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Sadomasochismus wird in Film und small talk gern mit geheimen Praktiken im dunklen Kämmerlein assoziiert, als Schmerzsex zwischen Perversion und Komik. Über die Probleme, mit denen sich SM-Anhänger konfrontiert sehen und darüber, wie sich in Südbaden eine vorsichtige Bewegung formiert, hat Carina mit Thomas Haas von der Freiburger Vereinigung SMile gesprochen.

Dieses Bild basiert auf dem Bild BDSM collar back.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Grendelkhan

Ketten im Schlafzimmer

Die kleine Wohnung liegt im sechsten Stock und bietet eine atemberaubende Aussicht über Freiburg und Vogesen. Erst der zweite Blick geht ins Innere und offenbart nach und nach unaufdringliche, aber eindeutige Zeichen dafür, dass hier etwas anders ist als in gutbürgerlichen Wohnzimmern: das Bild einer nackten, gefesselten Frau mit verbundenen Augen an der Wand; die Kerze im Regal in Form eines geschnürten Oberkörpers.

Schließlich ist im Halbdunkel des angrenzenden Schlafzimmers sogar eine so genannte sling zu erkennen – eine „Liebesschaukel“ aus Leder, die an dicken Ketten befestigt von der Decke hängt.

Die Liege ist für den passiven Sexualpartner gedacht und bietet etwa beim Analverkehr eine besonders geeignete Position. „Wenn Arme und Beine an den Ketten festgebunden werden und dann vielleicht noch Ohrstöpsel und Augenmaske ins Spiel kommen, ist man völlig machtlos“, erklärt Thomas Haas die Vorrichtung vor seinem Bett.

Der 50-Jährige ist bekennender Sadomasochist und Mitglied der Freiburger Vereinigung SMile, in der sich etwa 90 Leute im Einzugsbereich von Basel bis Karlsruhe organisiert haben. Sie veranstalten Partys und Filmabende. Vor allem aber treffen sie sich alle zwei Wochen zum Stammtisch - eine diskrete Möglichkeit auch für Interessierte, ihre ersten Schritte im SM zu wagen.

cc:flickr.com/photos/10527553@N03/1544279673/

Träume vom Gefesseltwerden

Thomas Haas ist einer der Zuständigen für Neuanfragen. „Das Schwierigste ist immer das innere Outing“, sagt er. „Die meisten tragen sich jahrelang mit ihren geheimen Bedürfnissen herum.“ Ihm selbst wurden seine Neigungen schon ungewöhnlich früh bewusst. Im Kindergarten träumte er erstmals, von drei Mädchen aus seiner Gruppe an einen Baum gefesselt und berührt zu werden. „Bis heute hat mich das als Tagtraum nicht verlassen.“

Das unbestimmte Verlangen entwickelte sich. Schon Piratenfilme, in denen gefesselt und geschlagen wurde, erzeugten bei Haas subtile Empfindungen.

cc:flickr.com/photos/jurvetson/1164045/

Mit siebzehn schmuggelte er sich in den Film „Die Geschichte der O“ nach dem gleichnamigen Skandalbuch von Dominique Aury. In dem Roman, den die Französin in Anlehnung an die Bücher des umstrittenen Namensgebers des Sadismus, Marquis de Sade, geschrieben hat, geht es um die Lust an der totalen Unterwerfung, ein Klassiker der SM-Literatur.

Für Thomas Haas bedeutete der Film die endgültige Gewissheit. Dass er dennoch erst als über Dreißigjähriger aktiv wurde und auf ein Inserat in der Zypresse antwortete, lag weniger an der Angst vor dem Outing denn an der schlechten Vernetzung. Vor 20 Jahren sei man noch auf versteckte Hinweise angewiesen gewesen, sagt er, etwa auf ein Flugblatt im Sexshop. „Wenn eine Party im Umkreis von 300 Kilometern stattfand, war das schon eine Sensation. Meist musste man weiter weg, nach Hamburg, Berlin oder Amsterdam.“

Heute ist es dank des Internets kein Problem mehr, sich über Veranstaltungen zu informieren und nach Gleichgesinnten zu suchen: „Inzwischen muss man sich an manchen Wochenenden sogar zwischen zwei Partys entscheiden.“ Die Website sklavenzentrale verzeichnet mehr als 100 000 Profile. Mit der virtuellen gelingt nun auch die regionale Vernetzung besser. Gruppen haben sich inzwischen in jeder größeren Stadt gebildet - in Freiburg vor 15 Jahren „SMile“ und vor etwa einem Jahr bereits die zweite, „Triskele“.

