
- Eine Aufzeichnung des Live-Streams des Finales gibt's auf fudder.de/live
Als die Musiker von
Damnasty die Bühne betreten, sieht es im Neuenburger Stadthaus im ersten Moment erschreckend leer aus. Die Karlsruher sind an diesem Samstagabend die einzige Band, die nicht mindestens zwei Autos voller Fans für das große Finale mobilisiert hat, um für Stimmung und Party vor der Bühne zu sorgen. Sänger Steffen, Bassistin Irina, Gitarrist Jan und Schlagzeuger Frederic mussten beweisen, dass sie das Stadthaus auch ohne mitgereisten Fanbus rocken können.
Im
fünften Finale des größten südbadischen Bandnachwuchswettbewerb hatte die Band eine Außenseiterrolle – bemessen an ihren Unterstützern. Ganz anders ging die Ska-Band The Skaletons an den Start: Die neunköpfige Band begrüßte kurz vor Beginn des Finales ihren
Fanbus mit einer kleinen Willkommens-Fanfare auf dem Parkplatz. Am Ende reichte es trotz großer Unterstützung nur für den dritten Platz.
Die Müllheimer Rock’ n’ Roll Band Diva hatte das Neuenburger Publikum von Anfang an auf ihrer Seite und auch die restlichen Finalisten – Jacuzzi Pirates, Critical Mass, Friendly Fire und In Plane- hatten dafür gesorgt, zumindest von ihren treuen Anhängern gefeiert zu werden.

Am Ende gewann dann mit Damnasty eine Band, die zuvor fast niemand kannte. Die Jury wählte sie auf den ersten Platz, dicht gefolgt von den
Lokalmatadoren Diva. Mit einem sympathischen Auftritt, schmissiger Indie-Punk-Musik, die durch laute und brachiale Gitarrenriffs, treibende Schlagzeugbeats und schnörkellose Texte auf musikalisch hohem Niveau realisiert wurde, traten Damnasty den Siegszug an.
Nach und nach füllte sich die Halle und Sänger Steffen schaffte mit seinen Bandkollegen das
Kunststück, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. „Wer kannte uns vorher nicht?“ fragt Schlagzeuger Frederic nach ein paar Songs. Fast alle Hände zeigen nach oben. „Und wer findet unseren Auftritt jetzt gut?“ Wieder heben sich im Publikum alle Hände. Die Band hat mit qualitativ guten und eingängigen Songs wie „Keepsake“ oder „What Would You Do?“ gesiegt und tritt am 26. Juli beim
Lörracher Stimmen Festival als Vorband von Snow Patrol auf.
Die Zweitplatzierten Diva legten eine
verrückte Rock-Show auf die Bühne und Stefan Ries war mit seinen herrlich dahin geschlonzten Riffs und Solis im Stile von Jimi Hendrix der
Gitarrengott des Abends. Die drei Musiker lebten das Image des jungen, ungestümen Rockstars richtig aus und kamen bei Publikum und Jury mit ihrem Rockabilly im Seventies-Psychedelia Mantel gut an.
Vor dem Auftritt der Skaletons war die Atmosphäre vor Anspannung und Vorfreude zum Schneiden dicht. Die mitgereisten Fans feierten ihre Helden frenetisch und veranstalteten eine
große Party, als der lockige Sänger Magnus mit seinen Mannen fröhlich bläsernd an Saxofon, Posaune und Trompete dem Reggae und Ska auf der Bühne frönte. Doch der flotte Neuner auf der Bühne hätte das
Zusammenspiel ein bißchen mehr koordinieren können.

Die vier anderen Bands durften sich über individuelle Auszeichnungen wie „Bester Sänger des Abends“ freuen. Die Stimme des In-Plane-Sängers Christoph Metzger verhalf ihm zu seinem Sieg: Sie hatte Wiedererkennunsgwert und erinnerte zuweilen an die von Herbert Grönemeyer. Zum ersten Mal zeichnete die Jury diesmal auch
einzelne Musiker aus. Die zwei härtesten Bands des Abends Critical Mass und Friendly Fire bedienten vor allem die Metalfans, während Jacuzzi Pirates mit ihrem Alternative-Post-Punk die breitere Masse ansprachen.
Critical Mass, die kurz zuvor noch als L.a.u.t. unter den Wettbewerbsteilnehmern weilten, lieferten für viele eine eher befremdliche Bühnenshow ab. Die
Trash-Metal-Musiker spielten für 15 Fans, die 45 Minuten lang heftiges Headbanging betrieben. Keyboarder Mario Winterhalder hatte zu oft das Bedürfnis, dem Frontmann Felix Lüneburger die Show zu stehlen. Bassist Adrian Hauser wurde "Bester Bassist".

Die Jungs von Friendly Fire überraschten durch einen
technisch guten und sehr lauten Auftritt, Schlagzeuger Sanath heimste die Auszeichnung "Bester Drummer" ein. Sänger Anton und seine Bandkollegen hauten richtig rein und konnten nicht nur die Metalfans von sich überzeugen.

Für die Jacuzzi Pirates war es der zweite und letzte Auftritt beim Finale des Music Star(t) Contest - und man hätte den Musikern aus Bad Säckingen den Sieg so sehr
gewünscht. Doch haben die Jungs - verglichen mit anderen Auftritten - einen eher schlechten Tag erwischt. Ihre Leistung war passabel, reichte aber nicht für einen Platz auf dem Siegerpodest. Ihre Fans konnten die
Rock' n' Roll Energetiker jedoch begeistern und vor der Bühne gab es kein Halten mehr.
Web:
Music Star(t) ContestFotogalerie: Gina Kutkat
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