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Hartz IV-Blog: Wie lebt man wirklich mit Hartz IV?

359 Euro – so viel Geld hat ein alleinstehender Hartz IV-Empfänger monatlich zur Verfügung. Ganz schön wenig, findet unsere Autorin Nora. Einen Monat lang testet sie, wie es ist, vom Arbeitslosengeld II zu leben. Doch wie realistisch ist ihr Hartz IV-Selbstversuch eigentlich? Im Gespräch mit Ruben, 18, der mit seiner Mutter und seinem Bruder von Hartz IV lebt, möchte sie es herausfinden.



Heute habe ich mich mit Ruben unterhalten. Ruben ist 18 Jahre alt. Er, seine Mutter und sein sechsjähriger Bruder leben seit der Einführung von Hartz IV 2005 davon. Davor bekamen sie schon drei Jahre lang Sozialhilfe.

Als ich zu Beginn unseres Gesprächs wissen will, ob er für das Blog lieber anonym bleiben möchte, meint er nur: „Ach nein, meinetwegen könnt ihr ruhig meinen Namen nennen, ich schäme mich nicht dafür, dass meine Familie von Hartz IV lebt.“ Das erstaunt mich zunächst und ich frage mich, ob ich an seiner Stelle ähnlich cool und selbstbewusst reagiert hätte.

Was Ruben zu erzählen hat, ist interessant. Für seine 18 Jahre wirkt er sehr vernünftig, so, als hätte er sehr schnell erwachsen werden müssen. Nicht alles, aber doch einiges ist neu und überraschend für mich, andere Dinge machen mich nachdenklich. Zum Beispiel, dass er als Sohn einer Hartz IV-Empfängerin vor dem 25. Lebensjahr nicht ausziehen darf, weil seine Mutter in einer so genannten „Bedarfsgemeinschaft“ lebt. Würde er sich dennoch eine eigene Wohnung nehmen, würde er keinerlei Unterstützung vom Staat bekommen. Er könnte kein Wohngeld beantragen, da seine Mutter schon Geld bekommt. Schwierig wird es auch mit der Arbeit. Im September fängt Ruben mit dem Berufskolleg an, er will sein Fachabitur nachholen. Nebenbei würde er gerne jobben, aber das darf er nur, solange er dabei nicht mehr als 200 Euro verdient. Jeder Euro zu viel würde seiner Mutter vom Hartz IV-Satz wieder abgezogen werden.

„Das heißt also, ich habe entweder die Möglichkeit, mich damit abzufinden, nur 200 Euro zu verdienen, egal, wie viel ich dafür arbeite. Oder aber, ich arbeite schwarz.“ Auch das hat Ruben schon gemacht. „Das hört sich jetzt zwar irgendwie an wie ein Schwerverbrecher, aber in diesem Fall hat man fast keine Wahl. Außerdem machen das viele“, verteidigt er sich.

Von seinem Freundeskreis isoliert oder gar ausgeschlossen fühlt er sich aufgrund seiner begrenzten finanziellen Möglichkeiten nicht. „Natürlich denke ich mir manchmal, wie toll es wäre, mehr Geld zu haben, und auch jede Woche ins Kino zu gehen, feiern zu gehen oder wieder neue Klamotten zu kaufen. Aber ich teile mir mein Geld gut ein, sodass ich so viel wie möglich mitmachen kann.“

Trotzdem will er nicht jedem Lebensstil seiner Freunde nacheifern. „Für viele meiner Freunde ist es selbstverständlich, alles zu bekommen. Sie denken gar nicht mehr groß darüber nach und verschwenden eine Menge Geld. Ich bin jedes Mal stolz darauf, wenn ich mir eine Sache erspart oder erarbeitet habe und kann das dann viel mehr genießen, glaube ich.“

Vor zwei Jahren hat er sich durch kleine Gelegenheitsjobs einen Flug nach New York zusammengespart. Dieser Urlaub war für ihn etwas Besonderes, denn im Gegensatz zu vielen Freunden kann er nicht jede Ferien wegfahren. Das sei aber auch nicht nötig, lenkt er ein.

