zur Startseite
Passwort vergessen?

Hartz IV-Blog: Halbzeit

359 Euro – so viel Geld hat ein alleinstehender Hartz IV-Empfänger monatlich zur Verfügung. Ganz schön wenig, findet unsere Autorin Nora. Einen Monat lang testet sie, wie es ist, vom Arbeitslosengeld II zu leben. In der Mitte des Monats angekommen, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz.



Die Hälfte meines Hartz IV-Monats ist rum. Ein Blick auf meine Ausgabenliste sagt mir: Noch schlage ich mich ganz gut. 134,56 Euro sind bisher für Lebensmittel, Drogerie-Arikel, eine Fahrradreparatur und ein Geburtstagsgeschenk draufgegangen. Zum Vergleich: Im Juni hatte ich um diese Zeit schon über 200 Euro mehr auf den Kopf gehauen. Ein bisschen stolz bin ich ja schon auf mich.

Aber ich will ehrlich sein: Es ist verdammt anstrengend, auf jeden Cent zu achten. Wenn ich durch die Stadt laufe, sehe ich überall nur noch Preise. Anstatt einer Kugel Eis sehe ich 80 Cent, statt einem Kaffee tanzt eine fette 2-, vor meiner Nase und um Esprit mache ich seit einiger Zeit einen großen Bogen. Auf dem Weg zum Supermarkt bin ich dann doch mal an einem Schaufenster meines Lieblingsladens vorbeigekommen. Bei einem Blick auf die Preistafeln der neuen Herbst/Winterkollektion bekam fast einen Herzinfarkt. 69,90 Euro für einen Poncho, 39,90 Euro für einen Schal. Keine Frage, die Klamotten waren verdammt schick, aber waren sie dieses Geld wert?

Es muss ja nicht gleich ein Shoppingnachmittag bei Esprit sein, aber manchmal wünsche ich mir doch ein bisschen finanzielle Unbeschwertheit zurück. Sich mal spontan etwas gönnen, ohne Angst zu haben, dass man sich dann drei Tage lang nur von Müsli ernähren muss. Am Wochenende mit Freunden ins Kino gehen, ohne sagen zu müssen „Sorry, Leute, 8 Euro für ein Ticket sind bei mir nicht drin. Lasst uns das Ganze doch auf Dienstag verschieben, da ist Kinotag.“

Auch das Weggehen oder auswärts Kaffee trinken schränke ich momentan stark ein. Ich erwische mich dabei, wie ich meine Freunde lieber zu mir nach Hause einlade. Kaffee aus der eigenen Kaffeekanne ist schließlich um einiges billiger.

Auch wenn mich das Gespräch mit Ruben und seine Einstellung sehr beeindruckt haben – manchmal frage ich mich, ob ich jemals so bescheiden und genügsam sein könnte. Sicherlich habe ich eingesehen, dass viele Dinge, für die ich bisher unbedacht Geld ausgab, nicht wirklich notwendig wenn nicht sogar vollkommen unnütz waren. Dennoch verbinde ich damit eine Art Lebensgefühl. Ich finde es schön, essen zu gehen, abends ein Glas Wein zu trinken, durch Geschäfte zu bummeln und dabei nicht nur Window-Shopping zu betreiben oder auf den nächsten Schlussverkauf zu warten.

Vielleicht ist es nur die Gewohnheit. Vielleicht erscheinen einem solche Dinge irgendwann gar nicht mehr so wichtig. Die Gewissheit, dass diese finanzielle Knappheit zeitlich begrenzt ist, lässt mich sie etwas leichter ertragen. Jedoch ertappe ich mich immer öfter dabei, wie ich mir ausmale, was ich nächsten Monat alles machen werde. Endlich mal wieder zum Frisör gehen (das letzte Mal Haare schneiden war im April), für ein paar Tage nach Hause fahren (ein Zugticket in den Norden kann ich mir grad beim besten Willen nicht leisten, da hilft auch kein Dauer-Spezial), wieder mehr mit Freunden unternehmen.

