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Kleinststadtgeheimtipps: Bad Säckingen

Die Trompeterstadt Bad Säckingen hat neben der Rheinpromenade und den putzigen Cafés zweierlei nicht zu bieten: Gute Unterhaltung und Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche. Wir nennen euch Gründe, warum man der Stadt an der Schweizer Grenze trotzdem mal einen Besuch abstatten sollte und welche Gegenden der "Asi Stadt Nummer 1" (O-Ton Grenzach Youth) man nächtens besser meidet.



Gibt's seit: Säckingen wurde das erste Mal im Jahre 878 als Seckinga erwähnt. Seit 1978 hat die Stadt den Kur-Zusatz "Bad", welcher allerdings von den Einheimischen kaum benutzt wird.

Namensgeschichte: Orientiert man sich am lateinischen Text der Fridolinsvita (der heilige Fridolin war Stadtpatron) aus dem Jahre 970, war "Secanis" oder "Seconis" der gängige Name für die Stadt. Urkundlich festgehalten wurde 1207 der Name "Seconia". Das Wort "Säckingen" entstand angeblich aus der Wortzusammensetzung "seik", was im Keltischen soviel wie "fließen" bedeutet, und "Sequana", der keltischen Göttin für Quellen und Gesundheit.

Einwohner: Am 30. Juni 2009 lebten in Bad Säckingen 16 728 Einwohner auf einer Fläche von 25,34 km².

Flower Power: Die Stadtgärtner dekorieren, schmücken und verschönern sämtliche Ecken, jede Verkehrsinsel und die noch so unbedeutende Kreuzung, jede Ortseinfahrt sowie jeden Fußgängerübergang mit Blumen. Folglich wurde Säckingen im Jahr 2003 zur "Blumenstadt Europas" gewählt.

Brückenstadt: in Bad Säckingen steht die längste gedeckte und verschalte Holzbrücke Europas. 1272 wurde die Brücke das erste Mal in den "Colmarer Annalen" erwähnt, 1343 das erste Mal durch ein Hochwasser zerstört. Seit der Zuschüttung des nördlichen Rheinarms, der Säckingen zuvor zu einer Insel machte, war sie der einzige Übergang in die Schweiz. Im Jahr 1886 hielt sie dem höchsten Wasserstand des Rheines stand - 286,56 m NN (Normalnull, Höhe über dem Meeresspiegel). Bis zum Bau der Zollbrücke war die Holzbrücke nicht nur für Fußgänger verfügbar. Auch Autos fuhren sich an ihr die Reifen ab. Heute gilt die Brücke auch als Verbindungsweg, um an grüne Aufheiterle aus der Schweiz zu kommen.


Tipps Bad Säckingen

Trompeterstadt: Weltberühmt wurde die Stadt durch das Werk Der Trompeter von Säckingen von Joseph Victor von Scheffel. Das Buch handelt vom bürgerlichen Trompeter Werner Kirchhofer, der sich unsterblich in eine adelige Tochter verliebt. Seit einiger Zeit führt die Stadt auch den Beinamen "Trompeterstadt" - in Anlehnung an die auf einer wahren Tatsache beruhende Geschichte. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte eine Nachtwächter-Tour buchen. Der Nachtwächter führt mit Laterne und spannenden Geschichten durch die Altstadt (Infos unter Tel.: 07761/5683-0).


Pflichttermine
: In der Kleinstadt am Hochrhein wird sehr viel Wert auf Feste gelegt. Das Brückenfest etwa in der ersten Juliwoche: die ganze Altstadt ist geschmückt, Bands spielen und es gibt Essensstände. Im jährlichen Wechsel richtet das Fest der Schweizer Nachbarort Stein aus.





Das Dorffest der Säckinger Gemeinde Wallbach findet meist zwischen dem 20. und 25. Juli statt und ist ebenfalls empfehlenswert, auch, weil es direkt am Rheinufer stattfindet.

Für Menschenaulauf sorgt auch das Mittelalterfest Spectaculum. Sobald die Mannen und Mägde ihre Zelte im Schlosspark aufgeschlagen haben und mit Schwert und Schild durch die Straßen ziehen, herrscht Ausnahmezustand. Nächster Termin: 30. April bis 2. Mai 2010.

