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Soll ich nach dem Anprobieren die Kleider zurückräumen?

Katharina (27) aus Emmendingen schreibt: "Wenn ich Kleider shoppen gehe, kassiere ich in den Läden öfters einen bösen Blick der Angestellten, wenn ich ein Oberteil, das ich zum Größencheck rausnehme und dann doch nicht will, nicht ordentlich wieder zurücklege...

cc: flickr.com/photos/livenature/197608078/

...oder zurückhänge, sondern einfach wieder auf den Kleidertisch zurücklege. Ebenso frage ich mich oft, ob es okay ist, wenn ich die anprobierten Teile, die ich nicht will, einfach in der Umkleidekabine lasse oder ob ich sie wieder zurückbringen muss."

Hallo Katharina,

„Finde den Beruf, den du liebst, und du wirst keinen Tag in deinem Leben arbeiten.“ (Konfuzius)

Ich hatte in meiner Angestelltenzeit einen sehr fairen und harten englischsprachigen Chef. Er sagte zum Beispiel: „everybody is replaceable“ und wenn wir ehrlich sind, wissen wir, er hat Recht: jeder ist im Berufsleben ersetzbar. Was er außerdem nicht durchgehen ließ, waren unfreundliche Servicekräfte und andere Dienstleistende. Wenn sie sich zuviel rausnehmen – und dazu gehört auch ein böser Blick oder gar das Augenverdrehen – so sagt er ihnen ins Gesicht: „that's your job, that's why you are here and that's what you are paid for.“

Natürlich gibt es unterschiedliche Wege, jemandem etwas verständlich zu machen. Sagen wir mal so: mein Chef hat sich klar und unmissverständlich ausgedrückt.

Das Wegräumen von Kleidungsstücken, die der Kunde nicht oder falsch einsortiert hat, gehört zu den Aufgabenbereichen eines Verkäufers. Wer sich also für diesen Beruf entschieden hat, wird das Tag für Tag machen müssen. Natürlich ist dieser Beruf nicht für jeden geeignet und ja, es stimmt, es gibt viele Menschen, die ihren Beruf nicht gerne machen. Darunter leiden dann nicht nur die Person selbst sondern eben auch die Kunden. So wie es dir immer wieder ergeht.

cc: flickr.com/photos/globetrotter1937/2052837576/

Als Kunde bist du nicht verpflichtet, die Kleider an den ursprünglichen Platz zurück zu bringen. Hier könnte meine Antwort auf deine Frage auch schon enden. Mein Beruf hat aber mit Wertschätzung und Achtung zu tun – mir selbst und meinen Mitmenschen gegenüber. Und deshalb nun der zweite Teil, der mindestens genauso bedeutend ist.

Wir Frauen stehen ja nicht selten an, wenn wir ein Kleidungsstück in der Umkleide anprobieren möchten. Schlangen und lange Wartezeiten. Wenn in einer Kabine Kleidungsstücke hängen, zögern viele Kunden, dort rein zu gehen, weil sie denken, gleich kommt jemand zurück, der diese Kabine zuvor besetzt hat. Hingegen ist eine leere Kabine eindeutig frei.

Ärgerst du dich nicht über deine Vorgängerin, wenn sie die Kleider einfach in der Kabine lässt und du nicht mehr weißt, wo du deine Kleidungsstücke aufhängen kannst? Die Kaufhäuser stellen Kleiderstangen am Ausgang der Umkleiden zur Verfügung, wohin wir die unpassenden Stücke zurückhängen können.

Außerhalb der Umkleide: Wenn du das Kleidungsstück nicht einfach wieder auf den ordentlich sortierten Stapel wirfst, sondern zusammenlegst und damit zeigst, dass du dich bemühst, ist das vollkommen ausreichend. Du musst nicht akkurat und perfekt falten können und du brauchst dafür auch nicht viel Zeit aufwenden. Doch ein Kleidungsstück einfach sorglos wegzulegen sendet auch eine klare Botschaft: „Das ist dein Job, ich bin nicht dafür zuständig. Mein Name ist Kunde und ich bin König!“

Egal, wo wir sind, sollten wir darauf achten, dass wir keine unschönen Spuren von uns hinterlassen. Sei es, wenn wir ein Hotelzimmer verlassen und die Putzfrau unseren Müll vom Boden aufsammeln muss oder wenn wir shoppen gehen und hinterher ein Chaos hinterlassen.

