisch genug war, um nie von der Jungen Freiheit zu hören, mag ja noch entschuldbar sein, sich aber vor einem Interview garnicht zu informieren, mit wem man da spricht, ist nicht nur naiv, sondern schlicht dumm - insbesondere bei einem mitglied einer partei, bei der man doch eigentlich souveränen umgang mit den neuen informationstechnologien vermuten dürfte.
@Tim Simms:
Gut, dass wir nicht immer einer Meinung sein müssen.
Es wird übrigens schon berichtet, dass sich im Forum der Jungen Freiheit schon jemand von den Lesern zur Wahl der Piraten hinreißen lässt, anstatt sein Kreuz für die Rechten zu machen. Jetzt kommt natürlich gleich der reflexartige Hinweis, dass man jetzt im rechten Gewässer fischen würde. Das kann die CDU mit Rüttgers und seiner offen zur Schau getragenen Fremdenfeindlichkeit aber viel besser.
Wie gesagt, ich finde das Zitat von Jens Seipenbusch unheimlich gut und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob Du das wirklich verstehen wolltest. Um eine Relativierung geht es überhaupt nicht - aber das muss ja nicht jeder verstehen.
Spiel nicht mit den Schmuddelkindern? Ist das Deine Ansicht? Gibst Du die Leute wirklich einfach verloren?
Nur in einem Punkt stimmen wir überein: Man hätte vorher wissen müssen, was das für ein Magazin ist. Das Interview selbst halte ich aber für keinen Fehler, zumal der Inhalt sich klar gegen rechts stellt.
"sich aber vor einem Interview garnicht zu informieren, mit wem man da spricht, ist nicht nur naiv, sondern schlicht dumm - insbesondere bei einem mitglied einer partei, bei der man doch eigentlich souveränen umgang mit den neuen informationstechnologien vermuten dürfte."
Word!
@navigator
du scheinst meine argumentation nicht ganz verstanden zu haben. ich werfe keinem piraten und auch sonst niemandem vor, sich mit irgendwelchen rechten oder linken oder sonstigen menschen unterhalten zu haben.
und ich werfe auch keinem vor, bewußt in trüben wässern zu fischen. das ist nicht der punkt.
der punkt ist, dass demokraten meines erachtens nicht publikationen unterstützen sollten, die langfristig gegen die demokratie arbeiten. die junge freiheit würde ich so einschätzen. es geht dabei nicht darum, was ihr sagt, sondern dass ihr etwas sagt und ein medium somit als vollkommen normale stimme im medienzirkus akzeptiert. wozu führt das? dass nun eben ein paar leute denken, dass die Junge Freiheit ne vollkommen normale Zeitung ist, weil da ja neben Kishon etc. auch die Piraten mal ein Interview gegeben haben. Ihr wertet eine Instititution der Neuen Rechten auf, in der z.B. Werbung für ziemlich üble revisionistische und. ähnliche Literatur gemacht wird.
Das Zitat von eurem Oberpiraten geht an diesem Problem vollkommen vorbei. hat niemand was dagegen, wenn ihr rechtsextreme, langhaarige bombenleger oder wenn auch immer bekehren wollt. aber dazu muß man doch kein rechtsradikales blatt aufwerten, oder?
@Tim Simms:
Lies Dir bitte mal folgenden neuen Artikel bei Telepolis durch:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31165/1.html
Titel:
Freiheit des Andersdenkenden
Die Piratenpartei kämpft mit dem McCarthyismus des 21. Jahrhunderts
Die "Oberpiraten" und ich scheinen also nicht die einzigen zu sein, die so denken.
Besonders das Zitat von Voltaire in dem Text drückt sehr gut aus, worum es hier eigentlich geht:
"Ich teile ihre Meinung nicht, aber ich bin bereit, mein Leben dafür einzusetzen, dass Sie sie äußern dürfen"
Ich würde es schön finden, wenn der Beißreflex, den einige haben, durch besonnenes Reflektieren ersetzt werden könnte. Das Blatt wurde eigentlich nur durch diejenigen aufgewertet, die diese Geschichte so aufgebauscht haben.