Bürgermeister im Zwielicht: Martin Weissbrodt (CDU) wurde von 2004 bis 2008 sehr kritisch beäugt, besonders wegen seiner Kandidatur um den Posten des Oberbürgermeisters 2008 in Überlingen. Selbst alltägliche Dinge, wie beispielsweise der Wechsel seines Dienstwagens von einem "gehobenen Mittelklassewagen" zu einem "kleinen Auto, das in jede Parklücke passt", wurde von lokalen Narrenzünften bei Fastnachtsveranstaltungen parodiert. Mittlerweile habe sich, laut Presse, dass Klima zwischen Gemeinderat und Bürgermeister allerdings wieder verbessert.

Städtepartnerschaften:
  • Sanary-sur-Mer, Frankreich
  • Purkersdorf, Österreich
  • Nagai, Japan
  • Santeramo in Colle, Italien
  • Näfels, Schweiz

Bekannte Personen
:
  • Karl Agricola (1779 - 1852), Maler und Kupferstecher
  • Fridolin Spenner (1798 - 1841), Direktor des botanischen Gartens Freiburg
  • Rudolf Eberle (1926 - 1984), ehemaliger Wirtschaftsminister von Ba-Wü

Hier trifft sich die Jugend
: Treffpunkte für Jugendliche sind die oben erwähnten Feste. Ebenso der Gallusturm an der Rheinpromenade. Doch auch der Bahnhof in Bad Säckingen scheint eine Anziehungskraft auf die jungen Einwohner der Stadt zu haben. Besonders beliebt ist der Fahrradständer. Hier trifft man sich regelmäßig: Trinken, Raufen und Lärmen. Zur Folge hat dies, dass andere Jugendliche diese Orte abends meiden.

No-Go-Areas: Ein junger, aber groß gewachsener, 17-jährige Einwohner: "Am Tag ist Säckingen wunderschön, besonders die Altstadt und das Rheinufer. Allerdings sollte man sich gegen Abend und in der Nacht nicht an den falschen Plätzen aufhalten." Zu letzteren zählt neben dem Bahnhof auch das Wasserhäuschen an der Badmatte. Viele Ausgehmöglichkeiten für die Jugend hat Säckingen nicht zu bieten. Von Grenzacher Jugendlichen wird Säckingen gern als "Asistadt Nummer 1" tituliert.


Tipps Bad Säckingen

Einkehrtipps: An Beizen, Kneipen, Restaurants und Cafés mangelt es nicht. Betuchtere Gäste dinieren in der Fuchshöhle, einem Restaurant mit eigenem Kräutergarten. Der "Goldene Knopf" bietet feinste Weine und die "Alte Zunft" lockt mit Rösti. Der "Kaffeeladen", ein heißer Tipp, serviert leckere Crepes in allen Variationen (Rheinbrückstr. 27). Gerade auf dem Münsterplatz gibt es tolle Cafés: Das Münstercafé mit Cocktails, zu denen es immer eine Snackschale kostenlos gibt, und auch das "Flora" (Münsterplatz 32) sind hier zu nennen.

Tipps Bad Säckingen

Dönertier: Unerwähnt darf auf keinen Fall die hohe Dönerdichte in der Innenstadt Säckingens bleiben: Auf einer gefühlten Fläche von einem Quadratkilometer stehen sechs (!) Dönerbuden.

Relaxtipp: Wunderbar die Seele baumeln lassen kann man am Rheinufer. Und das gleich doppelt: Die deutsche aber auch die Schweizer Seite bieten einiges. Bei Sonnenschein und einem Joghurteis aus der Eisdiele "Dolomiti" (Metzgergasse 2) kann man wunderbar auf einer Bank oder einem kleinen Stück Sandstrand chillen.

Baden: Am besten im Waldbad mit drei Becken, Beachvolleyball- und Fußballplatz; oder im Aqualon, ein Thermalbad mit Strudelanlage (und angeblich bald mit "japanischem Saunadorf").