Diese halb offiziellen Gemeinschaften, die Stammtische und Partys anbieten, bilden eine Art dritten Weg. Lange hat sich SM nur versteckt abgespielt, privat oder in Dominastudios. Die aufblühende SM-Szene macht nun vorsichtig auf sich aufmerksam. Sie unterhält Infostände auf dem Christopher Street Day, gibt Zeitschriften heraus.

Konflikt zwischen Outing und Privatsphäre

Es ist der Versuch, die Angst vor dem Unbekannten abzuschütteln und die Unsicherheit zu nehmen, die oft abseits der Klischees und Witze herrscht. Das erinnert durchaus an die frühe Schwulenbewegung, zeigt sich im Inneren jedoch ungleich zerrissener. Denn in der Szene selbst ist man sich uneins, wie und vor allem ob man sich mit der Öffentlichkeit arrangieren solle.

cc:flickr.com/photos/megem519/420089159/

Während einige für Aufklärung und Öffnung plädieren, in Kooperation mit Ärzten und Psychologen schon fast politisch arbeiten und Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen versuchen, sind die meisten eher misstrauisch. Viele betrachten ihre sexuellen Neigungen als Privatsache, die sie gar nicht erst in der Öffentlichkeit – aufgeklärt oder nicht – diskutiert wissen wollen. Man solle besser unter sich bleiben. Anderen geht es gar nicht um Prinzipien, sondern sie fürchten schlicht die konkreten Probleme, die ein Outing aufwerfen könnte.

„Das fängt beim Beruf an“, sagt Haas. „Dass etwa Bundestagsabgeordnete es nicht publik machen wollen, ist das eine. Aber vor allem auch Lehrer und andere, die mit Kindern, Jugendlichen oder gar mit psychisch Kranken arbeiten, könnten deswegen massiv unter Druck gesetzt werden.“ Zwar dürfe aufgrund des Antidiskriminierungsgesetzes niemand mehr wegen sexueller Neigungen entlassen werden, „aber dann wird man eben rausgemobbt.“

Schlagzeilen

SM und Familie

Auch in der Familie befürchten viele Konsequenzen. Das SM-Magazin Schlagzeilen, das einen Sklaventest anbietet und dessen Artikel Überschriften wie „Gut geschnürt“ und „Tut mir weh“ tragen, behandelt denn auch Fragen wie „Erfüllte Sexualität – und trotzdem Kinder?

Hier geht es nicht nur um die Reaktionen von außen. Es geht ganz allgemein um die für viele selbst nur schwer denkbare Vereinbarkeit von SM und Familie, von Erwachsenen- und Kinderwelt – zumal vermeintliche Perversionen des ehemaligen Partners auch schnell vor dem Familiengericht landen können, wenn das Sorgerecht verhandelt wird.

Selbst nach einem gelungenen Coming Out ergeben sich wieder neue Schwierigkeiten und Herausforderungen, vor allem in der Partnersuche. „Die meisten haben einen langen inneren Kampf hinter sich und ihre Sexualität viel stärker reflektiert als andere“, erklärt Haas, „daher nimmt sie auch einen zentralen Stellenwert im Leben ein. Wenn es sexuell nicht stimmt, kann eine Beziehung da kaum funktionieren.“ Doch die Spielarten dessen, was allgemein als Sadomasochismus bezeichnet wird, zeigen sich so vielfältig, dass die Anforderungen an die Passgenauigkeit zwischen zwei Partnern enorm sind.

cc:flickr.com/photos/dpade1337/423925847/

Fächerung der Szene

Denn eigentlich ist SM nur eine Richtung innerhalb der Szene, die korrekt „BDSM“ heißt. Das Akronym setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism zusammen und steht für ein ganzes Spektrum an Liebesspielen.

