
Ob Kim und Band sich auf dem
Weihnachtsmarkt eingeschenkt hatten, ist unklar. Einige verstrahlte Glühweinleichen hatten jedoch zweifelsohne brühheiß vorgeglüht und wurden danach leider die Treppe herunter ins El.Pi gespült, wo sie sich darin übten, den geraden Gang beizubehalten (was nicht weiter gestört hat) und lauthals zu grölen ("Skandal um Roooosi!", was massiv gestört hat). Doch irgendwann hatten auch sie das Tagessoll übererfüllt und wurden von den Türstehern freundlich hinausbegleitet. Danke dafür, El.pi-Crew.
Das Vorwärmen des restlichen Publikums übernahm
Maria Timm, sonst mit der
Marybell Katastrophy unterwegs, ohne Glühwein, sondern mit Gitarre oder auch mal im A-Cappella-Duett mit dem Loop-Pedal. Sie sang ein paar kleine Nummern, die in ihren besten Momenten stark an Frankreichs Stimmlady Nummer 1, Camille, erinnerten.
Die Mannen um Kim Kix waren ohnehin so richtig warm. Zwischen
Bluespunk und
Psychobilly (mit einer Powersolo-Nummer), Americana und Desert-Country, schrägem Rock und staubigem Folk mäandert ihre Musik wie ein ständig die Richtung wechselnder, leicht unheimlich im Dunkeln glitzernder Fluss in tiefen schwedischen Wäldern.
Ein herrlich schräger Trip durch alle möglichen Zeitzonen, Landschaften, Musikstile und Vegetationsformen, der einen seiner Höhepunkte in Frankreich hatte, und zwar im französischen Song
"Hippie Hippie Hourrah" aus der Feder von Altmeister Jacques Dutronc. Da zuckte und zappelte das soundmäßig diesmal wacklige El.pi richtig!
Ein Zuschauer spendierte der Band eine Schnaps-Runde, die Kim fürsorgleich an seine Bandkollegen verteilte. Lobend seien auch noch Drummer Bos Fähigkeiten an Percussion-Flasche und Schlagzeug zugleich erwähnt.
Gesamturteil:
schön, schön!

[Fotos: Caro]