

Übersehene Sehenswürdigkeiten
Das
Schnoor (plattdeutsch für Schnur) - Bremens ursprüngliche Altstadt südlich vom Innenstadtkern gelegen - ist mit Sicherheit einer der geschichtsträchtigsten und sogleich romantischsten Orte Bremens. Einfach die
Stadtmusikanten, die Böttcherstrasse und den Domshof hinter sich gelassen, ist man nach wenigen Schritten schon angekommen.
Mit seinen engen Gassen und schrägen und schiefen Häusern, die sich dicht an dicht durch die Strassen ziehen, strahlt dieses kleine süße Viertel eine gewisse Wärme aus und wirkt sehr einladend. In den historisch wirklich gut erhaltenen Gebäuden haben sich viele kleine
Galerien, Geschäfte und Cafés angesiedelt, in denen man auch eine gehörige Portion Bremer Kultur vermittelt bekommt.

Kaffeepause
Wirklich gut Kaffee trinken lässt es sich im Café Engel im
Steintor. In wirklich gepflegtem Ambiente kann man hier in Ruhe seinen Kaffee in großer Auswahl genießen und im Sommer auch herrlich draußen auf dem Vorplatz sitzen.
Absolut im Kommen ist die
Überseestadt. Große Flächen des alten Bremer Hafengebiets werden momentan umgebaut und restauriert. Die
alten Speicher werden mittlerweile als Restaurants, Bars, Clubs, Ateliers, Büros und Wohnungen genutzt. Sehr bequem mit der Straßenbahn Linie 3 zu erreichen, ist man schnell der Innenstadthektik entflohen, kann das
historische Hafenviertel begutachten und gemütlich an den Seitenkanälen in diversen kleinen Cafés, wie zum Beispiel im Speicher XI oder dem River was trinken.
Magengrummeln
Da in Bremen die
Nordsee recht nahe ist, kann man in vielen Restaurants unglaublich gut und lecker Fisch essen. Da ich allerdings keinen Fisch mag, greife ich auf eine Vielzahl anderer Alternativen zurück:
Für eine gute Portion Pasta, einen leckeren Salat am Mittag oder was Kleines für zwischendurch ist das
Casablanca eine hervorragende Anlaufstelle. Auf halbem Wege zwischen Innenstadt und Steintor, fast direkt neben dem Theater am Goetheplatz gelegen, kann man sich hier bei nettem Flair zu absolut fairen Preisen und sehr freundlichem Service den Bauch voll schlagen.

Wer eher Bock auf Döner und Co. haben sollte, der kommt unter keinen Umständen an
Kismet vorbei. Von dieser Dönerladenkette gibt es ungefähr sieben verschiedene Läden in ganz Bremen verteilt, der Einfachheit halber Kismet 1, Kismet 2 und so weiter genannt. Sehen schrill aus, haben Kult und es schmeckt wirklich großartig.
Für ein
romantisches Abendessen ist das Carvalho im Schnoor ein ausgezeichneter Tipp. Eher unscheinbar gelegen, kann man hier im Kellergewölbe wirklich lecker Tapas, Steaks, aber auch Fisch verspeisen. Ein Hauptgang kostet nicht mehr als 15 Euro. Allerdings sollte man sich hier unbedingt einen Tisch reservieren, da das Restaurant nicht allzu groß und extrem beliebt ist.
Weitere Tipps:
Das
Spaghetti-Haus im Kontorhaus am Markt und die
Feuerwache in der Überseestadt, zwei sehr leckere italienische Restaurants.
Fine Art
Möchte man sich kulturell ein wenig verausgaben, kommt man an der
Weserburg nicht vorbei. Das
Bremer Museum für Gegenwartskunst bietet das ganze Jahr über eine Fülle an verschiedenen Ausstellungen, die sich auf die Entwicklungen der Kunst von 1960 bis heute spezialisiert haben.
Ob Urban Art oder Künstlerpublikationen aus der DDR, die Themenvielfalt ist groß und neben weiteren Veranstaltungen wie Präsentationen, Filmvorführungen und Konzerten nur ein kleiner Teil des Programms der Weserburg. Das Museum liegt mitten auf einer
Flußinsel auf der Weser und ist von der Innenstadt relativ bequem und schnell zu Fuß zu erreichen.