@Navigator
Nichts neues in diesem Artikel, nichts was auch hier schon angesprochen worden wäre. Der Zusammenhang mit McCarthy ist allerdings komplett an den Haaren herbeigezogen. Und das Zitat übrigens ist vermutlich garnicht von Voltaire...
Und es drückt gerade nicht aus, worum es geht. Ich selbst bin ausdrücklich gegen ein Verbot einer Zeitung wie der JF, ich selbst finde es ohnehin problematisch, mit Partei- und Organisationsverboten zu reagieren. Auch der Tatbestand der Volksverhetzung ist problematisch. Dass in der BRD free speech im unterschied der USA eben manches ausschließt, hat mit der spezifischen Geschichte unseres Landes zu tun.
Gerade weil ich aber für eine möglichst weitestgehende Meinungs- und Organisationsfreiheit bin, glaube ich, dass es Aufgabe der Zivilgesellschaft ist, jene Positionen als falsch und erwünscht zu markieren, die unsere Gesellschaft untergraben möchten. Dass heißt mE: Keine Zusammenarbeit mit der NPD in Parlamenten, keine Interviews mit Medien des rechten Randes. Dass die von mir hier in mehreren Post behauptete damit verbundene Aufwertung funktioniert, sieht man ja z.B. an dir selbst: Für dich relativiert sich ja die Position der JF auch dadurch, dass da diverse Leute bereits geschrieben haben.
Zum Abschluß eine Frage: Wie würden sich die Piraten verhalten, wenn mal wieder die NPD eine Kundgebung in Freiburg veranstaltet und diese durch massiven Protest der Bürgerschaft mehr oder weniger verhindert wird?
Solange die Partei nicht verboten ist, sollte sie die gleichen Rechte haben wie die anderen Parteien. Selbstverständlich habe ich nichts gegen Gegendemonstrationen und würde mich auch an einer solchen beteiligen. Sollten auf der NPD-Demonstration verbotene Zeichen und Volksverhetzung auftreten, so wäre natürlich ein polizeiliches Eingreifen sehr gerne gesehen. :)
Natürlich ist das nur meine Einzelmeinung, wie die Gesamtpartei dazu steht, keine Ahnung.
@Tim Simms:
Dein Satz "Keine Zusammenarbeit mit der NPD in Parlamenten, keine Interviews mit Medien des rechten Randes." ist schon echt harter Tobak. Das zusammen in einen Topf zu werfen bzw. durch die Nennung in einem Atemzug auf einen gleichen Level zu stellen, stellt für mich ein wenig Deine Objektivität in Frage. Das ist das, was ich mit Beißreflex bezeichne. Zwischen den beiden Dingen stehen meiner Ansicht nach Welten.
Ein Verbot der NPD würde ich aber eher kritisch sehen, da ein Großteil der Partei sich sowieso anscheinend aus V-Leuten des Verfassungsschutzes rekrutiert. Du kannst aber sicher sein, dass ich im Falle einer NPD-Kundgebung in Freiburg zusammen mit meinen Piraten-Kollegen bei einer Protestdemonstration dabei sein werde. Protest ist nämlich auch Teil der freien Meinungsäußerung. Eine NPD-Demo hier aber sowieso eher unwahrscheinlich. Beim letzten Versuch sind die ja nichtmal aus dem Bahnhof rausgekommen, was ja auch gut so ist. ;-)
Bei Deiner Aussage ist übrigens - wie beim SpON - sehr auffällig, dass Du überhaupt nicht auf den Inhalt des Interviews eingehst. Ich zitiere Dich mal: "vollkommen egal, was man in dem Interview von sich gibt". Genau das ist es aber nicht. Wer Form über Inhalt stellt, agiert oberflächlich. Der Inhalt würde aber auch gar nicht in Deine Argumentationslinie passen, da er sich eben GEGEN Rechts wendet. Deine bewusst selektive Wahrnehmung verhindert eine sinnvolle Diskussion und das ist schade. Bitte lies das Interview bevor Du hier nochmal antwortest.
@navigator
nur einige punkte, vielleicht wäre es am besten mal ein bier trinken zu gehen (denn ich glaube wir liegen so weit garnicht auseinander...)
