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Das deutsche Web 2.0 (10): Spreadshirt.net

All wisdom is found on t-shirts. Für die Jubiläums-Folge unserer Web 2.0-Serie haben wir ein echtes Schwergewicht unter die Lupe genommen. Gemäß dem Motto, dass Weisheit nicht von Bekleidung zu trennen ist, bedruckt Spreadshirt Textilien mit fast allem, was sich in Worte und Motive fassen lässt. fudder über ein ehemals "unrealistisches Geschäftsmodell".

 
Was ist Spreadshirt?

Spreadshirt ist eine Online-Plattform für kreative Bekleidungsgestaltung. Gemäß der Losung "Viele Menschen haben Ideen – viele davon passen auf ein T-Shirt" kann man sich bei Spreadshirt seine T-Shirts, Pullover, Jacken, Unterwäsche und anderes selbst gestalten. Über 100 verschiedene Kleidungsstücke warten darauf, mit den Eingebungen der Kunden bedruckt zu werden.

Was bringt mir Spreadshirt?

Spreadshirt lässt sich auf verschiedene Arten nutzen. Einerseits kann man sich Klamotten mit den bereits vorhandenen Motiven und Texten bedrucken lassen. Dafür hat das Unternehmen ein Designer-Netzwerk aufgebaut, das sich um kreativen Input kümmert. Die Künstler profitieren über ein Provisionssystem davon.

Wer selbst kreativ Hand anlegen möchte, kann das bei Spreadshirt auch, indem er sehr einfach die verschiedenen Kleidungsstücke nach dem eigenen Geschmack bestücken, von Spreadshirt produzieren und sich schicken lassen kann.

Und schließlich kann man via Spreadshirt seinen eigenen Web-Shop eröffnen und so die selbst designten Produkte durch das Unternehmen an den Mann (oder die Frau) bringen lassen. Von diesem Angebot machen mittlerweile über 400.000 Privatleute und Promis, Firmen und Vereine, Künstler und Blogger Gebrauch. Das geht von Max Goldt (Rumpfkluft auf Katz und Goldt) über Reporter ohne Grenzen bis zu CNN.

Wer steckt hinter Spreadshirt?

Der geistige Vater von Spreadshirt ist Lukasz Gadowski (Bild links), der die Idee bereits seit 2001 mit sich herumtrug. Allerdings wurde das Modell damals noch bei einem Businessplan-Wettbewerb als "unrealistisches Geschäftsmodell" eingestuft. Er ließ sich aber nicht davon abbringen und gründete 2002 zusammen mit Matthias Spiess Spreadshirt, wobei die beiden das Ziel verfolgten, keinen Web-Shop, sondern eine Plattform zu schaffen.

Inzwischen setzt sich das Management-Team aus Jana Eggers (CEO), Matthias Spiess (CTO) und Andreas Schröteler (CFO) zusammen. Gadowski ist seit Anfang 2008 Vorsitzender des Aufsichtsrates, in dem auch Rezzo Schlauch sitzt, und widmet sich verstärkt seinen Leidenschaften: Investments und Gründungen.

Wie erfolgreich ist Spreadshirt?

Spreadshirt ist in den vergangenen Jahren schnell und stark gewachsen. 2006 war das Unternehmen auf Platz 5 bei den wachstumsstärksten Mittelständlern in Europa. Seit 2007 richtet Spreadshirt den Fokus auf Bekleidung und beschäftigt mittlerweile weltweit über 300 Menschen in Leipzig, Berlin, Paris, London, Utrecht, Boston, Greensburg (USA) und Legnica (PL).

Wie verdient Spreadshirt Geld?

Einerseits übernimmt Spreadshirt für die Shop-Betreiber Einkauf, Lagerung, Herstellung, Versand, Bezahlmodalitäten und Kundenservice, wofür sie sich an den Verkäufen anteilig entlohnen lassen, andererseits betreibt das Unternehmen natürlich auch noch seinen eigenen Web-Shop.



Wer sind die Vorbilder?

Natürlich fällt einem da sofort das amerikanische Unternehmen Cafepress ein, das bereits 1999 gegründet wurde. Allerdings versichert Spreadshirt-Pressesprecherin Eike Sievert, dass Lukasz Gandowski Cafepress noch nicht kannte, als er Spreadshirt erdachte. "Ein Vorbild war dabei eher Amazon und dessen Partnerprogramme."

Wer sind die Konkurrenten?