Macht Hartz IV einsam? Nun, meine Freunde werden mir diesen Monat verzeihen, haben sicherlich auch Verständnis, wenn man aus finanziellen Gründen nicht alles mitmachen kann. Aber mich persönlich nervt es, wenn ich mich dauernd ausklinken muss. Klar kann ich für kostspielige Unternehmungen auch günstigere Kompromisse vorschlagen, aber auf Dauer kann ich von niemandem verlangen, immer Rücksicht zu nehmen. Manchmal möchte man eben gerne ins Kino gehen. Jetzt. Und nicht erst am Dienstag.

Manchmal frage ich mich auch, ob Geldausgeben nicht auch eine Art Ersatzfunktion bei mir hat. Mir nach einem anstrengenden Tag etwas „gönnen“. Nicht umsonst gibt es wohl den Begriff „Frust-Shoppen“. Wie oft habe ich mich schon über irgendetwas geärgert oder fühlte mich gestresst und schwupps, war ich im nächsten Geschäft. Im ersten Moment ging’s mir gut, wenn ich mit einem neuen Kleid oder einem neuen Paar Schuhe aus dem Laden spazierte. Doch schon wenige Tage später nagte dann das schlechte Gewissen und spätestens am Ende des Monats bedankte sich auch das Konto. Dieses Verhalten ist Ruben wohl fremd und mit ein bisschen Abstand betrachtet wirkt es jetzt irgendwie lächerlich. Ich sollte mal nach Stress abbauenden Alternativen suchen, die weniger kosten.

Vorher muss ich aber noch etwas gestehen: Ich hatte einen Rückfall. Die Starbucks-Sucht hat schließlich gesiegt und ich habe mir am Sonntagnachmittag nach über zwei Wochen doch mal wieder einen Coffee Frappuccino gegönnt. In der mittleren Bechergröße Grande. Beim Gedanken an die 4 Euro, die ich dafür bezahlt habe, hat er leider nicht mal richtig geschmeckt.








Artikel als E-Mail verschicken Artikel auf Facebook weiterempfehlen Artikel twittern Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diesen Artikel bei del.icio.us bookmarken
 



Kommentare
Anzahl der Kommentare: 30
Montag, 17.08.09 15:37
 

So wolltest Du nicht leben. Diese Hartz 4 Empfänger möchten sicher so auch nicht leben. Nur mal als Anmerkung...
Als Berufstätige geht es mir aber auch nicht wesentlich besser, ich muss nebenher arbeiten gehen, sonst gehts mir so wie einem Hartz 4 Empfänger. Noch schlimmer...

Montag, 17.08.09 15:55
 

Sehr guter Artikel.
Mir gefällt, dass Du auch selbstreflektierend über dein Verhalten mit viel Kohle und wenig Kohle berichtest.
Und überhaupt: klasse Projekt, dass zum Überlegen anregt!

Gruß!

Montag, 17.08.09 16:22
 

Find den Blog von Tag zu Tag langweiliger.

Montag, 17.08.09 16:44
 

Was erwartest du? Das Leben mit Hartz IV IST langweilig, weil man sich nichts leisten kann, auch wenn die Volksbetrüger was anderes behaupten.
Habs selbst lange genug machen müssen.
Was mich stört, die autorin verschiebt viel auf nächsten Monat, wenn sie sich nicht mehr daran halten muß. Jemand mit Hartz IV kann das nicht! Mal dran denken ...

phh
Montag, 17.08.09 17:43
 

ich finde dass sie gerade darauf hinweist dass die ihre sachen nicht verschieben können indem sie schreibt was sie alles aufschiebt. "ich gehe erst nächsten monat zum friseur" löst automatisch die frage aus "wer schneidet eigentlich einer hartzlerin, die sich die birne nicht einfach rasieren will, wie phh es tut, die haare?"

es macht auf jeden fall einen riesigen unterschied, ob man über alltägliche beschaffungen nachdenken muss oder nicht. der mensch mit geld nimmt einfach mit was er braucht, der ohne geld muss nachdenken "brauche ich das wirklich, kann ich das nicht umgehen, habe ich das geld überhaupt, wann kommt eigentlich nochmal die nächste rechnung, bräuchte ich nicht dringender schuhe".