Als ich Ruben nach seiner Meinung zu meinem Selbstversuch frage, ist er zwiegespalten. „Auf der einen Seite finde ich es wichtig, dass man das Thema anspricht und mit Vorurteilen aufräumt. Es sind nämlich nicht alle Hartz IV-Empfänger asozial, wie oft behauptet wird. Außerdem ist es wichtig, dass auch Otto Normalverbraucher mal selbst versucht nachzuvollziehen, wie es ist, mit sehr wenig Geld auszukommen. Auf der anderen Seite spiegelt ein einmonatiger Versuch nicht unbedingt die Realität wider. Viele Hartz IV-Empfänger leben seit Jahren von diesem Geld. Die fühlen sich durch so einen 'Test' vielleicht angegriffen.“

Klischees und Vorurteile gegenüber Hartz IV-Empfängern ärgern ihn. Dass Hartz IV-Empfänger oft als asozial abgestempelt werden zum Beispiel. Oder mit Alkohol, Zigaretten und Faulheit in Verbindung gebracht werden. „Natürlich gibt es einige, die dieses Klischee vielleicht erfüllen. Aber es gibt mindestens genauso viele, die nicht so sind und die arbeiten wollen, von Hartz IV weg wollen.“

Dass er finanziell eingeschränkt ist, merkt Ruben daran, dass er sich vieles, was für Jugendliche oft als selbstverständlich ist, nicht leisten kann. Er hat sich mittlerweile daran gewöhnt. Sein zwölf Jahre jüngerer Bruder aber versteht oft noch nicht, warum er – im Gegensatz zu anderen Kindern im Supermarkt oder Kaufhaus - kein Eis, kein neues Spielzeug haben kann. Aber wie reagiert man, wenn von einem Kind die Frage kommt: „Warum kann ich nicht auch so was haben?“

„Wir versuchen, es meinen Bruder so wenig wie möglich spüren zu lassen, dass wir nicht so viel Geld haben“, sagt Ruben. „Kinder lassen sich sehr von der Werbung beeinflussen. Meine Mutter und ich erklären ihm dann, dass viele Dinge zwar schön, aber nicht unbedingt notwendig sind.“

Und wie realitätsgetreu sind meine bisherigen Erfahrungen mit dem Hartz IV-Regelsatz, im Vergleich zu einem „echten“ Hartz IV-Empfänger? „Deine Beschreibung vom Einkauf beim Discounter trifft’s schon ganz gut. Man muss bei den Lebensmitteln ziemlich genau rechnen vorausschauend planen. Auch die Frage nach einem passenden und gleichzeitig preisgünstigen Geschenk für Freunde zum Geburtstag oder an Weihnachten stellt sich oft.“ Nicht ganz so überzeugt ist Ruben von meinem Bummel durch die Secondhandläden Freiburgs.



„Um ehrlich zu sein habe ich noch nie in Secondhandläden Klamotten gekauft. Ich besitze zwar nicht viele Klamotten, gerade mal drei Jeans, ein paar T-Shirts und zwei Paar Schuhe, aber die habe ich neu gekauft.“ Für größere Anschaffungen wie eine neue Waschmaschine oder dringend benötigte Möbel beispielsweise könne man zusätzliches Geld beim Arbeitsamt beantragen.

Auch wirklich hungern müssen Ruben und seine Familie nie. „Gegen Ende des Monats wird das Geld schon knapper. Aber dann gibt’s halt einfache Mahlzeiten wie Nudeln mit Tomatensoße.“ Wichtig sei es nur, gut zu managen, wie Ruben immer wieder betont. Sich das Geld einzuteilen, es bewusst auszugeben. Für Dinge, die man braucht und nicht einfach nur eben mal haben möchte.

