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Mut zur Möhre: Die Tierpsychologin

Angélika Dufour arbeitet mit verhaltensauffälligen Tieren und versucht, ihre Probleme zu beseitigen. Im folgenden erzählt sie von ihrer Vierbeinerpädagogik. Christian hat sie und ihre Stute La Belle in Umkirch besucht.

Dufour

Ängste und Training

Togo hatte Angst vorm Alleinsein. Kaum hatte sein Frauchen das Zimmer verlassen, rannte der Golden Retriever laut bellend in der Wohnung herum, kratzte an Tapeten und Türen. Bis Angélika Dufour ins Spiel kam.

Die Tierpsychologin befreite den Hund von seiner Angst, indem sie der Besitzerin gezeigt hat, wie man einem Hund das Alleinsein schonend beibringt. Die Zeitspanne des Alleinbleibens wurde in kleinen Schritten erhöht und wenn die Besitzerin ging, bekam Togo einen besonderen Kauknochen. Somit lernte er, das Alleinsein mit etwas Positivem zu verbinden. Hartes Training. Für den Hund und für seine Besitzerin. „Auch der Besitzer muss sich ändern und motiviert mitarbeiten“, sagt Angélika Dufour.

Dufour

Ein Tierpsychologe kann seine Patienten nicht befragen. Deshalb muss er genau beobachten. „Und wissen, wie die Tiere normalerweise reagieren.“ Unsere Haustiere waren ursprünglich Wildtiere. Ihre Instinkte und Bedürfnisse aus dieser Zeit sind weitgehend geblieben. Deshalb haben sie es in einer von Menschen dominierten Welt oft schwer.

Der Hund etwa ist ein Rudeltier. Wenn er mit seinen Besitzern lebt, befindet er sich in einer Art Minirudel. Da muss einer die Führung übernehmen. „Man macht sich und dem Tier das Zusammenleben einfach, wenn der Mensch die Führungsrolle übernimmt, denn dann ist man automatisch der wichtigste und tollste Mensch in seinem Leben.“ Andernfalls führt nämlich der Hund den Menschen Gassi.

Dufour

Vierbeinerpädagogik

„Leider haben viele Leute zu wenig Ahnung von ihren Tieren“, sagt Dufour. Wenn sie Menschen beobachtet, die nicht richtig mit ihren Haustieren umgehen, fühlt sie sich oft machtlos. Weil viele sich nicht helfen lassen wollen oder gar nicht sehen, dass sie eigentlich Hilfe bräuchten. Fast alles sei Erziehungssache. Und da kann der Mensch mit ganz einfachen Verhaltensweisen viel bewirken. So gilt etwa: „Je ängstlicher ein Tier, desto souveräner muss der Mensch sein.“ Wie überhaupt Souveränität und nicht Brutalität die Grundregel in der Tiererziehung ist.

Das Training mit den Tieren ist für Angélika Dufour nicht nur Arbeit, sondern auch Entspannung. Wenn sie Tiere beobachtet, kommt sie am Besten zur Ruhe. Was fasziniert sie an Tieren am meisten? „Tiere sind so echt. Sie verstellen sich nicht.“ Dass Tiere nicht sprechen können, darin sieht sie keinen Nachteil. Im Gegenteil: „So wird auch nicht soviel drum herum geredet. Tiere sind viel direkter als Menschen.“ Alles läuft über die Körpersprache. Angélika Dufour findet, dass man von Tieren viel lernen kann; etwa, sich aufs Wesentliche zu beschränken.

Dufour

La Belle und die Karotte

Natürlich hat die Tierpsychologin auch eigene Tiere: den Hund Neo (ein spanischer Laufhund, ein so genannter Podenco), die Katze Chica und die Stute La Belle. Letztere besuchen wir in einem Pensionsstall in Umkirch. Sogleich lernt man etwas von angewandter Verhaltenspsychologie.

Frau Dufour zieht eine Karotte aus der Tasche. Aber nicht, um sie La Belle hinzuhalten, sondern erstmal, um selbst hinein zu beißen. Auf das krachende Geräusch kommt es an. Denn sobald die Stute das hört, kommt sie mit erhobenem Kopf auf ihre Besitzerin zugetrabt. Sie hat gelernt, das Geräusch und die Karotte zu verknüpfen. Die Hierarchie von Mensch und Pferd ist eindeutig. Dufour gibt klare Kommandos. „Terab“ bedeutet Traben, „Hier“ Herkommen und „Alla“ Weitergehen.