Montag, 17.08.09 21:51
 

das rieeeeeeesen frappuccino-bild %-)

Montag, 17.08.09 22:05
 

"finanzielle Unbeschwertheit"
die setzt sogar schon ein, so finde ich jedenfalls, wenn man sich dinge leisten kann und es dann aber trotzdem nicht tut, weil man freiwillig spart und nicht aus dem zwang heraus. dieses "ich könnte ja, wenn ich wollte" ist ein wichtiges freiheitsgefühl.

persönlich und nachdenklich, daumen hoch

Dienstag, 18.08.09 09:20
 

Ich versteh nicht ganz genau, was dieser Blog beweisen soll.
Dass man von 359 Euro nur schwer auskommt ist wohl klar. Jeder weiß wie bescheiden es sich von Hartz4 lebt. Aber was ist die Intention dieser Artikel?
Oder gibts ganz einfach keine nähere Intention, und man versucht es nur zu "veranschaulichen" ?

Dienstag, 18.08.09 10:18
 

Ich würde an deiner Stelle auch künftig Geschäfte wie Esprit und Starbucks meiden. Die Läden sind völlig überteuert und mit dem gesparten Geld kannst du dann auch das Zugticket bezahlen.

Dienstag, 18.08.09 11:30
 

@Besserwisser:
"Dass man von 359 Euro nur schwer auskommt ist wohl klar. Jeder weiß wie bescheiden es sich von Hartz4 lebt."

Da kann ich dir leider nicht zustimmen. Ich hatte zwar eine ungefähre Vorstellung, dass es sich von 359 nicht wie ein König leben lässt. Aber welche Schwierigkeiten sich plötzlich vor einem auftun, wenn man wirklich sehr wenig Geld hat, auf was man alles verzichten muss, welche Kleinigkeiten einem plötzlich als völlige Verschwendung erscheinen und wie sehr man Dinge wieder schätzen lernt - nein, davon hatte ich keine Ahnung. Einen Monat, dachte ich, würde schon nicht schwer werden. Doch ich empfinde diese Sparsamkeit mit jedem Tag anstrengender, belastender... Und ich finde es bezeichnend, dass ich das schon nach zwei Wochen sagen muss. Wie würde das dann erst nach Monaten, Jahren aussehen?
Ich kenne viele Leute, die nicht über ihren (übertriebenen) Lebensstil nachdenken, alles für selbstverständlich nehmen.
Insofern ist es, wenn du so willst, schon eine Veranschaulichung, eine Selbstreflektion, ein "Augen-öffnen" für einen selbst, für andere.
Wenn diese Intention nicht rauskommt, dann ist das sehr schade, denn das war eigentlich mein Beweggrund für diesen Blog.

Dienstag, 18.08.09 11:46
 

@Nora - von innen sieht die Welt eben anders aus als von aussen, was man erlebt (passiv, als "Opfer") ist ganz anders als was man sich vorstellt. Und was Du schreibst erscheint fuer andere anders als fuer Dich. Das gute an dieser "blog" Serie hier ist doch, dass Du dauernd Rueckmeldung bekommst, und die Gelegenheit hast (und auch nutzt) darauf zu reagieren. Aber bitte trotzdem nicht den Kommentatoren zuliebe das schreiben was diese wollen.
Und: Respekt vor dem Frappuccino-Bekenntnis.

Dienstag, 18.08.09 12:33
 

"Wie würde das dann erst nach Monaten, Jahren aussehen?"

Also wer über mehrere Jahre hinweg von hartz4 lebt, der will das dann scheinbr nicht anders.

