Im Stadttheater singen Obdachlose und Hartz IV-Empfänger vor der Freiburger Bourgeoisie und bauen damit eine Brücke über eine soziale Kluft. Maximilian hat sich an den Thementagen 'Capitalism Now' des Theater Freiburg die "Bettleroper" für uns angeschaut.
Der größte Teil des Publikums hingegen dürfte in dieser Hinsicht eher unbeleckt sein, entstammt er doch eher dem „bürgerlichen“ Milieu. Es sind zwei sehr verschiedene Welten, die da in der „Bettleroper“ einander gegenübergestellt werden. Dadurch wird zunächst einmal eine Kluft spürbar, der man sonst eher aus dem Weg geht.
Die fetzige Musik von Elektrorock-Tigerin Bernadette la Hengst verhindert dabei, dass sich diese Ängste allzu sehr ausbreiten. Die Botschaft ist: Auch auf der Straße bleibt man Mensch und kann sich des Lebens freuen. Das Publikum ist gebannt von dem Spektakel, dass so viel mit den alltäglichen Ängsten und Nöten zu tun hat. 



Sehr interessant. Ich war ja noch nie im Theater Freiburg. Wenn ich rausfinde, wie ich mir das von Hartz4 leisten kann während ich noch meinen Bildungskredit an die KfW abzahle, dann gehe ich vielleicht sogar hin. Mein (der ARGE bekannten) Nebenjob reicht dazu leider nicht aus.
@jimbo
so viel ich weiß bittet das Freiburger Theater im Zuge dieser Themenwoche eine Ermäßigung für Hartz IV-Empfänger an, da zahlt man dann pro Vorstellung nur 3-4 Euro. Also viel Spaß im Theater
@Jimbo:
HartzIV-Empfänger bekommen (wie Schüler und Studenten) beim Theater Freiburg Ermäßigung. Ein Ticket für alle hauseigenen Produktionen kostet dann erschwingliche 7 Euro.
@caro. Das Theater hatte auch vor Tagen/Wochen eine Aktion, dass der Eintritt für Hartz4-Empfänger nur 3,50 kostet. Bin aber nicht ganz sicher, ob das noch zählt.
@Jimbo
Deine Einstellung erinnert mich an die eines Jugendfreunds, der mit 18 schon für alle Ewigkeiten finanz. abgesichert war und immer die meinung vertrat, dass alle die gleichen gesellschaftl. chancen haben -ergo- jeder seines eigenen glueckes schmieds ist.
NO WAY ! Das ist falsch.
@kopfballungeheuer. nee, das gilt leider nicht mehr. das war nur den ganzen februar über, eben auch im zusammenhang mit diesen thementagen.
endlich wieder nackte im theater... wie gesellschaftskritisch und aufrüttelnd *gähn*
Naja, mal davon abgesehen, dass die Nacktheit, genauso wie auf der Straße und im Fernsehen, auch im Theater zugenommen hat, hat es an dieser Stelle wenigstens gepasst, dass der Schauspieler sich seiner Kleider entledigt...
Aber zu etwas anderem: Was ich allerdings schockierend finde, dass die Laiendarsteller aus dem Bettlerchor KEINERLEI Honorar für ihre Arbeit bekommen. Während der Probenarbeiten bekamen sie die Regiokarte bezahlt, nun nicht einmal mehr das, weil das Theater Freiburg meint für drei Aufführungen zu denen sie jeweils in März und April erscheinen müssen, sei dies nicht mehr notwendig.
Also bekommen die Laiendarsteller GARNICHTS dafür, dass sie ihre Zeit für dieses Stück opfern außer Applaus und vielleicht ein bisschen mehr Verständnis...
Schon schwach liebes Theater Freiburg! Wenn so die Einsparmaßnahmen aussahen, durch die ihr endlich positive Zahlen erwirtschaftet habt, dann ist das ziemlich billig!
@verneiner: neinnein: VORM theater. ist doch mal was. aber hast es wahrscheinlich nicht selber gesehen, wa?
@sommertag: das hab ich nicht recherchiert. wenns stimmt, ist das tatsächlich ne ganz schön krasse heuchelei.
Die Mitwirkenden des Bettlerchores erhalten selbstverständlich die gleichen Vergütungen wie alle Statisten, die bei einer Produktion des Theater Freiburg mitwirken.
Nach längerer Diskussion innerhalb der Beteiligten der "Bettleroper", zahlt das Theater das Honorar jedoch nicht bar aus sondern vergütet den Einsatz des Bettlerchores in Form von Regiokarten und kostenloser Verpflegung während der Proben und Vorstellungen. Selbstverständlich übernimmt das Theater auch die Fahrtkosten an Vorstellungstagen und jeder Mitwirkende des Bettlerchores kann kostenlos Theatervorstellungen nach Wahl besuchen.
Alle Künstler und Redner, die während der „Capitalism“-Thementage am Theater Freiburg aufgetreten sind, haben übrigens ihr Honorar an die gemeinnützigen Institutionen FreiRaum, Ferdinand-Weiß-Haus und Haus St. Gabriel überwiesen. Und das Theater überweist pro verkaufte CD „Bettleroper 2.50 Euro an ebendiese Institutionen, die sich Obdachlosen und Hartz-4-Empfängern annehmen.
Kathrin Gartmann
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Theater Freiburg
Die Bettleroper wurde heute auf ARTE in der Doku "Prekär, frei und Spaß dabei!" vorgestellt. Es wird noch zwei WDHs geben und sicher auch mal auf arte.tv auftauchen.
"Nach längerer Diskussion innerhalb der Beteiligten der ´Bettleroper´, zahlt das Theater das Honorar jedoch nicht bar aus sondern vergütet den Einsatz des Bettlerchores in Form von Regiokarten und kostenloser Verpflegung während der Proben und Vorstellungen."
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Lass Dich nicht verarschen - vor allem nicht beim Preis...