Tipps Bad Säckingen

Tanzschuppen: Wer so richtig die Sau rauslassen will, ist in Säckingen an der falschen Adresse. Nur eine Disco ist zu finden, sofern man das Feelings, eine Ü-40-Anlage, außer Acht lässt. Die Diskothek Titanic hat zudem nur ein recht einseitiges Programm: House, vielleicht noch etwas HipHop. Bad Säckingen diskriminiert hier eine gesellschaftliche Gruppe, nämlich die Hörer des gepflegten Rock! Wer also musikalisch etwas vielseitiger unterhalten werden möchte, sollte andere Regionen aufsuchen.

Ballsport: Die Mannschaft des FC 08 Bad Säckingen, die von Trainer Roland Mutter trainiert wird, hat vergangene Saison in der Bezirksliga den fünften Platz belegt. Ebenso auf Rasen, allerdings auf künstlichem und in einer Halle kann in Säckingen auch Golf gespielt werden. Die "Golf- und Freizeitwelt Hochrhein" bietet neben 21 Abschlagplätzen auch eine Indoorgolf-Anlage.

Räder: Angenehm und gut ausgeschildert ist der Radweg am Rheinufer. Wer eher den Kick auf Rampen und Hügeln sucht, sollte den Backyard Digger am Ortsrand Richtung Murg aufsuchen. Hier wurde 2006 ein Park gebaut - mit einer BMX-Buckelpiste, einer Halfpipe und verschiedenen Rails für Skateboarder. Der Platz ist immer zugänglich, sofern man die Helmpflicht einhält.

Tipps Bad Säckingen

Befristetes Alkoholverbot: Von Juni bis zum 31. Oktober 2009 ist es in Bad Säckingen nicht mehr erlaubt, auf öffentlichen Plätzen Alkohol zu konsumieren. Ausgenommen sind "Freizeitausschankflächen", wie etwa Trinkstände bei Festen. So will der Gemeinderat den großen Trinkgelagen, etwa am Gallusturm, Einhalt bieten. Für diejenigen, die sich nicht daran halten und erwischt werden: Der einkassierte Alkohol lagert für eine Woche im Rathaus. Dort kann man ihn nach einer Woche gegen eine Verwaltungsgebühr und einem Bußgeld abholen. Bleibt der überführte Konsument fern, landen Bier, Wodka und Konsorten im Ausguss.


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fudder Serie: Kleinststadtgeheimtipps


Foto-Galerie: Tobias Ilg




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 5
Dienstag, 11.08.09 15:26
 

nette Fortführung der Reihe. Erinnert mich an das Kaff in dem ich wohne.

k_c
Dienstag, 11.08.09 16:12
 

"Befristetes Alkoholverbot"

das schreit doch regelrecht nach einer klage! mutige vor!!

Dienstag, 11.08.09 16:32
 

Zitat: Orientiert man sich am lateinischen Text der Fridolinsvita [...]

Da steht überhaupt nix von Säckingen in der Vita selbst, soweit ich sehe. Im Vorwort des Herausgebers(!) in den Monumenta Germaniae Historica heißt es in einer Fußnote: "Locus in charta Karoli regis Seckinga, in documentis Ottonianis Sekchinga vel Seccinga vocatur, dum anno 1173 Secanense conoebium saeculoque insequente Seconis nomen scribitur."
Der älteste bezeugte Name ist also "Seckinga" bzw. "Seccinga", hinter dem sich eine typische alamannische Ortsbezeichnung (Name eines Alamannenanführers + inga, siehe Gundelfingen etc.) verbirgt. Die späteren latinisierten Namen dann wieder auf einen keltischen Ursprung welcher Art auch immer zurückzuführen, erscheint mir wegen fehlender Überlieferung und auch nur minimalen Spuren der Kelten etwas zu gewagt. Aber, wenn man das macht, sollte man Wikipedia wenigstens korrekt wiedergeben... ;)

exwtler
Dienstag, 11.08.09 16:59
 

bin da aufgewachsen, furchtbare gegend! ich in heilfroh nun im freibuger raum zu wohnen!

Dienstag, 11.08.09 18:09
 

Hab da mal ein halbes Jahr gewohnt. War allerdings ohne Auto doch etwas dröge. ;-)
Wusste aber nicht daß es dort No-Go Areas gibt.

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