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Generation Umhängetasche

Martin Reichert, geboren 1973, fühlte sich jung genug, das Leben noch nicht so richtig ernstnehmen zu müssen. Er dachte, das habe noch Zeit. Und auf einmal war er über dreißig. Wie so viele aus der "Generation Umhängetasche", die vermeiden wollen, erwachsen zu werden. Warum das so ist, darüber sprach der Journalist mit Mechthild Blum.

Martin Reichert cc Jonas Maron

Herr Reichert, ist Ihre "Generation Umhängetasche" ein Großstadtphänomen?


Das würde ich nicht so sagen. Ich sehe diese Menschen auch in Freiburg. Auf dem Land in gewachsenen Verbindungen mag das anders sein. In Berlin allerdings ist diese Gruppe der 30-Jährigen schlicht tonangebend. Schauen Sie sich nur mal auf dem Prenzlauer Berg um. Man kann sich natürlich fragen: Was ist Attitüde, was ist Wirklichkeit? Eins aber ist sicher: Eine Normbiographie werden Sie da kaum finden. Hier muss sich jeder neu erfinden. Die Lohas – Abkürzung für "Lifestyle of Health and Sustainability" – tun das eben in schickem Design auf der Basis von Gesundheit und Nachhaltigkeit. Die digitale Bohème gibt sich auch schon mit einer Dachkammer und einem Wurstbrot zufrieden, in der Hoffnung, dass ihr irgendwann schon der Sprung nach Silicon Valley gelinge.

Sind alle Gegenstände in der Umhängetasche symptomatisch für den Wunsch, nicht erwachsen werden zu wollen?


Ja, ich denke schon. Zum Beispiel die Zahnbürste, die Kondome, die Socken, der frische Slip. Das soll signalisieren: Keine Ahnung, wo es mich heute Abend oder über Nacht noch hinverschlägt. Und das tragen selbst solche mit sich herum, die seit Jahren fest liiert sind. Aber die ziehen nicht zusammen. Die halten sich lieber eine Alibiwohnung wegen der Unabhängigkeit. Darüber freuen sich natürlich die anderen Mieter: Wenn der Nachbar so gut wie nie zu Hause ist, macht er auch keine Umstände. Oder das Moleskine-Notizbuch mit dem Schriftstellermythos für die ach so kreativen Einfälle seines Besitzers. Oder das Bloggen mit dem weißen MacBook, Symbol der digital Kreativen: Zu jeder Zeit an jedem Ort mitzuteilen, was man gerade denkt und erlebt – diese Gier nach Wahrnehmung, das ist das eigentliche Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

Und der Schlüssel...


...zur Wohnung der Eltern. Genau. Der soll heißen: Da kann ich immer noch hin, wenn’s nicht klappt mit dem Leben. Oder: Später erbe ich mal die Immobilie und dann mach’ ich meinen eigenen Laden auf. Dabei werden die Eltern ja älter, vielleicht sogar pflegebedürftig oder wollen in ein Seniorenheim umziehen. Und dann brauchen sie das Geld selbst. Das ist den meisten nicht bewusst. Oder sie schränken tatsächlich den Lebensstandard ihrer Eltern ein, weil sie es unzumutbar finden, eine Arbeit "unter ihrem Niveau" anzunehmen. Manche sind darüber 40 oder 50 Jahre alt geworden.

Eltern haben ja auch selten den Schlüssel zur Wohnung der Kinder.


Eben. Das zeigt das Kindverhalten.

cc Lucia Reck

Wollen oder können so viele Ihrer Meinung nach nicht erwachsen werden?


Junge Menschen heutzutage haben immer weniger das, was man Planungssicherheit nennt. Vor allem in beruflicher Hinsicht. In unserer Generation hat man ja häufig bis 30 studiert, danach musst du dich erstmal im Beruf festkrallen und überlegst dir erst mit Mitte 30, ob du ein Kind willst. Alles schiebt sich nach hinten. Außerdem: Erwachsenwerden gilt als etwas Negatives. Niemand will wirklich erwachsen sein.

Das gesellschaftliche Umfeld diktiert einen "Jugendwahn"?