Dienstag, 18.08.09 13:25
 

Ich habe gestern ein Bericht gesehen, in dem studierte Dozenten an der Uni gerade mal EUR 4,00 pro Stunde erhalten. Diese arbeiten, haben studiert und leben am Existenzminium. Da könnt ich echt kotzen....

Dienstag, 18.08.09 13:31
 

""Wie würde das dann erst nach Monaten, Jahren aussehen?"

Also wer über mehrere Jahre hinweg von hartz4 lebt, der will das dann scheinbr nicht anders."

weil ein besserwisser es immer besser weiß oder wie?

Hartz4 ist n Teufelskreis. Du kommst leicht raus, aber sehr schwer wieder raus.

Dienstag, 18.08.09 13:44
 

ha. du kommst leicht rein, aber schwer wieder raus.
(wie war das mit der editierfunktion...?)

Dienstag, 18.08.09 13:45
 

"weil ein besserwisser es immer besser weiß oder wie?"

Nein, sondern weil ich der Meinung bin, dass, bis auf wenige Ausnahmen, diejenigen die über Jahre hinweg davon leben, nicht wirklich alles unternommen haben um da raus zu kommen.

Wie gesagt, ich seh das genauso kritisch wie Du, allerdings, glaube ich nicht dass man da nicht wieder raus kommt. Und über Jahre hinweg ist einfach mal eine lange Zeitspanne.

Zumal es ja immer wieder genug Beispiele gibt, die sich damit einfach abfinden und nichts mehr dagegen unternehmen.

Dienstag, 18.08.09 15:14
 

Die, die aus HartzIV herauskommen, haben auch nicht "alles" unternommen. Keiner, der jemals aus HartzIV herausgekommen ist, hat alles unternommen. Kein Mensch kann "alles" unternehmen. Und "alles" beinhaltet u.a. illgale Wege.
Besserwisser belegt mit seinem Kommentar nur eines: wir haben eine Bildungsmisere in Deutschland. Eine Meinung zu haben ist ja so einfach und nachdenken so schwer... man muß ja arbeiten.

Dienstag, 18.08.09 15:46
 

Wenn ich manche Kommentare hier wieder sehe ... Ich muss gerade gezwungenermaßen auch von HartzIV leben. Was ich schon alles unternommen habe um Arbeit zu finden kann ich gar nicht alles aufzählen. Für Aushilfsjobs zu überqualifiziert und für "normale" zu unterqualifiziert. Was soll man da machen? Zum Vorstellungespräch mit der Knarre gehen und sagen "Nehmen sie mich jetzt!". Wäre das alles unternommen zu haben? ;) Nun ja!

Und wenn manche sagen, dass es sich von diesem Geld durchaus leben lässt, vergisst derjenige, dass man nicht einmal Strom, Telefon, Warmwasser etc. bezahlt bekommt.

Ich finde diesen Blog aber gut und Hut ab fürs Ausprobieren!

Dienstag, 18.08.09 16:04
 

@all: selbst wenn ich nichts zum thema sage, habe ich wohl genug gesagt, in dem ich sage:

DIESE REGELN IN DIESEM LAND SIND FÜR DIE KATZE - und solange wir so weiter machen wie bisher wird es hier nicht besser werden.

Dienstag, 18.08.09 20:34
 

Mit 359 Euro für den Monat zu rechnen, ist einfach unrealistisch. Vielen Hartz IV Empfängern bleibt viel weniger für den Monat, wenn sie alles bezahlt haben, was Sie bezahlen müssen.

Es wird nicht überall die volle Miete übernommen (aber findet mal billigere Wohnungen in Freiburg), Stromkosten werden nicht übernommen, Telefon, Internet (ok is vielleicht "Luxus" aber durchaus lohnenswerter Luxus wenn man nebenher die Abendschule besucht, Schulzeug usw.), Müllgebühren, Klamotten....

Da ich in einer Bedarfsgemeinschaft lebe, wird das sowieso miteinander verrechnet. Wenn ich alles bezahlt habe, was ich im Monat bezahlen muss, bleiben mir am Ende ca. 140 Euro für den Monat.

