zur Startseite
Passwort vergessen?
 

 

Repressionsdiskurs im Bermudadreieck

Die Fernsehtechniker des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR) haben heute Nachmittag in der Löwenstraße die Sendung "Ländersache" aufgezeichnet. Sie wird heute um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Es geht hauptsächlich um das Thema "Komasaufen und Schlägereien". Das strittigere Thema "Belästigung durch Gruppentrinkerei" wurde dabei ausgeklammert.

Bermudatalk

SWR Bermudatalk

Genau in der Mitte des Dreiecks zwischen BurgerKing, Schlappen und Nachtschicht hat das SWR-Team einige Stehtische aufgebaut. Um 16 Uhr richten sich die Scheinwerfer auf die Menschen, die sich um diese Tische versammelt haben: SWR-Moderator Clemens Bratzler, OB Dieter Salomon, Joachim Metzger, der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Freiburg sowie Irene Vogel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Frauen Freiburg.

Was nun folgt, ist im Wesentlichen eine Wiederholung der Pressekonferenz, die am 5. November im Rathaus stattgefunden hat. Zwar kommen auch einige Kritiker zu Wort, doch dient Herrn Salomon die Veranstaltung in erster Linie dazu, sein im Gemeinderat mühelos durchgesetztes Alkoholverbot für Bermudadreieck und Funpark bürgernah und telegen zu präsentieren.

Anfangs wurden die Statements des Bürgermeisters von kritischen Rufern untermalt ("Freiburg, grüne Polizeiburg!"). Moderator Bratzler bemühte sich sogleich, diese Kritik zu unterbinden: "Sprechchöre gibt's heute nicht! Kamera Schnitt, wir fangen nochmal neu an." So ist es der Inszenierung des SWRs zu danken, dass man die kritischen Rufe in der Aufzeichnung heute Abend nicht hören wird.

Bermudatalk

Straßensaufen Pro und Contra

Die Meinungen der etwa 200 Zuschauer und Passanten vor Ort waren vielfältig, sowohl Gegner als auch Befürworter des befristeten Alkoholverbots am Platze. Dem Beifall nach zu urteilen waren die Gegner des Alkoholverbots in der Überzahl. Diese Haltung hat Irene Vogel von den Unabhängigen Frauen verbalisiert. Das Alkoholverbot sei scheinheilig, so Vogel, da man zu wenig die gesellschaftlichen Ursachen des Alkoholmissbrauchs untersucht hätte; vielmehr sei eine Kampagne für die Ächtung der Sauferei sinnvoll gewesen.

Vogel sprach sich für eine Verteuerung von Alkohol aus und sagte: "Mit diesem Verbot sorgen wir nicht dafür, dass der Alkoholmissbrauch in der Gesellschaft zurückgeht." Außerdem passe es nicht zu einer liberalen und weltoffenen Stadt wie Freiburg, zuerst ein Verbot zu verhängen und daraufhin die Diskussion zu fordern. Diese Reihenfolge hätte umgekehrt sein müssen.

Bermudatalk

Salomon argumentierte: "Es geht uns gar nicht darum, Alkohol zu verbieten. Wir wollen den vernünftigen Umgang mit Alkohol fördern. Und wir wollen die Gewalt in der Innenstadt zurückdrängen."

Salomon betonte erneut den Experimentalcharakter des Verbots. "Wir können nicht ausschließen, dass sich das Problem verlagert. Dann müssten wir die Sache im Sommer neu überdenken." Desweiteren titulierte sich Salomon als liberaler Mensch. "Aber Liberalität muss ihre Grenzen haben, sobald die Gesundheit von Menschen gefährdet ist."

Unvollständige Diskussion

Wenig konkret wurde Polizeichef Joachim Metzger, als er nach der konkreten Umsetzung des Alkoholverbots gefragt wurde. "Bei uneinsichtigen Personen müssen wir die Situation dann eben anders lösen." Die Frage nach dem "Wie?" verkniff sich der SWR-Moderator.

Unerfreulich war außerdem, dass der eigentliche Aufreger der Gemeinderatssitzung am Dienstag nicht zur Sprache kam: Nach heftiger Debatte und knappem Ergebnis darf die Polizei nun gegen Gruppen vorgehen, deren öffentliche Trinkerei geeignet ist, "Dritte erheblich zu belästigen." Dieser Persilschein birgt die Gefahr von Polizeiwillkür und hätte wahrlich einer Diskussion bedurft. Doch dieses Thema war den "Ländersache"-Machern wohl ein wenig zu speziell.

Bermudatalk

Lieber ließen sie vor laufender Kamera -im weitesten Sinne- Suchtexperten zu Wort kommen: Einen Tankstellenbetreiber, den Schlappenwirt, die Leiterin der Freiburger Drogenhilfe und einen Vertreter der Freiburger Schülerunion ("Freiburgs Jugendliche fühlen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt"). All die Meinungsäußerungen bewiesen immerhin: die öffentliche Debatte zum Thema Alkoholverbot ist in vollem Gange.

Mehr dazu 


Artikel als E-Mail verschicken Artikel auf Facebook weiterempfehlen Artikel twittern Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diesen Artikel bei del.icio.us bookmarken
 



Hier kannst du fudder mit deinem Facebook-Account verbinden und deine Facebook-Freunde über deine Aktivitäten auf fudder auf dem Laufenden halten.
Kommentare
Anzahl der Kommentare: 72
lalala
Donnerstag, 22.11.07 19:09
 

das klingt beängstigend. diskussion nach vollendeten tatsachen, strittiges thema wird ausgeklammert, kritische (wenn auch krakeelende) stimmen rausgeschnitten, die sehr diskussionswürdige meinung der vogel geht irgendwie unter und salomon macht einen auf skeptisch, nachdem er die diskussion selber sinnlos gemacht hat. wenig demokratisch.

lalala
Donnerstag, 22.11.07 19:11
 

und für diese seichte pseudoberichterstattung zahlen leute gez. informationsauftrag am arsch.

Patrick
Donnerstag, 22.11.07 19:21
 

Wer zu faul ist zu wählen, braucht sich nicht wundern von Dummen regiert zu werden!

DerOnkel
Donnerstag, 22.11.07 19:39
 

Das Schlimme ist eher, das die so dumm gar nicht sind...

Biber
Donnerstag, 22.11.07 19:50
 

Ich war auch in vorderster Reihe (ich war der Barfüsser) und hatte eine mit starkem Beifall quittierte Wortmeldung. Und zwar brachte ich meine grosse Sorge zum Ausdruck dass die Tendenz des Staates immer mehr Probleme mit Kollektivrestriktionen zu lösen stark zunimmt. (Beispiel Motorradsperre am Schauinsland, Betretungsverbot in Teningen, Fahrradabstellverbot) Und griff auch die Wirte an dass ihre Unterstützung des Verbots für mich unglaubwürdig seie solange sie selbst nicht nur noch "Säfte" ausschenken. Die profitieren ja schliesslich davon
Mal schauen ob das rausgeschnitten wird...

Einfach
Donnerstag, 22.11.07 19:57
 

@onkel & biber:

wenn man keine ahnung hat, einfach mal die Schnautze halten

lennsch
Donnerstag, 22.11.07 20:00
 

dann erklär doch mal "Einfach"

@Discalceati
Donnerstag, 22.11.07 20:06
 

Einfach mal Schuhe anziehen soll schon helfen...

Schlauer Tante
Donnerstag, 22.11.07 22:50
 

Warum reissen die nicht einfach Burger K, MC Dreck und den ganzen Scheiss drumherum ab? Die verkaufen zwar keinen Alkohol, aber ziehen eben kulturlose Dicke - Hose - Prolls in Scharen an!

lalala
Donnerstag, 22.11.07 23:18
 

MEHRRRRR KULTURRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR

Biber
Donnerstag, 22.11.07 23:39
 

@ einfach (nomen est omen)
Falls DU dich für ein potentielles Gefahrgut hältst dann bleib doch "einfach" zu Hause, für mich (und nicht nur !!!) ist langsam die Grenze des Zumutbaren erreicht, und davon habe ich VIEL AHNUNG

@ discalceati
Wogegen ???

Biber
Donnerstag, 22.11.07 23:53
 

So. Gerade fällt mein Blick auf die Titelseite der Zypresse von gestern.
Anzeige des Funpark:
"Rabattschlacht statt Teuersteuer
6 alkoholische Getränke + Eintritt +
weitere Getränkekarte 9 Euro"
Noch Fragen ?

ralf
Freitag, 23.11.07 00:04
 

JA , gibts das jeden abend oder nur am wochenende- ist ja ein geiles angebot !!