Jugendlichkeit ist in vielen Fällen ein Muss. In der Werbebranche zum Beispiel ist man mit 40 Jahren raus aus dem Geschäft. Jugend ist ein Kapital, ganz klar. Es verspricht Entwicklung zu allem Möglichen. Um in unserer Gesellschaft als vielversprechend zu gelten, ist man nahezu gezwungen, "Jugend" zu repräsentieren: flexibel sein, bereit sein, in andere Länder und Städte zu ziehen, seine Bezugspersonen wechseln, neue Techniken lernen, sich auf neue Moden einlassen. Wenn man das auf Dauer darstellen will, kommt man allerdings an einen Punkt, wo der Körper ganz andere Signale aussendet. Dann wird das lächerlich.

Auch in der Generation der heute über 50-Jährigen haben viele so lange studiert und bis zu diesem Zeitpunkt selten eine Familie gegründet.


Erwachsenwerden funktioniert aber heute nicht mehr so wie bei unseren Eltern, auch wenn die eine verzögerte Adoleszenz hatten. Meine Generation hat in den 1990er Jahren das "Anything goes" erlebt. Und dachte, das funktioniert – arbeitsmäßig zum Beispiel. Jetzt sehen sie, dass eben nicht alles geht. Sie leben in einer Warteschleife und hoffen auf das "eigentliche" Leben. Das liegt auch an wirtschaftlichen Veränderungen. Anfang der 1990er fing das mit dem Internet an. Und alle setzten auf den großen Medien- und Internet-Hype. Aber der ist komplett abgesoffen. Trotzdem tragen sie in ihrer Umhängetasche noch immer das MacBook mit sich herum.

Menschen in Handwerk, Industrie, Verwaltung oder kaufmännischen Berufen haben damit eigentlich doch weniger zu tun.


Klar, damit meine ich schon die Kinder des bürgerlichen Mittelstandes, wenn man so will, die ja eigentlich auch vom Abstieg bedroht sind. Nicht jene, die eine Lehre machen. Die dann einen definierten Beruf haben und mit Glück auch in einem Betrieb unterkommen. Auch nicht die, die ohne einen Schulabschluss keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Dennoch: Die Homosexuellenszene hat Bob Dylans "forever young" in den 90er Jahren vorgelebt – Jugendlichkeit, keine feste Beziehung und trotzdem ein gutes Leben. Das ist jetzt im Mainstream angekommen. Übrigens: Auch die sogenannte Funktionselite ist nicht mit meiner "Generation Umhängetasche" gemeint. Die folgt nämlich sozusagen schon von klein auf einem Lebens- und Businessplan.

Sie sind schon etwas mehr als 30 Jahre alt. Sind Sie jetzt erwachsen?


Ich bin immer noch damit beschäftigt. Ernsthaft. Erwachsenwerden, das sind kleine Schritte. Ich habe erst vor kurzem zum ersten Mal in meinem Leben Regale an die Wand gedübelt. Früher hatte ich wegen vieler Umzüge die Kisten erst gar nicht richtig ausgepackt und auch sonst habe ich nichts ernst genommen. Das ändert sich gerade. Weil das Leben eben nicht immer nur lustig ist. Ich bin auch bereit, Verantwortung zu übernehmen und laufe nicht immer wie ein 20-Jähriger herum, der gerade vom Indie-Konzert kommt. Ich kenne aber viele, die in meinem Alter immer noch nicht so recht wissen, wie es weitergeht. In jedem Fall ist es ein Thema, das alle in meinem Umfeld umtreibt.

cc: flickr.com/photos/dainec/2911908257/

Wenn Sie wirklich "groß" sind – was machen Sie dann?


Dann zieh ich nach Freiburg und baue mir ein Niedrigenergiehaus in Ebnet! Nein, im Ernst: Wenn man älter wird, sehnt man sich nach einer verlässlichen Struktur. Man muss ja nicht gleich zum Gartenzwerg werden.

Was raten Sie denen, die nicht erwachsen werden wollen?


