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Reisetipps für Chicago (20)

Chicago ist die „Windy City“ am Lake Michigan. Es ist nicht ganz geklärt, weshalb die Stadt diesen Spitznamen trägt. Einige behaupten, das Attribut “Windy” käme von den ständig vom Lake Michigan her wehenden Winden. Andere behaupten, dass die Stadt den Namen ihrer politischen Vergangenheit und den „windigen“ Wahlversprechen der Chicagoer Politiker verdankt. Eins ist aber klar: die Stadt von Al Capone und Frank Lloyd Wright am nördlichen Rand von Illinois verkörpert den amerikanischen Mythos wie es sonst nur New York oder San Francisco tun. Annabelle war dort und hat Reisetipps für Euch.

Übersehene Sehenswürdigkeiten

Wo soll ich bloß anfangen? Wie wäre es mit einem Strandspaziergang am Lake Michigan, der eher wie ein Meer daherkommt? Oder einem Ausflug nach Oak Park? Dort hat Frank Lloyd Wright zahlreiche Häuser in dem von ihm begründeten Prairie Style gebaut.



Wicker Park bietet kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés. Vielleicht aber doch lieber ein Ausflug an die North Shore zum Botanischen Garten (1000 Lake Cook Road, Glencoe, IL 60022)? Oder zum Baha’i Tempel (100 Linden Ave., Wilmette, IL 60091), der wie aus einer anderen Zeit oder einem anderen Land plötzlich vor einem auftaucht? Anzubieten wäre auch noch ein klassisch amerikanischer Nachmittag mit einem Baseballspiel des Chicagoer Traditionsvereins Chicago Cubs im Wrigley Field (1060 W Addison St, Chicago, IL 60613).



 
Kaffeepause



Kaffeehauskultur kommt aus Österreich. Und somit ist es auch nicht überraschend, wenn das beste Café der Stadt von Julius Meinl betrieben wird. Der österreichische Kaffeeröster hat mittlerweile mehrere Cafés mit europäischem Charme in Chicago eröffnet (3601 N. Southport und 4363 N. Lincoln Avenue). Bei einer Melange und Palatschinken kann man das Wochenende so richtig genießen.

 
Magengrummeln



In einer Großstadt wie Chicago gibt es kaum einen kulinarischen Wunsch, der unerfüllt bleibt. Ob es eine Pekingente in Chinatown ist, Tsatsiki in Greektown oder Nan im Indian Village – Chicago lässt die Herzen von Gourmets höher schlagen.

Ein besonderes Erlebnis ist ein Abendessen im Dining Room des Kendall College (900 N. North Branch Street ). Dort kann man werdende Köche hinter einer Glasscheibe dabei beobachten, wie sie ein Vier-Gänge-Menü für die angemeldeten Gäste zubereiten. Es gibt jeweils ein Lunch- und ein Dinner-Menü, das selbst zusammengestellt werden kann, wobei die Auswahl etwas kleiner als in einem herkömmlichen Restaurant ist. Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen. Hunger mitbringen!!

Fine Arts



Chicago hat kulturell so einiges zu bieten. Die zahlreichen Museen und Theater genießen einen äußerst guten Ruf. Ich möchte besonders das Art Insitute of Chicago (111 S. Michigan Ave.) hervorheben. Obwohl es in keinem Reiseführer fehlt, möchte ich hier noch einmal appellieren, den Besuch im Museum auf jeden Fall in die Reiseplanung aufzunehmen. Das Art Institute verfügt über eine große Sammlung an europäischer Kunst, darunter auch Seurats „Un dimanche après-midi à l’Île de la Grande Jatte“. 



Die beste Bar der Stadt

Das John Hancock Center (875 N Michigan Ave) ist zwar nicht so hoch wie der Sears Tower oder der gerade entstehende Trump Tower, dennoch lohnt sich ein Besuch auf dem Skydeck. Im 96. Stock des Hochhauses ist eine Bar, die Signature Lounge, eingerichtet. So kann man bei einem Cocktail und Glamour-Atmosphäre den Blick über die nächtliche Stadt und den dunklen Lake Michigan schweifen lassen.

Das beste Festival der Stadt



Wenn Ravinia (400 Iris Lane, Highland Park, IL60035) anfängt, weiß man, dass der Sommer endlich da ist. Ravinia, das ist ein Riesen-Picknick mit Live-Musik, das den ganzen Sommer lang dauert.

Besonders am Wochenende strömen Menschenmassen mit Liegestuhl, voll gepacktem Picknickkorb, Kerzenleuchtern – kurz: mit Kind und Kegel – auf den Rasen von Ravinia. Die Rasentickets sind preiswert und es ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Bei Klassik, Rock, Pop oder internationalen Bands bietet Ravinia den Soundtrack für den Sommer.

 
Für Romantiker



Da der Winter in Chicago spätestens im November anfängt und frühestens Ende März aufhört, muss man das Beste aus der langen Kälteperiode machen. Schlittschuhlaufen im verschneiten Grant Park ist für mich ein Höhepunkt des Winters.



Allerdings nicht auf der überfüllten Eisfläche direkt an der Michigan Avenue, sondern auf der am nördlichen Ende des Grant Park gelegenen städtischen Eisfläche. Dort kann man sich für wenige Dollars ein Paar Schlittschuhe leihen. Man muss auch nicht stundenlang Schlange stehen, um überhaupt aufs Eis gelassen zu werden, und Musik gibt es auch – allerdings nur aus dem Radio.