@david
Freitag, 23.11.07 00:32
 

guter Artikel. Hatte ich von fudder nicht erwartet.

Verbotsburg
Freitag, 23.11.07 00:42
 

ein Aspekt der in der Debatte wenig thematisiert wird ist die Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes.

"die Wirte sind auch mit im Boot" meinte heute Salomon. Kein Wunder. Der Bermudadreieck Mafia geht's um Profit, sie will einfach mehr Umsatz machen. Sie will, dass die Leute in den Diskos trinken und dort ihr Geld liegen lassen, statt selbst mitgebrachte Getränke auf der Strasse zu trinken.

Menschen, die sich die Preise in den Diskos nicht leisten können sollen vor der Tür bleiben, man will nur die reichen Kunden haben, die auch konsumieren und nicht die, die bereits angetrunken kommen und nichts mehr an der Theke kaufen.

Die Innenstadt soll in den Augen der Behörden nicht zum Rumhängen da sein, sondern zum Konsumieren.

arbeiten, konsumieren, kreppieren

Mitarbeiter
Freitag, 23.11.07 01:46
 

@Verbotsburg

Klar geht es sicherlich auch ums Geld verdienen, aber du musst auch mal bedenken, die Leute leben davon Getränke zu verkaufen, die machen das nicht einfach deswegen, damit sie ne coole Party haben wie wenn du daheim n paar Freunde einlädst und n Kasten Bier holst.
Außerdem hängen an dieser "Bermuda Mafia" nicht nur die Wirte dran, sondern auch noch ca. 100-200 Arbeitsplätze die davon bezahlt werden, das die wirte Getränke verkaufen und die werden auch nicht umsonst arbeiten dafür das Leute billig auf der Straße saufen können.
Das Alkoholverbot bezieht sich ja nur auf das "Bermudadreieck" und nicht auf die ganze Stadt.
Du kannst weiter auf dem Augustinerplatz im Sommer dein Bier trinken und rumhängen nur halt nicht direkt vor der Nachtschicht auf dem Boden hockend mit einer 1,5 Literflasche selbstgemischtem.
Du kannst weiter auf dem Platz der alten Synagoge sitzen mit Freunden und Hunden und dort trinken nur halt nicht mit deinen mitgebrachten Getränken am besten noch an einen Tisch im UC.
Natürlich sind die wirte da mit im Boot, weil wer zahlt den die Gebühren um die Hinterlassenschaften dieses Partyvolks zu entfernen? Die Wirte, und zwar für jeden einzelnen Meter Fasadenfläche und nicht der Steuerzahler – wobei mal schwer zu bezweifeln ist, das viele dieser Leute die vor den Eingängen „vorglühen“ auch nur einen Cent Steuern zahlen – sondern die Wirte.

Es ist ja wohl klar, dass kein Gastronom schon betrunkene Gäste will, einerseits wegen des schon angesprochenen Umsatzes, andererseits und das ist das viel gravierendere weil besoffene nun mal oft deutlich reizbarer sind und es mit diesen in den Clubs und Bars eindeutig mehr Probleme gibt.
Wenn der Gast im Laden besoffen wird, dann kann man das kontrollieren, ihm sagen das er keinen weiteren Alkohol mehr bekommt und wenn ihm das nicht passt, dann geht er halt oder er findet sich damit ab.
Es hat seine Gründe warum in Freiburg das „Flatratesaufen“ verboten wurde, weil es ehebliche Probleme damit gab, weil die Leute einfach das Maß nicht gefunden haben sondern sich dachten ist ja alles umsonst also nimm mit bis du nicht mehr stehen kannst. Natürlich gab es da Wiederstand von den Wirten, aus ihrem Standpunkt auch völlig legitim, weil mit was lockst du junge Menschen (so bedauerlich es auch ist) mehr, als mit kostenlosem oder zumindest günstigem Alkohol.
In Freiburg noch nicht mal mit kostenlosem Eintritt.
Und es ist ein Eingriff in den Markt, wenn du einem Unternehmer verbietest seine waren zu den Preisen an den Kunden zu bringen zu denen er das vertreten kann.
Das der Funpark wie von dir Biber angesprochen weiter so etwas Ähnliches betreibt ist bedauerlich aber leider nicht zu verhindern da der Verzicht auf solche „Flatrates“ auf einer „freiwilligen“ Erklärung beruht so etwas nicht mehr zu tun und im Gegenzug, Zugeständnisse bei der Sperrzeit bekommt.

So weit erstmal

pete
Freitag, 23.11.07 01:46
 

@david: ich habe von dir schon einige wirklich gut ausgearbeitete Berichte gelesen...aber dieser hier ist absolut schlecht....wo ist deine Objektivität geblieben, mit der du sonst berichtest.....Es ist prima, das Zwischenrufe der Flachpfeifenfraktion nicht gesendet werden, möcht mich nämlich als Freiburger nicht schon wieder schämen müssen

pete
Freitag, 23.11.07 01:52
 

grüne Polizeiburg: solche Vollidioten!!!!! Was wäre denn, wenn sich keine Polizisten im Bereich Bermudadreieck zeigen würden?? Dann wäre ein halbwegs sicheres Partymachen von harmlosen Normalbürgern schon längst gar nicht mehr möglich. Das ist übrigens auch die Meinung der großen Mehrheit der Leute. Sieht mann in der Umfrage von Fudder zum Thema: Wie sicher fühlst du dich in Freiburg
Also erst mal das Hirn einschalten(falls vorhanden) und dann die Schnauze aufmachen

lalala
Freitag, 23.11.07 02:04
 

@pete

keiner zwingt dich ins bermudadreieck. da kommen angebot und nachfrage zusammen - die alk-und-gewalt-kunden und die leute, die an diesen leuten mit auf sie zugeschnittenen angeboten geld verdienen wollen. wenn das nicht dein ding ist bleib einfach weg. ich gehe nicht gerade wenig weg und komme nie näher ans bermudadreieck als zum kamikaze - die läden da interessieren mich einfach nicht.

Andrés
Freitag, 23.11.07 08:55
 

das ist ja wie im wilden westen: erst schiessen, dann fragen.

ich kann bibers ausführungen zur bedenklichen tendenz des staates, alle möglichen probleme oder vorgeblichen probleme mit verboten zu begegnen, nur unterschreiben.

lalalas punkt mit der gez find ich auch sehr treffend.

den artikel finde ich sehr gut und vor allem aufschlussreich geschrieben.

shine
Freitag, 23.11.07 09:04
 

Mich würde mal interessieren, wie das mit dem Alkoholverbot bei OpenAir-Veranstaltungen, wie Downtown etc. aussieht, bei denen die Wirte durchaus auch finanzielle Interessen haben. Abgesagt? Ausnahmegenehmigung? Saftparty? Wer weiß was?

Wuschel
Freitag, 23.11.07 09:27
 


@Mitarbeiter

Du verwechselst da was. Keiner wünscht den Wirten was schlechtes, im Gegenteil.
Aber das was uns aufregt, ist die Tatsache, dass der Staat dem Bürger sein Konsum- Verhalten vorschreiben will bzw. es bereits tut. Die Stadt sagt wann und wo ich zu trinken habe, und wann und wo nicht. Das alleine ist absurd. Und besonders dann wenn es sich um öffentlichen Raum dreht, der aber gleichzeitig zum komerziellen Alkoholausschank genutzt wird. Das ist falsch und scheinheilig.
Niemand will den Wirten ihr Geschäft kaputt machen, oder ihren Angestellten. Ich glaube eher, dass die Wirte da mit der Stadtpolitik klünglen und ihr eh schon gut laufendes Geschäft auf Kosten der Bürger noch ausweiten wollen, wie Verbotsburg schon treffend beschrieben hat.
Und, Mitarbeiter, dass die Wirte angeblich die Säuberung der Partymeile bezahlen wäre mir neu. Die Abfallbeseitigung usw. zahlen wir alle, und deine Einschätzung, dass die Vorglüher keine Steuern zahlen ist einfach nur mal ne Annahme.
Die Mainstream- Clubs haben haben die Leute angelockt, jetzt zahlen sie nicht mehr genug und sollen weg, wie?

Biber
Freitag, 23.11.07 09:44
 

danke andrés,
du hast verstanden warum es mir geht.