Mein Buch ist vielleicht eher die Travestie eines Ratgebers. Eigentlich greife ich auf, was ich sehe und formuliere das in gestrenge Anweisungen, um für eine Jugend, die mit dem Versprechen – und dem Anspruch – auf Selbstverwirklichung aufgewachsen ist. Mit der Verheißung eines glücklichen Lebens, einer kreativen Verschmelzung von Leben und Beruf. Das wird in Zukunft immer weniger gelingen. Sich davon frei zu machen und die Realität zu akzeptieren ist ein schmerzlicher Prozess. Auch weil es heißt, sich von bestimmten Gruppen verabschieden zu müssen. Jeder muss sich aber selbst fragen, was er erreichen will – und realistischerweise erreichen kann.

Wann haben Sie gemerkt, dass es Zeit wird, erwachsen zu werden?


Als ich mit dem Studium fertig wurde. Bis dahin hatte ich auch ganz viele verschiedene Jobs. Und dann ist mir mit einmal alles, aber auch wirklich alles weggebrochen. Ich hatte nichts mehr. Und plötzlich wurde mir klar: Warten ist nicht mehr. Jetzt musst du einfach handeln. Du musst dein Leben in die Hände nehmen. Zu sagen: Hey, wir leben ein ganz unkonventionelles Leben...also ich weiß ja, wie das endet. Also fragt man sich: Will ich eine Familie gründen? Will ich eine solide Partnerschaft? Habe ich jahrelang studiert, um keinen vernünftigen Beruf zu finden, mit dem ich mein Leben selbst finanzieren kann? Unserer Generation sagt man gerne nach, dass sie völlig unpolitisch ist und keine Verantwortung übernehmen will. Und das stimmt auch zu weiten Teilen. Momentan liegen die Geschicke dieses Landes jedenfalls in den Händen von ganz anderen Menschen und die "Generation Umhängetasche" hat überhaupt nichts zu melden. Die haben ein Projekt, hören Musik und trinken Gin Tonic, aber es passiert nichts. Das führt nirgendwo hin.

fudder Taschenkontrolle

Das werden die 30-Jährigen schon noch selbst merken, denke ich.


Gut. Es geht schon auch darum, in Würde...

. . . zu altern? Das ist aber ein alter Hut!


...in den nächsten Lebensabschnitt hinüberzugehen. Es wird ja immer behauptet, Erwachsensein sei spießig und Jugendlichsein cool. Ich halte das für eine Lebenslüge. Wenn du erwachsen wirst, musst du ja nicht automatisch deine Ideale über Bord werfen und zu einem Megaspießer mit Reihenhaus werden. Wer sagt das denn? Aber hängt das wirklich an Klamotten, Attitüden und Behauptungen? Ich glaube das nicht.

Sie reden so ernst. Dabei muss man beim Lesen Ihres Buchs dauernd laut lachen. Hat es Ihnen nicht Spaß gemacht, sich und Ihresgleichen mal so kräftig durch den Kakao zu ziehen?


Na ja, vor allem ist es auch so eine Art Bilanz meines bisherigen Lebensstils. Wie gesagt: Ich gehöre ja dazu.

Die Tasche ist also geräumt. Auf welchen Gegenstand konnten Sie am leichtesten verzichten?


Auf's Mac Book. Das muss ich wirklich nicht immer mit mir herumtragen.

...und auf welchen am schwersten?


Blöd. Ja. Das war der Schlüssel zur Wohnung meiner Eltern.

Zur Person

Martin Reichert, Jahrgang 1973, zog 1996 nach Berlin, studierte Geschichte und zog jedes Jahr um. Währenddessen hatte er zahlreiche Jobs. Heute ist er Redakteur der Berliner Tageszeitung "taz".

Mehr dazu

Buch: Martin Reichert, "Wenn ich mal groß bin. Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche ", Fischer, 235 Seiten, 8,95 Euro  




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 34
Dienstag, 14.10.08 17:31
 

hahaha!
was soll den das letzt foto?
der ist aber nicht ü30!
der war doch mal bei stilfrage dabei...
hauptsache umhängetasche, verstehe...