„Das Klischee ist natürlich einfach: Jemand ist oben, jemand unten“, sagt Haas. „In Wirklichkeit aber sind die Möglichkeiten fast unendlich, Grenzen setzt allein die eigene Phantasie.“ Die Unterscheidung zwischen Doms und Subs gehört zwar zum festen Vokabular der Beteiligten; dennoch gibt es viele Switcher und innerhalb der sadistischen und masochistischen Praktiken entscheidende Unterschiede.

„Manche sind devot, sie dienen und unterwerfen sich gerne, haben aber mit Schmerzen gar nichts am Hut. Andere dagegen empfinden Schmerz als luststeigernd bis zur Ekstase, aber niemals würde sie jemandem dienen.“

Fesseln, Ketten, Nadeln und Peitschen, aber auch alltägliche Hilfsmittel wie Ohrstöpsel oder Frischhaltefolie können je nach Neigung eingesetzt werden, um die Spiele um Macht und Ohnmacht, Erniedrigung und Unterwerfung, Schmerz und Lust zu dirigieren. Vieles läuft dabei in der Psyche ab. „Kopforgasmen“ nennt Thomas Haas seine lustvollsten Momente, die auch mal mehrere Stunden dauern und unabhängig von körperlicher Erregung ablaufen können.

Überhaupt sei die Fixierung auf den körperlichen Orgasmus im SM viel weniger ausgeprägt, sehr viel entscheidender dafür die Vorstellungskraft und die gefühlte Ekstase.

cc:flickr.com/photos/pablosanz/1043111328/

Besorgnis von Zuschauern

„Alles basiert aber auf dem Prinzip der Einvernehmlichkeit“, betont Haas. Um zu gewährleisten, dass nichts gegen den Willen der Beteiligten geschehe, gebe es klare Absprachen oder auch eine Art „Metakonsens“ zwischen Leuten, die sich schon lange kennen. „Man kann jederzeit abbrechen.

Ist eine Artikulation nicht möglich, zum Beispiel wegen eines Knebels, gibt es andere Wege – indem man etwa dem Partner einen Gegenstand in die Hand legt, der als Zeichen dann fallen gelassen werden kann.“ Dennoch sei es für Außenstehende selbst in der SM-Szene oft schwer zu beurteilen, ob nicht Grenzen überschritten würden. Auch auf den Partys, wo die Besucher in „Spielzimmern“ ihren Phantasien nachgehen können, komme es ab und an zu Unterbrechungen durch besorgte Zuschauer.

Haas ist einer von denen, die Sadomasochismus gesellschaftsfähig machen wollen. Er selbst kann bisher nur auf positive Reaktionen zurückblicken. Lediglich die Eltern seien anfangs etwas geschockt gewesen: „Und was wohl die Nachbarn denken würden?“ Eher zufällig war er damals durch ein Foto in der Zeitung stadtweit geoutet worden. Tags darauf sprach ihm die 80-jährige Nachbarin im Aufzug ihre Anerkennung aus, auch der Chef seines Taxibetriebs nahm es mit Humor: In einer Notiz an die Mitarbeiter empfahl er, aus gegebenem Anlass die Prügelstrafe wieder einzuführen.

SMile Freiburg

Dennoch bleibt für die Aufklärungswilligen der Szene einiges zu tun. So wird SM-Anhängerinnen von Feministinnen eine Verinnerlichung patriarchalischer Strukturen vorgeworfen. Die Einordnung des Sadomasochismus in die WHO-Diagnoseliste ICD (International Classification of Diseases) suggeriert noch immer eine krankhafte Störung, ebenso wie früher bei Homosexualität, die inzwischen von der Liste gestrichen wurde. „Die Schwulen haben den Weg gewiesen“, sagt Haas.




