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Wie man als Student seine Sachen geregelt kriegt

Das Leben als Student bedeutet für viele ein vorher unbekanntes Ausmaß an Dingen, die es zu erledigen gilt. Man muss sich nicht nur um die Organisation des Studiums, sondern auch um Studiengebühren, Job, Strom, Miete und Versicherungen kümmern. Und irgendwann will man auch noch Party machen und Hobbys nachgehen. Dominik informiert Euch über die Organisations- und Überlebenstipps von Getting things done-Autor David Allen.



Eine gute Organisation schafft Übersicht, Freiräume und ein gutes Gewissen. Hier kommt das Stichwort "Getting Things Done" (kurz GTD) ins Spiel. Ein Begriff geprägt vom amerikanischen Autor David Allen. David Allen beschreibt eine Selbstmanagement-Methode mit dem Ziel, effektiver Arbeiten zu können.

Konkret soll Stress reduziert werden, denn wichtige Aufgaben werden nicht mehr vergessen und die Konzentration wird auf die wirklich wichtigsten Aufgaben gelenkt. Und das geht so:

Sammle!

Notiere alle Aufgaben, die erledigt werden müssen. Und zwar nicht nur in deinem Gedächtnis. Das ist der Ausgangspunkt für eine gute Organisation. Hierbei spielt es erst einmal keine Rolle, wann die Aufgabe erledigt werden muss oder ob sie privat oder beruflich ist. Die Einordnung folgt später. Generell gilt: Lieber eine Notiz zu viel als später etwas zu vergessen.

Wie und wo die Aufgaben notiert werden, sollte jeder selbst entscheiden. Notizblock, Laptop, Kalender, Handy oder Karteikärtchen. Auch ein Ordnersystem mit verschiedenen Fächern ist sehr praktisch zum Archivieren von Aufgaben. Jedes Medium hat Vor- und Nachteile. Das eine ist portabler, das andere ist flexibler.

Verarbeite!

Nachdem die Aufgaben gesammelt und notiert wurden, müssen sie verarbeitet werden. Überlege bei jeder Aufgabe, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht. Wenn nicht, wirf die Notiz in den Müll oder lege es unter dem Vermerk "Später/Vielleicht" beiseite.

Muss die Aufgabe erledigt werden, hat man drei Möglichkeiten. Ist die Aufgabe leicht und sofort zu erledigen, erledige sie. Bist du nicht die richtige Person zum Erledigen, delegiere die Aufgabe an die zuständige Person. Zum Beispiel wenn Papa die Miete überweisen soll. Damit die Aufgabe aber nicht vergessen wird, oder falls die zuständige Person gerade nicht erreichbar ist, sollte man die Notiz etwa mit "Warte auf..." beschriften.

Möchtest du eine Aufgabe aufschieben, weil sie zum Beispiel mehrere Erledigungen erfordert, erstelle eine Projektnotiz. Das heißt eine kleine Sammlung von Aufgaben, um diese Eine zu lösen. Ein Bafög-Antrag ist zum Beispiel solch ein Fall, der einzelne Erledigungen erfordert, wie Bescheinigung der Krankenversicherung und Kontoauszüge besorgen.

Organisiere!

Als dritter Punkt ist es wichtig, die Ergebnisse übersichtlich zu organisieren und zu archivieren. Aufgaben, die sofort erledigt werden oder gar nicht erledigt werden müssen, können abgehakt werden. Alles andere, also Aufgaben, die erst später erledigt werden können oder die andere Maßnahmen vorher erfordern, sollten aufbereitet werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Sammlung von zusammenhängenden Aufgaben, also ein Projekt, sollte in einer eigenen Mappe oder Liste zusammengeführt werden. Terminlich bedingte Aufgaben können in einen Kalender eingetragen werden und unwichtigere oder zeitlich flexible Aufgaben in ein Fach/Ordner abgeheftet werden.

Unter Aufbereitung versteht man hier auch das Hinzufügen von relevanten Informationen zu Ort, Werkzeugen und Personen. Zum Beispiel muss eine Aufgabe in der Uni mit einem Laptop und der Anwesenheit von einem bestimmten Kommilitonen erledigt werden. Generell sollten die aufgeschobenen Aufgaben regelmäßig überprüft werden und man sollte möglichst immer Papier und Stift dabei haben, um neue Aufgaben oder Ergänzungen sofort notieren zu können.

Werkzeuge zur Unterstützung

Die meisten Möglichkeiten zur Organisation bietet einem der Computer und das Internet. Hier ist man flexibel, kann auf viele Anwendungen zurückgreifen und problemlos auch große Datenmengen verwalten. Allerdings hat man einen Computer nicht immer dabei und hier kann man auf alt bewährte Methoden zurückgreifen.