Dass das Saufen (mit allen Folgen) ein echtes Problem ist
wird von mir nicht im geringsten in Frage gestellt.
Nur diese Art der Reaktion darauf kann nicht die "Lösung" sein ! Sie beweist nur eine grosse Hilfslosigkeit.
Wenn Herr Salomon in sieben Monaten - nach dem Versuch, wieder darüber nachdenken will - warum fängt er nicht gleich damit an ?
Ich bin froh, dass mein Kommentar als Zuhörer gestern auch gesendet wurde, leider etwas gekürzt - sonst wäre es noch etwas deutlicher geworden: Ich hatte nämlich noch die Beispiele "Nächtliches Betretungsverbot in Teningen", "Streckensperrung für Motorradfahrer" und eben die Fahrradverbotsaktion angeführt, die ja auch wieder nur ein Auszug aus der Liste der "Generalverdächtigungen" sind (Sportschützen wissen was ich meine)
Ich habe übrigens anschliessend noch kurz das Gespräch mit Herrn Metzger (Polizeichef) fortgesetzt und konnte seine Argumentation einfach nicht nachvollziehen, dass man nicht gezielt die Schläger herausgreifen kann, (ebensowenig wie die Raser unter den Biker oder die Randalierer in Teningen.usw. Dazu braucht es doch keine fragwürdige "LEX Freiburg" in dem man die Strafbarkeitsschwelle auf ein sehr fragwürdiges Mass absenkt um restriktiv werden zu können! Und das Scheinargument "kein Personal" zieht nicht, denn diese Pauschalverbote müssen ja auch überwacht werden.
Und das Ganze in Verbindung mit unserem immer mehr ausufernden Überwachungsstaat (gepaart mit einer Gesetzgebung die kein Mensch mehr versteht oder nachvollziehen kann, und in der "Recht bekommen" immer mehr zum Lotteriespiel verkommt) macht mir wirklich ANGST

Biber
Freitag, 23.11.07 09:53
 

Wie kommt es bloss dass man die eigenen Rechtschreibfehler trotz grosser Sorgfalt immer erst dann entdeckt wenn man den "Senden"-Button schon angeklickt hat ???

Natürlich meinte ich "worum". Die anderen lasse ich jetzt mal unbearbeitet...

:-((

david
Freitag, 23.11.07 10:10
 

@ pete

Auch ich fand die "Zwischenrufe der Flachpfeifenaktion" recht platt. Aber noch platter war eben der Umgang der SWR-Menschen mit diesen Zwischenrufern. Warum hat der Moderator nicht die Souveränität zu sagen: "Dann kommt doch hier an den Tisch und erklärt mal, was euch stört?" Das wäre meiner Meinung nach die bessere Lösung gewesen, anstatt die Zwischenrufer einfach rauszuschneiden bzw. die Reaktionen des restlichen Publikums auf die Parolenrufer.

Mit dieser Cut-Philosophie manipulieren die Fernsehmacher die Wirklichkeit. Diese Tatsache wollte ich mitunter zum Ausdruck bringen.

StudentderRechte
Freitag, 23.11.07 11:03
 

Manipulationen durch Unterlassung sind leider an der Tagesordnung.

Für eine TV-Aufzeichnung stört es das "perfekte" Bild, wenn Unruhe aus dem Publikum in die Diskussion hereingetragen wird. Aber gegen jene unsouveräne Behandlung haben sich ja hier schon viele ausgesprochen.

Wer nochmal einen genaueren Blick auf die Detailregelungen samt einer kritischen Beurteilung werfen will, kann sich gerne die zwei aktuellsten Artikel in meinem Blog durchlesen.

Mal schauen, ob die beiden Polizeiverordnungen tatsächlich vor den Verwaltungsgerichten bestand haben werden.

nix
Freitag, 23.11.07 11:11
 

Tut mir leid, David, der Beitrag (Nachricht? Reportage?) war wirklich schlecht gechrieben.

Fränksen
Freitag, 23.11.07 11:23
 

Das schlimmste an der Sache ist der quasi Freibrief für die Polizei - ich zitiere:

... darf die Polizei nun gegen Gruppen vorgehen, deren öffentliche Trinkerei geeignet ist, "Dritte erheblich zu belästigen."

Ich persönlich freue mich über die Polizeipräsenz am Bermudadreieck, aber solche Gesetze im direkten Zusammenhang mit Aussagen wie die des Herrn Polizeichef Joachim Metzger:
"Bei uneinsichtigen Personen müssen wir die Situation dann eben anders lösen."
machen mir Angst. Und ich weiß auch jetzt schon wer dort arge Probleme bekommen wird. Und es werden leider nicht die eigentlichen Problemmacher sein, sondern der Schlag Menschen der auch gerne mal Barfuß geht und sicherlich nichts böses im Sinn hat.

DerOnkel
Freitag, 23.11.07 11:24
 

Was für eine fundierte Kritik.
Und wie findest Du das Wetter so?

DerOnkel
Freitag, 23.11.07 11:25
 

war natürlich auf den Beitrag von Nix bezogen ;-)

StudentderRechte
Freitag, 23.11.07 11:26
 

Ach ja, die Adresse ist: http://seylaw.blogspot.com

Vergaß, dass der Eintrag Website nicht angezeigt wird.

Mitarbeiter
Freitag, 23.11.07 11:27
 

@ Wuschel
Die jährliche Gebühr je Meter Straßenfront beträgt
in der Reinigungsklasse 1 16,80 € bei 6 Reinigungen pro Woche
in der Reinigungsklasse 2 19,92 € bei 7 Reinigungen pro Woche

wobei die Kajo und auch die Herrenstraße sowie alle anderen Straßen im Bermudavirtel unter Reinigungsklasse 2 Fallen
Quelle:
http://www.abfallwirtschaft-freiburg.de/home/service/Gehwegreinigungssatzung_05.pdf

Andrés
Freitag, 23.11.07 11:44
 

@mitarbiter: hab mich damit jetzt nicht genauer auseinandergesetzt, aber so reinigungsgebühr bezogen auf m strassenfront muss jeder anrainer abdrücken. wenn du ein mietsahaus hast, musst du das auch zahlen.

svw: neger -wer hat dem svw programm eigentlich die wörter eingegeben?

Mitarbeiter
Freitag, 23.11.07 11:51
 

@WUSCHEL II
Und die Aussage „Die Stadt sagt wann und wo ich zu trinken habe, und wann und wo nicht.“ Ist doch wohl auch reine Provokation, oder? Die Stadt verbietet dir nur in einem begrenzen Zeitraum in 5 Freiburger Straßen in denen ein hohes Konfliktpotential herrscht, außerhalb von Gaststätten das trinken von Alkohol und nicht die ganze zeit oder sagt dir „Es wurden Plätze für Trinker eingerichtet und du darfst jetzt nur noch in 2 Straßen von 20 bis 6 Uhr trinken.“
Zur Kungelei mit der Stadt ist nur zu sagen so wahnsinnig hoch ist der Profit nicht den mal aus so einem Laden zieht ihr habt da vielleicht etwas verklärte Ansichten zu Profit.
Nur weil man mitbekommt, das ne Disko am Abend mehrere tausend Euro Umsatz macht heißt das noch lange nicht, das auch ein Mega Gewinn dabei raus kommt.
Das war eine der ersten Lektionen die ich lernen musste Umsatz ist nicht gleich Gewinn.
Und ein Drink der zwar im einkauf nicht mehr als 2 € kostet und im Verkauf 6 kostet bringt dem Wirt noch lange keine 4 € gewinn. Rechnet mal Strom, steuern, Wasser, Mitarbeiter, Reparaturkosten, Reinigungskosten,… mit rein und auf einmal sind es keine 4 € mehr sondern 0,40 € die du an so einem Drink macht.
Bez. Vorglüher: Ich nehme an das diese Personen meist Minderjährig oder zumindest noch nicht berufstätig sind und daher wohl bis auf die MwSt. für ihre Getränke noch keine Steuern zahlen. Es geht mir ja auch nicht um die Menschen die sich gemütlich daheim mit Freunden treffen und ein bisschen was trinken.
Es geht mit vielmehr um die 16-20 Jährigen, die sich bevor sie in einen Club wollen 1,5 L Vodka-Energy rein kippen und dann nach einer Viertel Stunde kaum mehr laufen können.
Diese Leute wurden z.B. bei U18- Partys zum Hauptproblem, da sie Vorglühen dann um 22:00 in die Clubs gehen nur um dann um 23:00 völlig besoffen raus torkeln und zwischendrin ein Bier getrunken haben. Und am Ende heißt es die bösen Wirte füllen die armen Jugendlichen mit Spirituosen ab.

