Vergangenen Donnerstag hatte der 'Ring politischer Jugendorganisationen' (RpJ) hatte zur Podiumsdiskussion im Haus der Jugend geladen. Im RpJ sind die Jugendorganisationen der im Landtag vertretenen Parteien vertreten, aber zum Beispiel nicht die Linksjugend, was im Vorfeld zu Verstimmungen führte. Am Ende waren nur Vertreter von Junger Union, Jusos und Julis anwesend. Philip war dabei.





Es erstaunt mich ja doch gelegentlich wie lange man in Deutschland noch politischen "Jugendorganisationen" angehören kann. Gerade im Fall der JU scheint da ja gelegentlich der nahtlose Übergang in die Seniorenunion angestrebt zu werden...
Bis 35 ist es glaub ich obligatorisch.
Diese Podi ist schon eine Farce wenn von den Listen die Antreten (11) nur insgesammt 4 vertreten sind. Die Grüne Jugend hatte deshalb abgesagt und bereits im Vorfeld kritisiert.
Auch auf die öffentliche Kritik von Junges Freibrug, Linksjugend und Grüner Jugend hatten die RPJ Leute nur mit barscher Zurückweisung reagiert. Nun ja die insgesammt 30 Leute die kamen und großenteils sowieso schon Mitglied der vier diskutierenden Listen waren, wird man kräftig mobilisiert haben.
Ob man aber mit solchen Aktionen, die im vornehin geignet sind eh schon viele Auszuschliesen gemeinsame Jugendpolitische Anliegen vorran bringt, das ist fraglich.
Errinert sei in diesem Zusammenhang nur an die Boykott Aufrufe der JU gegen Jugend im Haushalt.
@cohen:
Bei einem Durchschnittsalter von über 56 Jahren im Gemeinderat, über 54 im Landtag und über 49 im Bundestag ist man mit 35 Jahren doch tatsächlich noch vergleichsweise jung. ;)
@Pemmenschnöck:
Junge Liberale und Junge Union sind eigenständige Organisationen, deren Mitgliedschaft nicht an eine Mitgliedschaft bei den Mutterparteien gebunden ist. Nur bei der SPD ist jeder unter 35 "automatisch" Juso.
@sbamueller2:
Die Grüne Jugend hat im Vorfeld nur gefragt, ob die Linksjugend beim RPJ dabei ist. Eine Inititative, weitere Organisationen in den RPJ oder auch nur bei der Diskussion einzubinden, ging von der GJ nicht aus.
Wenn intern kräftig mobilisiert worden wäre, hätten mehr Leute im Publikum gesessen. Aber es ging ja nun wirklich nicht darum, den "eigenen Leuten" zu erzählen, was sie eh schon wissen.
Dass die Grünen und Junges Freiburg vor wenigen Jahren sämtliche Mittel für den RPJ und somit für verbandsübergreifende jugendpolitische Veranstaltungen gestrichen haben, hat gemeinsame Anliegen nicht gerade beflügelt.
Die Mittel hat die Mehrheit des Gemeinderates gestrichen, auf Antrag der Grünen, aber auch die UL, die Grünen, JF, und ich glaube auch die SPD.
Wenn man dann zurückdenkt wie sich der RPJ damals verhalten hat, dann ging es ihm eher darum mit Schmutz zu werfen, als den Zuschuß zu erhalten.
"Im RpJ sind die Jugendorganisationen der im Landtag vertretenen Parteien vertreten, aber zum Beispiel nicht die Linksjugend, was im Vorfeld zu Verstimmungen führte."
(Philip)
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Na sowas ;) - "Verstimmungen" ist gut:
Da soll also über KOMMUNALWAHLEN und -politik diskutiert werden, und der "RpJ" (was es nicht alles gibt...), der den Nachwuchs der im LANDTAG vertetenen Altparteien vertritt, lädt ein zum Kamingespräch.
Kann er ja machen, auch wenn dann schon klar ist, dass dabei abstoßender Inzest ohne Publikum stattfindet, weil schon die Idee ignorant, arrogant und mithin schwachsinnig ist.
Beschämend und peinlich ist, dass "Mama" BZ diesem Mist auch noch durch Entsendung eines Moderatoren ihr Placet gibt, und so als demokratisch-aufklärerische Veranstaltung legitimiert, die gleichberechtigter Diskussion und objektiver politischen Aufklärung zu dienen nur vorgibt.
Anstatt darauf zu insistieren, dass auch die anderen Jugendorganisationen der für den Gemeinderat kandidierenden Parteien eingeladen werden, um dem ganzen einen über reine Selbstbeweiheräucherung unter Ausschluss der Konkurrenz hinausgehenden Sinn zu verleihen.
Aber nein.
@hamoo: Dass das so ist weiss ich auch. Ich finde es nur verwunderlich da die Schnittmengen der Interessen (wenn man davon ausgeht dass die auch was mit Lebenswirklichkeiten zu tun haben) zwischen 20 und 35jährigen in vielen Fällen eher gering zu sein scheinen.
Die "Jugend"-Organisationen scheinen mir so teils eher dazu zu dienen Jüngere von der "echten" Politik möglichst lange fern zu halten.
In einigen Fällen finde ich das allerdings auch verständlich.
Der ganze RPJ-Streit zeigt mir, dass Kommunalpolitik - insbesondere auf der "Jugend"-Schiene - hier offenbar auch vor allem von Hahnenkämpfen geprägt scheint. Das habe ich in meiner alten Heimat auch schon so erlebt.
politik ist immer schwanzvergleich von machtgeilen, und die lebenswelten von leuten im selben alter gehen massivst auseinander. vom elternhaus über den musikgeschmack und die beziehungsvorstellungen bis zum "lebensziel". dann kommt noch die tatsache dazu dass das eigene vorankommen 100% vom wohlwollen der alten säcke in der eigenen partei abhängt und viola, der altersgenosse mit der anderen feldpostnummer kann sich ins knie ficken
@sbamueller2:
Wie dem auch sei, die JuLis haben sich einer Zusammenarbeit nie verschlossen (z.B. beim Beteiligungshaushalt), aber der Alleinvertretungsanspruch und die angebliche Überparteilichkeit von JF macht es nicht gerade einfacher. Zwischen Jusos, JU und JuLis hat sich halt in den letzten Jahren eine gute Zusammenarbeit entwickelt. Ich fände schön, wenn dieses Pflänzchen in Zukunft weiter wächst, anstatt es zu zetrampeln, bloß weil es noch kein ausgewachsener Baum ist.
@cohen:
Ich kann da jetzt nur für die JuLis sprechen, aber da ist es keinesfalls so. Zum einen sind sie organisatorisch, finanziell und personell weitestgehend eigenständig. Zum anderen ist es eher so, dass sie Einfluss auf die Mutterpartei haben statt umgekehrt.
Das mit den Lebenswirklichkeiten stimmt natürlich, aber das macht nix, denn man kann ja auch voneinander lernen. Die Interessen liegen hingegen recht nah beieinander. Man möchte ja Politik nicht für sich, sondern gemäß seiner Ideale gestalten.
Die Hauptarbeit wird von Leuten zwischen 16 und 30 getragen. Für die Älteren ist die Jugendorganisation eine gute Lobby, um ihnen den professionellen Einstieg bei der Mutterpartei zu erleichtern, falls sie das überhaupt wollen.
Was die Hahnenkämpfe angeht... hier wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht.
@phh:
Das dachte ich auch - bevor ich mir mal persönlich ein Bild davon gemacht habe.