Social Shopping
Im Web 2.0 ist alles
social, auch das Einkaufen. In Social Shopping Communities zeigen Nutzer, was sie schon gekauft haben und noch kaufen wollen.
Und ja, das hört sich – zugegeben - wenig spannend an.

Die lebendige Community von
Polyvore zeigt allerdings, dass Social Shopping äußert nützlich sein kann. Polyvore ist eine Art
Flickr zum Shoppen. Dort können Nutzer mit Bildern von Shopping-Seiten aus dem gesamten Internet ihre eigenen
Style-Collagen aus Klamotten, Schuhen, Make-Up und Accessoires erstellen und mit anderen Nutzern teilen und sich von ihnen inspirieren lassen. Die Polyvore-Collagen sehen genau so aus wie die Shopping-Empfehlungsseiten in Modemagazinen, haben aber zwei Vorteile: zum einen gibt es hier keine Stilgrenzen, zum anderen kann man mit einem Klick bei den Original-Websites
einkaufen gehen.
Diverse Social-Shopping-Seiten orientieren sich an Polyvore. Und hinken hinterher; so wie
Fashmatch und
Shopstyle zum Beispiel.
Der meisten anderen Social-Shopping-Seiten sind eher funktions- und userarm und entsprechen spezialisierten
Bookmarking-Diensten.
Stylehive, ein Bookmarking-Service mit einem vollwertigen Social Network und Empfehlungsfunktion, hebt sich da positiv ab. Auch
Kaboodle ist ein einigermaßen hübscher Shopping-Listen-Dienst.
Der beste Style-Listen-Service ist das britische
Osoyou. Dort kann man als Nutzer so genannte
Stylefiles aus Kleidungstücken, die einem gefallen, anlegen. Mehrere große Modeketten Englands, wie Marks & Spencer und Miss Selfridges und diverse kleine Spezialläden wie die Agent Provocateur Dessous-Shops, haben direkt auf Osoyou Shop-Profile; das macht das Shoppen auf der Seite sehr bequem. Auch der redaktionelle Teil der Seite ist gut gemacht. Osoyou kommt dem Idealbild einer
komplett beshoppbaren Modezeitschrift ziemlich nah.
Virtuelle Kleiderschränke

„Zeig her was Du hast“ ist das Motto der Virtueller-Kleiderschrank-Webseiten.
Die Hübscheste ist
Pikkee. Dort erstellt man als Nutzer auf einer
virtuellen Pinwand Outfits mit Fotos der Klamotten, die man bereits im Schrank hängen hat oder die man noch kaufen möchte. Die Pikee-Kontakte können dann beratend tätig werden, wenn man sich nicht zwischen mehreren Kleidungsstücken oder ihrer Kombination entscheiden kann.
Bei
MyCloset kann man den Inhalt seines gesamten Kleiderschranks fotografisch präsentieren und mit Hilfe von Tags sortieren. Im redaktionellen Bereich der Community gibt es die meist randvollen
Kleiderschränke von Halb-Promis, Designern und Community-Mitgliedern zu begucken.
Weardrobe ist eine weitere Kleiderschrank-Community mit wenig zusätzlichen Features aber guten Fotos.
Einzelteile

Bei akuter Langeweile im Kleiderschrank hilft
Etsy. Etsy ist nicht ein Shop, sondern tausende Shops in einem, ein bisschen so wie Ebay. Auf Etsy gibt es
ausschließlich Handgemachtes, neben jeder Art von Mode auch Accessoires und Einrichtungsgegenstände.
Vom
bedruckten Kapuzenulli über
außergewöhnlichen Schmuck und
lustige Strickwaren für Kinder bis hin zu
maßgeschneiderten Fifties-Kleidern und
Designer-Stücken wird so ziemlich jeder Modewunsch erfüllt.
Sucht man etwas ganz bestimmtes, das nicht gelistet ist, kann man auf
Etsy Alchemy einen Suchauftrag erstellen. Dann findet sich vielleicht jemanden, der das gewünschte Stück als Maßanfertigung herstellt. Wie zum Beispiel
schwarz-rote Rüschenunterhosen, die pro Stück 15$ kosten dürfen und in vier Wochen fertig sein müssen.
Dank der guten Organisation der Seite und vielfältigen Such- und Herumguckmöglichkeiten (zum Beispiel nach
Farbe oder
Produktstandort) kann man mit dem Durchklicken von Etsy mit Leichtigkeit Stunden verbringen. Die deutsche Etsy-Kopie
Dawanda kann da nicht mithalten.
Smashingdarling ist eine Art
Etsy für Designerklamotten. Dort verkaufen Jung-Designer ihre ersten Kollektionen in selbständigen Shops. Für Schnäppchen etablierter Designer ist
Net-a-porter noch immer die erste Adresse.
T-Shirts! T-Shirts! T-Shirts!