Papier und Stift sind (fast) überall verfügbar und leicht zu transportieren. Der Klassiker unter den analogen Notizen ist das Moleskine. Ein nicht ganz billiges, aber schönes und stabiles Notizbuch in den verschiedensten Formen. Beliebt unter den Analogen ist auch der Hipster PDA, eigentlich nur zusammengeklammerte Karteikärtchen - allerdings mit System.




Unter den digitalen Anwendungen gibt es im Netz hunderte. Man sollte sich am Besten auf eine oder zwei beschränken, damit man die Informationen zentral hat. Auf dem PC dominiert Microsoft Outlook, das einen guten Kalender, eine To-Do- und eine Notizfunktion hat.

Ansonsten findet man in Internet Dienste wie NowDoThis oder Remember The Milk, einen einfachen Aufgabenplaner. Remember the Milk kann sowohl per Handy, E-Mail oder ICQ genutzt werden. Letztendlich bietet sich meistens eine Mischung aus analoger und digitaler Organisation an. Unterwegs mit Stift und Papier Sachen notieren, um sie dann zu Hause in die elektronische Verwaltung einzupflegen.

Nicht übertreiben

  Sich mit einer guten Organisationsmethode zu beschäftigen kann sehr sinnvoll sein. Es lassen sich vorher ungeahnte Potentiale freischaufeln. Nichts ist schlimmer, als wenn man das Gefühl hat, nicht mehr Herr über die anfallenden Aufgaben zu sein. Dennoch muss man sich letztendlich auf die Aufgabe selbst und nicht die Aufgabenplanung konzentrieren können. Deswegen ist manchmal weniger mehr oder altbewährtes am einfachsten. Die beste Methode, den studentischen Alltag zu meistern, muss deswegen am Ende jeder individuell entscheiden.












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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 22
Mittwoch, 11.02.09 14:11
 

"Dennoch muss man sich letztendlich auf die Aufgabe selbst und nicht die Aufgabenplanung konzentrieren können."

Genau. Und deswegen vergisst man den überflüssigen Kram oben besser schnell wieder und schreibt sich gelegentlich einen Einkaufszettel.

Mittwoch, 11.02.09 14:22
 

naja, vom Prinzip her ist das doch die m.E. übliche Herangehensweise: Denken >> Handeln.

Mittwoch, 11.02.09 14:39
 

Denken >> Handeln... mit System. Und kontinuierlich und einheitlich. Ich denke dafür lohnt es sich mit GTD zu beschäftigen.

Mittwoch, 11.02.09 14:55
 

Okay, hast recht. Das ganze richtet sich ja an Studenten. Und hier kann systematisches Denken und Handeln nicht unbedingt a priori vorausgesetzt werden ;-)

Mittwoch, 11.02.09 15:53
 

Viele Studenten sind ja schon den halben Tag damit beschäftigt ihr studiVZ, facebook, linkedin, werkenntwen, xing, bla bla bla auf dem aktuellen Stand zu halten und sämtliche Freunde in allen Netzen parallel zu pflegen.

Mittwoch, 11.02.09 16:45
 

statt outlook lieber thunderbird mit lightning

Mittwoch, 11.02.09 17:02
 

Sollte man auf sowas nicht von alleine kommen?

Mittwoch, 11.02.09 17:09
 

"Papier und Stift sind (fast) überall verfügbar und leicht zu transportieren"

David Allen ist ein Genie.

Mittwoch, 11.02.09 17:17
 

wurde nach zwei absätzen durch einen umstürzenden stapel abgelaufener ub-bücher abgelenkt

argh

Mittwoch, 11.02.09 17:33
 

Ich war mal dreistellig.

Aber das sind auch kriminelle Abzocker, die bauen auf 15 Prozent Vollpfosten wie uns.

Wenn alle das GTD-Buch lesen und dann alles auf die Reihe kriegen, können sie die Bibliothek dichtmachen - oder erhöhen sie die Studiengebühren (noch stärker).

Mittwoch, 11.02.09 21:03
 

Herrjeh! Und wenn ich irgendwann noch zwei Kinder hab? Und einen Job und noch mehr Versicherungen? Und wie haben das Studis oder gar Väter und Mütter gemacht, als es noch kein Internet und keine Computer gab? Und auch dieses Buch nicht? Unfassbar!

Mittwoch, 11.02.09 21:23
 

"Vollpfosten" ist übrigens ein Wort, das ich erst auf Fudder kennengelernt habe. In dieser Diskussion hier wird es von JosFritz benutzt, Fudder-weiter Spitzenreiter in der "Vollpfosten"-Nutzung ist aber "derOnkel", wie die Suche ergab.