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 42
Stefan
Mittwoch, 16.04.08 11:31
 

Wo sind denn die Bilder von gestern? Selbstzensur?

kus (fudder)
Mittwoch, 16.04.08 11:36
 

haben wir mit Blick auf FSK18 etwas entschärft ;-)

moskito
Mittwoch, 16.04.08 11:39
 

Also ich hab das Original gestern auch gesehen/gelesen und finde nicht, dass sich durch den Austausch der Bilder was wesentliches geändert hat. Die Argumentation davids von fudder, dass die Originale womöglich für ein portal, dass sicher auch von 14-jährigen und jüngeren genutzt wird, eine kleine Spur zu heftig gewesen sein könnten, kann ich gut nachvollziehen. Entsprechend härtere Bilder könnte man sich woanders im Internet sicher zur Genüge reinpfeiffen, wenn einem danach sein sollte.

b25
Mittwoch, 16.04.08 11:41
 

Artikel sehr interessant. Bilder, bis auf das erste, ausdruckslos und nichtssagend. Schade. Zum Glück schaffte ich es gestern rechtzeitig, auf fudder.de vorbeizuschauen, denn die zuerst hochgeladenen Bilder waren kunst- und stilvoll und veranschaulichten sehr schön die Gegensätze von Lust/Leid, Sex/Seele.

b25
Mittwoch, 16.04.08 11:43
 

@ moskito: als ob die gestern hochgeladenen Bilder heutzutage noch Teenager erschrecken, entsetzen oder schockieren könnten...

Herr
Mittwoch, 16.04.08 11:49
 

Dazu haben wir ein Forum geschaffen für die jehnigen die sich mit dem Thema auseinandersetzen oder wollen.
Hier haben Badische Freunde des BDSM/ Fetisch die Möglichkeit sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen oder sich über Praktiken auszutauschen. Wir hoffen dass euch die Seite anspricht und für den einen oder anderen zu einer zweiten Heimat wird.
Das Forum ist erst ab FSK 18.

Grüße
BDSM Baden Schweiz Frankreich

Herr
Mittwoch, 16.04.08 12:09
 

Hat anscheinend nicht funktioniert mit der Webaddy des Forums.

Hier nochmal der Link für interessierte: http://www.BDSM-Baden.de

Das älteste Bdsm/ Fetisch / Bondage Board im Badischen Dreiländereck seit 2005. BD-DS-SM, Bondage, Fetisch und Lack und Leder und vieles mehr im Forum BDSM Baden / Schweiz und Frankreich.


Grüße
BDSM Baden Schweiz Frankreich

Max Mosley
Mittwoch, 16.04.08 14:47
 

cool. döp dö döp.

Max2
Mittwoch, 16.04.08 17:49
 

guter Artikel!

das erste ist doch ein Bild aus der WP....
na denn will ich auch den entsprechenden, als exzellent eingestuften Artikel erwähnen:

http://de.wikipedia.org/wiki/BDSM

marc_aurel
Mittwoch, 16.04.08 20:23
 

Ist jede sexuelle Neigung und Veranlagung als allgemein akzeptabel oder sogar postiv und bestärkenswert zu bewerten, nur weil sie bei dem einen oder der anderen vorkommt? Ich denke nicht.
Wer Sexualität als Sport oder als von Beziehung weitestgehend losgelöstes Vergnügen auslebt, ist auf dem Holzweg, denn er verpasst, wozu Sexualität im Menschen eigentlich angelegt ist. Ich bedauere, dass unsere Gesellschaft Sex praktisch komplett als Ware betrachtet und vollständig dem dominierenden Leistungs- und Statusdenken unterworfen hat, anstatt ihn als Ausdruck des tiefsten Vertrauens zweier Menschen und ihrer völligen Hingabe an einander zu verstehen.