„Die Mainstream- Clubs haben die Leute angelockt, jetzt zahlen sie nicht mehr genug und sollen weg, wie?“

Wer sagt den irgendjemand das er weg soll? Er soll nur nicht vor dem Eingang des Clubs saufen.
Und was ihr alle völlig ignoriert bei der Ganzen Sache sind ja nicht mal Strafen eingeplant das einzige was dir passieren kann ist das dir jemand dein Bier weg nimmt oder dich bittet woanders zu trinken.

Mitarbeiter
Freitag, 23.11.07 11:54
 

@Andrés

ja jeder Anwohner in der Innenstadt, dafür das die Innestadt geputzt wird.
Was ich damit ausdrücken will ist das jeder Gastronom (wie auch jeder andere Anwohner) Geld dafür zahlt, das Dreck den er nicht gemacht hat weg gemacht wird.

Das ist ein Fehler
Freitag, 23.11.07 11:59
 

Das Verbot ist totaler Mist !!!

Wer geht denn schon freiwillig in das Bermudadreieck, also bitte schön, grad selbst schuld. Und es ist kein großer Umweg diesen Bereich zu umgehen wenn man von Ost nach West (oder andersrum) gehen möchte.

Das Problem des Verbotes ist, das jetzt diese ganzen stresser-coolio Türken und aggro-möchtegern Gangsta-Deppen in die Bereiche kommen werden wo das Trinken noch erlaubt ist. Bin mal gespannt ob ich mich im kommenden Sommer auf dem August/Schlossber/Dreisam noch wohlfühlen werde, wenn das ganze Scheiss-Stresser-Volk dann dort anzutreffen ist.

Die sollten in ihrem "Bereich" bleiben, [genau wie die Engländer auf ihrer Insel :)) ] dann hätten wir im Rest der Stadt weiterhin weitestgehend friedliche und angenehme Stimmung!

svw: ruhig -> trifft dann wohl auf die "restliche" Innenstadt bald nicht mehr zu.

Mitarbeiter
Freitag, 23.11.07 12:07
 

@ Das ist ein Fehler
ich denke mal nicth das du den Bereich umgehen musst dir wird schon nichts schlimmes pasieren, wenn du mit ner Flasche durchläufst *g

Ich wüsste gerne mal von dir wo den der Bereich dieser Jugendlichen ist und wo den deiner?
Wilslt du sie in die Innenstadt sperren? aus welchem Grund keiner dieser Jugendlichen kommt aus der Innenstadt und auch nur die wenigsten aus Freiburg.
Lebst du auf dem August? auf dem Schloßberg oder an der Dreisam? oder warum sind das deine Bereiche? oder wie es diese Gangsterausdrücken würden deine Hood?
Hast du Ansprüche auf diesen Bereich, willst du dich mit ihnen ausanandersetzen, weil sie dir dein Bänkchen auf dem schlossberg klauen?
Dann freu ich mich schon auf nächstes Jahr, wenn sich alle um die besten Plätze prügeln an der Dreisam.

Biber
Freitag, 23.11.07 12:42
 

@ fränksen

ich kann Dir in jedem Wort nur voll zustimmen, hoffe aber, dass Du mit dem letzten Satz nicht Recht behältst...

fussl
Freitag, 23.11.07 12:57
 

Das hier diskutierte Problem und die umstrittenen Lösungsansätze sind leider nur als exemplarisch für einen gesamtgesellschaftlichen Trend zu sehen.
Ganz allgemein lässt sich wohl festhalten, dass die individuellen Verfehlungen in unserem Alltag zunehmen.
Hier sind es aggresive Betrunkene, dort amoklaufende Schüler, anderswo Eltern, die ihre Mandy oder ihren Kevin vernachlässigen oder gar noch drastischeres.
Die ergriffenen Gegenmassnahmen reichen vom Alkoholverbot über Leibesvisiationen bis hin zu wohl demnächst für alle Eltern verpflichtenden regelmäßigen Kindsvorstellungen bei Pädiatern oder Jugendämtern.
Das Problem ist immer das gleiche.
Die große, sich weitgehend korrekt verhaltende Mehrheit bezahlt den Preis für die wenigen, die in schöner Regelmäßigkeit ihre Unfähigkeit zum Einhalten einiger weniger Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens unter Beweis stellen - was ich persönlich als absolut unerträglich empfinde.
Ein Patentrezept für die Lösung all dieser Fehlentwicklungen gibt's wohl nicht.
Was im Moment passiert, kommt mir aber ein bißchen so vor, wie die Supernanny zu den Leuten zu schicken, die man vorher 20 Jahre lange so konsquent verblödet hat, dass sie mittlerweile nicht mehr in der Lage sind, ihre Kinder selbst zu erziehen...

Tobi
Freitag, 23.11.07 13:06
 

Eine gute Entscheidung der Stadt das Alkoholverbot durchzusetzen.
Besser wäre es gewesen nicht erst bis zum 01.01.08 zu warten, sondern ein sofortiges Verbot zu erlassen. Hier geht es letzlich auch und vor allem darum die Jugendlichen vor sich selbst zu schützen und an den von ihnen stark frequentierten Plätzen auf diese Art für mehr Ordnung zu sorgen. Das es anders mit diesem Teil der heutigen Jugendlichen nicht mehr geht hat die Vergangenheit mehr als deutlich gezeigt. Diese Maßnahme war überfällig und dies ist die Stadt den Bürgern schuldig die auch mal jenseits von 24:00 durch diese Gegend laufen möchten.

Biber
Freitag, 23.11.07 13:34
 

@Tobi

Gibts nicht bereits schon ein Körperverletzungs- und ein Ruhestörungs- und ein Störung-der-öffentlichen-Ordnung-verbot, oder hab' ich da was übersehen ?

Aber das neueste Verbot macht nun alles leichter und beliebiger, weil man da nicht mehr so differenzieren muss, weil das doch (fast) immer passt und einen Eingriff rechtfertigt.
Und es konnte mir noch niemand glaubhaft machen dass das Augenmass dabei gewahrt wird und nicht völlig harmlose Bürger betroffen werden

Pit
Freitag, 23.11.07 15:42
 

Interessanter Ansatz war mal: Freiheits-Paß.
Es werden eben nciht jedem alle Freiheiten gewährt wie z.B. in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken, sondern nur dem, der sich dieser Freiheiten als würdig erwiesen hat.
Bzw. man könnte eben diese Freiheiten individuell verlieren und müßte sie sich langsam wieder verdienen.
Ok, wegen Kontrollaufwand wohl nicht umsetzbar.
Aber die Grundidee gefällt mir, die differenzierte Betrachtung: daß man sich eben als qualifiziert für bestimmte Rechte erweisen muß. Daß nicht alles über einen Kamm geschoren wird.

Pete
Freitag, 23.11.07 15:43
 

@David: da hast du allerdings wieder recht, muss ich zugeben, wäre noch besser gewesen als zu schneiden!!! Aber bei manchen geistigen Tiefflieger bin ich ganz froh gewesen, dass die nicht zu Wort gekommen sind. Bei Anderen wiederum war es vielleicht schade....

Tobi
Freitag, 23.11.07 17:33
 

@biber:
wenn Du Dir dies wöchentliche Spektakel mal genauer ansiehst, wirst Du sehr schnell feststellen das es dort kaum "harmlose Bürger" gibt bzw. diese einen großen Bogen um dieses Viertel machen. Man sollte hier immer sehen wer die Ursachen setzt und das ist nicht die Polizei sondern die sich im Vollrausch prügelnden Jugendlichen. Es ist schon schlimm genug das die Polizei das Komasaufen Woche für Woche überwachen muss.

Echolot
Freitag, 23.11.07 17:51
 

Ich habe lange auf dieses Verbot gewartet und es wird in anderen Städten Schule machen...

Wessen Blick nicht an den Stadtgrenzen Freiburgs halt macht, der weiß, dass es seit Jahren in GB und Skandinavien bereits ein solches Verbot gibt ... ganz zu schweigen von den USA und Kanada ... In jedem Fall ist eines lediglich eine Reaktion des Staates auf die Auswüchse mancher Gruppierungen ...

Man mag es für ärgerlich halten, man mag es ablehnen... man muss auch die Symptome bekämpfen, denn für die Ursachen haben alle hier (leider) keine praktikablen Lösungen ... Es gilt ja nicht, die Leute vom Saufen abzuhalten, denn davon kann man keinen abhalten... es gilt einen Zustand in der Innenstadt zu erreichen wie er früher war.. einen, mit dem alle leben konnten ...

Denjenigen, die sich hier von Verboten erdrückt fühlen, sei gesagt: Objektiv gesehen lebt ihr in einer der liberalsten Städte Deutschlands ... versucht doch einmal in einer anderen Stadt bzw. in den oben genannten Ländern mit der Polizei zu diskutieren und ihr werdet euch wieder nach Freiburg sehnen ;-) ...