Mittwoch, 11.02.09 21:29
 

Vollpfosten gehört in jede gute Wortsammlung und war bereits Bestandteil der 103. Ergänzungslieferung 2001.

Mittwoch, 11.02.09 21:38
 

ich hatte mal 30 euro und als ich die gezahlt hab meinte der ub-scherge davon hätte ich ja mit meiner freundin auch schön essen gehen können

beim nächsten mal warens 80 euro und er hat die fresse gehalten was sein glück war sonst wären er und ich vermutlich gemeinsam in den nachrichten gelandet

Mittwoch, 11.02.09 22:02
 

"ich hatte mal 30 euro und als ich die gezahlt hab meinte der ub-scherge davon hätte ich ja mit meiner freundin auch schön essen gehen können

beim nächsten mal warens 80 euro und er hat die fresse gehalten was sein glück war sonst wären er und ich vermutlich gemeinsam in den nachrichten gelandet"


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Mittlerweile ist man pro Buch nach der dritten Mahnung ist man mit 16,50 Euro dabei, macht bei zehn Büchern 165,- Euro.Und dann ist ja nicht etwa Schluss: Gerne verschickt die UB laut Gebührenordnung auch noch eine vierte und fünfte Mahnung (pro Buch und Mahnung zusätzlich 10,- Euro), so dass wir dann bei 365,- Euro für zehn Bücher wären (plus Porto und Versand...)

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt:

Schließlich kann ja auch jeder seine Bücher einfach pünktlich zurück geben oder verlängern, oder?

Und überhaupt ist das natürlich voll assi, so lange auf den Büchern zu hocken, die alle anderen auch brauchen.

Z.B. die Dissertation über Cäsar von 1836.

Deshalb bin ich, wenn ich es mir so recht überlege, eigentlich dafür, die Mahngebühren zu verdreifachen:

Denn natürlich werden mit den zusätzlichen Einnahmen ausschließlich Bücher angeschafft, für die Studenten!

Ups. Jetzt wird es aber voll in den Regalen - da stehen ja schon abertausende Bücher mit Stempel "Aus Studiengebühren angeschafft"...

Donnerstag, 12.02.09 03:17
 

hab mal, damals zu studentenzeiten, nach ner durchzechten nacht einen stapel bücher, der in meinem bett lag mit einem übelriechenden gemisch aus magensaft, schlechtem fürstenberg, gutem wein und flips verschönert. ging bis auf einzelne flecken auch alles wieder weg (am nächsten nachmittag) und wurde anstandlos zurückgenommen. 1plus für die freiburger ub:)

Ex-Moskito
Donnerstag, 12.02.09 07:55
 

Also wenn ich es zu meiner Studienzeit noch nicht einmal gebacken bekommen hätte meine Bücher halbwegs pünktlich wieder bei der UB abzugeben würd ich's hier nicht so an die große Glocke hängen.
Es sind ja immer die "anderen", die schuld sind.

Donnerstag, 12.02.09 09:00
 

hab ich es doch schon immer gewußt.. Studenten sind nicht überlebensfähig... meine Fresse..wenn man sich nicht organisiert bekommt, sollte man es lassen.
Ich denke gerade an diejenigen, die evtl. einen schnelleren Schulabschluss hatten und sich kurzum im Berufsleben wiederfinden - und das z.T. mit 15 oder 16. Die müssen sich auch organisieren. Leider ist Student-sein auch fest verknüpfter Lifestyle - man sollte härter durchgreifen statt Dumpfbacken zu züchten!!!

Donnerstag, 12.02.09 10:25
 

hahaha, ein köstlicher gedanke:

grundwehrdienst abschaffen, stattdessen den zivieldienst verstärken und jedem studi einen zivi an die seite stellen, damit der bei den einfachen dingen des lebens beratend und helfend zur seite steht. fsj-lerinnen kann man auf den strich schicken um die studiengebühren reinzuholen...

Donnerstag, 12.02.09 10:26
 

bei entsprechender neigung auch den zivi, gleichberechtigung und so...

Donnerstag, 12.02.09 11:45
 

@dada

du warst nur schneller raus aus der schule weil sies nach 9 jahren aufgegeben haben dir was beibringen zu wollen :)

aber im ernst ein haufen studenten sind sehr strukturierte menschen die beeindruckendes leisten dass ich das nicht bin ist ein betrüblicher statistischer ausrutscher

@moskito

hast ja recht :(

Donnerstag, 12.02.09 12:43
 

Mahngebührenzahler und Raucher sind die Säulen des Systems, ohne die den ganzen angeblich vorbildlichen Pharisäern der Boden unterm Arsch zusammenbräche...

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