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Proberäume, verzweifelt gesucht

Von der Kellerband bis an die Spitze der Charts: Der Weg dorthin ist schwer. Nicht nur fehlendes musikalisches Talent, sondern vor allem auch mangelnde Unterstützung haben für die eine oder andere junge Band diesen Traum bereits platzen lassen. Wie können sich – gewisses musikalisches Geschick einmal vorausgesetzt – Freiburger Nachwuchsbands behaupten? Alexander Preker hat sich in der Szene umgehört.



Es ist kühl im Keller des  L6. Massive Stahltüren schotten die Außenwelt ab, die Einrichtung ist bunt zusammen gewürfelt. Das Zähringer Kunst- und Kulturhaus beherbergt in seinem Keller Proberäume für Bands aus der Regio. Über der Erde ist im ehemaligen Telekomgebäude Platz für bildende Künstler. Black Fuel üben derzeit im hintersten Kellerraum für ihr Konzert am Samstag in der Freiburger Mensabar.

Ihr drittes Album wollen die Freiburger Musiker dort präsentieren. Knapp 35 Quadratmeter misst die gute Stube der fünf Metaller, die sie sich mit der Band Sunson teilen. Black Fuel sind froh, hier zu sein. Nach langer Odyssee durch fast ein halbes Dutzend verschiedener Proberäume in  kürzester Zeit sind sie seit 2004 Mieter im Keller des L6. „Wir hatten oft Pech mit unseren vorherigen Probeorten. Es gab Wasserschäden und Klagen wegen Lärmbelästigung. Da waren wir froh, hier einziehen zu dürfen“, sagt Tonio Oeftering, Gitarrist bei Black Fuel.

Lange Warteliste für Bands, die Proberäume suchen

Den günstigen Keller vermittelt hat Multicore. Seit 2001, als eine der ersten Bands, sind Black Fuel Mitglied in dem Verein, der Livemusik und junge Bands unterstützt und vernetzt. Heute sind rund 90 von schätzungsweise 300 Freiburger Bands Mitglied bei Multicore. „Wir kümmern uns um bezahlbare Probemöglichkeiten und organisieren regelmäßig Konzerte für unsere Bands. Wir verstehen uns als Sprachrohr der Branche“, sagt Vorstand Tilo Buchholz, der selbst mit den  Brothers Musik macht.

Und die Nachfrage ist groß: Buchholz erhält regelmäßig E-Mails von Bands, die auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten und Proberäumen sind. 20 der 90 Multicore-Gruppen stehen derzeit auf der Warteliste für Proberäume.

Bisher konnte Multicore jedoch insgesamt erst acht Proberäume vermitteln. Sie liegen alle im Keller des städtischen L6. Sieben Euro pro Quadratmeter zahlen die Bands hier monatlich an Miete. „Zusammen mit der Stadt schauen wir uns aber immer wieder Objekte an, vor allem alte Industriegebäude, um weitere Räumlichkeiten wie das L6 zu finden“, sagt Tilo Buchholz. Dabei müssten die Renovierungskosten jedoch immer im Verhältnis zu den späteren Mieten stehen, und so scheide das ein oder andere Gebäude bereits von vornherein aus, so Buchholz weiter.

„Derzeit ist leider kein weiteres Objekt in Sicht“, ergänzt Udo Eichmeier, stellvertretender Kulturamtsleiter der Stadt Freiburg. Er glaubt aber auch, dass es seitens der Vermieter oft Vorurteile gegenüber Bands als Mietern gibt.

Doch es geht auch auf eigene Faust. Gonzales la Familia sind nicht Mitglied bei Multicore. Die Freiburger Hip-Hop-Gruppe probte früher im Haus der Jugend, seit 2006 mietet sie privat einen Studioraum. Die Ausstattung dafür haben sich die Deutschrapper durch ihre Musik über Jahre hinweg zusammengespart. Niki Czeranski, MC  bei Gonzales la Familia, ist von der Idee Multicore allerdings begeistert: „Ich glaube, dass einiges anders, einfacher gelaufen wäre, wenn wir früher  diese Unterstützung gehabt hätten –  auch wenn wir als Hip-Hop-Gruppe nicht unbedingt auf einen festen Proberaum angewiesen sind.

Sein Bandkollege Leo Geiger ergänzt: „Auftritte erhalten wir bisher vor allem durch private Verbindungen, Mundpropaganda eben.“ Über den ein oder anderen Auftritt zusätzlich würden sich die Rapper also freuen. Auch wenn gemeinsame Auftritte inzwischen seltener geworden sind. Denn: Einige der achtköpfigen Gruppe sind inzwischen in andere Ecken Baden-Württembergs gezogen.





Was: Nimm-Drei-Konzert von Multicore mit L 8, Second End und Die Leute
Wann: Freitag, 12. Juni 2009, 21 Uhr
Wo: Gasthaus Waldsee.
Eintritt: 7 Euro

Was: Black Fuel Record Release-Gig
Wann: Samstag, 13. Juni 2009, 21 Uhr
Wo: Mensabar
Eintritt: frei

[Dieser Text ist heute ebenfalls auf der 'Frisch gepresst'-Seite der Freiburger Lokalausgabe der Badischen Zeitung erschienen. Foto: Rita Eggstein]


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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 7
Freitag, 12.06.09 15:07
 

warum muss ich jetzt spontan ans z denken? :)

Freitag, 12.06.09 15:21
 

@fridge: das Z ist tod. würde sich ideal für diese zwecke eignen. nach unsrem wissensstand ginge hier von stadtseite nix vor frühjahr 2010 - wenn überhaupt...

kannst dich ja mal melden, wenn du mehr wissen willst.

Freitag, 12.06.09 16:34
 

...mal jemand an waldkirch kollnau gedacht..ich mein je nachdem wo die bands her sind....ist man in knapp 20 min in waldkirch!

...also die räume die ich besichtigt habe waren alles etwa um die 20m² groß und "recht" preiswert..

naja aber ist halt nicht für alle machbar...und dauernd fahren ist ja auch nicht sehr schön (räume liegen aber am waldkircher BHF)

naja greetz

Freitag, 12.06.09 16:40
 

man muss schon nehmen, was man kriegen kann - wir waren eine der letzten bands im z-"proberaum" und hatten wahnsinniges glück, auf die schnelle (1/1/2 monate) einen neuen gefunden zu haben. der ist jetzt zwar ein wenig besser, aber auch gleich viermal so teuer.

allerdings würde sich das z doch wirklich dazu anbieten - eh keine perspektive für die zukunft, es ist platz da, keine lärmbelästigung.

Freitag, 12.06.09 17:03
 

irgendwie geht es immer - entweder Feuchtigkeit und Schimmel and Anwohnerklagen in Kauf nehmen, oder von "echtem" Schlagzeug (was die Lautstaerke bestimmt, denn das kann man nicht leiser spielen, sagt unser Drummer) auf e-irgendwas umsteigen, oder komplett virtuell mit Kopfhoerern arbeiten, oder unplugged (ist auch besser fuer den Ruecken als diese schweren Lautsprecher schleppen), oder oder oder ...
Und Tilo an die Macht - ja, vielleicht naechstes Mal.

Sonntag, 14.06.09 19:48
 

gibts irgendwo proberäume die sich für jazz eignen, also sowohl mit klavier als auch mit schlagzeug? bin am verzweifeln

Montag, 15.06.09 08:54
 

@funkdaworld: melde dich mal...

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