„Jedem, der viel Geld hat und es auch ausgibt, gönne ich das von Herzen. Sei es für Essen, Kino, Shoppen, Reisen... Sie haben es teilweise verdient oder einfach Glück gehabt im Leben. Aber man sollte einfach immer in Hinterkopf behalten, dass es auch Zeiten geben wird, wo man vielleicht nicht immer so viel Geld zur Verfügung hat. Und daher sollte man vernünftig mit dem Geld umgehen. Es gibt ja auch noch einen Unterschied zwischen Genuss und einfach nur sinnlos Geld verprassen.“



  [Foto: Symbolbild]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 47
Freitag, 14.08.09 14:16
 

...ja ich denke auch das man mit begrenzten Mitteln, sich über Neuanschaffungen mehr freuen kann!
Zudem, warum sollte er sich schämen!??!?
Er will ja arbeiten, aber bekommt leider bis jetzt nicht die Chance dazu!

Ich drück ihm die Daumen!!!!

Greetz

Freitag, 14.08.09 14:30
 

...kann zu gut verstehen, wie es ihm geht...habe selbst als jugendlicher über jahre von, damals noch, sozialhilfe leben müssen und durfte auch die erfahrung machen, dass ich mit meinem nebenjob meine mutter finanziell mittragen musste, was wiederum ok war, aber man hört auch auf, zu viel als nötig zu arbeiten.

firmenkonkurs-kein geld mehr-leasingauto weg-reihenhausmiete nicht mehr bezahlbar-offenlegung der schuldensituation-umzug in eine kleine wohnung-abgabe der eidesstattlichen versicherung-schamgefühle-nicht sonderlich motivierende mitarbeiter in den arbeitsagenturen und damals noch sozialamt und schon ist man von hartz IV betroffen, zumindest wenn man selbständig ist...als normaler angestellter erhält man ja "wenigstens" noch alg I ...manchmal geht alles schneller, als man sich es jemals vorstellen konnte...das ist meine persönliche erfahrung

Freitag, 14.08.09 14:48
 

toller artikel. vielleicht auch einfach wegen der einstellung des junge mannes. respekt vor so viel vernunft. ich habe selbst während meines studiums weniger als den bafög-mindestsatz gehabt und sehe das ähnlich. aber es kostet manchmal viel disziplin. und ist manchmal auch sehr frustriedend. auf jeden fall habe ich gelernt mit geld umzugehen und merke da schon einen unterschied zu anderen die das nie lernen mussten.

Freitag, 14.08.09 15:01
 

^^

Freitag, 14.08.09 17:06
 

sehr interessant zu lesen. scheint mir ein reifer bursche zu sein. seine argumente und seine meinungen sind sehr überlegt und sprechen auch aus erfahrungen. echt klasse! hut ab und weiter so.



_______
"Als ich zu Beginn unseres Gesprächs wissen will, ob er für das Blog lieber anonym bleiben möchte, meint er nur: „Ach nein, meinetwegen könnt ihr ruhig meinen Namen nennen, ich schäme mich nicht dafür, dass meine Familie von Hartz IV lebt.“ Das erstaunt mich zunächst und ich frage mich, ob ich an seiner Stelle ähnlich cool und selbstbewusst reagiert hätte."
_______

-> Warum frägst du dich sowas? Wieso sollte das einem peinlich sein. Peinlich berührt reagieren nur die Leute drauf, die nichts im Kopf haben und sich unwohl fühlen oder nach anderen Maßstäben leben (wollen).

Freitag, 14.08.09 17:18
 

genau. letztlich ist es doch nun mal leider "normalität" und aus dem alltag nicht mehr wegzudenken (hört sich jetzt reisserischer an als es gemeint ist)...

Freitag, 14.08.09 18:16
 

Dieses "Rich kids", Gutsituierte und Bildungsbürgertum spielen Hartz-IV Getue geht mir auf die Nerven !
Das ist in etwa so sinnvoll wie wenn ein Nicht-Behinderter das Rollstuhl fahren testet.

Freitag, 14.08.09 18:28
 

Rollstuhfahren

phh
Freitag, 14.08.09 18:35
 

yep zu versuchen sich in die situation anderer reinzuversetzen ist für lutscher

Freitag, 14.08.09 19:06
 

Respekt! Ruben hat mehr Reife als manch 25jähriger.