Nur kurz erwähnen möchte ich das
Universum auf dem Universitätsgelände. Für Interessierte an wissenschaftlichen Phänomenen von Mensch, Erde und Kosmos genau die richtige Anlaufstelle. Hier kann man über diese Themen auf vielfältige Art und Weise mehr darüber erfahren. Einfach mal die Website anschauen.
Wer eher Spaß an Theater und Erlebnis hat, sollte sich unbedingt Zeit für die
Shakespeare Company im Theater am Leibnitzplatz nehmen. Gegründet 1983, hat dieses Theater sich auch weit über die Bremer Stadtgrenzen hinaus einen
fabelhaften Ruf erarbeitet.
Neben eindrucksvoll und kreativ umgesetzten Aufführungen von Shakespeares Werken verfügt das Theater auch über eine
Kreativwerkstatt, in der in Eigenregie viele Stücke geschrieben und entwickelt werden. Als spezielles Bonbon bietet die Company freien Zutritt zu den Proben - äußerst sehenswert, um mal einen Blick auf die Entstehung einer Aufführung zu werfen. Außerdem sollte man unbedingt das
Packhaus Theater auschecken, das seit über 30 Jahren ein wirklich abwechslungsreiches und oft humorvolles Programm bietet.
Nachtschwärmer
In Bremens Nachtleben sind neben
Indierock & Co. nach wie vor
Drum‘n‘Bass und Techno die alles beherrschenden Musikstile. Zumindest hier ist noch alles beim Alten.
Hier sei einem unbedingt das
Ting! nahe des Hauptbahnhofs sehr zu empfehlen. In den Räumlichkeiten des einst einzig amtlichen Houseclubs der Stadt, dem Rosige Zeiten, hat das Programm des Ting! deutlich mehr Abwechslung mit Schwerpunkt Drum’n’Bass und bedient mit wirklich sehr guter Anlage die verschiedenen musikalischen Geschmäcker.

Wer trotzdem Lust auf House und Techno hat, ist im
Zucker Club goldrichtig. Hier legen DJs wie Lawrence, Efdemin, Marcel Dettmann und Patrice Scott auf, aber auch
Dubstep- und Drum’n’Bass-Parties finden hier ein Zuhause.
Mag man es eher etwas studentischer und möchte einfach nur
kräftig abfeiern, dem ist das legendäre
Stubu (Kürzel für Studentenbude) auch direkt ums Eck des Hauptbahnhofs ans Herz gelegt. Dieser Laden hat wahrlich Kult, die Drinks sind recht günstig und der Partyfaktor extrem hoch.
Auf der Rückseite des Bahnhofs befindet sich der
Schlachthof, neben Konzerten von HipHop bis Jazz gibt es hier im Keller einen Club, wo meist regionale DJs je nach Wochentag elektronische Musik oder Metal auflegen.
Beste Bar
Auch das Warm-Up vor der Clubnacht darf natürlich nicht zu kurz kommen. Wer es gerne etwas loungig im herkömmlichen Sinne mag, dem dürfte die
Lemon Lounge an den Wallanlagen gut gefallen. Hier gibt es die
besten Cocktails der Stadt. DJs legen chilligen Deephouse auf, die Einrichtung ist eher schlicht gehalten, die Gäste sind angenehm durchmischt und die Preise absolut im Rahmen.
Etwas rustikaler und momentan der absolute In-Spot ist das
Wohnzimmer im Steintor: kleiner Laden, die Dekoration besteht aus Elementen der 50er bis 80er Jahre, der ganze Raum ist mit Sofas, die man sonst nur noch bei den eigenen Großeltern im Wohnzimmer findet, randvoll gestellt, man kann in
20 Jahre alten Bravo-Magazinen und ähnlichem blättern und viel Bier trinken.

