
Zusammen Musik hören, das ist manchmal schwer für
Crime Killing Joker Man. "'Ach, was ist das für eine Scheiße'," hört man dann schon mal, wenn wir abwechselnd Platten auflegen", erklärt Gitarrist Jonas Kraibing. "Aber manchmal dann doch auch "Hey, das ist ja gut".
Denn die vier Herren der Freiburger Band haben ganz unterschiedliche musikalische Vorlieben: Sänger Konstantin Schimanowski mag die
Libertines und Nick Drake, Bassist Markus Fehn den
Funk, Drummer Martin Möller hat es mit
Reggae und Gitarrist Jonas Krainbring verehrt
Radiohead-Gitarrist Johnny Greenwood und Sonic Youth.
Da auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen ist nicht leicht. "Die einzige Musik, auf die wir uns einigen können, ist
Motown, aber das hört man nur ein ganz kleines bisschen manchmal", sagt Jonas. "Und Ennio Morricone, und das hört man gar nicht." Die Bandkollegen lachen. "Aber haben wir einen Song für Ennio Morricone!". fügt Konstantin hinzu.

Zusammen eigenständige Musik machen, das scheint für die vier jedoch ganz einfach. Denn wo ein Kollektividol fehlt, müssen nun mal eigene Ideen her.
Die kann man auf der zweiten EP von Crime Killing Joker Man,
Crash, anhören. Tanzbar sind die fünf Songs, die man umsonst und legal beim Regio-mp3-Blog
Kommando Disko downloaden kann; das Waldshuter Online-Label
Omaha-Records, bei dem auch die Freiburger von You?Spy! und der Hamburger Singer-Songwriter Gisbert zu Knyphausen zu Hause sind, unterstützt bei der Verbreitung.
Die Produktion ist erfrischend karg, Soundeffekte oder Mixing-Tricks sucht man zum Glück vergeblich. Nichts lenkt von den feinen, mit
musikalischen Zitaten angereicherten Arrangements der durchaus auch mal hymnischen Pop-Songs ab. Hier wird nichts hinter Übersteuerungen oder Lautstärke versteckt.

Die
Highlights der EP: Der Titelsong "Crash", ein von Melancholie durchzogener, melodischer Song mit toller Basslinie, zu dem man die Füße kaum still halten kann und der letzte Track "The Boy you thought you met", an dem besonders Konstantins erzählende Intonation, die an die besten, noch drogenarmen Tage von Pete Doherty erinnernt, und die fein fiependen Gitarren gefallen.
Ein wenig erinnert der Crime Killing Joker Man-Sound an die Brooklyner Hype-Band
Vampire Weekend, die afrikanische Rhythmen mit preppy Pop-Melodien mischen; deren hochgelobtes Debutalbum könnte eine Platte sein, die die vier sicher gut gemeinsam hören könnten. Doch nur Jonas hat bisher Vampire Weekend gehört. "Auf einem Visions-Sampler."

Doch erstmal ist ohnehin nicht gemeinsames Plattenhören, sondern
musizieren angesagt. Die EP soll heute Abend beim Gig zum Release im Rahmen der Sidestream-Konzertreihe in der Freiburg Bar ordentlich befeiert werden.
"Ich glaube, wir sind echt eine Live-Band. Die Platte ist nett und schön und so, aber unsere Magie, die hört man eher live", sagt Konstantin. "Ich find es zwar schon super, wenn Leute zu mir kommen und erzählen, wie toll sie die Songs finden", sagt Jonas. "Aber wenn man die Lieder
live spielt und dann sieht, wie die Leute bei Balladen den Kopf jemand anderem an die Schulter legen oder bei den schnelleren Songs tanzen, das freut mich viel mehr."

Was: Crime Killing Joker Man EP-Release @ Sidestream
Wann: Donnerstag, 17. April 2008, 22 Uhr
Wo: Freiburg Bar
Eintritt: 2 Euro