Dienstag, 14.10.08 18:07
 

Warum wird das hier und nicht unter Taschenkontrolle veröffentlicht?
Was hat das mit Neuigkeiten zu tun?????

Dienstag, 14.10.08 18:45
 

Die Generation "Umhängetasche" löst bei mir tiefe Traurigkeit aus. Ich kann es schwer erklären, denn die haben an sich genommen ein schönes Leben. Ich habe aber das Gefühl, dass sie sich einfach blenden lassen.

Ich gehöre übrigens zu der jüngeren Generation und kann trotzdem diesen Drang ewig jugendlich zu bleiben (obwohl man es irgendwann einfach nicht mehr ist) nicht nachvollziehen. Wie gesagt, es macht mich traurig.


An alle Junggebliebene: nicht persönlich nehmen

Dienstag, 14.10.08 19:03
 

@ Lara:

Schöner hätte ich es als alter Sack auch nicht sagen können. "Traurigkeit" trifft es irgendwie noch besser als "Mitleid".

Dienstag, 14.10.08 19:04
 

überall die überteuerten elektronikprodukte mit dem kleinen apfel

Dienstag, 14.10.08 20:58
 

So sieht der Inhalt meiner Tasche auch aus. Und ich bin noch lange keine 30. Jetzt mache ich mir Sorgen.

Dienstag, 14.10.08 21:56
 

sone tasche habe ich gar nicht, nur ne Läppitasche von IKEA, da paast mein Siemens Book gerade rein;-)

Dienstag, 14.10.08 23:45
 

Na ich hab auch ne Tasche, aber kleiner, komme ohne Läppi prima durchs Leben und mein Inhalt weicht (teilweise) etwas ab. Aber ich fühl mich in meinem Gesamtzustand sauwohl, auch wenn ich ihn altersmässig nicht festmachen will ;-)

Mittwoch, 15.10.08 00:49
 

Ich bin 24 und kann mich nicht damit abfinden, nicht mehr 15 zu sein. Ich glaube die Medien haben mir in dieser Hinsicht übel mitgespielt. Manchmal denke ich Dinge wie: "Bin ich nicht etwas zu alt, um abends wegzugehen? Ich möchte den Jungen Menschen nicht die Freude am Feiern verderben. Jemand in meinem Alter auf der Tanzfläche, das ist doch ein unwürdiges Bild." Auch dass alte Bekannte auf einmal Kinder bekommen- völlig unwirklich. Ich dachte wir sind die, die in der Hofpause kiffen? Hab ich was verpasst?

Auf der andern Seite finden meine Freunde, ich wäre im Altenheim am besten aufgehoben, ich weiß auch nicht...

Mittwoch, 15.10.08 07:56
 

Das hier ist meine => http://www.armeeshop24.de/images/detailed/d_217.jpg

Mittwoch, 15.10.08 10:43
 

ist das n artikel aus der bz?

Mittwoch, 15.10.08 10:55
 

...kann bald dieses Lifestyle-Leute erklären die moderne Welt, wünschen sich die Jugend und vor-Mobiltelefonzeit zurück und erklären dies anhand von noch stylischeren Produkten nicht mehr sehen und lesen.
Generation Golf, Feuchtgebiete, Generation Doof, Generation Umhängetasche, Generation Ichschreibmaleinenmodernenscheißzusammen...usw

Mittwoch, 15.10.08 11:18
 

der typ macht entweder grad ne kleine krise durch, weil er in den spiegel geschaut und gemerkt hat, dass man ihn nicht für 10 jahre jünger, sondern für 10 jahre älter hält und versucht sich deswegen jetzt ein neues image zuzulegen: der seriöse, mit beiden beiden im leben stehende alte mit jeder menge lebenserfahrung.

oder er möchte seinen ehemaligen life-style-genossen eins auswischen, weil er sich endlich aus deren prekären berufs- und lebenslage befreien konnte: ätsch! seht her, ich hab jetzt nen festen job, ich brauch mein mac book nicht mehr in ner kindertasche durch die gegend zu tragen, weil ich im büro nen eigenen schreibtisch hab.
ich kanns mir jetzt leisten meine regale an die wand zu schrauben. nächstes jahr kauf ich mir nen bmw.

den schlüssel zur wohnung seiner eltern hätte er mal lieber behalten. irgendwann werden die vielleicht mal tattrig, wollens aber nicht wahrhaben, dass sie "in den nächsten (letzten?) lebensabschnitt hinübergehen" und wollen ihrem sohnemann deswegen ihren wohnungschlüssel nicht geben, damit der einen hat, falls mal was passiert. so alt sind wir ja noch nicht!

