Elena ist 19 und hat eine einjährige Tochter. Helen ist 23. Ihr Sohn ist neun Monate alt, er entstand allerdings ungeplant und der Vater "hat sich gleich verabschiedet." Wie kommen die beiden jungen Frauen mit ihrer Mutterrolle zurecht? Wie reagiert die Umwelt auf das Kind? Reicht die staatliche Unterstützung für den Alltag? Ein Interview.





Dass Freundschaften zerbrechen, wenn man im Gegensatz zu den anderen jung schwanger wird, ist irgendwie schon traurig, aber ... es ist auch für Freunde, glaube ich, schwer, die Eltern in die "normalen" Freizeitgewohnheiten zu integrieren.
Die Schwester meines Freundes zum Beispiel ist mit 21 schwanger geworden (zwar nicht wirklich geplant, aber da sie schon seit dem 18. Lebensjahr gefaselt hat sie will bald ein Kind, hat sie die Pille sehr schludrig genommen ...), ist auch verheiratet und das Kind ist jetzt 1 Jahr alt.
Sie haben mir gesagt, dass sie kaum noch Kontakt mit ihren alten Freunden haben, weil sie nichts mehr mit ihnen unternehmen können. Ab und zu kommen welche vorbei, aber das wars dann auch.
Wenn man sich abends bei ihnen zuhause treffen will (DVD schauen, etwas spielen, etc.) ist das unmöglich, weil dann entweder das Kind aufgedreht ist, da Leute da sind, rumschreit (man also kein Fernsehen schauen kann) und alles umwirft (man kann nur bedingt etwas spielen).
Ins Bett vor 23 Uhr geht es dann auch nicht und bis es einschläft, was 30 Minuten dauern kann, darf man nur flüstern und muss den Film unterbrechen, da der Fernseher nicht laufen darf.
Ich will damit nicht sagen, dass das bei allen so ist.
Aber wenn man jung Kinder bekommt und der restliche Freundeskreis aber keine hat, dann kann diese "Entfremdung" passieren ...
@Saralein
Da läuft aber was gehörig schief bei Deiner Schwägerin! Ein einjähriges Kind sollte i.d.R. um 23.00 h kein Rambazamba mehr veranstalten. Und zum Einschlafen die Geräuschkulisse auf 0 zu fahren, ist auch eher kontraproduktiv.
@saralein
Echte Freundschaften sollten nicht daran scheitern ob man abends noch zusammen in die "Disco" gehen kann.
@ Marks: Ja, das ist richtig. Aber es erklärt eben in diesem Fall, warum sich beide Elternteile isoliert vorkommen.
Trotzdem kann ich auch verstehen, dass ihre Freunde nicht mehr viel mit ihnen unternehmen können.
Die Freizeitgestaltung ist nicht leicht und ich finde nicht, dass man alle Freunde dann unbedingt als "Rabenfreunde" bezeichnen kann.
Oder?
@Saralein
völlig d´accord. Vielleicht könnten oder sollten die Freunde aber genau diese Dinge ansprechen (Stichwort "zu-Bett-geh Rituale"). Ansonsten wird es immer schwerer, den Hebel nochmals umzulegen.
Außerdem sprechen wir hier ja auch von JUNGEN Eltern um die 20. In dem Alter besteht das Leben ja schon zu großen Teilen aus Weggehen, zusammen abhängen, etc. und man hat neben den "besten" Freunden auch einen großen Bekanntenkreis, der im Leben eine große Rolle spielt.
Je älter man wird, desto mehr verliert sich dieser Bekanntenkreis und man "konzentriert" sich auf die besten bzw. wahren Freunde.
Und darum glaube ich, dass es für junge Eltern hart ist, mit dem Wegfall dieses Bekanntenkreises klarzukommen.
Auch wenn einem die besten Freunde bleiben, ist es eine große Umstellung und man fühlt sich halt ausgeschlossen.