Im Sommer führt kein Weg an der
Schlachte vorbei. Die Schlachte gibt es in dieser Form erst seit einigen Jahren, liegt direkt an der Weser nahe der City und ist
Bremens Kneipenmeile schlechthin. Ist zwar schon lange kein Geheimtipp mehr, aber dennoch unbedingt eine Tour wert.
Vor allem im Sommer kommt man als Baden-Württemberger in Bremen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Hier darf man selbst noch nach Mitternacht guten Gewissens draußen in den Cafés, Bars und Biergärten sitzen, ohne dass die Sperrstunde einen nach Hause verscheucht. Paradiesische Verhältnisse quasi, in Norddeutschland mit das Normalste auf der Welt.
Nachtlager
Günstig und zentral übernachten kann man in Bremen am besten in der
Jugendherberge, direkt an der Weser nahe der Kneipenmeile Schlachte gelegen. Für € 23,50 bekommt man hier eine Übernachtung inklusive Frühstück.

Auch in Bremen gibt es beim Übernachten preislich gesehen nach oben hin keine Grenzen, aber man kann trotzdem auf die Massenschlaflager verzichten und preiswert an der Matratze horchen.
Bucht man zum Beispiel über
Hrs.de, bekommt man im
Hotel Heldt in der Friedhofstrasse ein Doppelzimmer schon für € 45, auch hier Frühstück inklusive. Die Telefone haben zwar noch Wählscheiben und die Fernseher keine Fernbedienung, aber das Personal ist freundlich und die Zimmer sauber. Die Straßenbahn hält nur 200 Meter weiter und nach sieben Stationen befindet man sich direkt in der City.
Shop 'Til You Drop
Die Shoppingmöglichkeiten abseits des
Innenstadtterrors sind und waren in Bremen leider schon immer ein wenig beschränkt. So findet man die kleinen gemütlichen Läden, Skatershops, Einrichtungsgeschäfte, Plattenläden und Boutiquen im
Steintor und Ostertor - wenn man so will dem Kreuzberg Bremens.
Zwischen unzähligen Kneipen und Dönerbuden findet man hier auf jeden Fall alles Interessante abseits des Kommerz. Selbst wenn man zwangsläufig nicht shoppen gehen möchte, lohnt es sich, einfach nur die Hauptstrasse, den Ostertorsteinweg entlang zu schlendern und ab und zu auch mal einen Blick in die kleinen Seitenstrassen zu werfen.

Auch nicht zu verachten ist der
Kajenmarkt. In den Sommermonaten kann man herrlich an der Weserpromenade entlang flanieren und diverse Schnäppchen auf diesem Antik- und Trödelmarkt ergattern.
Meet the locals
Der Bremer ist stolz auf seine Stadt und vor allem auf seinen
Fußballverein. Will man sich also unter das Volk mischen, sollte man diese drei Punkte ansteuern:
Der
Bürgerpark ist wirklich schön und bietet mitten in der Großstadt Idylle pur. Auf einem riesigen Areal und recht nahe am Hauptbahnhof gelegen, kann man hier kicken, die Sonne anbeten, joggen, picknicken, endlose Spaziergänge machen und im Sommer sogar diverse Open-Air Konzerte hören.
Will man wirklich mit den Bremern eins sein, geht man direkt in die Ostkurve des Bremer
Weserstadions, malt sich grün-weiß an , grölt, was das Zeug hält und trinkt ein paar Becks Bier. Hier findet man (natürlich nur bei einem Werder-Sieg) noch Freunde fürs Leben.

Der absolute Klassiker in Bremen ist aber das
Sich-in-der-Sonne-aalen direkt an den
Wallanlagen und der Uferpromenade der Weser, die sich einmal quer durch die Stadt schlängelt. Gerade auf Höhe des Weserstadions kann man sich perfekt zurückziehen und etwas Ruhe finden.
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