Freitag, 14.08.09 21:07
 

ich möchte meien sohn einen dicken knutscher auf die nase drücken . allerdings denke ich auch das werte , die wir unseren kindern vermitteln nicht eine frage des geldes sein sollte, ich persönlich finde zwar das diese hartzV eine arg bittere lebenserfahrung sein kann, und das ist das wesentliche für mich das meine kinder und ich die freude am leben behalten.

Freitag, 14.08.09 21:34
 

guter artikel, man kann zwar über die selbstversuchs methode streiten aber letztendlich wird über alles sozial kritische soetwas gemacht. insgesamt wie gesagt aber guter blog

Freitag, 14.08.09 21:36
 

@ phh: das is so ziemlich eine egoistische einstellung (zumindest so, wie du es formuliert hast).

phh
Freitag, 14.08.09 21:39
 

was ist egoistisch? sich in andere reinzuversetzen?

Freitag, 14.08.09 21:42
 

ich hatte zuerst dämlich, aber die selbstzensur...egoistisch im sinne von dass dir der "andere" egal ist. oder habe ich da sfalsch interpretiert?

sich in andere reinversetzen kann nie verkehrt sein...vor allem, wenn es sich ja auch um einen aufklärerischen ansatz handelt...und es besteht ja auch viel unwissenheit wie sich gezeigt hat.

phh
Freitag, 14.08.09 22:14
 

hä mein post von 18:35 war sarkasmus

Freitag, 14.08.09 22:52
 

Gut dass ich nicht geschrieben habe, dass ich den Kategorischen Imperativ voll schwul finde...

Freitag, 14.08.09 22:56
 

ich verfolg den blog von anfang an und der blog hat ja inzwischen wirklich eigene dimensionen angenommen...also ein heikles thema...ich dacht mir ich geb auch ma meinen senf dazu...vergesst bitte nicht, dass es länder gibt, in denen man keinen "job" hat, man schlichtweg nichts zu "Fressen" hat. Und da braucht man nicht außer EU gehn...und genau für diese leute würden eure kommentare sowas von dekadent klingen...

Freitag, 14.08.09 23:01
 

Für die schreibe ich ja auch keine Kommentare.

Samstag, 15.08.09 02:44
 

@clownfisch

"...und der blog hat ja inzwischen wirklich eigene dimensionen angenommen..."

Wie kommst Du darauf ? Von was für einer Art von Dimensionen sprichst Du ?

"ich dacht mir ich geb auch ma meinen senf dazu..."

Herzlichen Glückwunsch zu diesem mutigen Entschluss.

"...vergesst bitte nicht, dass es länder gibt, in denen man keinen "job" hat, man schlichtweg nichts zu "Fressen" hat. Und da braucht man nicht außer EU gehn.."

Vergessen wir nicht, keine Sorge. Großes Ehrenwort. Ehrlich.

"..und genau für diese leute würden eure kommentare sowas von dekadent klingen..."

So ist das also. Danke für die Aufklärung. Wenn Du mir jetzt noch sagen würdest, in welchem der vorangegangenen Kommentaren Deine so genannte Dekadenz zum Vorschein kommt, dann wäre ich Dir überaus dankbar.

In diesem Sinne verbleibe ich in freudiger Erwartung und wünsche noch ein schönes Wochenende (ob innerhalb oder ausserhalb der EU).

Samstag, 15.08.09 10:39
 

sehr abwechselungsreich und interessant, der blog!