@ Marks: Sorry, hab deinen Eintrag erst nach meinem entdeckt.
Ja, das wäre sinnvoll. Auf jeden Fall. Hab das auch schonmal angesprochen.
Aber ich glaube was die beiden am meisten nervt, ist die Tatsache, dass sie nicht mehr "weggehen", d.h. immer nur in ihrer Wohnung sind und nicht mehr mit den Freunden ins Kino, Kneipe, Disco, zu anderen auf den Geburtstag, etc. können.
Bei anderen siehts vielleicht auch anders aus; ich wollte halt nur mal erzählen, wie das bei denen so ist. Das sind halt die einzigen jungen Eltern die ich kenne. :)
Mit 19 schon Kinderwunsch? Naja... die Geschmäcker sind verschieden. Vielleicht sollte sie erstmal einen gescheiten Abschluss machen, dann gibts auch mehr Geld. Dann kann man vielleicht über ein Kind nachdenken!
Die Freundschaften ändern sich, wenn man eine Familie gründet.
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es in Deutschland sehr schwer ist die "Freundschaften" am Leben zu erhalten, weil die oft auf Ausgehen und rumhängen beschränkt sind. Es geht weniger um Kommunikation und die Beziehung selbst.
Wenn die Kommunikation und intensives Miteinander im Mittelpunkt einer Freundschaft stehen, dann sind Kinder kein Problem. Weil man sich auch damit begnügen kann zusammen ein Nachmittag zu verbringen. Es muss dann nicht immer intensives Nachtleben sein.
Ich glaube auch, dass das oft verwechselt wird, nur wenn man miteinander gut feiern kann, hat man noch lange keine Freundschaft.
Ich finde es sehr schade, dass viele Leute sich zurück ziehen, wenn sie mit Schwangerschaft im Freundeskreis konfrontiert werden. Den für die jungen Eltern sind die Freundschaften in der Zeit sehr wichtig!
naja... lasst ihnen doch die Freude
solang die dummen die Arbeiten gehen ihren Kinderwunsch mit Kindergeld und Arbeitslosengeld bezahlen.
Hallo,
also, ich finde den Artikel wirklich interessant. Ich bin selbst mit 20 Mutter geworden, nicht geplant. Trotzdem war es die beste Entscheidung meines Lebens das Baby zu behalten. Das Baby, mein Sohn, ist heute 16 Monate alt und er erfüllt mich jeden Tag!
Womit ich aber nicht sagen will, dass es einfach ist, ich bin oft an meine Grenzen gekommen, ob das am Alter liegt kann ich nicht beurteilen. Ich war auch die erste in meinem Freundeskreis die ein Kind bekommen hat und es hat sich auf jeden Fall herauskristallisiert, wer die echten Freunde sind. Und das sind nicht viele. Anfangs hat mich das traurig gemacht, aber mittlerweile hat sich so viel verändert und es wird immer leichter, ich finde neue Freunde, teilweise eben auch junge Eltern, die verstehen wie man sich in so einer Situation fühlt.
Trotzdem ist es doch nett zu lesen, dass hier die meisten Leute eine echt positive Meinung zu jungen Eltern haben. Schön!
@Peter_Silie:
Kondome schützen nicht 100%ig - s. Pearl-Index.
Man kann sein Leben nicht komplett planen.
@Lara
"Ich glaube auch, dass das oft verwechselt wird, nur wenn man miteinander gut feiern kann, hat man noch lange keine Freundschaft.
Ich finde es sehr schade, dass viele Leute sich zurück ziehen, wenn sie mit Schwangerschaft im Freundeskreis konfrontiert werden. Den für die jungen Eltern sind die Freundschaften in der Zeit sehr wichtig!"
Da hast Du vollkommen recht.
