Die übersehene Sehenswürdigkeit
Vor genau 10 Jahren lief der Film „
Große Erwartungen“ mit Ethan Hawke, Gwyneth Paltrow, Robert de Niro und Anne Bancroft in unseren Kinos. Was das mit Sydney zu tun hat? Die Literaturvorlage ist von Charles Dickens und das historische Vorbild für Miss Havisham (die Frau, die am Altar vom Mann sitzen gelassen wird und daraufhin tief traumatisiert ihr Brautkleid nicht mehr ablegt) liegt in Newtown begraben:
Eliza Emily Donnithorne.
Newtown ist ein trendiges Studenten-Schwulen-Lesben-Viertel in der City (Inner West). So eigenwillig Miss Donnithorne, so verwunschen der
Friedhof. Hier lehnen sich Grabsteine aneinander an, sind umgestürzt oder gänzlich zerfallen.
Newtown Camperdown Cemetery, 187 - 189 Church Street, Newtown 2042
Nachtquartier
In Glebe, einem der schönsten und ältesten Viertel in Sydney, befindet sich das Backpackers „
Glebe Village“ mit Pancake-Frühstück am Wochenende und Aussie-BBQ unter der Woche. Eine sympathische Alternative zu den Party-Backpackers in Kings Cross.
Glebe Village, 256 Glebe Point Road, 2037 Glebe

Kaffeepause
Das Café „
Badde Manors“ in Glebe ist mit sensationellem Kuchen ein Muss. Da nimmt man auch gerne die etwas gewöhnungsbedürftige Bestuhlung in Kauf. In Newtown ist das Café „Corellis“ eine echte Konkurrenz. Mit super leckerem Kaffee – unbedingt den Mocca probieren – und ebenso gutem Gebäck.
Corelli’s, 352 Kingstreet, Newtown 2042Badde Manors, 37 Gelbe Point Road, Glebe 2037
Magengrummeln
Vielleicht zu unchristlich für manche, eignet sich die oben beschriebene „Friedhof-Oase“ im Großstadttrubel prima als Picknicklocation. Einfach für 4 AUD (australische Dollar) bei „
Eat-me-Sushi“ zwei Sushirollen gekauft und auf geht’s zum Newtown Camperdown Cemetery.
Wem die Völlerei in Kirchennähe doch zu pietätlos ist, setzt sich in den Bus Richtung
City Road und steigt bei China Town aus. Da gibt es einen Festschmaus der ganz anderen Art:
Yum Cha. Das sind diese leckeren chinesischen Kleinigkeiten, die man in Asiamärkten in Deutschland nur in der Tiefkühltruhe findet. Hier sind sie frisch zubereitet und fahren in Wägelchen an einem vorbei. Man sucht aus, was man will und hört erst auf zu essen, wenn die Tischdecke so richtig vollgekleckert ist.
Eat-me-Sushi, 258 Kingstreet, Newtown 2042
Shop till you drop
Shoppen bis zu Umfallen: Das geht besonders gut in der
Oxford Street in Paddington, wo viele
Jungdesigner ihre Mode verkaufen, bevor sie zu den ganz Großen werden. Jeden Samstag findet auf dem Platz vor der Paddington Uniting Church von 10 bis 16 Uhr ein Markt statt: von Kunsthandwerk bis Klamotten findet man hier alles. Wer auf bequeme Outdoor-Kleidung (auch für den alltäglichen Gebrauch geeignet) steht, dem sei folgendes Geschäft ans Herz gelegt: „lululemon athletica“.
In diesem Laden sind die Kunden Könige: an die Umkleidekabinen wird der Name geschrieben, damit die Beratung möglichst persönlich ablaufen kann. Was es sonst noch Tolles gibt: jeden Sonntag
Yoga-Kurse für umme! Ein kleiner Ratschlag für blutige Anfänger in Sachen „Shoppen in Down Under“: auf die Fragen „How are you today?“ oder „How was your day so far“ nicht etwa anfangen Geschichten zu erzählen, sondern brav „Fine, thank you“ antworten!
lululemon athletica, 340-346 George St, CBD 2000 oder Warringah Mall (Shop 93a), Brookvale 2100
Kunst und Kultur
Was Kunst angeht, steht die Art Gallery of New South Wales an erster Stelle. Dort befinden sich eine einzigartige Aborigine-Kunstsammlung und vieles mehr. Für die, die das nötige Kleingeld haben, folgender Tipp: Aufführungen im
Opera House lohnen schon allein wegen der Architektur des Gebäudes. Wer Glück hat, kann hier neben Oper und Schauspiel „The Bangarra Dance Theatre“ bestaunen:
Aborigine-Künstler vermischen in ihren spannenden Performances traditionellen und modernen Tanz. Aber auch der Blick über den Hafen macht einem Glas Sekt in prickelnder Hinsicht echte Konkurrenz!
Arte Gallery of NSW, Art Gallery Road, CBD.
Opera House, Bennelong Point Sydney
Für Nachtschwärmer
Einen atemberaubenden Blick hat auch die
Orbit Bar im 47. Stockwerk des beeindruckenden Hochhauses „Australia Square“. Seit 40 Jahren werden hier mit
360-Grad-Panoramaaussicht Cocktails ausgeschenkt. Eine perfekte Bar zum Vorglühen, bevor im „Stonewall Hotel“ abgetanzt wird. Der Club ist bekannt als „Sydney's No 1. Gay & Lesbian venue“.
Heterosexuelle sollten sich von der Homepage nicht abschrecken lassen: hier fühlt sich jeder wohl. An sieben Tagen in der Woche legen hier Sydneys beste Djs auf. Gediegener geht es in
The Basement zu, das im Central Business District (CBD) liegt. Hier spielten schon Jazzgrößen wie
Dizzy Gillespie und Herbie Hancock, aber auch Pop- und Rockgrößen wie Prince und Tex Perkins.
Orbit Bar, Level 47, Australia Square, 264 George Street, CBD
Stonewall Hotel, 175 Oxford Street, DarlinghursThe Basement, 29 Reiby Place, CBD
Für Romantiker
Und wer den Tag lieber ein wenig romantischer ausklingen lassen und Seeluft schnuppern möchte, nimmt abends die Fähre von
Circular Quay nach Manly. Erst die Skyline und dann mit der/m Liebsten den Mondaufgang am Strand anhimmeln. Vielleicht ja mit Musikuntermalung: The Cat Empire ist die angesagte australische Band.
The Cat Empire, So Many Nights, 21 AUD
Ab ins Grüne
Bei schönem Wetter – und das ist in Sydney praktisch fast jeden Tag der Fall, gehen die Sydneysider zum Strand in
Bondi, der allerdings am Wochenende sehr touristisch ist, und zum Strand in Manly. Hier wird Volleyball gespielt, gesurft, sonnengebadet, gegrillt oder einfach nur geschwatzt.
Bekannt ist den meisten der Bondi-Coogee-Walk, aber ein echter Geheimtipp ist der „Spit Walk“, der beim
Manly Wharf anfängt und bei der Spit-Bridge aufhört (von dort fährt wieder ein Bus zurück nach Manly). Wunderschöne Ausblicke über den Hafen, aber auch entlegen Strände, wie
Washaway Beach, Castle Rock Beach und Clontarf Beach, machen diesen „Spaziergang“ zu etwas ganz Besonderem. Also: Essen und Trinken für die 4-stündige Wanderung einpacken und Badesachen nicht vergessen!

fudder: Großstadtgeheimtipps