@himmelundhölle: zufällig habe ich in einem lehrgang zum zivildienst eine rollstuhl- und eine blindenselbsterfahrung machen dürfen. und ja, solche tests sind sehr sinnvoll!

wenn man als rollstuhlfahrer z.b. mit begleitung an eine kaufhauskasse geht, man den verkäufer anspricht, kann man u.u. erleben wie dieser der betreuenden person antwortet und einen dadurch entmündigt. es ist übrigens höflich sich im gespräch auf die augenhöhe des rollis herabzubegeben. wenn man mal selber im rollstuhl gesessen ist, weiß man warum. als "blinder" ist man natürlich wesentlich hilfloser als ein echter blinder, weil man nicht so gehörfixiert ist. beide experimente haben jedenfalls deutliche sensiblisierungen gegenüber den wirklich betroffenen gebracht. deshalb sollten besonders politiker, die über hartz4 entschieden haben und entscheiden werden, das experiment gerne mal nachahmen! wer arbeitslose zum spargelstechen schicken will soll auch mal eine woche auf den acker ziehen! wahrscheinlich sind dann manche großkotzen ganz kleinlaut ...

Samstag, 15.08.09 10:59
 

„Gegen Ende des Monats wird das Geld schon knapper. Aber dann gibt’s halt einfache Mahlzeiten wie Nudeln mit Tomatensoße.“
ich glaube es wurde noch nicht auf die tafel hingewiesen http://www.freiburger-tafel.de/

Samstag, 15.08.09 11:10
 

@ phh: dann wollte ich dich wohl mal wieder nicht verstehen. küsschen auf den popo:)

Samstag, 15.08.09 11:48
 

@ Jass & phh: hallöchen popöchen...

@10nach12:

Der Tafelbesuch ist journalistischen HartzIV-Pflichtprogramm, und Nora hat ihn bestimmt längst für Ende des Monats im Terminkalender stehen...

Die "Tafel" ist allerdings nicht jedermanns Sache:

Persönlich würde ich lieber Spaghetti mit Tomatensoße essen - das kommt auch ohne Geldnot schon mal vor - als zur Tafel zu gehen.

Und bei aller Unterstützung für das großartige Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sollte nicht vergessen werden, dass es sich bei der "Tafel" um private Wohltätigkeit handelt - die übrigens den beteiligten Einzelhandel nichts kostet, sondern im Gegenteil unbezahlbare Gratis-Publicity bedeutet und gleichzeitig die Müllgebühren für abgelaufene Lebensmittel erspart.

Auf privatisierte Nächstenliebe und wohlfeile Almosen darf aber in einem Sozialstaat aus guten Gründen niemand angewiesen sein.

Samstag, 15.08.09 12:16
 

@10nach12

Papperlapapp !
Die von Ihnen genannten Dinge kann man sich im voraus denken bzw. hat man solche Erfahrungen schon auf anderen Gebieten gemacht.
Dazu braucht man keinen Test.
Und das seelische Empfinden lässt sich ohnehin nicht vermitteln.

Samstag, 15.08.09 12:37
 

@h&h: Du musst es ja wissen. Dummschwätzer.

phh
Samstag, 15.08.09 12:42
 

also gut wenn einfühlen nicht perfekt möglich ist müssen wir es wohl lassen. jeder bildet ab sofort seine isolierte mensch-insel und redet mit anderen nur noch übers wetter und gibt knapp arbeitsanweisungen, weil nämlich meine empfindungen und gedanken kann jemand anderes eh nicht perfekt verstehen

Samstag, 15.08.09 12:45
 

@tomtom: du bemerkst etwas am kommentar (bis dahin gut), bemerkst aber nicht, daß du etwas bemerkst (danach schlecht) ----------> ergo: lern zwischen den zeilen zu lesen oder geh comics lesen...

Samstag, 15.08.09 12:52
 

hä?

Samstag, 15.08.09 12:56
 

verstehst das etwa nicht?