Auch das jetzt beschlossene Alkoholverbot ist recht "harmlos" geraten ... m.E. müsste es vom Bahnhof bis Schlossberg und von der Dreisam bis zum Siegesdenkmal erstreckt werden (mit Ausnahme Augustinerplatz - nicht, weil ich dort selbst sitze, sondern weil ich das für einen "Kultuplatz" halte) ... aber niemand muss mit Sixpacks und anderem durch die Stadt laufen, überall herumsitzen und ständig saufen ...

Zudem sollte umgehend die Regelung aus der Schweiz übernommen werden: Wer sich zuschüttet und ärztliche Betreuung braucht, bekommt eine Rechnung von ca. 800 Franken und darf seine Lehre daraus ziehen.

conshox
Freitag, 23.11.07 18:59
 

@fränksen: Sorry, aber wem bitte unterstellst du solchen Schwachsinn? Der Polizei? Du wurdest bestimmt schon verhaftet, weil du barfuß gelaufen bist.
Viele hier haben bestimmt ein Patentrezept in der Schublade und wissen eigentlich genau was zu tun ist. Ich freue mich schon auf die vielfältigen Vorschläge. Geht euch ein Stück Lebensfreude verloren, weil man in ein paar Straßen zu bestimmten Zeiten seinen Alc nicht mehr trinken darf?
Definiert sich die Lebensfreude daran?
Habt ihr keine anderen Probleme? Es wird davor gewarnt, dass Freiburg sein Ansehen als Stadt mit laissez faire verliert, weil man in der Straßenbahn nicht mehr essen und trinken darf, weil Idioten sich vollkippen und Stress machen? Geht`s noch? Ich möchte am Abend durch die Innenstadt gehen und nicht von irgendeinem hirnlosen, betrunkenen Idioten angemacht werden. Ich möchte auch auf einem Platz den Abend genießen und nicht vorher die Hinterlassenschaften von Anderen (Scherben, Flaschen, Müll) wegräumen. Es wird immer beschrieben, dass Freiburg die nördlichste Stadt Italiens ist, ein ital. Flair hat. Was für ein Schwachsinn. Jeder der in Italien war, weiß, dass die Italiener einen anderen Sinn für das Leben haben, einfach anders leben. Dort wird man nicht von betrunkenen Jugendlichen angemacht. Ich habe dort niemand am Abend mit einer Flasche in der Hand herumspazieren sehen. Ihr etwa? Haben die Italiener dadurch an Freiheit verloren, geht es ihnen schlechter? Im Übrigen gibt es bereits Gemeinden im Breisgau die ein Alkoholverbot ausgesprochen und damit Erfolg haben. Wartet doch einfach mal ab was passiert, oder bringt bessere Vorschläge an den Gemeinderat. Freiburg bleibt dennoch lebenswert. Und ihr werdet sehen, es wird niemand der Barfuß über die Ka-Jo läuft verfolgt und keinen unschuldigen Menschen die sich ein Bier für zu Hause geholt haben, eingesperrt. Aber vielleicht kommen die Leute wieder in die Stadt, die die Zunstände jetzt zum k.... finden. Davon gibt es einige und ich spreche von Jugendlichen/jungen Erwachsenen.

Biber
Freitag, 23.11.07 20:12
 

@ conshox

Also, erstmal wird niemand gleich "verhaftet" sondern höchstens - schlimmstenfalls - "vorläufig festgenommen" (Zum Verhaften braucht es einen von einem Richter ausgestellten Haftbefehl) Aber es reicht ja auch wenn man "nur" Ärger bekommt weil man Dinge tut - z. B. an einem Sommerabend draussen mit einem Bierchen sitzen), die EIGENTLICH völlig normal und harmlos sind, nun aber eben per Definition nicht mehr.

Ich bin übrigens noch nie wegen "barfuss" in Schwierigkeiten gekommen, ich war auch noch nie um die "kritische" Zeit im Bermudadreieck, und ich bin auch sehr für einen scherbenfreien Boden, überall, schon aus obigem Grund. Und ich glaube, wenn ich Probleme wegen barfuss bekäme, dann dort! Aber wohl weniger seitens der Polizei...

TROTZDEM: Kannst Du fränksens Angst, die nicht nur seine ist, nicht verstehen ?
Wenn ich mich recht erinnere wurden damals, als der französische Staatspräsident in Freiburg zu Besuch war Obdachlose aus dem Stadtbild "entfernt", sie hätten den guten Eindruck wohl zu sehr beeinträchtigt.

Das Vorgehen der Stadt bei der Fahrradabschleppaktion liess auch nicht gerade auf menschliches Feingefühl schliessen, mir sind, da ich mich in dieser Sache persönlich sehr engagiert habe, wirklich krasse Übergriffe berichtet worden. Die Stadt hätte diesen doch eigentlich mal nachgehen müssen - hat sie aber nicht - es wurde abgewiegelt. Hat mein Vertrauen auch nicht gerade verbessert.

Diese undifferenzierte Regulierungswut zeigt die ganze Hilflosigkeit. Und wer sich hilflos fühlt reagiert unberechenbar und überschiessend, gerade wenn er die Macht hat.
Sieht man ja gerade bei der ganzen Terrorhysterie.
Und das ist es was die Angst macht.

Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass die geltenden Gesetze im Falle Bermudadreieck ausgereicht hätten, wenn man sie denn nur konsequent angewendet hätte.
Platzverweis bei Randalierern z. B.

Übrigens: Das Ess- und Trinkverbot in der Straba ist nachvollziehbar und hat sicher weniger damit zu tun dass sich irgendwer zukippt, sondern damit, dass es eine Zumutung ist wenn der nächste sich in die Majo des Vorgängers setzt o. Ä. oder das es in der Enge wohl kaum vermeidbar ist dass ich womöglich dann das Ketchup des Nachbarn auf der Jacke habe.

kiwi
Samstag, 24.11.07 12:24
 

ich bin ja wirklich mal auf den sommer gespannt, wenn sich dann alle auf dem augustinerplatz treffen und sich die punks neben den proleten ausm bermudadreieick friedlich vollaufen lassen...... wers glaubt?! da ist doch stress vorprogrammiert, man denke nur mal daran, wie ungemuetlich es diesen sommer an der dreisam geworden ist, seid es irgendwie "cool" geworden ist dort vorzugluehen..... und am ende kommt dann die polizei vorbei und schnappt sich willkuehrlich jeden, der ihnen nicht passt.... juhu!

spamvermeidung: bitte..... ?!

conshox
Samstag, 24.11.07 13:44
 

@biber: ich kenne den Unterschied zwischen verhaften und vorl. Festnahme. Wollte mich einfach dem hier geltenden panikmachenden Sprachgebrauch anlehnen. Und nein, ich kann die Angst nicht verstehen. Ergibt sich auch aus meinem Text. Ich kenne niemand dessen Rad "abgeschleppt" wurde und kann daher nichts dazu sagen. Nur frage ich mich, woher die Radfahrer alle kamen? Lesen die keine Zeitung, kennen die keine Schilder? Dort wo die meisten Räder mitgenommen wurden, habe ich mit dem Rad eigentlich nichts verloren, oder irre ich mich? Schiebenderweise ja, aber kann ich deshalb das Rad abstellen, wo ich will? Das ist doch die Krux an der Sache, auch im Bermudadreieck. Jeder denkt er kann machen was er will, Rücksichtsnahme ist fehl am Platz. Du bist der Meinung, dass die geltenden Regelungen ausgereicht hätten. Gut, sie werden konsequent angewandt und dann. Ich möchte die ersten Schreier hören, Polizeistaat, blabla, Überreaktion, etc.
Jetzt weiß jeder worauf er sich einlässt. Glaub mir, zuviele Menschen wollen sich heute nicht einschränken, denken aber dabei nicht daran, dass sie die Privatsphäre anderer einschränken, bzw. deren Bedürfnisse übergehen. Ein Beispiel gefällig: ich laufe auf dem Gehweg der Habsburgerstraße, ein Radfahrerin kommt mir entgegen auf dem Radweg auf der falschen Seite. Der Radweg erlaubt hier auf Grund seiner Breite kein Gegenverkehr. Sie weicht plötzlich und ohne Grund auf den Gehweg aus und fährt mich fast um. Ich stelle sie zur Rede und sie antwortet: Sie fährt zu ihrer eigenen Sicherheit auf dem Gehweg. Was ist mit meiner Sicherheit?
Ich bin nicht der Meinung, dass wir eine unkontrollierte Regelierunswut vorfinden. Ich meine, dass, wie oben beschrieben, zu viele Menschen denken, dass man heute alles machen kann und deshalb, weil andere zu Schaden kommen, die Stadt eingreift. Nochmals, wer bessere Vorschläge hat, kann sie doch äußern. Bisher sieht es da eher Mau aus.
@kiwi: genau, die böse, böse Polizei

Lou
Samstag, 24.11.07 22:25
 

Wie schon von einigen angemerkt, bleiben die guten Manieren in den letzten Jahren immer mehr auf der Strecke. Ich weiß auch nicht, woran es liegt, dass es so ist scheint mir aber unwiderlegbar. Egal ob man das jetzt auf persönlichen Umgang, Straßenverkehr, Rauchen oder sonst etwas bezieht.