- ich gehe auf den inhalt des interviews nicht ein, weil es mE nichts zur sache tut. es sollte doch mittlerweile klar sein, dass es mir nicht um das was, sondern um das ob und wo geht. und ja: ich habe das interview mittlerweile gelesen und es mE unproblematisch.
- selektiv bin ich nicht: ich habe mehrere posts weiter oben zumindest implizit deutlich gemacht, dass es mir nicht nur um gefährdungen unserer gesellschaft von rechts geht, sondern um bedrohungen allgemein. aber nochmals in aller deutlichkeit: das lässt sich alles auch auf andere gefährdungen der demokratie übertragen - ob nun aus einer expliztit politisch-extremen richtung oder z.b. aus einer religiös begründeten.
- übrigens: dass die form innerhalb des sozialen eine wichtige rolle, manchmal eine wichtigere als der inhalt spielt, dürfte wohl innerhalb der sozialwissenschaften kaum umstritten sein. Oberflächlich wäre es das hier außer acht zu lassen. es spielt eben durchaus eine rolle, wer was wann wo und warum sagt - und nicht nur was er sagt.
- zu meiner objektivität: die behauptung von irgeneiner "objektivität" in diskussionen ist mE nichts als eine rhetorische figur. selbstverständlich argumentiere ich subjektiv in dem sinne, dass ich einen anderen hintergrund habe als z.B. du. ich bin z.B. sozialwissenschaftler. von diesem hintergrund hängt es ab, ob man zwischen manchen dingen welten sieht oder strukturell und inhaltlich ganz ähnlich dinge, ob man in einer aufzählung von zwei dingen gleich einen vergleich dieser dinge mitdenkt oder nicht.
- insbesondere über sache mit der NPD-demo würde ich gerne mal ausführlicher reden (vielleicht bei einem bier), mE macht man es sich sehr einfach, wenn man einen Protest, der die eigentliche Meinungsäußerung (nämlich die NPD-Demo), die ja rechtlich zulässig ist, verhindert, als blosse Meinungsäußerung einordnet. Es sind nämlich schon mehr: Das aktive verhindern, dass eine andere Meinung (nämlich die NPD) sich äußern darf. Das passt zumindest mit dem Pseudo-Voltaire-Zitat, das dir so gut gefällt, nicht zusammen. Demnach müsstest Du dich eher zwischen die NPDler und die Bürgerschaft werfen, um den NPDlern es zu ermöglichen, ihre Meinung kundzutun, statt selbst diese meinungsäußerung als Gegendemonstrant zu verunmöglichen...
das
"Dass die von mir hier in mehreren Post behauptete damit verbundene Aufwertung funktioniert, sieht man ja z.B. an dir selbst: Für dich relativiert sich ja die Position der JF auch dadurch, dass da diverse Leute bereits geschrieben haben."
ist ein guter punkt und ich wollte einwerfen dass ich die debatte mit interesse verfolge, nehmt also einen protokollanten mit in die kneipe :)
ich hab mir jetzt ein jf-probeabo bestellt und schau mir die sache mal an, ist gratis. was ich schon gelesen habe und als sehr aufschlußreich empfehle ist das "dossier 70 jahre 2. wk"
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154 +M5d6eb49d759.0.html
@Tim Simms:
Ich denke, wir sollten tatsächlich mal ein Bier zusammen trinken gehen - sonst schreibt man sich hier ja noch den Wolf. ;-)
Und nein, ich werde nicht wie phh ein Probe-Abo bestellen. Er kann aber gern beim Biertrinken dabei sein.
Vor der Wahl wird das aber etwas schwierig, weil wir mittendrin im Wahlkampfendspurt sind. Jede freie Minute wird da an unserem Info-Stand verbracht. Für Freitag haben wir uns noch was ganz besonderes einfallen lassen, was aber einiges an Organisation erfordert. Lasst Euch mal überraschen.
Ihr könnt auch gern zu unserer Wahlparty am Sonntag im Grünhof ab 17.30 Uhr kommen, bei der wir unser fulminantes Ergebnis feiern werden. ;-)