zur Startseite
Passwort vergessen?

Kochkurse in Freiburg: "Pimp my Ravioli"

Wenn man so durchs TV-Programm zappt, könnte man denken: Kochmuffel sind unten durch in unserer "Born to cook"-Gesellschaft. Auch in und um Freiburg bemühen sich zahlreiche Hobbyköche, zu lehren und lernen. Eines dieser Kursangebote haben wir wahrgenommen. Ein Report zwischen künstlichem Kaminfeuer und echtem Pastateig.

Kochkurs

19 Uhr. 15 Hobbyköche haben sich im Küchenstudio Keller & Schneider in Offenburg eingefunden und wollen etwas dazulernen. Auch ich. Vor allem will ich wissen: Wie läuft so ein Kochkurs eigentlich ab?

Das Ambiente im Küchenstudio ist mit künstlichem Kaminfeuer auf der Leinwand hinter uns zwar nicht besonders gemütlich, aber dafür groß und gut ausgestattet. Noch herrscht Beschnupperstimmung. Man steht unschlüssig im Kreis herum.

Heiner, unser Meister heute Abend, begrüßt seine Gäste. "Kochen kommt von Herzen" – mit diesem Leitspruch will er uns die Unsicherheit nehmen. Man duzt sich, das soll die Atmosphäre auflockern. Heiner, der ausgelernte Koch, duzt alemannisch. Eigentlich heißt er Heinrich Haseidl und ist Gehilfe von Gerhard Volk, dem Chef der Kochschule Forum Culinaire.



Der Kurs, den wir hier belegen, heißt "Pasta a la casa". Zur Einstimmung gibt es für jeden ein Schlückchen Prosecco. Dann sollen wir uns Schürzen umbinden. Die wird am Bauch zugebunden "um de Lappe ahnez'hänge". Der Lappen, das ist in unserem Fall ein weiß gestärkten Küchentuch, das wir hinter die Schürzenbändel stecken. Da kommt außerdem, ganz wichtig, der Löffel zum Probieren rein.

Zuerst der Pastateig. Die Zutaten sind zwar verblüffend einfach, aber ohne die teure Hightech-Küchenmaschine, die wir im folgenden benutzen, würde die Teigzubereitung wohl ungleich aufwändiger sein. Doch hier heißt es "Ab die Poscht!", Knopfdruck, "Wwwrrrrr!" und Mehl, Eier, Wasser und Olivenöl verkneten sich zu einem schönen, beigen Klumpen.

Heiner agiert nach dem Vorturnerprinzip: Er sucht sich jeweils einen Kandidaten aus, während die anderen Teilnehmer aufmerksam drumherum stehen und Notizen in die ausgegebenen Rezeptmappen schreiben.

Jetzt geht es an den Herd. Mit den Ceran-Kochfeldern erwärmt sich auch die Stimmung. Es wird lauter, die Gespräche untereinander nehmen zu. Heiner teilt die Gruppe nach Arbeitsschritten auf. Er nennt das "Patenschaften verteilen". "Dann könne mer nacher sage, wer schuld isch, wenn's schief goht."

Die meisten von uns erhalten das Kommando zum Gemüsesschnibbeln für die Bolognesesauce. Es geht fix voran. "Ihr kocht wohl net zum erschte Mal", vermutet Heiner. Besonders Tobi am Kopfende des drei Meter langen Arbeitsblocks sieht mit seinem Riesenmesser und der konzentrierten bis grimmigen Miene sehr entschlossen aus.



Die Nudelproduktion: Es wird gewalzt, geformt und ausgestochen. Unsere Produktionsstraße funktioniert. Die ersten Tortellini kommen in Form. Wie die Kochfreunde sich so eifrig um den Küchenblock scharen und den Teig verarbeiten, das hat was von Weihnachtsbäckerei.

Auch für Karin sind es die ersten Tortellini, die sie von Hand herstellt. Sie ist mit Freunden hier: "Wir wollten einfach was zusammen unternehmen", sagt sie und formt schon das nächste kleine Nudelkunstwerk.

Das versuche ich auch: Aber so einfach, wie es aussieht, ist es nicht. Meine etwas krüpplige Version kommt dann aber doch ins Wasserbad.