Mittwoch, 15.10.08 12:48
 

@Lumpi: "Manchmal denke ich Dinge wie: "Bin ich nicht etwas zu alt, um abends wegzugehen? Ich möchte den Jungen Menschen nicht die Freude am Feiern verderben."

Dann hör halt auf, in Teeniediscos zu gehen und besuche das durchaus auch nicht arme Nachtleben für Erwachsene.

Mittwoch, 15.10.08 12:56
 

Von einer 20+ Generation, die an der Hand von Mami und Papi zur WG-Zimmersuche geht und dann ebenso zum Erstsemesternachmittag, muss man sich nicht belächeln lassen, wenn man noch den Schlüssel zum Elternhaus hat.

Mittwoch, 15.10.08 13:09
 

ist das ein überweisungs-vordruck, der aus der tasche im zweiten bild herauslugt? dachte immer, die "generation umhängetasche" hat kein geld...

was ist denn daran so besonders, wenn man mit ende 20 / anfang 30 /... den schlüssel zur elterlichen wohnung (immer noch) hat?

Mittwoch, 15.10.08 13:19
 

überweisungsvordruck? so was macht man doch online.
zumindest wenn man permanent mit ner umhängetasche mit nem notebook drin rumrennt.
vielleicht isses ja auch nur ein strafzettel oder der vordruck von der stromrechnung, die man aber ohne geld nicht zahlen kann und deswegen in der tasche versteckt.

Mittwoch, 15.10.08 13:41
 

....Strafzettel vom letzten Parken mit dem neuen Saab Cabrio vor der Feuerwehreinfahrt in Kreuzberg, während er den alten Müll, der nun nicht mehr in die 160 qm Loftbude passte an der Bushaltestelle abgelegt hat.

Mittwoch, 15.10.08 14:06
 

@ exfr: Du sprichst mir aus der Seele.
Diese Generation xyz-Scheiße ist wirklich unerträglich - und plattere Verallgemeinerungen als in diesen Märchenfibeln findet man selten...
Umhängetasche, mannmannmann...

Mittwoch, 15.10.08 14:15
 

Also ich habe keine umhängetasche...

ich brauche auch keine ! ich schleppe normalerweise nicht meinen gesammten haushalt mit mir rum, wen ich mich auf den weg in die stadt mache
- ich bin ja keine Frau - und wenn ich mal nachts nicht nach hause kommen sollte - dann weis ich mir durchaus zu helfen und werde dann auch ohne macbook (werbung?!), präser (für die brauch ich keine umhängetasche), unterhose, socken, moleskine kalender (Werbung?!) usw.

ich denke nichts ist so wichtig das es nicht auch warten kann bis ich wieder zuhause bin.



Mittwoch, 15.10.08 14:18
 

"Dann hör halt auf, in Teeniediscos zu gehen und besuche das durchaus auch nicht arme Nachtleben für Erwachsene."

Da Du vermutlich über Google hier gelandet bist: Das hier ist eine Seite aus Freiburg...nein nicht in Bayern...Freiburg ist eine Kleinstadt im Südwesten, die außer ihrer Universität NICHTS zu bieten hat, folglich auch kein Nachtleben. Ich gehe nicht in Teeniediscos, aber was nützt es mir, wenn sich um mich herum Gleichaltrige ähnlich unwürdig benehmen. Mit 24 sollte man zwei Kinder haben, an der Promotion sitzen und den jungen Menschen ein Vorbild zu sein anstatt öffentlich zu tanzen.

svw: Kakao

Mittwoch, 15.10.08 14:21
 

Tja Lumpfried, lass Deine Promotion lieber nochmal von jemandem lesen, der die deutsche Grammatik beherrscht, bevor Du sie abgibst.