Gerade deswegen sehe ich auch keine andere Alternative, als Strafen und Reglementierungen in einigen Bereichen anzuziehen, allerdings nur wenn diese auch sinnvoll sind. Beim Alkoholverbot scheint mir das nicht gegeben, da die Regelung vor allem örtlich zu stark begrenzt ist.
Die Probleme die wir haben sind ja keine überraschende Freiburger Erscheinung, sondern bundesweit in Großstädten bekannt. Massivere und aggressivere Polizeipräsenz und härtere Strafen für Delikte wie Vandalismus, Körperverletzung, Waffenbesitz & Co wären ein Anfang, auch wenn das natürlich keine sozialen Probleme lösen kann, die vielleicht bei einigen Beteiligten im Hintergrund präsent sind. Im Vergleich zu anderen Ländern fahren wir in vielen Bereichen meiner Meinung nach aber immer noch eine zu weiche Linie.

Biber
Sonntag, 25.11.07 01:55
 

"Nur frage ich mich, woher die Radfahrer alle kamen? Lesen die keine Zeitung ..."
200000 Freiburger und alle auswärtigen Besucher haben selbstverständlich die Badische Zeitung gelesen ???
Ähh - was würdest du sagen: Badische Zeitung verkündet für die Stadt: "Die Habsburger Strasse ist ab Dezember Einbahnstrasse stadtauswärts. Und ALLE haben das zu wissen und sich künftig danach zu richten....")

"...und kennen die keine Schilder?"

Schon, dazu müssen sie aber auch entsprechend aufgestellt sein !!! Dass das nicht so war habe ich mit dem Camcorder dokumentiert nachdem mir das von Betroffenen immer wieder berichtet wurde.

"Du bist der Meinung, dass die geltenden Regelungen ausgereicht hätten. Gut, sie werden konsequent angewandt und dann. Ich möchte die ersten Schreier hören, Polizeistaat, blabla, Überreaktion, etc.
Jetzt weiß jeder worauf er sich einlässt."

Eben nicht - siehe oben!
Und mit SICHERHEIT wird diese Pauschalverordnung weit mehr als polizeiliche Überreaktion empfunden, bei der wirklich ein sehr grosser Teil der Betroffenen keine Rüpel waren, sondern Mütter mit Kindern, ältere Damen usw die da regelrecht ahnungslos reingetappt sind.

"Ein Beispiel gefällig: ich laufe auf dem Gehweg der Habsburgerstraße, ein Radfahrerin kommt mir entgegen auf dem Radweg auf der falschen Seite. Der Radweg erlaubt hier auf Grund seiner Breite kein Gegenverkehr. Sie weicht plötzlich und ohne Grund auf den Gehweg aus und fährt mich fast um. Ich stelle sie zur Rede und sie antwortet: Sie fährt zu ihrer eigenen Sicherheit auf dem Gehweg."

Was willst du mir damit sagen ? Hättest du nicht aufgrund der gegenwärtigen Strassenverkehrsordnung gegen die "Dame" vorgehen können ? Oder möchtest du nun ein Gesetz das das Radfahren dort jetzt generell verbietet ?

Und nochmal: So lange da auch so ca. 50 Werbetafeln und Verkaufsständer mitten Weg stehen ist das Gejammere der Geschäftsleute für mich unglaubwürdig.

"Nochmals, wer bessere Vorschläge hat, kann sie doch äußern."

Habe ich ja...

Hajo
Sonntag, 25.11.07 09:36
 

Um mal einiges zurechtzurücken (ohne bestimmte Reihenfolge):

1. Es geht nicht darum, ob wir im nationalen oder internationalen Vergleich "milde" Regelungen haben, sondern ob die nun getroffene Entscheidung richtig ist.

2. Es sind durchaus Strafen, besser gesagt Geldbußen mit dieser Norm verbunden.

3. @Pit und den Freiheitspaß: Ich hab keine Lust, Diskussionen mit Leuten zu führen, deren Vorschläge sich außerhalb der Menschenrechte bewegen, daher nur ein paar denk-anstößige Fragen: Mal was über die französische Revolution gelesen? Sowas von in die Richtung "alle Menschen sind frei geboren und gleich an unveräußerlichen Rechten"? Mal ins Grundgesetz geschaut, insbesondere Art. 3?

4. Patentrezept: Mit ähnlich kurzfristig sichtbaren Folgen wie das Polizeiverbot, das die Konflikte verschiebt oder unterdrückt, gibt es das nicht, wie schon richtig erkannt wurde. Aber jeder Euro, den man in Sozialarbeit, Jugendzentren, Schulen (z.B. kleinere Klassen), Integration, das Eröffnen von Zukunftsperspektiven (Ausbildungsplätze u.ä.), kurz: überall dort, wo soziale Kompetenzen erlernt und geübt werden, investiert, kann man sich hinterher bei der Polizeipräsenz sparen. Aber so eine Polizeistaffel ist auch sicht- und greifbarer als das Aufgezählte, da merkt der Bürger gleich, daß man sich um ihn kümmert, und nicht sein Steuergeld auf die aufgezählten Projekte verwendet, deren Erfolg man eben nicht so schön und schnell sehen kann…

5. Wenn ich das recht gelernt habe, dann muß sich der Staat stets rechtfertigen, wenn er in die Freiheiten eines Bürgers eingreift (was im Verhältnis Bürger–Bürger nicht immer der Fall ist). Und gerechtfertigt sind die im Namen des Staates handelnden Personen noch lange nicht, nur weil es jetzt halt eine Norm gibt, die vom Platzverweis bis zur 1000-Euro-Buße alles erlaubt, sobald auch nur vermutet werden kann, daß Alkohol im Spiel ist. Aus einigen Kommentaren lese ich aber den Wunsch nach einer Umkehr dieses Verhältnisses heraus: Erst wenn der letzte Besucher des Bermudadreiecks (und sei er auch nur einmal im Jahr da) sich völlig ungestört dort bewegen kann, soll der Staat aufhören zu regulieren (und sei es, daß man sich dort dann nur noch im Flüsterton unterhalten darf). Am besten schmeißt man dann die Punks raus (denn die stören ja das Straßenbild) und die HipHop-Kinder mit den Vier-Mann-Zelt-Hosen und Goldkettchen gleich mit (denn die stören das Straßenbild auch). Und die langhaarigen Althippies auch. Und die Yuppies mit den hochgestellten Hemdkrägen. Und jeden, der sonst noch die Ästhetik stört.
Selbst wenn man es nicht ganz so weit auf die Spitze treibt wie ich gerade eben, wird es so nicht funktionieren.

6. Die Polizeibeamten, die am Wochenende und vor Feiertagen die Streetworker mimen müssen, tun mir jetzt schon leid. Und es werden wohl noch mehr werden, wenn man diese Regelung ernsthaft durchsetzen will…

Hans Dampf
Sonntag, 25.11.07 09:38
 

Die frage ist doch, wie das Verbot gehandhabt wird........Wird einer, der am Sa Mittag mit einem Bierchen in der Hand durchs Bermudadreieck Spaziert, gleich mit dem Kastenwagen abtransportiert??? Wahrscheinlich nicht.....

Es geht doch darum das die Polizei Fr. und Sa. Nachts, wenn ganze Horden Jugendlicher Saufend und Grölend durch die Kajo Schlendern, zumindest eine Handhabe hat gegen das Besäufnis vorzugehen.

hans Dampf
Sonntag, 25.11.07 09:45
 

Bis jetzt dürfen sie Tatenlos zuschauen und dann zwei Stunden Später, bei den darauffolgenden Schlägereien wieder kommen.........Nett

Hajo
Sonntag, 25.11.07 09:53
 

Ach ja, noch so'n "Patentrezept": Schon mal über das Aufheben der Sperrstunde nachgedacht, damit nicht um Schlag drei alle auf einmal vor der Türe stehen, sondern sich das ein bißchen entzerrt?