Dufour

La Belle ist eine sehr hoch im Blut stehende Stute. Und deshalb rennt sie, was das Zeug hält und bockt auch immer wieder, was mir zugegebenermaßen nicht ganz geheuer ist. Aber Frau Dufour beruhigt mich: „Das ist pure Lebenslust.”

Meinen Schreibblock findet la Belle nicht so interessant, die Kamera wird dafür umso intensiver beschnuppert. So baut die Stute Angst vor dem Unbekannten ab. Auch ich verliere meine Angst allmählich.

Dufour

Zur Person

Angélika Dufour (Website: Tierpsychologie Freiburg), geboren 1968 in Basel, ist seit 2007 staatlich anerkannte Tierpsychologin. An der Akademie für Tiernaturheilkunde in Dietlikon in der Schweiz absolvierte sie ein zweieinhalbjähriges Studium der Tierpsychologie für Hund, Katze und Pferd.  




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 17
moskito
Mittwoch, 16.01.08 08:56
 

Ich leb ja im sog. "Speckgürtel" der Stadt und tatsächlich, mit Pferdepensionen kann man sich gut was dazuverdienen. Aber man muss halt die Pferdebesitzer ertragen, man macht sich keine Vorstellungen, was da z.T. abgeht. Es gibt sogar, kein Witz! Homöopathie für Pferde. Naja, es soll ja noch sinnlosere Arten geben, sein Geld loszuwerden...

MPUler
Mittwoch, 16.01.08 09:11
 

Gibt es auch ne Art MPU für Tiere ? ^^ :-)

tara
Mittwoch, 16.01.08 09:17
 

schönes Tier! und interessanter Artikel.

aber ich will nicht wissen was hier wieder für Kommentare abgelassen werden...

spätestens sobald Herr

"ich-hab-nichts-zu-sagen-und-VON-NIX-NE-AHNUNG-deshalb-mach-ich-einfach-immer-alles-runter"

wieder meint, Ergüsse aus seinem geistigen Vakuum zu publizieren.

aber bitte, dann sprich dich aus. woanders hört vermutlich keiner zu :) :P

Nordstädter
Mittwoch, 16.01.08 09:35
 

>>>>spätestens sobald Herr
wieder meint, Ergüsse aus seinem geistigen Vakuum zu publizieren

Dr. Satori
Mittwoch, 16.01.08 09:47
 

Der Beruf des Tierpsychologen ist in unserer fleischessenden Gesellschaft äußerst wichtig geworden. Sehr liebevoll begleiten Tierpsychologen insbesondere Pferde und auch schlachtreife Sauen auf dem Weg zu Metzgers scharfes Messer vor (meist mit Hilfe von orangefarbenen Sonnenbrillen), so dass es den Tieren leichter fällt, alsbald in ein Schnitzel oder leckeres Rumpsteak konvertiert zu werden. Die Tiere entdecken wieder einen Sinn in ihrem vorzeitigen Ableben und gehen freudevoll zur Schlachtbank. Das Fleisch schmeckt dann besser - somit haben alle was davon.

Mahlzeit.

Euer Dr. Satori.

LEGOstenker
Mittwoch, 16.01.08 09:50
 

muahahhahahahahahaha ^^ *lol*

sau stark ^^

http://www.antivegan.de :-) :-) :-)

Guenther_Metzger
Mittwoch, 16.01.08 10:13
 

Ich kann Dr. Sartori nur zustimmen. Auch ich ziehe regelmässig einen Psychologen zu Rate bevor ich z.B. Tiere vor dem Edeka "mitnehme". Wie bereits beschrieben ist es auch sehr wichtig die Tiere vor dem finalen Akt der Tötung zu beruhigen, Stresshormone beinnträchtigen die Qualität des Fleisches.


Dr. Satori
Mittwoch, 16.01.08 11:08
 

Wie ich bereits erwähnte, schätze ich die Arbeit der Tierpsychologen, möchte aber darauf hinweisen, dass es heutzutage eine Spezies gibt, die ebenfalls psychologisch betreut werden sollte: AUTOS!

Immer mehr Autos versacken aufgrund des täglichen Einerleis (Pendelverkehr) in abgrundtiefe Depressionen, was oftmals mit Autoselbstmorden an deutschen Eichen endet. "Technisches Versagen" ist dann meist lapidar in den Zeitungen zu lesen. Diesen Autos wäre mittels eines gut ausgebildeten Autopsychologen vielleicht noch zu helfen gewesen - ein Schluck gutes Öl und mal ein wenig mehr Bremsflüssigkeit oder Sprit mit etwas höherer Oktanzahl hätte die Autos vielleicht aus ihrer Lethargie herausgeholt.