Mittwoch, 15.10.08 14:38
 

Mist ich bin schon vierzig.

Bin ich jetzt Generation Kukident?

In welche Schublade soll ich mich legen?

Mittwoch, 15.10.08 14:50
 

@macsorzist: mit 40 surfst du immer noch auf so ner teeny und twenseite wie fudder rum? mann, jetzt werd aber mal erwachsen!

Mittwoch, 15.10.08 14:58
 

Ausser Fudder kenn ich nur noch Google und die Seite hab ich schon durch :-)
Morgen schau ich mir mal die Seite der grauen Panther an.

Mittwoch, 15.10.08 15:07
 

@lumpi

mmmh - kleinstadt - mmh - universität, was los? gerade da ist doch nichts los... du kennst freiburg nicht, oder bist einfach nur mies drauf?

Mittwoch, 15.10.08 15:29
 

ironie jungs, ironie, man erkennt sie nie... ;-)

bsm
Mittwoch, 15.10.08 15:30
 

„Erwachsenwerden funktioniert aber heute nicht mehr so wie bei unseren Eltern, auch wenn die eine verzögerte Adoleszenz hatten. Meine Generation hat in den 1990er Jahren das "Anything goes" erlebt. Und dachte, das funktioniert – arbeitsmäßig zum Beispiel. Jetzt sehen sie, dass eben nicht alles geht. Sie leben in einer Warteschleife und hoffen auf das "eigentliche" Leben. Das liegt auch an wirtschaftlichen Veränderungen. Anfang der 1990er fing das mit dem Internet an. Und alle setzten auf den großen Medien- und Internet-Hype. Aber der ist komplett abgesoffen. Trotzdem tragen sie in ihrer Umhängetasche noch immer das MacBook mit sich herum.“

Ich habe eine Umhängetasche, einfach weil sie praktisch ist. Ich finde zwar das Frauenhandtaschen mehr Sexappeal haben, aber als Mann über 30 würde ich mir da in Freiburg auch etwas deplatziert vorkommen.

Zu dem Oberen Statement:

Leider kann ich das nicht im Geringsten nachvollziehen und es ist auch meiner Meinung nach definitiv falsch. Was hier mit dem „Anything goes“ umschrieben wird stimmt für die 90er nun mal bei weitem nicht. Die „fetten“ Jahre waren die 80er. Die Neunziger sind von der Teilungsüberwindung geprägt mit dem aufkommenden Gefühl, dass irgendetwas Elementares schief geht. Die Arbeitslosigkeit ist auch damals schon im anziehen gewesen und Internet hat die Masse erst ab ca. 1998 erreicht, nennenswert ab etwa 2000. Diese Generation gehört nicht zu denen, die auf einen Internet-Hype setzen konnte. Ich war da zB noch zu jung um die Ressourcen zu haben da was drehen zu können. Und abgesoffen ist der nun mal wirklich nicht, sonst würden wir uns über das Statement jetzt nicht hier im Internet unterhalten.

Für mich klingt das alles wie ein halbherziges Herumgejammere, weil sich jemand nicht mit dem Auseinandersetzen mag, was aktuell eigentlich ab der epochalen Probleme mit denen wir konfrontiert sind anstehen würde. Erwachsen sein bedeutet für mich Verantwortung zu übernehmen und als Persönlichkeit da zu stehen. „Umhängetäschlern“, wie sie hier skizziert werden, und nein, ich zähle mich wirklich nicht dazu, neigen wohl zu sehr zur Bauchnabelschau und zum Selbstmitleid. Da kann das ja nichts werden. Und ich kann das auch langsam nicht mehr ertragen. Werdet erwachsen, ich kenne Leute, die mit 18 mehr Erwachsensein auf dem Kasten haben als das da.

Gruss
Boris

moleskinefan
Donnerstag, 16.10.08 10:56
 

Unglaublich wie populär diese Bilder geworden sind.
"Zeig mir deine Tasche, dann zeig ich dir meinen Schreibtisch."

