Schaufenster sollen Aufmerksamkeit erregen und zum Kaufen animieren. Damit sie diese Wirkung nicht verfehlen, müssen sie gut durchdacht sein. Wer denkt sich das aus? Menschen, auf deren Visitenkarte "Schauwerbegestalter" steht. Wir haben einen getroffen: Ottmar Ganz, 57, seit 1965 allein in dieser Eigenschaft tätig beim Modehaus Kaiser in Freiburg.






Hallo,
auch ich bin gelernete Schauwerbegestalterin und bin (klar) auf den Artikel aufmerksam geworden.
"Wie werde ich Schauwerbegestalter/in?!" Nun mittlerweile gar nicht mehr, denn es heißt jetzt : Gestalter für visuelles Marketing
(vom Dekorateur zum Schaufenstergestalter zum Schauwerbegestalter zum Gestalter für....)
Kaufhaus Kaiser ist eines der wenigen Häuser die diesen Beruf so umsetzten. Was sehr schade ist, aber man muß auch mit der Zeit gehen. Mit dem wachsender Zahl der Marken , Kaufhäuser und Geschäfte für die verschiedensten Kunden kommt viel hinzu und bleibt aber auch einiges auf der Strecke.
Heute gehört zusätzlich kundenorientierte Präsentation der Ware zu dieser Ausbildung. (Visual Merchandising). Eine Sehr spanndende Sache.Diese Umsetzung erfordert wieder eine neue Kreativität. Das Handwerkliche allerdings kommt oft zu kurz.
Die Einsparung von kreativen Kräften ist denke ich jedoch relativ. Der Beruf wandelt sich, aber ist, so sieht man es in den Berufsschulklassen nicht Rückgängig.
Schwierig ist es einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
Die Nachfrage an Ausgelernten ist z Zt nicht wenig.
Auch ich werde dieses Jahr eine Azubine bekommen die diesen Beruf erlernt.
Und wieder eine mehr...
kann mich meiner vorrednerin anschließen.. herr ganz ist einer der wenigen, der diesen beruf, vermutlich in den 50er jahren, erlernt hat und noch kennengelernt hat, wie schön dieser beruf sein "könnte" bzw. mal gewesen ist.
die realitiv für die junge generation sieht ganz anders aus.
kaum chancen einen arbeitsplatz zu bekommen, preisschilder usw. was früher noch per hand angefertigt wurde, wird heute größtenteils per pc ausgedruckt, ist man in einem großen warenhaus beschäftigt, muß man nach vorlage der zentrale arbeiten, die nur wenig freiraum für kreativität läßt, und die bezahlung liegt bei einem gehalt wie ihn verkäuferinnen bekommen.
ich finde, ihr artikel verschönt, und stellt nicht die realität dar.
wenn man einen beruf vorstellt, sollte man auch die negativen aspekte beleuchten und sich ggfls. auch 2 seiten anhören.
her ganz hat einfach glück, das er zu den wenigen gehört, für den großteil der schauwerbegestalter sieht der beruf vollkommen anders aus..
Hallo Ihr alle die Ihr hier Beiträge schreibt,
Ich habe in den 90'ern "Schauwerbegestalter" in einer großen Kaufhauskette gelernt und bin dort in diesem Beruf aufgegangen. Was ich bei meinem Vorschreiber leider bestätigen muss ist das die Tätigkeit wie ein Verkäufer bezahlt wird, und beide haben mehr verdient...
Aber um dem zu begegnen habe ich noch Grafik Design hinterher studiert und arbeite jetzt als selbstständiger "Werbegestalter" in Freiburg. Der Umfang an arbeiten ist so etwas von grandios, speziell wenn die Gesammtheit berücksichtigt wird. Für einen Kunden mache ich den Schaukasten an der Straße, für einen andern Kunden die Internetseite und wieder ein anderer benötigt eine Seriendekoration in verscheiden Ladengeschäften. Ich präsentiere Waren, Dienstleistungen und Events. Ich sizte dafür am Rechner und gestalte Werbeflyer und gleich danach in der Werkstatt an Modellen für eine Dekoration. Alles wird dabei abgestimmt aufeinander zu einer Einheit. Ich Konziepiere, bespreche und baue auf sowie wieder ab.
Kein Beruf hat nach meiner Überzeugung eine solche Tätigkeitspalette von so großer Unterschiedlichkeit, sitzend, denkend, aktiv, stehend, handwerklich..etc. Und das selbst in Zeiten die wirtschaftlich nicht einfach sind... den wie hat Henry Ford gesagt "wer nicht wirbt der stirbt". Wer also Multidisziplinär arbeiten kann, bleibt auch dann noch gefragt und kann sein Einkommen verdienen. Für mich ganz klar 1989 die richtige Berufsentscheidung.
Das zweitälteste Gewerbe der Welt " Kunst & Kommerz der Schauwerbegestaltung im 21. Jahrhundert " Von den Verführungen der Sinne, der galanten Verbindung von Kunst und Kommerz und der Erotik des Augenblicks. (Gebundene Ausgabe)
Autorenexemplare unter http://www.deko-niemsch.de