Lurchi
Mittwoch, 16.04.08 21:41
 

"Ist jede sexuelle Neigung und Veranlagung als allgemein akzeptabel oder sogar postiv und bestärkenswert zu bewerten"

ähm nein ist sie nicht.

bsp. Pädophilie

anders natürlich bei dingen die zwei leute ausdrücklich wollen.
und völlige hingabe ist in meinen augen dann vollbracht wenn man sich dem anderen vollkommen ausliefert.

aber auch sexuelle praktiken in beiderseitigem einversändnis sind natürlich eingeschrängt, von der sittenwidrigkeit.

(z.b. ich kann keinem den arm abhacken auch wenn ich das als sexuelle befriedigung sehe, auch mit dem einverständnis des betroffenen nicht.)

ob das jetzt logisch nachvollziehbar ist, ist eine andere frage, aber anscheinend teil diese auffasung die gesellschaft.

"Wer Sexualität als Sport oder als von Beziehung weitestgehend losgelöstes Vergnügen auslebt, ist auf dem Holzweg, denn er verpasst, wozu Sexualität im Menschen eigentlich angelegt ist."

Zur Fortpflanzung. Aber das eine schliesßt das andere ja nicht aus.

lalala
Mittwoch, 16.04.08 22:08
 

@lurchi

darf ich mir den arm selbst abhacken? oder mich umbringen?

wie isses mit piercings? häßlichen tattoos? brandings? wo beginnt mein recht mit meinem körper zu machen / machen zu lassen, was ich will?

K.
Donnerstag, 17.04.08 00:48
 

@marc_aurel "[...] anstatt ihn als Ausdruck des tiefsten Vertrauens zweier Menschen und ihrer völligen Hingabe an einander zu verstehen."

worum geht es denn bei bdsm? um die höchste ausdrucksform tiefsten vertrauens zweier menschen und die völlige hingabe.

Lurchi
Donnerstag, 17.04.08 01:07
 

@ lalala

ja das darfst du alles, es geht ja nicht um dich selber sondern um den anderen part und dort greift halt die sittenwidrigkeit.

gleiches gilt ja auch übrigens für kanibalismus, das ist auch nicht erlaubt selbst wenn zwei übereinstimmenden willenserklärungen vorliegen

herzenbrecher
Donnerstag, 17.04.08 02:15
 

sind jetzt bdsm´ler und fetischisten pädophile und kanibalen?
*erstaund gugg*
der neandertaler grüßt den modernen aufrecht gehen menschen

Wuschel
Donnerstag, 17.04.08 03:10
 

@ lalala, Lurchi: Selbstmord und Selbstverstümmelung sind per Gesetz verboten.
Du darfst dir also nicht den Arm abhacken oder dich selbst töten.

@ herzenbrecher: das hat hier niemand behauptet. wie kommst du darauf?

Ansonsten stimme ich marc_aurel absolut zu.
Ich habe schon einiges miterlebt. Solche Dinge die man nicht zwingend in Worte fasst.

Ausprobieren macht ja bekanntlich Freude und dumm bleibt wer ewig im Kreis läuft.
Was mich aber am meisten an solchen Dingen stört ist die Tatsache, dass sich manche Menschen scheinbar massiv genötigt fühlen ihre sexuellen Gefühle und Erfahrungen mitzuteilen.
Mich irritiert so etwas immer, da ich meine, dass es niemanden etwas angeht und dass ich es auch nicht nötig habe irgendjemanden damit zu "belästigen".

Kein Szene hat es heutzutage mehr nötig sich - auf welcher Plattform auch immer - als irgendwie unterdrückt oder nicht genug wahrgenommen darzustellen.
Was übrig bleibt ist Werbung. Werbung von Leuten, die neue Menschen für ihre Sache suchen.

Nennt mich altmodisch oder wasauchimmer, aber ich finde, dass ich nicht gezwungen werden sollte mich mit sexuellen Phantasien anderer in den Medien auseinanderzusetzen.