Liebevoll hergerichtete Schrottplätze in Form eines "Gnadenhofes" könnten die letzten Augenblicke vor der blechverzehrenden Autopresse ein wenig verschönern. Für Tiere werden solche Einrichtungen schon lange angeboten. Ist es nicht niederdrückend, mit anzusehen, wie lieblos Autofriedhöfe aufbereitet werden?

Es ist wirklich nicht verwunderlich, dass immer mehr Autos den Freitod wählen. Autopsychologen täte sich hier ein weites Feld auf!

Dr. Satori.

saskia
Mittwoch, 16.01.08 12:40
 

@ metzger ich habe dich erwischt, alles heiße luft, du hast null ahnung!
ich dachte du isst hunde???
dann wüsstest du nämlich dass die koreaner zum beispiel den hunden das fell bei lebendigem leibe abziehen, weil die angst, das adrenalin das fleisch zarter machen!

Grimm
Mittwoch, 16.01.08 12:46
 

"staatlich anerkannte Tierpsychologin"

Ich verstehe darunter einen Studiengang mit Staatsexamen und nicht eine Tierpsychologin, die einen Fernstudium absolviert hat, welches staatlich anerkannt ist. Vielleicht scheint es kleinlich zu sein, aber ohne diese Unterscheidung wäre jeder Studiengang an Uni/FH/etc. staatlich anerkannter irgendwas. Dann könnte man das auch einfach weglassen.

Pia
Mittwoch, 16.01.08 13:50
 

Grundsätzlich ist es doch egal was jemand für einen Abschluss hat.
Wichtig ist doch, dass die Arbeit die er tut, und das ist in dem Fall der Frau Dufour der Fall, gut ist und den Menschen oder Tieren etwas bringt!
Ich finde es klasse wenn Menschen diese Gabe haben.
Und vor denen ziehe ich meinen Hut! Respekt!!

Gott sei Dank gibt es solche Menschen!!!!

@Guenther_Hetzer
Mittwoch, 16.01.08 13:51
 

@SuperSassi.

Widerspruch:

"Das Stesshormon Adrenalin ist ein entscheidender Faktor für die Fleischqualität. Adrenalin senkt den PH- Wert im Fleisch, macht es blass, weich und wässrig. Beim Braten schrumpft das Fleisch, wird trocken und fade."

so so
Mittwoch, 16.01.08 14:18
 

@saskia und was glaubst du was Deutsche alles mit Tieren treiben damit jeder kosmetikartikel und Badezusatz usw. gestestet ist

saskia
Mittwoch, 16.01.08 14:50
 

@günther oh super dann brauchst du das nur den ganzen menschen zu erklären die das trotzdem tagtäglich mit hunden machen, dann wären dank deiner worte unzälige tiere von ihren leiden erlöst!!!!

@was deutsche mit tieren treiben ist genauso unter aller sau,
was menschen auf der ganzen welt mit tieren treiben ist unter aller sau!

und zum thema, ich fange dieses jahr auch mit einem fernstudium als tierpsychologin an und freue mich wahnsinnig darauf!
ausschlaggebend ist nicht der abschluss oder der titel den man hat, sondern dass man etwas tun kann, was einen glücklich macht!

Grimm
Mittwoch, 16.01.08 14:51
 

@Pia:

Es geht mir in meinem Kommentar tatsächlich nicht um den Inhalt des Artikels, mir geht es nur um die Ausdrucksweise des Autors. Da ich keine Haustiere habe ist es mir schnurze, ob es solche Stellen gibt oder nicht. Interessant zu lesen war es dennoch.

Dr. Satori
Mittwoch, 16.01.08 16:18
 

Seitdem ich mein Huhn zum Tierpsychologen schicke, schmecken die gelegten Eier wesentlich besser. Letztendlich kommt es nur darauf an, dass die Tierprodukte bzw. das Fleisch des Tieres durch solch eine Therapie wertvoller werden. Mahlzeit.

Dr. Satori.

Grimm
Donnerstag, 17.01.08 09:57
 

@ Dr. Satori:
Frustriert, daß noch niemand angebissen hat? Komm, einmal geht noch.

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