Der Rummel um die virtuelle Welt Second Life ist ziemlich abgeebbt und hat anderen Meldungen Platz gemacht. Abseits medialer Einschätzungen entwickelt sich das Metaversum aber weiter. Das große Potenzial, das im dreidimensionalen Internet steckt und im Medienhype nur eine Randnotiz war, wird langsam erschlossen. Die Nachbildung Berlins hat dabei eine Vorreiterrolle inne.

Seit Mitte November diesen Jahres steht dort auch das Einkaufszentrum ALEXA, das zwei Monate zuvor am wirklichen Alexanderplatz seine Tore geöffnet hatte (Bilanz der Eröffnung: 15 Verletzte). Es ist damit die erste reale Mall, die eins zu eins in Second Life nachgebaut wurde. Mittelfristig sollen alle Ladeninhaber des realen ALEXA auch virtuell über ihre Produkte informieren, virtuelle Artikel an Avatare ausgeben und via SL einen Online-Shop für reale Produkte betreiben. Dieses ehrgeizige Ziel hat sich zumindest der Mall-Betreiber Sonae Sierra gesetzt.
Die virtuelle deutsche Hauptstadt hat sich mittlerweile in Second Life etabliert und erlebt laut ihrem Betreiber einen "enormen Zustrom". Allerdings ist das relativ zu sehen, denn sehen, denn da sich nach wie vor im Schnitt nur etwa 20-50.000 Avatare auf über 800 virtuellen Quadratkilometern verlieren, ist auch newBerlin in der Regel vereinsamt. Bei einem Rundgang über den virtuellen Weihnachtsmarkt vor der Mall begegne ich keiner Avatar-Seele. 