Hier lässt sich Cafepress nicht mehr wegdiskutieren, auch wenn Spreadshirt in Europa führend ist. Mit Zazzle (USA) und Shirtinator und Shirtcity für Deutschland kommen noch ein paar andere Wettbewerber hinzu. Kein Wettbewerber ist laFraise. Sievert dazu: "laFraise ist unser kontinuierlicher T-Shirt-Design-Wettbewerb, der größte in Europa. Der Online-Wettbewerb ergänzt Spreadshirts Produktangebot perfekt und gehört seit 2006 mit dazu."

Gab es in den vergangenen Jahren ein Motiv, das besonders polarisiert hat?


Natürlich kommen bei der Masse an Input aus verschiedensten Richtungen immer wieder diskussionswürdige Inhalte zusammen. "Sehr spannend und zunächst äußerst kontrovers wurde das Motiv 'Stasi 2.0' diskutiert", erinnert sich Sievert und verweist auf den Blog und eine Pressemeldung von 2007.

"Aber eigentlich muss ich gar nicht soweit zurückschauen, denn erst kürzlich haben wir unsere Unwort-des-Jahres-Kandidaten bei Spreadshirt gekürt, da sind aus dem vergangenen Jahr ein paar interessante Worte zusammengekommen."



Wie geht es weiter? Wo steht Spreadshirt in zehn Jahren?

Sievert: "Unser Ziel ist es, DIE Kreativplattform für Kleidung zu sein. Wenn Menschen an Online-Buchhändler denken, fällt ihnen Amazon ein. Wenn Menschen an Internet-Suche denken, fällt ihnen Google ein. Wenn Menschen an kreative Bekleidung denken, dann sollte ihnen in Zukunft stets Spreadshirt einfallen."



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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 16
+om
Freitag, 23.01.09 15:24
 

Folgendes sollte zum "kreativ" ergänzt werden:

2008 wurden Shirtdesigner für ein Buch von "Zeixs Bücher fürs Designervolk" in Kooperation mit "Spreadshirts" aufgerufen, ihr Material zu veröffentlichen.
Diese Designer (auch Freiburger) wurden dann auch publiziert. Ein viertel Jahr später fanden sich bestimmt ein Viertel der abgebildeten Motive, wenn auch leicht verändert bei "Speadshirt", als fertige Designs. Naja, Umsatz auf kosten der eigenlichen Kreativen?

Und um sich Shirts mit eigenen Motiven zu bedrucken gibts ja glücklicherweise noch Textildrucker vor Ort die das günstiger anbieten.

Wo werden die Textilien eigentlich produziert?

Soweit ein Freiburger "Kreativer"
http://www.major-wear.com

cms
Freitag, 23.01.09 15:46
 

@+om: Danke für den Hinweis! Infos zur Herkunft der Produkte bei Spreadshirt findest Du hier:
http://www.spreadshirt.net/de/DE/Service/Hilfe-1328/categoryId/302/articleId/1090

Freitag, 23.01.09 15:58
 

Ist doch was für Anita aus dem Bush-Thread.

Ich denke da an: I Love Bush
Oder I'm a Bush Fan *g*

van Gogh
Freitag, 23.01.09 16:05
 

Bei euch scheint das Web (2.0) nur aus T-Shirt und sonstigen Druckangeboten zu bestehen, gibts nicht mal was interessanteres als Billig-Shirts?

Freitag, 23.01.09 16:23
 

@Mutti

hör bloß uff mit diesen alten Kamellen (Bush) ;)

Dann doch lieber ein Spreadshirt, das im Sinne des Klimaschutzes und Obama ist:

http://nie-mehr-benzin.spreadshirt.net

;)

Freitag, 23.01.09 16:36
 

teile des konzepts erinnern neben cafepress auch an threadless

http://www.threadless.com/

Freitag, 23.01.09 16:48
 

@van gogh: Deine Kritik kann ich nicht nachvollziehen.

Unsere Web 2.0 serie umfasst bisher:

einen Bookmarking-Service, Müsli zum Selbermischen, ein Empfehlungsportal für Diensleistungen, eins für Produkte, einen IM-Dienst, ein Fernseh-Community.Dienst,, eine Personensuchmaschine, ein Community-Dienstleister und ein Kooperations-Netzwerk.

Wo sind da T-Shirts?

Freitag, 23.01.09 17:02
 

im prinzip hängt die tshirtproduktion ja eher an der vermarktung kreative gibts für zehn cent das dutzend aber das ganze dann genug leuten mitzuteilen und sie zu überzeugen dass das produkt gekauft werden sollte ist nicht ganz trivial

hmmmmmmmmmmmmmmmm ich brauche geld

Freitag, 23.01.09 17:24
 

Obama Shirts, das ist ne gute Idee=:O)

Welcome Mister Präsident und darunter ein Bushbild das durchgestrichen ist (inspiriert durch Tachy;) und dann ein Bild von Obama.



ich auch
Sonntag, 25.01.09 12:52
 

ich hab da mal ein shirt drucken lassen und war dann vom ergebnis leider gar nicht begeistert. besser gefallen hat mir der druck von print planet, günstiger war er auch. aber die haben nicht solche designer-motive.
ich denke auch, die beste lösung ist der laden vor ort. da kann man dann auch mit nem menschen sprechen, wie mans haben will.
wenn die spreadshirt-motive echt teilweise aus "wettbewerben" geklaut sind, ist das echt nicht ok.
aber ich order da eh nicht mehr.