Was das Erhalten der Freundschaften mit jungen Eltern angeht: Das ist - wenn man keine Kinder hat - allerdings auch eine Herausforderung. Weil deren Leben, Gedanken, Gespräche sich nun mal (richtigerweise) erstmal um das Baby (und um Stillprobleme, Windeln, Schlafverhalten) drehen. Mir persönlich macht das absolut nix aus, ich find es eher spannend, an Freunden diese Veränderung zu Mutter/Vater zu erleben, aber ich kann mir vorstellen, dass das total nervt, wenn man in keinster Weise darüber nachdenkt, selbst ein Baby zu haben, und sich fragt, wo zur Hölle die beste Freundin, die vorhin noch mit einem im Agar war, plötzlich hin ist.
Gute Freundschaften sollten das aber eigentlich aushalten, klar.
@blechle
"naja... lasst ihnen doch die Freude
solang die dummen die Arbeiten gehen ihren Kinderwunsch mit Kindergeld und Arbeitslosengeld bezahlen"
Was bist du denn für ein schwachmatischer Stammtischprolet!?
Welche Art von schwachmatiger Stammtischprolet genau er ist - keine Ahnung. Dass er einer ist, beweist er aber gerne und häufig... einfach ignorieren, würd ich sagen.
Ich finde es gut, dass die Mädels sich für ihre Kinder entschieden haben, und das durchziehen. Aber es überrascht mich dch zu lesen, dass die meisten der Schwangerschaften bei den erwähnten Treffen durch Unfälle zustande gekommen sind. Habe ich die Sicherheit von Kondomen bzw. der Pille immer überschätzt? *schluck**panik* ;)
@skully
Die Sicherheit von Verhütungsmethoden wird mit dem Pearl Index beschrieben. Der Pearl-Index gibt an, wieviele Schwangerschaften eintreten, wenn 100 sexuell aktive Frauen ein Jahr lang eine bestimmte Verhütungsmethode nutzen. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist also die Methode.
Die Pille hat einen Pearl Index von um die 1, Kondome je nach Studie von 2 bis 12.
Das Problem ist halt, dass es ja auf die korrekte Anwendung ankommt. Und die fällt jüngeren Nutzern von Verhütungsmitteln oft schwer. Also, die richtige, regelmäßige Einnahme der Pille (und das Verwenden einer weiteren Verhütungsmethode bei Magen-Darm-Erkrankungen, dem Vergessen der Einnahme oder der Einnahme von Antibiotika), oder das rechtzeitige, regelmäßige und konsequente Verwenden eines Kondoms.
ich bin ja auch vor einem jahr vater geworden und kann auch mit 33 jahren sagen, dass es das selbe problem mit den freundschafte gibt. singels und kinderlose halten sich meist fern, weil wie bereits gesagt die freundschaften durch gemeinsames weggehen disco, konzerte etc. gepflegt werden. trotzdem gehts uns gut, da sich auch neue bekanntschaften aufgetan haben eben durch das kind.
viele blicken auch nciht das man nicht mehr so doll party machen kann und wundern sich wenn man früher nach hause geht und nciht so viel trinkt. meine kleine will halt am sonntagmorgen um halb acht versorgt sein, die frägt nciht nach ob ich ein hang over habe oder nciht.
zwecks schlafen gehen kann ich auch nur dem tipp des rituales empfehlen: unsere kleine kommt punkt halb acht abends ins bett, das ist sie gewöhnt und wenn sie nciht gerade zahnt oder nen pups in der windel hat, der noch entfernt werden muss, klappt das auch super und nach 15 minuten schläft sie.
das mit den behördengängen kann ich auch bestätigen, sogar zu zweit, mit vater ist das ein riesen act bis alles beantragt ist und wenn man nciht hinterher ist, z.B. beim elterngeld ist der staat auch nicht nachgiebig und streicht wo er kann. gerade für allein erziehende stell ich mir das noch schwieriger vor.
trotzallem: nix schöneres wie ein kind! die verantwortung tragen wir gerne.