21 Uhr: Auch die drei Hilfsköche haben jetzt alle Hände voll zu tun. Während die Kochschüler Ravioli stempeln, übernehmen sie als weiß bekittelte Heinzelmännchen das lästige Hinterherräumen. Sehr angenehm. Der immer intensiver werdende Duft der Meeresfrüchte-Bolognese verursacht Hunger. Ich setze mich hin. Der Tisch ist gedeckt, mein Magen leer. Gespannt nehme ich die erste Gabel. Es schmeckt echt gut. Besonders beim Teig merkt man den Unterschied.



Fazit: Nach diesem Abend würde ich einen Kochkurs auf jeden Fall empfehlen. Learning by doing ist für viele effektiver als Kochbuchlektüre. Man sollte sich aber unter den diversen Kursangeboten das passende aussuchen – und auf den Preis achten. Denn 79 Euro (soviel kostet dieser Pastakurs) sind für Studenten ganz schön viel verlangt. Auch über die Zielgruppe des jeweiligen Kurses sollte man sich eventuell vorher informieren. Ich war mit 24 Jahren mit Abstand die Jüngste und kam mir als einzige Studentin etwas fehl am Platze vor.

Mehr dazu

  • 5 Elemente Gourmet Küche
    Donnerstag, 29. Mai
    Tel: 0761 / 7043456
    www.tcm-gourmet.de

    Panierte Selleriescheiben mit Tomatenkompott; Geflügelgeschnetzeltes asiatische Art; Erdbeersuppe

  • Forum Culinaire
    Mittwoch, 2. April
    Tel. 0781 / 970 64 68
    www.forum-culinaire.de

    Kochen mit dem WOK

  • VHS-Kurse
    Kochen mit Links und Liebe
    ab Montag, 31. März
    Indisch Kochen
    ab Mittwoch 4. April 2008
    Tel: 0761/3 68 95 10
    www.vhs-freiburg.de

  • Hotel-Restaurant Sonne
    Einsteiger-Kochkurs
    Tel:07660/9401-0
    www.sonne-schwarzwald.de





Artikel als E-Mail verschicken Artikel auf Facebook weiterempfehlen Artikel twittern Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diesen Artikel bei del.icio.us bookmarken
 



Kommentare
Anzahl der Kommentare: 5
Das:Goldene:Zeitalter
Montag, 17.03.08 16:29
 

Klingt auf jeden Fall Spassig ;)

Aber Ceran Kochfelder in einer Lernküche? ;)

K.
Montag, 17.03.08 17:13
 

können wir da mal die mensabelegschaft hinschicken?

exfr
Dienstag, 18.03.08 12:15
 

...geht auch billiger! Einfach mal in der Wiederholung "Was die Großmutter noch wusste" auf SWR anschauen, Werner (Gott hab ihn selig) O. Feist und Kathrin Ruegg haben da immer zünftig was zusammengekocht und luschtig wars auch noch!

Andrés
Dienstag, 18.03.08 12:32
 

was die grossmutter noch wusste - ja, geil!
"du kathrin, wie machsch jetz des?"
"also ichch nimm immrrr ä bizzi buttrrrrr, pfäffrrrrr..."

Sedebaba
Montag, 28.04.08 23:31
 

Hallo ihr

Also ich muss schon sagen in dem Artikel sind einige Sachen etwas falsch beschrieben...(Ich war schon 1mal Gast in der Kochschule)
1. gibt es keine Ceranfelder sondern moderne Induktionskochfelder
2. Ist Heiner kein gehilfe von dem Chef, sondern der Küchenchef von Gerhard Volk
3. Wenn man im Badischen einen artikel schreibt für das magazin "Fudder" ( der Name ist ja warscheinlich auch net hochdeutsch) darf man sich net über den badenslang amüsieren...:)
4.Beim Lezten Kochkurs war der altersdurchnitt etwa bei 12 Jahren...

Es kommt also immer drauf an welchen Kochkurs man sich aussucht

Um einen Kommentar zu verfassen, benötigst du ein fudder-Profil. Registriere dich kostenlos oben rechts auf fudder.






Diese Funktion steht nur für eingeloggte fudder-User zur Verfügung.

» fudder-Netiquette