Sonntag, 25.01.09 14:42
 

die qualität bei cafepress war auch scheiße, da hab ich auch nur einmal bestellt.

ami
Montag, 26.01.09 09:47
 

hi,

vielen dank für eure kommentare.

@om - wegen zeixs - kurze rückfrage: wie meinst du das? die shirts sind ja von den designern eingereicht worden .. wenn sie die dann auf den marktplatz packen ist das doch okay? dass andere sie "gerippt" haben, hab ich noch nicht gehört - würde mich interessieren. wenn du magst, kannst du mir gerne mal ein beispiel schicken, dann check ich das (ami @ spreadshirt . net) -- übrigens: in solchen fällen kann man die entsprechenden motive auch direkt auf der seite "melden" (unsere design prüfer haben nicht immer ein zeixs buch auf dem tisch und sehen täglich eine reihe von motiven ;))

@ich auch - was hast du denn drucken lassen .. (tasse, tasche, t-shirt - plott oder digital druck?) und womit genau warst du unzufrieden?
s.o. wenn du magst, schick mir gerne mal deine bestell-nr. und ich schau mir das an. wegen zeixs - s. oben. wir klauen nichts, wenn ihr sowas entdeckt, einfach kurz bescheid geben dann gehen wir dem nach.

re: drucker vor ort. also generell haben wir nix gegen den drucker vor ort (und empfehlen das teilweise sogar auch), aber meistens ist eben das problem dass die nicht ab einem stück produzieren, und man seine designs nicht ohne aufwand (lagerhaltung, bezahlung etc.) an andere weiterverkaufen kann.

re: herstellung. unsere produktionen sind in leipzig (DE) und legnica (PL), sowie greensburg (USA). wo die shirts hergestellt werden, sieht man in der hersteller-liste (via hilfe) oder direkt im sortiment.

re: qualität. was die qualität angeht, bekommen wir eigtl. ganz gute noten - auch "objektiv", s. unseren NPS (net promoter score, bezeichnet die weiterempfehlungsquote der kunden) s. http://blog.spreadshirt.net/de/?s=NPS

vielen dank für eure anmerkungen!
viele gruesze aus leipzig,

ami.)

ami
Montag, 26.01.09 10:02
 

nochmal ich, @ich auch - sorry, das mit dem shirt hab ich erst grade nochmal gelesen .. aber wie gesagt, wenn du mir sagen kannst was du genau hast draufdrucken lassen, würde ich mich freuen.

ami.)

+om
Montag, 26.01.09 23:56
 

@ami
aha. ok. meld mich bei dir dann per email nochmal. bin grad vom abbau meiner ausstellung aus mainz zurück und fahr morgen wieder nach münchen. hab also noch keine zeit zur ausführlichen beschwerde gefunden. werde den link dann natürlich auch mal an die betroffenen weitersenden.

grz

Dienstag, 27.01.09 01:52
 

hier in der fußgängerzone ist n laden der produziert ab einem stück, einfach mit der eps hin, die machen flexdruck (?) bin mit der nomenklatur nicht so vertraut, es wird quasi ne dünne plastikfolie draufgeschweißt, glaube das nennt man flex. hab ich schon gemacht, hält seit über nem jahr eins a und sieht tiptop aus. ist halt einfarbig, war aber für mein motiv genug.

ami
Mittwoch, 28.01.09 22:15
 

@+om - okay, danke.

@lalala - jup, flex ist quasi die "standarddruckmethode" für vektor designs und genau das, was wir unseren kunden auch anbieten. hält ewig und ist bietet eine sehr gute qualität. daneben gibts noch "flock", das eine etwas samtigere oberfläche hat (vlt. von fussballtrikots bekannt), ansonsten vergleichbar mit flexdruck, und digital direktdruck (folie wird nicht draufgepresst, sondern farbe wie bei einem tintenstrahldrucker direkt auf die textilfaser aufgedruckt).
und, wie oben erwähnt: vorteil von lokalem drucker = shirt gleich am start, ergebnis sichtbar. vorteil bei uns = große auswahl an motiven, eigene motive lassen sich zudem an andere weiterverkaufen.

viele gruesze aus leipzig,

ami.)

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