Samstag, 15.08.09 12:57
 

:))

Samstag, 15.08.09 13:40
 

@jos: die grundidee ist gut. noch intakte lebensmittel nicht einfach wegschmeißen und menschenwürdig in einem laden verteilen damit keiner in der tonne wühlen muss. z.b. wenn man mit dem geld doch mal nicht hinkommt (was soll man denn dann machen?). aber du hast recht, die politischen absichten im hintergrund geben zu denken: privathilfe soll wohl gegen den sozialstaat in stellung gebracht werden

@himmelundhölle: ich habe in der zivi-zeit dann konkret mit blinden und behinderten zu tun gehabt und kann nur aus eigener erfahrung sagen, dass mir die selbsterfahrungen und natürlich auch andere dinge aus dem lehrgang schon gut geholfen haben meine anvertrauten besser zu verstehen und helfen zu können. die selbsterfahrungen haben aber den stärksten eindruck hinterlassen und man empfindet dann gerade eben doch mit! gerade wenn es nicht abstrakt-theoretisch bleibt.

@phh: :-)

Samstag, 15.08.09 13:52
 

und auf den bericht über die "tafel" freue ich mich natürlich, ohne stressen zu wollen ;-)

Samstag, 15.08.09 13:57
 

Der kommt aber erst ab dem 23sten - es sei denn, die Frappuccino-Sucht setzt sich durch.

Samstag, 15.08.09 14:03
 

dann geht gar nix mehr

phh
Samstag, 15.08.09 14:10
 

gibts überhaupt frappucino bei der tafel, und falls nein, wie soll das bitte sehr auch nur annähernd menschenwürdig sein??

phh
Samstag, 15.08.09 14:11
 

"ew. majestät, das volk kann sich keinen kaffee leisten!" - "dann sollen sie doch frappucino trinken!"

Samstag, 15.08.09 14:15
 

nur auf nachfrage unter 4 augen, diskret unter der ladentheke durchgereicht, *pssst* nicht weitererzählen

Samstag, 15.08.09 14:21
 

Zunächst möchte ich noch zwei kleine Fehler korrigieren, worauf mich ein User freundlicherweise aufmerksam gemacht hat.
Einmal behält man (in Rubens Situation) nicht ganz 200 Euro übrig von einem Nebenbjob. Ein Nebenverdienst ist nur bis 100 Euro anrechnungsfrei. Jeder weitere Euro darf dann nur zu 20% behalten werden.
Von einem 400 Euro Job also darf man die ersten 100 Euro behalten, dann werden von den restlichen 300 Euro 80 Prozent abgezogen, sodass man zum Schluss noch 100 Euro plus 60 Euro hat.
Auch Möbel oder Einrichtungsgegenstände wie z.B. eine Waschmaschine bekommt man nicht einfach for free, sondern kann eine Art zinsfreihes Darlehen vom Staat beantragen. Dies muss man dann von seinem Satz zurückzahlen.
Entschuldigt bitte die kleinen Fehler, die sich eingeschlichen haben.

Was die Freiburger Tafel angeht, wäre es sicher gut, sich da mal umzuhören. Nur essen kann ich da schlecht, dafür fehlt mir der AG II-Pass. Und im Grunde wäre das ja auch irgendwie nicht richtig, wenn ich den Leuten, die es eher brauchen als ich, das Essen "wegessen" würde. So schnell fall ich schon nicht vom Fleisch. ;)

Und meine Frappuccino-Sucht ist momentan unter Kontrolle.

Samstag, 15.08.09 14:58
 

@Nora: Also ich bin sicher, dass Du da niemandem was wegisst. Frag einfach mal, Du hast schließlich ein sinnvolles Anliegen. (Solange Du keine Lebensmittel rausschleppst ;) )

Samstag, 15.08.09 15:29
 

Und Nora kam herab und sah, dass alles wohlgetan war. Denn siehe, da geriet einer ohne eigene Schuld (weiß man das auch von der Mutter?) in Not und beklagt sich dennoch nicht! Und lässt sich nicht verführen von schlechtem Beispiel (Freundeskreis /Markenklamott). Raucht, trinkt und faulenzt nicht. Das ist der wahre Weg zu Wissen und Wohlstand.
Bliebe noch die Sache mit der Schwarzarbeit. Da sehe ich schon asoziale Tendenzen. Da gehen doch gerade im leistungstrangenden Mittelstand tausende – was sag’ich – hundertausende Arbeitsplätze oder mehr verloren. Glücklicherweise wäscht der junge Mann die Kohle mit regulären Einkäufen halbwegs rein (MwSt.).
@ Nora die klitzekleinen Fehler sind dir natürlich nachgesehen. Aber ist dir schon aufgefallen, dass Ruben kein alleinstehender Hartz IV-Empfänger ist? Is ja egal, du kannst dich sicherlich überall einfühlen, wenn’s ähnlich ist.