Herzliche Grüße und viel Spaß beim Shopping! Betül

 




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 22
Montag, 13.10.08 09:47
 

Das mit dem Zurücklegen der Kleidung, sehe ich persönlich als Erziehung; sprich gesellschaftlichen Zwiespalt an.
Der eine machts, der andere nicht.
Unverschämt gegenüber den Verkäuferinnen finde ich die Kunden, die einen Laden "auseinandernehmen", und dann nur mit weinigen Dingen heimgehen, wenn überhaupt.
svw: zange

Montag, 13.10.08 10:00
 

Mal abgesehen, dass der Chef bestimmt nicht gesagt hat "that`s why you are payed for", finde ich, dass man da einen Zwischenweg finden sollte. Wenn draußen eine Stange hängt, sollte es selbstverständlich sein, seine Kleidungsstücke dort hinzuhängen. Ich frage mich aber manchmal, was ich machen soll, wenn ich z.B. einen Pulli dabei habe, der nicht an einem Kleiderbügel hin. Hingehen und den ordentlich falten ist wirklich nicht meine Aufgabe, sondern die der Verkäuferin! Außerdem, wenn man sich mal die Arbeitsvorgaben der Chefs anschaut, ist ein unordentlicher Stapel unzulässig, d.h. selbst wenn der Kunde es dort wieder gefaltet hinlegt, sobald ein Zipfel rausguckt oder es nicht richtig gefaltet wurde, muss die Verkäuferin eh wieder ran.

Montag, 13.10.08 10:04
 

wie im artikel herauskam, ist es aufgabe der verkäuferin. außerdem gibts dafür extra plätze, wo man die anprobierten kleidungsstücke hinterlassen kann, damit es die verkäuferinnen einfacher haben sie dann wegzuräumen.
sollte man selber die sachen zürückbringen, muss man sie auch ordnungsgemäß falten - und das können die wenigstens.

ich finde verkäuferinnen, die das nicht als ihre aufgabe sehen, die kleidungsstücke von dem vorgesehen abgabeplatz "nett" wegzuräumen, sollten sich über die aufgabe in ihrem beruf gedanken machen. denn schließlich wollen sie das der laden läuft - das man gewinn macht. und der kunde hinterlässt gerne das geld dort, wo er gut bedient wird und sich auch wohl fühlt.

Montag, 13.10.08 10:39
 

Ich finde auch das es eine natürliche Sache des Anstandes ist, das man Sachen zumindest ordentlich bemüht zurück hängt. Genauso wie man eine Umkleidekabine oder ein WC auch sauber verlässt.

Ich ärgere mich wenn ich über die Unordnung und Faulheit andere stolpern muß und mich erst mal den Platz freiräumen muß. Nachdem ich etliche Zeit gewartet habe, ob nicht doch noch jemand zurück kommt der die Kabine für sich beansprucht..versteht sich. Wenn Klamotten nun achtlos irgendwo verknüttelt rum liegen möchte ich sie auch gar nicht probieren.

Ich möchte bei minen Nachfolgern nicht den Eindruck hinterlassen das ich eine schlampige, unordentliche Person bin.
Sicher müssen Verkäufer/innen die liegen gelassenden Sachen wegräumen, aber ich finde das sollte nicht selbstverständlich sein. Insofern man ja auch nicht wirklich weiß ob es liegen gelassen wurde, oder ob gleich jemand zurück kommt.

Wenn jeder seine paar Sachen weg hängt, ist das doch nur ein Akt von ner Minute, wo ist da das Problem.

Wie Ralph sagt, es gibt Kunden die zerlegen einen Laden regelrecht, da kommen Verkäufer/innen gar nicht mit aufräumen hinterher und man fragt sich ob es bei diesen Kunden zuhause auch so aussieht wie sie das Gechäft verlassen.


Montag, 13.10.08 10:57
 

Also mir persönlich wäre mein Kabinennachfolger egal. Gibt ja auch genügend Läden, die bei den Umkleiden entweder jemand postiert haben, der/die die Ware wieder annimmt oder es gibt gleich eine Ablagestelle. Ansonsten räume ich die Sachen wieder weg, wenn es irgendwie auf meinem weiteren Weg durch den Laden liegt. Wenn ich aber danach ohne zu kaufen schnurstracks wieder rausgehe, lasse ich die Sachen ggfs. auch liegen, ohne nochmal ans andere Ende des Ladens zu laufen.

@Anne-Julie - wieso sollte der Chef das nicht sagen? Ist vollkommen in Ordnung, wer keine Lust auf seinen Job hat, hat den falschen. Ganz einfach. Verkauf ist Dienstleistung, und das Wort beinhaltet nun mal den Begriff "Dienen".

Montag, 13.10.08 11:05
 

wahrscheinlich hätte er gesagt: "that's what you are paid for"

fröhliches englisch raten...

Montag, 13.10.08 11:56
 

Leider haben nicht alle Geschäfte solche Stangen zum Kleider-Zurückhängen, und eine Verkäuferin ist auch nicht immer zu sehen, das find ich dann in der Tat recht ärgerlich.
Ich selbst hab mal in nem Klamottenladen gejobbt, wo dann manche Kabinen zu Stoßzeiten (trotz gut sichtbarer Kleiderstange) absolut vermüllt aussahen, so dass man selbst gar nicht mit dem Verräumen hinterherkommt. Da fragt man sich dann echt, wie die Leute sonst so drauf sind (manche Teile waren danach sogar so schmutzig, dass man sie so nicht mehr ohne weiteres hätte verkaufen können). Aber ich hab vor allem ans Geld gedacht, das hilft enorm beim Freundlichsein (auch bei blöden Kunden, und von denen gibts jede Menge).

