zur Startseite
Passwort vergessen?

Und schuld war nur die DDR

Schon gewusst, wie die Deutsche Demokratische Republik dafür sorgte, dass der Weltmarkt für Kaffee fast zusammenbrach – wohlgemerkt über zehn Jahre nach ihrem Untergang? Der Ursprung lag in der chronischen Devisenknappheit des Arbeiter- und Bauernstaates, einer guten Freundschaft zu einem südostasiatischen kommunistischen Bruderstaat und in der einzig noch funktionierenden Art der Wirtschaft: Dem Tauschhandel.

In den frühen 80er Jahren erkannte die Führung der DDR, dass das Volk nicht ausreichend mit Bohnenkaffee versorgt wird. Die Ersatzkaffees waren untrinkbar und nur durch Westpäckchen konnte der republikweite Bedarf nicht gedeckt werden – obwohl sogar im offiziellen Fünfjahresplan stand, dass Westkaffee mit etwa 30% zur Bedarfsdeckung beitragen soll.

Deshalb wurde sozialistische Bruderhilfe gestartet: Das klimatisch günstig gelegene Vietnam wurde mit Maschinen, Industriegütern und Schuldenerlass dazu gebracht Kaffee anzubauen. Die Pflanzen – zum größten Teil der Sorte Robusta – gediehen prächtig, nur hatte die DDR davon nicht mehr viel, da ihre Bürger den Westkaffee doch lieber in Westläden und ohne Mauer dazwischen kaufen wollten.

Der vietnamesische Kaffee aber wuchs weiter und die Vietnamesen stellten fest, dass dieser auch auf dem Weltmarkt für harte Dollars zu verkaufen war. Und andere, wie etwa die Weltbank, förderten den Kaffeeanbau weiter, da die Bauern damit in den gleichen Anbaugebieten legaleres Geld verdienen konnten als mit Opium.

In den 90ern schwang sich der immer noch sozialistische Staat zum nach Brasilien weltweit zweitgrößten Kaffeeproduzenten auf – und drückte mit seiner recht preiswerten Produktion den Kaffeepreis extrem. Im Jahre 2001 kam es dann zur „Kaffeekrise“, in der viele vor allem südamerikanische Kaffeeanbauer pleite gingen.

Inzwischen hat sich der Weltmarktpreis des nach Erdöl zweitwichtigsten Handelsproduktes wieder stabilisiert – vor allem durch höheren Verbrauch der weltweiten Kaffeetrinker (und ein paar Dürren). Dennoch haben wir der DDR zu verdanken, dass Bohnenkaffee immer noch vergleichsweise billig ist.




Artikel als E-Mail verschicken Artikel auf Facebook weiterempfehlen Artikel twittern Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diesen Artikel bei del.icio.us bookmarken
 
von lobo | 31.03.08, 17:00 | Kommentare (7)
Weitere Artikel zu: Kaffee, DDR, Vietnam, Kaffeepreis, Wende, -lobo, Fünfjahresplan, Westpaket, Bohnenkaffee, Weltmarkt,



Kommentare
Anzahl der Kommentare: 7
yuppipilot
Montag, 31.03.08 18:40
 

Oh mein Gott die Böse DDR -

man was ist denn das wieder für ein sinvoller Artikel, dachte das der Kalte Krieg mittlerweile vorrüber ist und fudder es nicht nötig hat mit Schlagzeilen zu titeln die man eigentlich nur vom Springerverlag kennt. Als ob ausschließlich ein paar Ossis dafür verantwortlich wären das der Kaffeepreis so niedrig ist - schließlich sind es doch wohl Bürger von überall auf der Welt die einen möglichst billigen Kaffee trinken wollen....

Grimm
Montag, 31.03.08 18:56
 

Oh mein Gott, die bösen Fudderschreiber. Da wollen ein paar Leute tiefgründige Artikel lesen und Fudder bringt sowas. Frechheit, sowas sollte nicht erlaubt sein. In der DDR...

lol
Montag, 31.03.08 19:52
 

Da muss ich aber viel Kaffee trinken das sich das gegen den Soli rechnet.

lalala
Montag, 31.03.08 20:18
 

mauer um westberlin wieder aufbauen und mit filtersatz befüllen

gibt mit der hundekacke schönen kompost

Chore
Montag, 31.03.08 21:01
 

Die DDR ist noch an ganz anderen Sachen schuld.
Wenn die Mauer noch stehen würde hätten wir die ganzen Kommunisten noch drüben, die sich heute "die Linke" nennen. Denn damals waren die bei der SED und der Stasi vertreten und haben teilweise Schussbefehle usw gegeben.
Traurig wie weit es kommen musste. Diese Leute sind heutzutage Politiker in Deutschland

OmG
Montag, 31.03.08 21:18
 

Man kann sich auch künstlich aufregen.
Zugegeben der Titel ist etwas reißerisch. Aber der Artikel selbst bietet einfach ein historisch sehr interessantes Detail, dazu noch mit einem klaren Gegenwartsbezug. Wer nicht kapiert hat, dass die DDR-Führung nur für den Auslöser dieser Kausalkette geradesteht, der Rest aber in der Verantwortung von ganz anderen liegt, sollte sich den Artikel nochmal Wort für Wort durchlesen statt gleich drauflos zu maulen.

Ich sage Danke für ein für eine interessante Anekdote der Zeitgeschichte.

Das:Goldene:Zeitalter
Dienstag, 01.04.08 03:35
 

@OmG:

Ich schließe mich dich völligst an. Netter Artikel, interessantes "Nebenwissen". (btw ich mag Nebenwissen)

Denn genau diese kleinen Details sind es ja die "Geschichte" interessant machen!

Um einen Kommentar zu verfassen, benötigst du ein fudder-Profil. Registriere dich kostenlos oben rechts auf fudder.






Diese Funktion steht nur für eingeloggte fudder-User zur Verfügung.

» fudder-Netiquette