Versteckt sich hinter dem Fettgedruckten eine geheime Botschaft?

Nudel mit Tomatensoße sind ein Genuß. Mit seinem schwarzen Lebensstil versuchte Ruben und sein Freundeskreis bei einem Selbstversuch in einem New Yorker Supermarkt Werbung für Vorurteils-Bedarfsgemeinschaften zu erwachsen. Mehr Verben bitte!

Samstag, 15.08.09 15:51
 

@clownfisch

Habe jetzt mehrmals versucht, in Deinem Kommentar zwischen den Zeilen zu lesen. Bedauerlicherweise ist es mir nicht gelungen. Da war einfach nix zu finden, tut mir leid. Das habe ich bemerkt.

Nach wie vor ist mir der Sinn und Zweck (von der Aussage an sich mal ganz zu schweigen) Deines Kommentars nicht schlüssig. Und heute bin ich (bis jetzt) nüchtern.

Na ja, ich denke, ich sollte mich wieder Theodor Pussel widmen. Das ist übrigens ein Comic.

Schönen Tag noch.

Zum Thema: Eigentlich könnte jeder Supermarkt die Lebensmittel, die sie nach Ladenschluss entsorgen müssen, einfach in Tüten packen und neben die Mülltonnen stellen, Abnehmer finden sich dafür sicherlich genug.

Bedeutet keinen wirklichen Mehraufwand an Arbeit für die Angestellten und die Bedürftigen bewahren sich Ihre Würde, da sie nicht mehr im Müll nach Essen wühlen müssen, sondern einfach die gepackten Tüten mitnehmen können.
Schließlich kostet es eine Menge Überwindung und Mut, in Mülltonnen nach Essen zu suchen.

Persönlich muss ich allerdings auch gestehen, dass ich ebenfalls viel zu viele Lebensmittel wegschmeisse, obwohl sie noch gut sind.
Könnte man ebenfalls einmal die Woche zu einer eigens dafür eingerichteten Sammelstelle bringen, wo die Lebensmittel dann verteilt werden. Aber dafür sind wahrscheinlich wieder etliche bürokratische Hürden zu überwinden, bevor auch nur ein Brötchen über den Tisch geht.

Ach, alles scheisse. :-)

Ich geh jetzt raus an die Luft. Schönes WE Euch allen.

Samstag, 15.08.09 17:08
 

@tomtom
:) er nennt sich clownfisch und schreibt kommentare die von fünfjährigen kommen könnten. geniese dein comic (übrigens echt gut gekontert) und lass es dir gut gehen :P

Samstag, 15.08.09 17:11
 

nachtrag:
ansich ist es ja nicht schlimm, kommentare abzugeben, die von fünfjährigen kommen könnten. aber den anderen damit die leviten lesen oder eine moralpredigt halten zu wollen ist einfach daneben...

Sonntag, 16.08.09 12:52
 

im Ladengeschäft der Freiburger Tafel werden keine Lebensmittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum angeboten! Dass 'wir' das für denkbar halten, sagt uns was!?

Sonntag, 16.08.09 17:11
 

MHD nicht abgelaufen und die lebensmittel würden dennoch im müll landen. des rätsels lösung:
"Im Einzelhandel sind das beispielsweise Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft, Backwaren vom Vortag, beschädigte oder eingedrückte Verpackungen oder Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern." usw.
http://www.tafel.de/spenden-helfen/sachspenden

Freitag, 30.10.09 18:37
 

Die Internetseiten der Hartz IV Betroffenen in Freiburg:

http://www.runder-tisch-freiburg.de/
http://www.arge-freiburg.de/


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