Ja, ich ficke gerne Baumstümpfe. Am liebsten zu zweit. Das ist Baumstumpfing. Ich bin aber recht einsam damit und deswegen möchte ich hier, auf fudder.de, mal einen Artikel über meine Vorlieben sehen. Vielleicht kommen so ja neue Jünger ran.

svw: santa




b25
Donnerstag, 17.04.08 06:59
 

@ Wuschel: welches Gesetz normiert denn ein "Verbot" der Selbsttötung? Scheint wohl, dass ein Akt der legislativen Gewalt an mir unbemerkt vorübergegangen ist ;)

Mag ja sein, dass Du, je nach dem welchen christlich moralethischen Wertehintergrund Du hast, den Freitod eines Menschen als Sünde bezeichnest, aber "per Gesetz verboten"? Das wäre ja etwas ganz Neues.

Würde die Selbsttötung von einem (Verbots-)Gesetz erfasst, ja sogar strafrechtlich inkriminiert, WIE soll denn dann gegen den "Täter", nach erfolgreicher Begehung einer Selbsttötung, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden? WIE soll er bestraft werden? Was, wenn das Unternehmen misslingt, auf der Versuchsebene hängen bleibt? Macht sich der "Täter" dann wegen "Versuchs einer Selbsttötung" strafbar?

Vielleicht ist's auch nur 'ne Ordnungswidrigkeit und er kommt mit einer Geldbusse davon ;).

Meinen bescheidenen juristischen Kenntnissen zufolge ist die Selbsttötung strafrechtlich solange unproblematisch, solange keine anderen Personen mit der Selbsttötung in Berührung kommen. Auch wenn - wie in der Welt der Juristerei so häufig anzutreffen - es mit Sicherheit eine sog. Mindermeinung gibt, die Gegenteiliges vertritt.

Ein Recht bzw. einen Anspruch auf Selbsttötung gibt es allerdings nicht, was schon die Existenz eines § 216 StGB (Tötung auf Verlangen) beweist.

Ob der Wunsch sich zu töten jedoch mit den in Art. 1 des Grundgesetzes normierten Grundwerten konform geht oder den fundamentalen Eigenwert des Menschen negiert, ist eine Frage, die auf anderer Ebene diskutiert wird. Da trifft es sich gut, dass das Svw "Ethos" lautet.

Max2
Donnerstag, 17.04.08 07:50
 

>Nennt mich altmodisch oder wasauchimmer, aber ich finde,
>dass ich nicht gezwungen werden sollte mich mit
>sexuellen Phantasien anderer in den Medien
>auseinanderzusetzen.
@wuschel:
warum hast du den artikel dann gelesen?

Wodan
Donnerstag, 17.04.08 08:21
 

@wuschel
"ich nicht gezwungen werden sollte mich mit sexuellen Phantasien anderer in den Medien auseinanderzusetzen.

du sollst dich nicht genötigt sehen, was zu lesen was du nicht willst. gott hat dir freien willen gegeben, deswegen gilt dieses argument nicht. es ist deinen eigene gier, die du nnciht im griff hast, denke ich.

sehr wohl sollte hier eine plattform geschaffen sein, damit menschen mit enstprechenden neigungen sich austauschen können. es geht dabei bestimmt nicht nur allein um sex. niemand ist dazu gezwungen, solche plattformen zu besuchen. FSK ist ab 18.

ich denke es sollte jedem erwachsenen menschen selbst überlassen sein zu tun uns lassen was er will, solange er nicht anderen menschen, tieren dinge antut, die sie nciht wollen. das eben im gesetzlichen rahmen. ich beziehe mich hier nicht auf abstrakte dinge wie töten, arm abhaken, etc. in sowas kann und will ich mich nicht reindenken.
ich will einfach damit sagen, dass man sich auch hier in toleranz üben sollte.
ob derartige handlungen (BDSM)schlussendlich zum seelenglück beitragen, sei dahingestellt. hier werden bestimmt eher körper und geist angeregt. die seele sucht ja schlussendlich die vollkommene liebe hab ich gelesen.
ob es der richtig weg ist, diese liebe über schmerz, leid und erniedrigung zu suchen ? ich weiss es nicht wirklich. darüber muss ich nachdenken. naja tausendwege führen ja nach rom.