Wenige Dinge sind so langweilig wie
Druck-T-Shirts von H&M und Co. Ausgefallene T-Shits findet man im Netz zum Beispiel auf Design-Contest-Seiten, die Shirts in limitierter Auflage verkaufen.
Grafik-Designer – und alle, die sich dazu berufen fühlen – reichen dort Designs ein, die Nutzer diskutieren über die Entwürfe und stimmen ab, welche Shirts gedruckt werden. Gute T-Shirt-Contest-Seiten sind
A better tomorrow,
Threadless und
Design by humans.

Sollte auf diesen Seiten noch kein gutes Shirt dabei gewesen sein, könnte der T-Shirt-Aggregator
Rumplo helfen. Dort sammeln User Bilder und Links zu schönen T-Shirts im gesamten Netz.
Unikate für die Massen

Unter dem Begriff “Mass Customization“ fasst man Websites zusammen, die es dem Nutzer ermöglichen,
Produkte nach seiner Vorliebe zu designen oder anzupassen.
Das geht bei
Spreadshirt und
Cafepress mit diversen T-Shirts, bei
Zazzle neuerdings auch auch mit
Keds-Turnschuhen.

Die englische Seite
Styleshake geht noch weiter: dort kann man Kleider, Tops und Röcke
designen, die dann innerhalb von zehn Tagen maßgeschneidert werden. Der Startpreis für ein Kleid liegt bei wenig mehr als 100 Euro.
Selbtgemachtes

Wem ein Kleid von Styleshake noch nicht individuell genug ist, der kann seine Sachen natürlich auch
selbst schneidern.
Dass das nicht altbacken sein muss, zeigen Seiten wie
Burdastyle. Dort kann man meist
kostenlose Schnittmuster herunterladen und sich mit fast 100.000 Nutzern darüber austauschen, wie man auf deren Basis eigene Kleidungsstücke designen kann.
Strickseiten gibt es im Internet hunderttausende, besonders schön sind die ausgefallenen Strickmuster auf
Knitty.
Mode-Blogs

In
Mode-Blogs gibt es Inspirationfutter und Link-Tipps. Zum Beispiel beim netten deutschen Style-Blog
Les Mads oder dem österreichischen
Cooloutfit;
Hide your arms befasst sich ausschließlich mit T-Shirts und Hoodies.
Lady Melbourne dokumentiert in ihrem Blog ihre Vorliebe für Vintage-Kleider und
Gala Darling aus Neuseeland gibt nicht nur Style-, sondern auch Lebensführungstipps und zeigt, wie man Designer-Klamotten mit Highstreet-Fashion, bunten Haaren und Tattoos kombinieren kann.
Was überraschend ist: es gibt eine ganze Reihe guter Fashionblogs, deren Betreiberinnen noch
sehr jung sind: Jane, die zusammen mit ihrer Mutter (!) das zugleich irritierende und faszinierende
Designer-Schuh-Blog Sea of Shoes betreibt, ist 16 Jahre alt, Camille von
Childhood Flames ist 15, Stephanie von
Fashion Robot ist 16 und Tavi von
Style Rookie gerade einmal 12 Jahre alt. Kein Witz.

