zur Startseite
Passwort vergessen?
 

 

Ein Besuch in der Glückskeks-Fabrik

Der Glückskeks gehört zum Asia-Restaurantbesuch dazu wie die Pekingente und die Schale Reis. Dabei stammen die Kekse eigentlich gar nicht aus Fernost, sondern sind eine clevere Geschäftsidee aus Amerika. Die fanden drei Geschwister aus dem malerischen Gondelsheim bei Bruchsal so gut, dass sie spontan in das Backgeschäft eingestiegen sind. Mit Erfolg: 30 Millionen der kleinen Glücksbringer wurden im vergangenen Jahr in die ganze Welt verschickt worden. Meike hat sich das Keksimperium angesehen.

Exotisches Gebäck aus dem Kraichgau

Gondelsheim im Kraichgau - wer hätte gedacht, dass hier etwas so Exotisches wie Glückskekse hergestellt werden? Zwischen Wiesen und Tälern liegt die Mühle der Familie Brauch halb versteckt und der Firmensitz von Sweet and Lucky, der Glückskeksefirma der Geschwister Brauch. Angefangen hat alles mit einem Paket aus Amerika 2003, adressiert an die Familie Brauch. Verwandte hatten Glückskekse geschickt, und die Familie war begeistert von den kleinen Grüßen aus der Ferne. "Beim nachmittäglichen Kaffeetrinken haben wir uns gedacht: Könnten wir so etwas nicht auch? Vielleicht sogar besser?" erzählt Viktoria Brauch.

Vom Freundeskreis für verrückt erklärt, fingen die drei dennoch an, mit den Backwaren herumzuexperimentieren. "Es hat ein Jahr gedauert, bis wir das richtige Rezept endlich hatten", erinnert sich Viktoria Brauch. Für sie war es besonders wichtig, dass die Kekse auch gut schmeckten - es sollten nicht solche "Pappdinger sein, wie man sie häufig vorgesetzt bekommt". Das endgültige Rezept verrät die Geschwisterbande deshalb nicht.



Günstig für die Firmengründung von Sweet and Lucky, dass jedes der drei Geschwister ein anderes Talent beisteuern konnte - Viktoria, 35 (Bild oben), die gelernte Müllermeisterin und Bankkauffrau, ihr Bruder Christoph, 29, als Diplom-Betriebswirt und ihre Schwester Alexandra, 33, die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau.

Während sich Viktoria um Einkauf und Vertrieb kümmert, ist ihr Bruder für die Produktion verantwortlich. Die Schwester leitet die Folienfirma, in die die Kekse verpackt werden. "Sweet and Lucky wäre mit Fremden nie möglich gewesen", ist Viktoria Brauch überzeugt. "Jeder von uns macht das, was er am besten kann, und wir können natürlich ganz anders miteinander umgehen."



30 Millionen Kekse fast ohne Werbung

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. "Wir hatten schon den ersten großen Kunden, einen Discounter, da hatten wir noch gar keine Backmaschine," erinnert sich Viktoria Brauch.
Bis heute investieren die Brauchs nur wenig in die Werbung, aber haben letztes Jahr 30 Millionen Kekse in alle Welt versandt. Die Brauchs beliefern Chinarestaurants und Discounter. Auch ihre Werbekekse sind sehr gefragt, von Aldi Australien bis Rewe, von Mercedes bis zu den Grünen - alle kaufen ihre Kekse bei Sweet and Lucky. Zu Hochzeiten müssen die Brauchs mittlerweile im Schichtbetrieb arbeiten, um der Nachfrage Herr zu werden.



Hochzeitsantrag aus dem Keks

"Wir bekommen auch immer wieder Anfragen für Heiratsanträge - das haben wir früher auch gemacht, aber es lohnt sich einfach nicht. Der Aufwand ist zu groß."
Sweet and Lucky produzieren erst ab einer Größenordnung von 250 Stück. Gegen Aufpreis kann der Kunde seine eigenen Sprüche bekommen. Die anderen Glücksbotschaften stammen aus Viktoria Brauchs Samlung, die mittlerweile 1000 Stück umfasst, und ständig erweitert wird. "Es rufen auch immer wieder Freunde an, die sagen, ich hab das was gelesen, das könnte doch für euch was sein". Für ausländische Kunden haben sie schon in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzen lassen - von russisch über ungarisch bis griechisch, "alles ist möglich".



Mehr als nur ein kleiner Snack

In ihrer Heimat hat die Gondelsheimerin anscheinend schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Beim Tanken sei sie schon gefragt worden, wieviele Kekse man essen müsse, damit es wirke. "Ich habe gedacht, der will mich auf den Arm nehmen, und hab gesagt, ich esse jeden Tage zehn Stück und es wirkt ganz gut," erzählt sie belustigt. Der Herr habe sich bedankt, und sei weggegangen.

Dass ihre Kekse für viele mehr sind als nur ein kleiner Snack sieht sie auch an den vielen Zuschriften. "Neulich habe ich einen Brief mit einem Gedicht über unsere Kekse bekommen, das freut einan natürlich sehr". Sie selbst isst zwar tatsächlich pro Tag etwa zehn Kekse, aber liest die Sprüche schon gar nicht mehr. Auch wenn sie bis heute ihren Lieblingsspruch hat:
"Ab und zu sollte man auf der Jagd nach Glück innehalten und einfach mal nur glücklich sein."




Mehr dazu





Artikel als E-Mail verschicken Artikel auf Facebook weiterempfehlen Artikel twittern Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diesen Artikel bei del.icio.us bookmarken
 



Kommentare
Anzahl der Kommentare: 1
Sophrolaeliocattleya
Mittwoch, 20.02.08 17:34
 

Witzige Sache und geniale Idee, ich hab ja lange in Bruchsal gelebt, aber davon hatte ich nie gehört.

Um einen Kommentar zu verfassen, benötigst du ein fudder-Profil. Registriere dich kostenlos oben rechts auf fudder.






Diese Funktion steht nur für eingeloggte fudder-User zur Verfügung.

» fudder-Netiquette





» ja is klar!

re: re: Feuer im Seepark
...hat es die beiden inte...

» caro

re: Was hört ihr gerade?
The National - The Rains ...

» daily

re: Feuer im Seepark
Nu auch in der badischen ...

» daily

re: Feuer im Seepark
@Lurchi: Ja kann sein. Ko...

» Marks

re: Was hört ihr gerade?
The Age of Pamparius 8)

» Marks

re: Was hört ihr gerade?
20th century boy

» Milchreis

The Gaslight Anthem 2.6. Ulm
Bedauerlicherweise habe i...

» Mikey

re: Feuer im Seepark
Ich hab heute Mittag zwei...

» Lurchi

re: Feuer im Seepark
waren die nicht beide unt...

» laz4056

re: Feuer im Seepark
Mit dieser "höchster...