Nur mal so…

Lou
Sonntag, 25.11.07 11:05
 

Hajo,
ich stimme dir im Prinzip zu, nur zwei Anmerkungen: Mit dem internationalen Vergleich wollte ich ausdrücken, dass in Deutschland sofort ein Aufschrei stattfindet, während in anderen Ländern solche und härtere Regelungen Alltag sind und sich dort deswegen auch noch kein überkontrollierter Polizeistaat gebildet hat. Ich habe bei meinen Aufenthalten im Ausland gemerkt, dass die Menschen in Deutschland sehr viel negativer mit der Macht des Staates umgehen, als dass in anderen Ländern der Fall ist, obwohl die Befugnisse der Polizei hier noch viel kontrollierter sind als anderswo und der Beamte jeden Furz den er lässt später protokollieren und mit einem Eid belegen können muss.

Das mit der Bildung und sozialer Kompetenz stellt glaube ich niemand in Frage - nur damit geht es aber auch nicht, denn ein gewisses "Haudrauf-Rezept" lässt sich leider nicht vermeiden, wenn viel Konfliktpotential vorzufinden ist und sich die Leute vielleicht auch einfach nicht benehmen wollen ('Ich geh' heut in die Stadt um mich zu boxen (...)')

Gruß

Biber
Sonntag, 25.11.07 11:23
 

@Hans Dampf

"Wird einer, der am Sa Mittag mit einem Bierchen in der Hand durchs Bermudadreieck Spaziert, gleich mit dem Kastenwagen abtransportiert??? Wahrscheinlich nicht....."

Wird jemanden, der sein Fahrrad nicht rücksichtslos oder behindernd abgestellt hat, und der noch rechtzeitig dazugekommen ist, dieses trotzdem mitsamt Tasche (!)abgeschleppt ?
Die Antwort ist JA! Fälle sind mir persönlich bekannt...

Du glaubst doch nicht dass diese Verordnung geschaffen wurde um dann mit Feingefühl zu differenzieren ob jemand
tatsächlich sanktionierbare Handlungen (Randale, Schlägerei) begangen hat ? Nein, die Schwelle der sanktionsfähigen Handlungen wurde der Einfachheit halber nach unten vergelegt - in einen eigentlich nichtbeanstandungsfähigen Bereich, und wer da glaubt dass dann noch eine Differenzierung stattfindet ist ein grosser Optimist - DANN hätte man sich das nämlich sparen können. Und die Erfahrung spricht dagegen - siehe oben...

"Bis jetzt dürfen sie Tatenlos zuschauen und dann zwei Stunden Später, bei den darauffolgenden Schlägereien wieder kommen.........Nett"

Bis jetzt war das Gottseidank so. Bei WAS haben sie tatenlos zugeschaut ? Willst du vorbeugende Festnahmen auf die blosse Möglichkeit hin dass jemand randaliert ???

conshox
Sonntag, 25.11.07 14:27
 

@biber: sorry, liest du nur quer? deine Antworten passen nicht zu meinem Beispiel. Es geht nicht um die Sperrung der Hasburgerstraße, sondern um das Verhalten von Menschen untereinander. Das manche schon so weit sind, dass sie ihr "Recht" über das Anderer stellen. Dann hat die BZ mit meinem Beispiel nichts zu tun. Dies betraf die Fahrradabschleppaktion. Mag ja sein, dass da ein paar Leute überfordert waren, aus Fehlern kann man lernen. Nochmals, als Radfahrer sollte ich mir ja Gedanken machen, wo ich meinen Drahtesel abstellen kann. Aber nein, dies ist ja eine grüne Stadt, eine Fahrradstadt, eine nördlichste, südlichste Stadt. Hier darf ich alles tun. Wie lange war dieses Thema in der BZ. Zwei Jahre, mehr??
Biber, das radfahren auf dem Gehweg ist verboten. Und dies aus gutem Grund.
@Hajo: zu Pt. 4. Sicher sollte man Geld in Jugendarbeit stecken. Dies bedeutet in die Zukunft zu investieren. Wir haben aber jetzt ein Problem. Nimm dir bitte Zeit und spreche die Leute an, die alkoholisiert durch die Gegend ziehen, versuche sie
zu überlegten, verantwortungsvollem Handeln zu bewegen. Viel Spaß, ich garantiere dir, dass du nach kurzer Zeit dein Vorhaben aufgeben wirst. Es geht doch hier nicht um Repressalien gegen jeden Bürger, kapiert den niemand, dass es um diejenigen geht, die Ärger machen und diesen auch wollen. Dass hier Leute durch die Ka-Jo ziehen die nur "Stress machen" in der Birne haben und nicht mit normalen Mitteln dazu zu bewegen sind, andere auch ihren Spaß zu lassen. Stellt euch alle doch einfach abends (Freitag und Samstag) ins Bermudadreieck und schaut und hört zu. Biber, es werden die Leute die sich provozierend benehmen angesprochen und man trifft zu 99 % die richtigen. Nämlich die, die auf Stress aus sind. Ich habe das selbst schon erlebt. Man kann sehr wohl unterscheiden, wer einfach nur gut drauf ist und wer Stress machen möchte. Ich denke die Polizisten können das auch. Hast du schon mal mitbekommen, wie die "angemacht" werden? Ich glaube nicht, dass alle in diesem Forum so ruhig reagieren würden. Und hier muss ich Lou Recht geben. Wir haben in Deutschland mit Sicherheit keine Überregulierung in diesen Dingen und können uns auf die Polizei noch verlassen. Ein Beispiel gefällig: In Österreich darf ein Polizist die Geschwindigkeit eines Autofahrers schätzen und ihn dann zur Anzeige bringen. Nach wie vor ist Österreich aber ein begehrtes Urlaubsland der Deutschen, oder irre ich mich. Also, warten wir doch einfach ab, wie sich diese Verordnung bewährt, oder auch nicht. Und auch wenn ich mich wiederholen muss, es gibt Gemeinden im Breisgau, die ziehen das bereits mit Erfolg durch. Ich habe nicht gehört, dass dies nun Geisterstädte geworden sind, weil das Leben dort nicht mehr Lebenswert ist.

Mehr Verbote
Sonntag, 25.11.07 18:15
 

Juhuuu, noch mehr Regulierungen. Bitte gebt uns mehr einschränkende Vorschriften und Gesetze. Und was kommt noch? Kleine gelbe Sterne zum Aufnähen für Raucher und/oder öffentliche Biertrinker? Da hilft nur eins: Ziviler Ungehorsam!

Sorry
Sonntag, 25.11.07 19:48
 

Nein es reicht eigentlich, wenn man sich so verhält, dass jeder Mensch ohne Angst durch die Stadt laufen kann, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Dies ist eben momentan nicht der Fall, deshalb versucht man diese Situation zu bessern. Schuld ist nicht die Stadt od. die Polizei, sondern die Personen, welche den Stress verursacht haben.

Warum werden diese nicht von euch "verurteilt" ?

Hans Dampf
Sonntag, 25.11.07 20:19
 

@Sorry...gute Frage. Da liegt doch der Hund begraben

De Wahrheit
Sonntag, 25.11.07 22:21
 

@sorry

Danke, du hast es auf den Punkt gebracht.

Hier sollte mehr über die Verursacher diskutiert werden.

Biber
Sonntag, 25.11.07 22:24
 

Also, conshox - keine Frage: Es gibt rücksichtslose Radfahrer - es gibt zweifellos sogar eine Menge davon.
Und es gibt auch viele Leute die "Stress" machen wollen, gebündelt vor allem im Bermudadreieck. Das alles bestreite ich doch gar nicht !

Aber irgendwie habe ich das Gefühl dass wir ständig aneinander vorbei reden.

Ich bezweifle lediglich stark dass die jetzt gewählten Mittel das Problem lösen werden (wer Stress sucht und Schlägereien anfängt wird über diese doch Anordnung lachen, und "bestenfalls" verlagert sich das ganze "Vorglühen" nach ausserhalb der Zone (die dann wohl erweitert werden muss, usw. ???)

Ich bezweifle ausserdem dass das Ganze dann nachher wirklich mit Augenmass angewandt und eben nicht doch überreagiert wird (wie eben ja gerade am Beispiel der Fahrräder sichtbar wurde)

Und ich habe die Geschichte aus der Habsburger Strasse schon verstanden und was du bezügl. Verhalten anderer damit sagen wolltest. Aber genau DIE ist doch das passende Beispiel für mein Argument:
Du hättest nach bereits geltendem Recht Anzeige erstatten können - wie du ja richtig anmerkst ist Radfahren auf dem Gehweg (nachvollziehbarerweise) schon immer verboten.