"As an almost 30 year old style blogger myself, I have to ask: Who will i envy nect? Kindergardeners?" schrieb New-York-Times-Journalistin Elizabeth Spiridakis kürzlich in einem
Artikel über die jugendlichen Style-Bloggerinnen. Gute Frage.
Ein Blog mit hohem Nutzwert ist das lebhafte
Fatshionista Community-Blog auf Livejournal. Dort tauschen sich modebewusste Mädels jenseits der
Kleidergröße 44 aus. Wie fallen die Größen in diversen Online-Shops aus? Wo bekomme ich ein Kleid für einen besonderen Anlass? Welche Jeans passen um einen üppigen Hintern und um breite Hüften? Außerdem sammeln die Fatshionistas
Links zu Online-Shops mit Übergrößen-Mode,
Discount-Codes und tauschen und verkaufen untereinander Klamotten.
Strassentrends

Klamotten kaufen kann jeder. Das eigentlich Schwierige ist das richtige
Kombinieren von Kleidungsstücken und Accessoires. Eine tolle Inspiration sind da
Street-Style-Blogs. Auf der ganzen Welt treiben sich Fotografen und Mode-Freaks auf den Straßen der Städte herum und fotografieren das, was die Menschen tatsächlich tragen.
Einer der einflussreichsten Street-Style-Blogger ist
The Sartorialist.
Scott Schuman, ein echter Mode-Insider, der für Valentino gearbeitet und mehrere Jahre seinen eigenen Showroom betrieben hat, veröffentlicht die exzellenten Fotos seiner – zum Teil in der Modewelt berühmten – Straßenmodels aus der ganzen Welt fast ohne zusätzliche Anmerkungen. In den Kommentaren werden die gezeigten Styles ausgiebig – und erstaunlich sachlich – analysiert. Mittlerweile fotografiert Schuman für diverse Modezeitschriften und war selbst gerade Model in einer
Anzeige von The Gap.
Hier ein paar tolle
Street Style-Blogs aus der ganzen Welt:

Wirklich großartig ist die New-York-Times-Kolumne
On the Street. Fotograf Bill Cunningham treibt sich auf den Straßen von New York herum und fotografiert Passanten – häufig unbemerkt – zu einem Style-Thema wie
Bleistiftröcke oder
tiefhängende Hosen. Er kommentiert seine Funde in wunderbarem Tonfall in Audio-Galerien, bei denen man stets auch etwas über Modegeschichte lernt.
Die tägliche Modenschau

In Street-Style-Blogs wird der tägliche Stil ganz normaler Menschen von Fotografen aufgespürt, dabei kann man genau das gleich selbst machen.
Manche Leute tun das bei recht
leb- und lieblosen Outfit-Bewertungs-Seiten wie
Style Ranking,
Fashhh oder
Stylemob, wo Nutzer, wie bei der in die Jahre gekommenen Flirt/Beleidigungs/Egopflege-Website
Hot or Not, jedes Outfit mit Punkten bewerten.
Weitaus schöner sind da die
Wardrobe-Remix-Gruppen auf der Foto-Sharing-Website
Flickr. Dort posieren hunderte User täglich vor ihren eigenen Kameras und beschreiben die Sachen, die sie anhaben. Die Hauptgruppe,
Wardrobe Remix, hat fast 10.000 Mitglieder mit knapp 50.000 hochgeladenen Outfit-Fotos.

Es gibt auf Flickr eine ganze Reihe
spezialisierte Wardrobe-Remix-Gruppen: In
The Working Closet geht es um Bürolooks, die Outfits in
100 % Thrifted stammen ausschließlich aus Second-Hand-Shops und von Flohmärkten und in der
New-Vintage-Gruppe gibt es nur aus alten Stoffen oder nach alten Schnittmustern Selbstgenähtes und Gestricktes zu sehen. Und natürlich präsentieren auch fast 600
Fatshionistas in einer eigenen Gruppe ihre Outfits und beweisen, dass man auch als Übergrößen-Trägerin stylisch aussehen kann.
Mehr Mode auf fudder
Breisgau-Brands
[Mit Dank an Nici,
Florian,
Quantenimpuls,
Karen und
Titilaflora für die Link-Tipps!]