DerOnkel
Donnerstag, 17.04.08 09:39
 

Klar sollte man auch in diesem Bereich tolerant sein.
Aber ich muss doch nicht alles genau wissen - schlußendlich interessiert mich ja nicht, wer sein Ding wann, wo, wie, warum, wie lang und in wen steckt - und da muss ich Wuschel zustimmen, das Mitteilungsbedürfnis mancher Zeitgenossen in sexuellen Dingen irritiert mich auch massiv.

Wodan
Donnerstag, 17.04.08 10:11
 

diesbezüglich erinnere ich mich an einen kaffeeklatsch innerhalb der verwandschaft. da hat sich eine verwandte empört darüber geäussert das sie sich auf "arte" irgendwann morgens um 2 Uhr so einen verdorbenen "schmuddelfilm" anschauen "musste".
in mir kam aber nur die frage hoch: "fraule, du hast 30 sender, warum "musstest" du nciht einfach umschalten?" warum "musstest" du dir den ganzen film anschauen? es zwingt dich doch niemand"
wir haben doch alle den freien willen bekommen abzuschalten!
machen wir uns doch nichts vor und geben den anderen die schuld.

DerOnkel
Donnerstag, 17.04.08 10:18
 

Klar kann ich selbst entscheiden, was ich lese/anschaue.
Ich kann aber Talkshows auch Scheisse finden, ohne sie mir anzuschauen - und die Frage nach der Motivation der sich öffentlich zur Schau Stellenden ist trotzdem berechtigt und hat überhaupt nichts mit "Schuld" zu tun...

Triskelion
Donnerstag, 17.04.08 12:38
 

>Was mich aber am meisten an solchen Dingen stört ist die >Tatsache, dass sich manche Menschen scheinbar massiv >genötigt fühlen ihre sexuellen Gefühle und Erfahrungen >mitzuteilen.

wie wahr! manche tun das aus eigennutz um sich daran aufzugeilen. eine art des exebitionismuss

>Mich irritiert so etwas immer, da ich meine, dass es >niemanden etwas angeht und dass ich es auch nicht nötig >habe irgendjemanden damit zu "belästigen".

warscheinlich haben diese minderwertigkeit komplexe und mangel an selbstbewußtsein?

>Kein Szene hat es heutzutage mehr nötig sich - auf welcher >Plattform auch immer - als irgendwie unterdrückt oder nicht >genug wahrgenommen darzustellen.

leider fühlen sich einige in der Opferrolle und brauchen auf diese art aufmerksamkeit um sich zu bestätigen

>Was übrig bleibt ist Werbung. Werbung von Leuten, die neue >Menschen für ihre Sache suchen.

traurig aber wahr. leute die für ihre perversionen frischfleisch suchen

enlady
Freitag, 18.04.08 09:53
 

Klasse Artikel, gut geschrieben, informativ für diejenigen die lesen können.

Leider gibt es immer mehr Menschen, die wenn sie lesen können den Sinn nicht erfassen.

@triskelion - wie bist denn du auf diesen Namen gekommen? dieser Name ist eindeutig aus dem Bereich BDSM. oder biste nur ein Sprücheklopfer?

Scheint so - zumindest nach diesen Äusserungen. Aber das ist in der heutigen Zeit ein weit verbreitetes Phänomen, da wird geplappert ohne nachzudenken und ohne fundiertes Wissen.

Ach ja keiner wird gezwungen solche Artikel zu lesen - aber die seltsamen Kommentare die sind ok? und dann das ganze noch unter dem Deckmantel anonym!

ich bin überzeugt dass die "Szene" kein Frischfleisch braucht, allerdings gibt es sehr viele Menschen ob alt oder jung, die Ansprechpartner suchen und sich freuen, echte Menschen zu treffen, Fragen zu stellen, Antworten bekommen ohne solche blöden Kommentare wie sie hier zu lesen sind.

in diesem Sinne sollte doch jeder mal über seine Sicht der Toleranz nachdenken.... ups das hört ja am eigen Horizont auf.

enlady

MeisterR
Freitag, 18.04.08 10:11
 

Ein sehr guten Bericht , kompliment und ich muss Enlady recht geben betreffend "Triskelion" erst überlegen vor mann was schreibt.
wir von Fetisch-Liebhaber haben auch ein Platform mit viel info`s und berichte uber BDSM online und ist das älterste Forum in Region Baden / Schweiz/Frankreich !!
MeisterR
http://www.fetisch-liebhaber.de

DerOnkel
Freitag, 18.04.08 10:15
 

Jetzt reisst Euch aber mal am Riemen...