Zur Zeit bei mir:
iPhone, moleskine(s), Stifte in einer Mappe, 2 Bücher, USB Stick und Schlüssel.

Donnerstag, 16.10.08 12:05
 

das ist doch hier reine werbung! was sagen dazu eigentlich dazu die fudder netiquette?

1. das ist reine Buch promo.
2. wird hier der gebrauch von hardware eines californischen unternehmens dessen chef steve jobs heisst angepriesen.
3. und der hersteller von seltsamen Papier Kalendern freut sich auch.

ej, fudder marketing - da gibts doch geld dafür! schreibt doch mal n' par rechungen. (aber nicht an mich;-) )

Donnerstag, 16.10.08 15:45
 

Hab das Buch zuhause ... obwohl ich noch nicht ganz dazugehöre.. ;-) Finde es klasse dass man sich mit dem Thema auseinandersetzt, denn es ist schon teilweise so wie beschrieben..

Dienstag, 21.10.08 19:01
 

erwachsen sein ... ist das nicht unlogisch, ist erwachsen nicht etwas das unmöglich aufhören kann?!

klar gibt es 18-jährige die erwachsener erscheinen als viele ältere, der generation: umhängetasche, erwachsenen?!!

"jetzt werd´ aber endlich mal erwachsen ... ", bin ich denn der einzige, der damit eine reduzierung der lebensfreude auf ein mindestmaß verbindet???

... denn, ist man erwachsen, heißt das dann, dass man verantwortung übernehmen kann ... aua!

ist man erwachsen. kommt denn noch was nach? oder war´s das dann? so als lebensendziel? fragt sich da der 18-jährige erwachsene nicht (mehr bis nie): "was nun?" (wahrscheinlich nicht!!!)

nun gibt es menschen, aus der oben genannten generation (geb +/- 1970) und fahren kein golf, tragen kein täschchen, haben keinen hausschlüssel der eltern, fühlen sich reif und in voller blüte des lebens, sind selbständig in allen lebensbereichen, tragen verantwortung (auch condome bei sich), sind an politischen themen interessiert, schaffen das über-den-tellerrand-gucken, etc. ... und schlagen brücken zwischen den generationen, was will man denen zu- oder absprechen ... he, du ... du sitzt in der kneipe trinkst mit jüngeren bier, tanzt auf aktuelle musik ... du vollidiot wirst auch nie erwachsen!

vielleicht ist mir dieses erwachsen-sein-werden-ding nur zu viel mit langweilern oder konservativen vorstellungen verbunden?!

Dienstag, 21.10.08 21:01
 

@bsm:
"Erwachsen sein bedeutet für mich[,] Verantwortung zu übernehmen und als Persönlichkeit da zu stehen."
Und was macht ’ne Persönlichkeit aus?

@Flip:
"ist erwachsen nicht etwas das unmöglich aufhören kann?!"
Was erwachsen bedeutet, scheint nicht ganz klar. Ich bezweifle, dass sich diese Definition: "sich bis zur völligen Größe entwickeln, heranwachsen" nur auf Körperliches bezieht, denn im Alter schrumpft man ja auch, zudem kann man in die Breite wachsen oder auch abmagern, kein Individuum ist jemals fertig, Leben ist ja bekanntlich Veränderung. - Nein, ich will nichts sagen, ich denke nur in Schriftform.

Samstag, 01.11.08 12:52
 

komisch, hab soeben in Kalamata einer 18-jährigen ne Umhängetasche im Laden meiner Frau vertickt. Kein Scherz! (Für Skeptiker: (www.monx-berlin.de)).....soll ich ihr jetzt hinterher rufen sie habe sich somit zur 35-jährigen-nicht-erwachsen-werden-wollende-Frau transformiert? Was'n Quatsch aber auch! Die Umhängetaschenträger sind so unterschiedlich und für sich einzigartig, wie alle anderen Menschen auch, Basta!....und lass doch die paar Äumels im Ruf oder anderswo mit ihren Macies pralen, ...schenke ihnen einfach ein verständnisvolles Lächeln:) ....meine Güte, jeder hat doch irgend einen kleine Splien.

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