 
Shop 'till you drop



Die Michigan Avenue – die Prachtstraße in Chicago – bietet alles, was das Herz begehrt. Eine Institution ist der am Ende der Michigan Avenue beim Watertower gelegene American Girl Place (835 N. Michigan Avenue). Der wahrgewordene Traum eines jeden Mädchens zwischen 3 und 13: Ein mehrstöckiges Kaufhaus, in dem sich alles um die Puppe und die passenden Accessoires dreht.

Man kann sogar einen Frisörtermin für sich und seine Puppe vereinbaren. Die knallroten Einkaufstüten, die in jeglicher Größe von Müttern und ihren Töchtern durch die Innenstadt getragen werden, sind Indiz für den Erfolg des für Europäer etwas seltsam anmutenden Konzepts.

 
Meet the locals



Jeden letzten Freitag im Monat ist Critical Mass. Dabei demonstrieren die Radfahrer der Stadt für bessere Bedingungen zum Biken. Die bunte Gruppe, die sich immer am Daley Plaza um 17:30 Uhr trifft, legt auf ihrer Fahrt in die verschiedenen Stadtteile den Autoverkehr lahm.

Skurrile Gefährte – natürlich alle ohne Motor – und normale Fahrräder erkunden die Stadt in gemütlichem Tempo und wünschen allen einen „Happy Friday“. Am Ende der unkonventionellen Citytour bleibt es jedem Radler selbst überlassen, wie er wieder zum Ausgangspunkt zurückfindet.

Die Tippgeberin

Annabelle Merklin hat 2001/2002 ein Jahr lang in einem nördlichen Vorort von Chicago gelebt. Seitdem hat sie die Stadt am Lake Michigan mehrmals für längere Zeit besucht. Sie studiert im 9. Semester Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, kommt aber ursprünglich aus Freiburg. Von ihr stammen auch die Reisetipps für  Atlanta.



Weitere Großstadtgeheimtipps:
 




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 5
Clemi_
Donnerstag, 09.10.08 11:44
 

@Annabelle,

Wow, was ein Bericht über die "Windy City". Sehr schön und detailliert. Hat mich vor allem gefreut, da Chicago auch bald für mich Heimatstadt für ein paar Jahre sein wird!

Gruß aus Freiburg

Donnerstag, 09.10.08 12:03
 

ansprechender artikel, schöne bilder...mag diese stadt sehr. und für alle liebhaber der house musik ist der besuch des "honorary frankie knuckles way" pflicht ;).

Donnerstag, 09.10.08 16:37
 

Toller Artikel!!

Hat Annabelle Meklin auch ein paar Tipps für gute Youth Hostels oder so etwas in der Art?

Ich fliege nächsten März mit 20 Schülen nach IL und wir werden 5-7 Tage in Chicago sein. Dafür suche ich dringend günstige, zentral gelegene Unterkunftsmöglichkeiten für unsere Gruppe.

Insidertipps wäre hier Gold wert...und ich wäre super dankbar für Tipps. Habe leider keine Kontaktadresse von Annabelle Merklin und würde mich über eine kurze Rückmeldung freuen.

Danke,

Reisefieber-Grüße Katrin

am
Donnerstag, 09.10.08 17:15
 

Hallo Katrin,

leider kann ich keine konkrete Übernachtungsmöglichkeit empfehlen, da ich immer bei Privatleuten gewohnt habe.

Allgemein gefasst kann ich zum Übernachten die North Shore (Lincoln Park bis hoch nach Evanston) empfehlen. Die westlichen Stadtteile sind glaube ich in dieser Hinsicht auch ganz günstig. Downtown gibt es lediglich große Hotels und günstige Hostels - sind wenn überhaupt - sehr dünn gesäht. In Evanston ist die Northwestern University - dort gibt es bestimmt ein paar Unterkunftsmöglichkeiten (die Anbindung an die Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist hier auch sehr gut). Generell ist zu sagen, dass je weiter man in den Süden kommt, desto dubioser ist die Gegend. Deshalb würde ich nur im Notfall auf Übernachtungsmöglichkeiten rund um die University of Chicago zurück greifen.

In den USA gibt es kein Jugenherbergswerk wie bei uns, was die Suche nach günstigen Hostels erschwert. Es gibt allerdings YMCA bzw. YWCA. Diese Organisationen bieten in größeren Städten oft auch Übernachtungsmöglichkeiten an. Jedoch sind manche dieser Häuser nur für Frauen. Ich habe mit YWCA-Hostels schon gute Erfahrungen gemacht, weiß aber nicht wie das in Chicago ist.

Ich werde aber auf jeden Fall nochmal Freunde fragen, ob sie Tipps bezüglich Hostels haben und Neuigkeiten auf dieser Seite posten. Vielleicht wissen ja auch andere fudder-user noch was.

Annabelle

Donnerstag, 09.10.08 21:01
 

hallo Annabelle,

1000 dank für die schnelle Rückmeldung!

Die Tipps kann ich gut gebrauchen und sie erleichtern mir die Suche in Chicago enorm. Die Organisation für so eine große Gruppe ist komplizierter als ich urprünglich gedacht habe. Ich bin auch viel in den USA rumgereist, hauptsächlich im Süden. Umso peinlicher, dass ich Youth Hostel geschrieben habe ;-) denn eigentlich weiß ich, dass es die nicht gibt.

Ich habe ein Jahr in SC gewohnt und war auch häufiger in Atlanta - da war dein Bericht auch super und es ist genial, wenn man Insidertipps bekommt wie jetzt im Falle Chicago, da ich dort selbst bislang noch nicht gewesen bin.

liebe Grüße

Katrin

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