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Unbefriedigend: Erotik im Cartoonmuseum Basel

Was ist Erotik? Wie wird Erotik in Karikaturen, Comics und Cartoons dargestellt? Wie grenzt sie sich gegenüber Pornografie ab? Diese und andere Fragen wirft die Sonderausstellung Erotik auf, die derzeit im Cartoonmuseum Basel zu sehen ist. Anselm hat sie sich angesehen.



Eine zartrosa Glastür bildet den Eingang der Sonderausstellung Erotik im Basler Cartoonmuseum. Abgesehen von einem kleinen Ausschnitt in Schlüssellochform versperrt sie den neugierigen Blick in den ersten Museumsraum.

Schlüssellochperspektive, Laszivität, männlicher Blick, Obszönität und Pornografie – solche Begriffe schwirren einem durch den Kopf, wenn man die Erotik-Ausstellung betritt.

Doch wo liegen die Grenzen? Ist Erotik überhaupt eingrenzbar? Gibt es kulturelle Unterschiede in der Auffassung und Darstellungsweise? Besucher, die Antworten auf diese Fragen erhalten möchten, werden die Basler Ausstellung mit ihren über hundert Exponaten eher enttäuscht verlassen.

Die drei Haupträume geben zwar einen großen und weitreichenden Blick über das Thema, doch dem Besucher wird kein roter Faden geboten, der ihm seine entstehenden Fragen beantworten würde. Bilder aus dem neunzehnten Jahrhundert stehen neben Exponaten aus dem endenden zwangzigsten. Bilder, Cartoons, Karikaturen und Auszüge aus Comics hängen sehr oft ohne jeden Bezug nebeneinander. (Ralf König fehlt natürlich nicht, Guido Crepax oder Milo Manara sucht man hingegen vergeblich.) Einzig der Oberbegriff Erotik verbindet sie auf diffuse Art und Weise. Außer Künstler, Titel und der Angabe zum Besitzer erhält man keine Informationen über das jeweilige Objekt. Besucher, die weiterreichende Fragen haben,  erhalten nur in einer geführten Tour Antwort.

Alle anderen, die sich von diesem didaktischen Hindernis nicht abhalten lassen, können einige Schätze finden.

Egal, ob von Manfred Deix (Hilde Scheydenfeind), Gerhard Haderer (Volkstänze, 1. Raum), Andreas Grefe (Lady Snow Blood) oder Peters Guts (Pferdeliebhaber). Eine sehr interessante Definition der Begriffe Biologie, Erotik und Pornografie bietet Michael Unterleitner im 2. Stock.



Eine sehr gelungene Idee ist die Installation von Nicolas Mahler Emmanuelle’s last flight. Sie bietet nicht nur die Möglichkeit, den gleichnamigen Comic in Ruhe zu lesen, sondern auch die Bibliothek im ersten Stock zu durchstöbern und sich mit ein paar Büchern/Comics in den bequemen Flugsitzen niederzulassen und zu schmökern.


Die Intention der Kuratoren ist es zwar nicht – laut Bekunden des Museums – den Begriff Erotik zu definieren, sondern nur die zahlreichen Varianten aufzuzeigen; jedoch liegt in dieser willkürlichen Aufreihung von Bildern und Comics die Krux. Die zahlreichen Exponate sind jedes für sich genommen spannend, doch die Gesamtkonzeption hinterlässt beim Zuschauer eher ein unbefriedigendes und ratloses Gefühl.

Ob dies nun an der kuratorischen Leistung oder an der Undefinierbarkeit des Begriffs Erotik liegt, sollte jeder für sich entscheiden.

Mehr dazu

Web: Cartoonmuseum Basel
Was: Erotik-Ausstellung
Wann: Noch bis 27. September 2009; Dienstag bis Samstag 14-17 Uhr; Sonntag 10-17 Uhr
Wo: Cartoonmuseum Basel, St. Alban-Vorstadt 28; CH 4052 Basel  




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 2
Montag, 29.06.09 09:39
 

Also wenn Ihr so darüber schreibt, dann wird sich's ja nicht lohnen, da mal vorbeizuschauen^^



Barbitch-Puppen? Ich wär für Gaybitch-Puppen!



Erotik = Mein Körper.
Porno = Sex mit mir.

Dishwasher
Dienstag, 22.09.09 18:12
 

Guten Tach,

wollte nur kurz meine fünf Cent dazugeben und eine alternative Perspektive offerieren: http://neuesausdemelfenbeinturm.blogspot.com/search/label/Ausstellung

Grüße,
Daniel

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