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Wie werde ich Landschaftsgärtner? (23)

Klaus Binder, 51, betreibt eine Landschaftsgärtnerei in Freiburg. Wir wollten von ihm erfahren, wie er zu seinem Beruf gekommen ist und welche Anforderungen dieser mit sich bringt.

Gärtnerei Klaus Binder

„Eigentlich wollte ich Journalist werden“

Als Klaus Binder aufs Gymnasium ging, wollte er eigentlich Journalist werden bei einer Tageszeitung. Doch durch einen Freund entdeckte er seinen Traumberuf, den des Landschaftsgärtners. „Meine Mutter war darüber etwas überrascht. Mein Vater verstand mich und unterstützte mich“, erzählt Klaus Binder.

Ausbildung

„Ich besuchte erst die Realschule und ging dann aufs Gymnasium. Nach meinem Abitur begann ich meine Ausbildung zum Landschaftsgärtner in der Gärtnerei Köster in Bottrop. Eine Staudengärtnerei im Ruhrgebiet. Dort arbeitete ich zweieinhalb Jahre lang. Meine Aufgabe lag vor allem darin, Staudenpflanzen zu vermehren. Zum Beispiel Rittersporn, Eisenhut, Salbei, Rosmarin und Funkien. Wir pflegten 40 verschiedene Planzenarten.

Ich wurde übernommen und arbeitete weitere zwei Jahre in der Gärtnerei. Danach ging ich auf die Staatliche Fachschule für Gartenbau nach Heidelberg, studierte dort Landschaftspflege und machte meinen Meister.

Gärtnerei Klaus Binder

Herr Binder, was ist der Unterschied zwischen Landschaftsarchitekt und Landschaftsgärtner?


Der Landschaftsarchitekt entwirft einen Plan zur Gestaltung eines Gartens oder eines Parks. Er kümmert sich um die Wünsche der Kunden. Der Landschaftsgärtner arbeitet nach dem Plan des Landschaftsarchitekten und führt die Gedanken des Architekten aus. In meiner Firma beschäftige ich einen Landschaftsarchitekten, da man diese zwei Berufe nicht trennen kann.

Warum haben Sie sich selbstständig gemacht?


„Als selbständiger Landschaftsgärtner habe ich die meiste Freiheit, das zu machen, was ich tun möchte. Ich kann meine Kunden selbst aussuchen, auch die Projekte. Meine Arbeitszeiten kann ich mir selbst einteilen. Mit 26 Jahren habe ich meine eigene Firma gegründet. Das Gartenhandwerk liegt in meiner Familie. Bereits mein Großvater machte sich als Gärtner selbstständig.“

Gärtnerei Klaus Binder

Lehnen Sie auch mal einen Auftrag ab?


Ja. Jeder Kunde hat eigene Vorstellungen von einem schönen Garten. Wenn ich mich mit diesen Ideen nicht anfreunden kann, lehne ich ab. Denn eine Gartengestaltung kostet viel Geld – daher sollte dem Kunden alles gefallen, was ich mache. Meist decken sich aber unsere Vorstellungen.

Ihr Job ist, wie man so schön sagt, von nachhaltiger Natur, oder?


Es ist nicht wie in einem Geschäft, in dem man sich fertig anschaut, was man kauft. Was wir machen, ist für die Zukunft. Denn Bäume wachsen. Erst nach 10 bis 20 Jahren sind sie so prachtvoll, wie wir sie einplanen. Mich freut es sehr, wenn Kunden kommen und sagen: „Wow, genau so wollt ich das.“

Welche Anforderungen gibt es für Ihren Beruf?


Ein Landschaftsgärtner muss zwei rechte Hände haben, man muss sehr geschickt sein. Die harte körperliche Arbeit ist belastend. Ich hatte auch schon Frauen in meiner Firma beschäftigt. Doch man muss den Belastungen standhalten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Männer in diesem Beruf besser halten können. Vor allem sollte ein Landschaftsgärtner sehr viel Interesse an der Natur mitbringen und fleißig sein. Meine Mitarbeiter sind starke Jungs, doch sie arbeiten vor allem mit Köpfchen.

Gärtnerei Klaus Binder

Wie lange arbeiten Sie?


Mein Arbeitstag beginnt um 7.30 Uhr und endet meist gegen 19 Uhr oder 20 Uhr. Ich bin sehr viel unterwegs, manchmal habe ich morgens einen Termin mit einem Kunden; manchmal bin ich morgens auf einer Baustelle. Jeder Tag ist anders.

Was ist das Schwierige an Ihrer Arbeit?


Eine große Herausforderung ist, dass ich mich auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren muss. Wir sind ein Betrieb, der sich auf Hausgärten spezialisiert hat. Bei Privatkunden legen wir zum Beispiel Gärten an, bepflanzen sie oder bauen Teiche. Wir pflegen aber auch Gärten von Industriebetrieben.

Ist Natur heutzutage Luxus?


Man kann jeden noch so reichen Menschen fragen, was der größte Luxus sei. Sie werden sagen: Gesundheit, Liebe, Erholung und die Natur. Gerade in einer so ökologischen Stadt wie Freiburg legen die Menschen großen Wert auf einen schönen und vor allem grünen Garten.

Gärtnerei Klaus Binder

Mehr dazu

  • In der dreijährigen Ausbildung (bei Abitur um ein halbes Jahr verkürzt) wird der Grundstein für den Beruf des Landschaftsgärtners gelegt
  • Nach zwei bis vier Jahren Berufserfahrung kann man (mit Abitur oder Fachabitur) die Prüfung zum Gärtnermeister ablegen, etwa in Heidelberg oder in Hohenheim (Staatsschule für Gartenbau)
  • Ausbildungsbetriebe (Gärtnereien) in Baden-Württemberg: Website
   




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 3
LEGOsteniker
Freitag, 06.06.08 10:09
 

Hart - Härter - Landschaftsgärtner :)

willi
Freitag, 06.06.08 10:37
 

Den Meister kann man doch auch mit dem Hauptschulabschluss machen, oder?

Laizina
Samstag, 07.06.08 19:44
 

Dieser Super-Gärtner hat unseren Garten kreiert :D

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