Der Diamantenfelsen ragt recht schroff vor Fort-de-France, dem wichtigste Hafen der Insel
Martinique, aus dem Meer. Und in diversen Kriegen stritten sich die Briten und die Franzosen mehrere Jahrhunderte lang um die Inseln der Karibik, so natürlich auch während der
napoleonischen Kriege.
Im Jahre 1804 schaffte es ein britisches Schiff, dort hastig ein paar Festungen zu bauen und diese mit ausreichend Matrosen, Proviant, Munition und vor allem
fünf Kanonen auszurüsten. Sie tauften die Insel auf den Namen
HMS The Fort Diamond, ein offiziell zur Royal Navy gehörendes Kriegsschiff. Damit war ein idealer Posten bezogen, um die Franzosen so richtig zu ärgern.
Denen ging die
Bombardierung sämtlichen Schiffsverkehrs zwischen Martinique und St. Lucia irgendwann zu weit, und sie griffen im Juni 1805 mit einer große Flotte an. Dabei kam den Franzosen, die sich mit spanischen Schiffen Verstärkung geholt hatten, ein Glückstreffer zugute: Die
Trinkwassersisterne war durch das schwere Bombardement eingestürzt.
Die Engländer mussten den Felsen auf- und sich in französische Kriegsgefangenschaft begeben. Der
Rocher du Diamant gehört seitdem zum französischen Überseedepartement Martinique, ist aber nie aus den Schiffsregistern der
Royal Navy gestrichen worden – warum auch, die
Her Majesty's Ship The Fort Diamond ist schließlich nie gesunken.
Und so lässt es sich bis heute kein britisches Schiff nehmen, bei der Vorbeifahrt an dieser Insel den
offiziellen Flaggensalut zu hissen.