Montag, 13.10.08 12:23
 

@Holzi: Der Chef sollte das deshalb nich sagen, weil es überhaupt kein korrektes Englisch ist, und sich sein Image des strengen Chefs dadurch in reine Lächerlichkeit verwandelt...

Montag, 13.10.08 12:27
 

Wir haben das englische Zitat korrigiert, merci.

Montag, 13.10.08 12:37
 

@david

Das Zitat ist noch immer falsch:

„that`s your job, that`s why you are here and that`s what you are payed for.“

Das Wort schreibt sich "paid". Außerdem benutzt ihr den Gravis-Akzent (`) an einer Stelle, an der ein Apostroph (') benutzt wird.

Montag, 13.10.08 12:51
 

sorry.

Montag, 13.10.08 12:55
 

liebe betül, deine antwort auf die aufgeworfene frage "soll ich nach dem anprobieren die kleider zurückräumen?" wirkt auf mich äusserst bemüht, nicht zuletzt dadurch, dass du gewissermassen als einleitenden rettungsanker ein zitat des armen konfuzius heranziehst, dessen gedankengut für so manch anderen quatsch schon missbraucht wurde sowie einen ausspruch deines chefs, den er so, wie du ihn hier wiedergegeben hast, niemals von sich geben konnte, sollte er denn tatsächlich "englischsprachig" sein - was auch immer du damit ausdrücken wolltest: muttersprachler, verhandlungssicher, fliessend in wort und schrift, grundkennnisse? -!

ich weiss, ich bin schlecht drauf aber: i don't like mondays!

Montag, 13.10.08 13:09
 

vermutlich hat sich die betül halt einach auf "the gist of it" konzentriert anstatt sich den genauen und korrekten wortlaut zu merken.

Montag, 13.10.08 13:12
 

siehste und so gehts auch der verkäuferin

bei aldi im ZO gibts nen mitarbeiter der immer, und zwar wirklich immer derart offensichtlich nicht den geringsten bock auf die scheiße hat dass ich mich jedesmal freue ihn zu sehen. der typ seufzt, rollt die augen, kuckt an der kasse starr vor sich hin, das volle programm.

die schlechte laune anderer hebt immer meine stimmung. und umgekehrt

Montag, 13.10.08 13:20
 

@holzi

ich meinte weniger den Inhalt als die Form, was wir ja aber mittlerweile geklärt haben. Vom inhaltlichen her stimme ich dir absolut zu!

Montag, 13.10.08 15:04
 

@philbrecht und anne-julie - okay, die form ist mir egal, schätze mal die meisten VerkäuferInnen merken das sowieso nicht. Und erkennen dagegen sehr wohl den "gemeinten" Inhalt. Mit dem der Chef - meines Erachtens - ja wieder Recht hat.

Montag, 13.10.08 20:08
 

@FR79104:
Leider falsch, dein ' ist kein Apostroph. Das hier wäre ein echter Apostroph: ’.
Schöne Grüße

Montag, 13.10.08 21:02
 

@flaminghomer

Du hast recht - das ist kein 100%iger Apostroph - zwar typografisch korrekt, aber nur das Ersatzzeichen, das aber dank der Tatsache, dass es auf einer deutschen Tastatur vertreten ist, meist anstelle des "echten" Apostrophs gebraucht wird.
Ein Akut oder ein Gravis hingegen sind typografisch absolut falsch.

Montag, 13.10.08 21:05
 

siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Apostroph

Montag, 13.10.08 22:26
 

Das Apostroph von der Charitè wollte ja auch mal jemand mopsen;-)

Dienstag, 14.10.08 00:39
 

@FR79104: das stimmt, laut wiki, wohl. ich nehm mir aber immer gern die zeit für ein alt+0146 ;).

Montag, 27.10.08 13:42
 

Ich finde wer sich in einem Kaufhaus o.ä. nicht anständig benehmen kann sollte sein Geld lieber in einem Vergnügungspark ausgeben. Ich finde es nicht schön wenn man die Kleidungsstücke nicht ordenlich wieder zurück hängt oder der Verkäuferin gibt. Auch wenn es ihr Job ist, kann man sich ruhig ein bissel benehmen und sich nicht so verhalten als ob man mit dem D-Zug durch die Kinderstube gerfahren ist. Zudem ist es ja noch nicht mal das Eigentum der Kunden die die Kleider probieren sonder das Eigentum des Ladens. Ergo ein wenig mehr Respekt bitte.
Danke

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