Wenn man dann eine Zahnarztrechnung zahlen muss kommt das schon fast der Katastrophe gleich! Oder wenn mal was wie Herd oder Waschmaschine kaputt geht, heißt entweder jahrelang sparen oder drauf verzichten.


Wenn ich wirklich 359 Euro im Monat für mich hätte, würde ich mich freuen, die Realität sieht aber leider anders aus!

Mittwoch, 19.08.09 17:03
 

@ Buttermilch: Du sprichst mir aus der Seele! Besser hätte ich es auch nicht schreiben können!
Klar hätte man dieses Geld zur freien Verfügung, dann wäre es natürlich kein Problem davon zu leben! Aber das was alles abgeht. Das sehen die Leute halt nie. Am Schlimmsten wie du schon gesagt hast sind Arztbesuche. Da überlegt man sich doch 3x ob man überhaupt hingeht. Und was an Miete übernommen wird ist auch ein Witz, so billige Wohnungen findet man hier nämlich nicht! Da kann man doch gerade mal locker 50 € - 100 € draufrechnen (wenn das überhaupt reicht).

Mittwoch, 19.08.09 17:22
 

Liebe Leute,

es gibt so viele Azubis, welche mit 400 Euro auskommen müssen und noch viel Spass im Leben haben. Fragt die mal wie es geht als hier Tiraden zu schreiben.

Mittwoch, 19.08.09 18:28
 

Lieber EnnO,

viele Azubis wohnen noch bei ihren Eltern, werden von ihren Eltern (Omas und Tanten) unterstützt und/oder bekommen Bafög. Außerdem sind (die meisten) Azubis recht jung und wissen, dass diese Situation nur für max. 3 Jahre besteht und danach gibbet Kohle!

Also kein Vergleich zu einem Hartz4ler.

Mittwoch, 19.08.09 18:28
 

Lieber EnnO,

viele Azubis wohnen noch bei ihren Eltern, werden von ihren Eltern (Omas und Tanten) unterstützt und/oder bekommen Bafög. Außerdem sind (die meisten) Azubis recht jung und wissen, dass diese Situation nur für max. 3 Jahre besteht und danach gibbet Kohle!

Also kein Vergleich zu einem Hartz4ler.

ichich
Mittwoch, 19.08.09 20:55
 

Ich verfolge schon länger den Hartz IV blog. Jetzt möchte ich auch etwas dazu sagen, ich bin wegen meiner Ausbildung 200km von meinen Eltern weggezogen da ich dort nichts bekommen habe. Ich hatte während der Lehre mein Lehrgeld, Kindergeld und unterstütztung von den Eltern. Ich habe weder bafög, bab oder wohngeld bekommen da mein bedarf anscheinend nicht so hoch war. Meinen Eltern ist es nicht leicht gefallen mir jeden Monat die 150euro noch zu geben. Einen Job habe ich nicht gefunden (hätte nur am Wochenende arbeiten können) da ich kein Student bin.
Nach meiner Ausbildung bin ich gleich Hartz IV Empfänger geworden, habe schon bestimmt hundert Bewerbungen geschrieben für einen Job. Nur Absagen, da ich keine Berufserfahrung habe. Ich hatte mich schon als Jahrespraktikant beworben für die Berufserfahrung aber sie nehmen mich nicht da es zu aufwendig ist. Mal davon abgesehen ist das Arbeitsamt gegen so was. Sie schicken mich lieber von einer in die anderen Maßnahme in denen ich bis jetzt nicht viel gelernt habe.