Halleluja
Freitag, 18.04.08 11:06
 

Jetzt mal die Kirche im Dorf lassen!
Göttliche Vereinigung ist den Verheirateten und reinen im Geiste vorbehalten.
Ihr seid ja Psychisch krank! Ihr kommt in die Hölle!

Warum läßt Fudder Werbung zu unmoralischen und Menschenverachtenden Angeboten überhaupt zu? Das bestätigt mal wieder das solche Artikel immer wieder Spinner auf den Plan ruft!!!!!!!!

Wodan
Freitag, 18.04.08 11:06
 

@derOnkel

Manfred
Freitag, 18.04.08 11:21
 

@derOnkel *lach*

Triskelion
Freitag, 18.04.08 17:59
 

@enlady, zuviel schläge apbekommen?
Triskelion symbolisiert die große mutter erde die als drei-einigkeit dargestellt wird.
erst nachdenken, recherschieren, dann schreiben!
aber hauptsache sein sprüchle aufgsagt, gelle?

MeisterR
Samstag, 19.04.08 12:33
 

@Triskelion klar recherchieren sehe hier http://en.wikipedia.org/wiki/Triskelion
smile

Manfred
Samstag, 19.04.08 13:54
 

@MeisterR
Jetzt reisst Dich aber mal am Riemen...

D.M.
Dienstag, 22.04.08 13:07
 

@lurchi
""Ist jede sexuelle Neigung und Veranlagung als allgemein akzeptabel oder sogar postiv und bestärkenswert zu bewerten"

ähm nein ist sie nicht.

bsp. Pädophilie"

Pädophilie ist kein gutes Beispiel. Vertreter dieser sexuellen Sparte buhlen neuerdings auch in Deutschland offen um Anerkennung. Da werden ungefähr die gleichen Argumente vorgebracht. Das Kind wolle es ja auch, es gehe auch eigentlich nur um Liebe zwischen zwei Menschen. Einer solchen Argumentation ist irgendwann schwer beizukommen, wenn die bisherige gesellschaftliche Norm für sexuelles Verhalten an allen Fronten aufgeweicht wird. Also: wehret den Anfängen!

Delfinfresser
Dienstag, 22.04.08 13:26
 

Kennt ihr den Film "Peitsch mich aus, Herr Kommissar"?

Saugeile polnische Produktion

leser
Freitag, 25.04.08 12:33
 

huch - andere Überschrift? ;-)

GRANDIOSE ÜBERSCHRIFT
Freitag, 25.04.08 13:16
 

ich lache mich grade halb weg! Das rettet den Freitag! Danke fudder!

svw: scham (wie genial passend)

lancelotm
Freitag, 25.04.08 13:30
 

sensationelle Überschrift

Jupp
Freitag, 25.04.08 13:48
 

Yeah - sehr charmante Idee :-)

YEAH
Freitag, 25.04.08 17:29
 

YEAH!
NA WENN SCHON BDSM-BADEN.DE NICHT BADEN.SM

löffel
Freitag, 25.04.08 21:06
 

grööööööööööhl WAHNSINN!

baden.sm - mal endlich gut ausgepeitscht werden

Flominator
Montag, 28.04.08 15:25
 

Wikipedia würde sich sehr freuen, wenn ihr Bilder wie http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:BDSM_collar_back.jpg nur mit Quellen- und Lizenzangabe nutzen würdet.

Prometheus
Mittwoch, 13.08.08 14:30
 

Eins ist mal klar. Hier schreiben Leute über Dinge, von denen sie keine Ahnung haben. Von der Orthographie offenbar auch nicht.

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