Klaus Fournell
Donnerstag, 20.08.09 08:15
 

Liebe Nora,
uneingeschränkten Beifall für den Selbstversuch!
Was das Haare schneiden und andere Selbstverständlichkeiten des täglichen Lebens angeht, macht das Ferdinand-Weiß-Haus, Tagesstätte und Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot, einige Angebote - unter anderem einen praktischen Arzt vor Ort, Frühstück - und Haare schneiden von engagierten Friseur-Meisterinnen im Stühlinger.
Kommen Sie doch einfach in der Ferdinand-Weiß-Straße 9a mal vorbei!

sweetpeace
Samstag, 22.08.09 16:05
 

wow, sie hat mein monatlich zur verfügung stehendes geld nach 14 tagen ausgegeben! da würd ich angst bekommen.

noch mehr angst macht mir aber zur zeit, dass die arge uns zwingt, ein darlehen in höhe von 800,- aufzunehmen, weil mein partner und vater unsres kindes die frechheit besaß, eine arbeit anzunehmen!

"anzurechnen ist der lohn in dem monat, in dem er fließt", und zwar rückwirkend(!!) ab dem ersten tag. geld zur überbrückung soll als darlehen gewährt werden, zahlbar zwei monate nach geldfluß.

wir werden weiterhin alg II bekommen müssen, wegen der dumpinglöhne, wie sollen wir aber die mehrkosten noch tragen können, wenn wir zusätzlich ein darlehen abzahlen müssen?

man wird bestraft, wenn man versucht, vom amt weg zu kommen!

allein die wartezeiten auf gelder, die dringend nötig sind (arbeitskleidung, fahrgelder), vorausleistungen machen müssen ohne zu wissen, wann gezahlt werden wird und wieviel, schlangestehen auf überfüllten fluren, weil berechnungen von hinten nicht stimmen - natürlich an den freien tagen! zwölf stunden am tag unterwegs für eine festanstellung, kontakt zum kind = 0, aber die arge zieht ab...

da macht das arbeiten gehen mal spaß.

Truddy
Samstag, 22.08.09 20:35
 

359 Euro... zum Ausgeben ?

Von was bezahlt Sie den Strom, das Warmwasser,Telefon, eventuell Internet, Monatskarte, Praxisgebühr, Zuzahlung der Medikamente, Haftpflichtversicherung....?

DAS bezahlt die ARGE NICHT extra..... DAS ist alles im Regelsatz mit drin....

und natürlich... Kleidung, Schuhwerk, Körperhygiene, Nahrungsmittel..... und selbstverständlich die aktive Teilnahme am kulturellen Leben...

Montag, 24.08.09 08:24
 

@ sweetpeace: Ich weiß was du meinst. Man wird bestraft wenn man Arbeit annimmt und weiß in den ersten Monaten wohl überhaupt nicht mehr wie man irgendetwas bezahlen soll. Da geht es einem noch schlechter als mit HartzIV. So ein Darlehen ist innerhalb von zwei Monaten zurückzuzahlen? Das soll ja wohl ein Scherz sein, oder? Wir sind jetzt auch gerade frisch in dieser Situation! Ich weiß noch überhaupt nicht wie das alles so läuft und was alles zurückbezahlt werden muss.

Dienstag, 03.11.09 10:22
 

Die Internetseiten der Hartz IV Betroffenen in Freiburg:

http://www.runder-tisch-freiburg.de/
http://www.arge-freiburg.de/

Um einen Kommentar zu verfassen, benötigst du ein fudder-Profil. Registriere dich kostenlos oben rechts auf fudder.






Diese Funktion steht nur für eingeloggte fudder-User zur Verfügung.

» fudder-Netiquette





» Jan K.

re: Badische Zeitung offline?
Naja nachdem ich nicht dr...

» Griptape

re: Badische Zeitung offline?
also bei mir klappts.

» Jan K.

Badische Zeitung offline?
Heyho. Die Badische Zeit...

» christianhauck

re: PN
das war ein Standard-Antw...

» ja/nein

re: PN
lokis gedanken hatte ich ...

» Chuckie

re: Neuer Stammtisch der Piraten
Ist das eine offfizielle ...

» Anon

Scientology-CHRONIK des BÖSEN
Hier dokumentieren wir in...

» christianhauck

re: Planetarium Freiburg - oder wie man Marketing betreibt
Ist nicht unorganisieret,...