Alternativ kannst du ein generelles Verbot fordern diese Strecke zu befahren. Damit wäre dann aber der weitaus grössere Teil der Menschen, die sich rücksichtsvoll verhalten auch in seiner Freiheit beschnitten - unnötigerweise, wie ich meine.
Und die besagte rücksichtslose Radlerin würde dadurch, dass diese Strecke dann gesperrt ist mit Sicherheit kein bisschen weniger rücksichtslos. Aber wenn sie (nach bereits geltendem Recht) ein- oder mehrmals zur Kasse gebeten würde, wäre sie vielleicht nicht einsichtiger, würde es sich aber dann vielleicht doch etwas anders verhalten - spätestens nach dem dritten Bussgeld.

Ja, und Österreich ist sowieso ein Kapitel für sich. Das mit dem Schätzen der Geschwindigkeit weisst du und weiss ich, aber dass das allgemein bekannt ist bezweifle ich doch sehr. Und da meine Verwandschaft in Wien lebt und ich daher zwangsläufig öfters mal dort bin könnte ich auch noch ganz andere Schoten von dort beisteuern. (Habe z. B. mal direkt hinter einem Halteverbot-Ende Schild geparkt und bekam trotzdem eine Anzeige. Die Antwort auf meine Beschwerde war dann: Erstens,
In Österreich ist das Parken überall verboten wo es nicht ausdrücklich erlaubt ist (wozu steht dann das Ende-Schild da ???), und zweitens "habe ich" (der österreichische Polizist) "neulich in Karlsruhe auch einen Strafzettel kassiert weil ich gegen die Fahrtrichtung geparkt habe, was ich schliesslich auch nicht wissen konnte". Gegen dieses zweite "Argument" war ich machtlos - da war mir sofort klar woher der Wind weht.

Aber was ändert dass bzw. was willst du mit diesem Beispiel sagen ? Sollen wir deshalb den Mund halten und uns damit trösten dass es anderswo schlimmer ist?

Es käme ja wohl auch niemand auf die Idee den Fall mit dem hier verhungerten Kind abzuwiegeln mit dem Argument "In anderen Ländern verhungern die Kinder reihenweise"

marc (fudder)
Montag, 26.11.07 13:03
 

so habt ihr gevotet:

Echolot
Montag, 26.11.07 15:36
 

Ursachenforschung:

Die Frage ist, warum wir uns hier überhaupt mit dem Thema auseinandersetzen müssen.

Alkohol gibt es schon länger und das Bermuda-Dreieck auch. Warum wird es also jetzt problematisch ?

Antwort: Immer jüngere Menschen saufen immer mehr Alkohol und werden immer aggressiver gegenüber Sachen und Menschen.

Warum sind sie so ?

Antwort: Immer mehr Perspektivlosigkeit, immer mehr Verwahrlosung, immer mehr Ausgrenzung durch materielle Ungleichverteilung usw.

Ich frage nur in die Runde: Sind aber diejenigen, die es ausbaden müssen (unbeteiligte Passanten, Türsteher, Polizei, Straßenreinigung, Hausbesitzer, Fahrradbesitzer) verantwortlich für die Ursachen ?
Wo richtet sich der Protest gegen Dumpinglöhnebezahler, Politiker, vernachlässigende Eltern ?

Andrés
Montag, 26.11.07 15:46
 

wurde das ergebnis von "so habt ihr gevotet" von der stadtverwaltung wegen insubordination zensiert?

conshox
Montag, 26.11.07 20:10
 

@biber: o.k., jetzt habe ich dich besser verstanden. Fakt ist aber auch, dass die Präsenz der Polizei zu bestimmten Zeiten einen Rückgang der Gewaltdelikte in diesem Bereich bewirkt hat. Sicher können wir davon ausgehen, dass einige Unruhestifter jetzt an anderen Plätzen "vorglühen". Kommen sie betrunken und randalierend in die Stadt, wird u.U. ein Platzverweis ausgesprochen. Was wegfällt sind die herumfliegenden Flaschen, ein Potenzielles Schlaginstrument.
Ich glaube nicht, dass überreagiert wird. Auch wenn du es nach deinen Erfahrungen mit der Fahrradaktion nicht glauben magst, die Polizeibeamten sind keine Angestellten der Stadt Freiburg die sicher überfordert waren (sorry Leute, nix für ungut). Man hat wahrscheinlich vergessen, dass da sehr genervte Leute ihr Fahrrad wiederhaben wollen. Dies ist aber eine ganz andere Geschichte. Es wird auch niemand bestimmte Gruppierungen durch die Stadt jagen. a) will das niemand und b) haben die Polizeibeamten andere Aufgaben. Auch wenn dies hier ein paar einfach nicht so sehen wollen, weil es nicht in ihr Bild passt.
Nochmals, was verlieren wir und was können wir gewinnen. Wir verlieren rein gar nichts, außer man liebt es mit der Flasche in der Hand durch die Straßen zu ziehen. Das geht jetzt nicht mehr überall. Na und? Gewinnen, ja, vielleicht wird es in der Stadt etwas ruhiger und angenehmer. Das bedeutet nicht, dass es nun spießiger wird. Ich hasse dieses Wort, denn es wird von denen mißbraucht, die der Meinung sind, dass sie sich alles erlauben können.
@sorry: du hast recht.

Biber
Dienstag, 27.11.07 09:28
 

@ conshox

schön, dass wir uns angenähert haben !

Das Wort "spiessig" ist so ein Totschlagargument, das ich auch nicht leiden kann.

Meine Frau fand vor 11 Jahren Heiraten auch spiessig. Ich konnte sie (zum Glück) trotzdem überzeugen. Ich war nämlich der Meinung
"Es kommt darauf an was man daraus macht"
Heute findet sie die Ehe mit mir überhaupt nicht spiessig :-)))

Andrés
Donnerstag, 29.11.07 13:22
 

alkoholverbot auch in hamburg?

http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,520389,00.html

Heaven_n_Hell
Donnerstag, 29.11.07 13:51
 

Ja, hab es auch gerade gelesen:

http://www1.ndr.de/nachrichten/hamburg/paulialkohol2.html

Freiburg als Vorbild für St. Pauli - ich lach mich tot!

Hans-Otto Bongartz
Dienstag, 04.12.07 19:25
 

Donnerwetter nochmal, wo soll ick denn noch suafen? Hab bald überal Lokalverbot. Mir bleibet nur noch das Saufen im freien und im Bermudadreieck. Ich bin bald 60. Ich werde immer saufen, das lase ich mich nicht verbieten. Auch nicht von dem grünen Obermotzer von Freiburg. Fahrräder werden in der angehblichen Fahradstatt verboten Jetzt auch noch Saufverbot. Bei den gantzen Verboten bleibt einem nur noch das SAUFEN!

Hans-Otto

egal
Freitag, 28.12.07 01:46
 

hi leute finds voll scheiße das in freiburg alles verboten wird ich will am wochenende party machen und auch einer saufen aber alles wird abgeschafft no limit gibt es net mehr und getränke karte wo erschwinglich waren auch net mehr aber der funpark ist ja im ob so oder so im weg egal die stammis halten zusammen wie in der ehe in guten und in schlechten zeiten also leutz haut rein ^^ tschau

Anonym verfasste Kommentare landen in der Warteschleife. Bis sie freigeschaltet werden, kann (viel) Zeit vergehen. Eventuell wird dein Kommentar überhaupt nicht freigeschaltet. Deshalb: Registriere dich lieber und leg dir ein eigenes fudder-Profil zu - dann kannst du fudder-Artikel ohne Einschränkung kommentieren. Jetzt oben rechts kostenlos registrieren.






Wenn Du das Wort nicht lesen kannst... hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz


» fudder-Netiquette




» Floh

re: Sonderbare Alltags-Dialoge
Umkleide im H&M. Ein...

» womöglich

re: Mitschnitt White Rabbit Musikszene
wende dich doch mal vertr...

» kus

re: Text-Editor für HTML/PHP-Dateien
http://www.pspad.com/...

» Onkel Ralph

re: re: Der Badener, die Spaßbremse..!
Genau das isses Andrés. W...

» Tatoocheck

re: Der Badener, die Spaßbremse..!
Danke Bernd! Dann wars al...

» Markus Fischer

Text-Editor für HTML/PHP-Dateien
Guten Tag, kann mir je...

» Bastian

Mitschnitt White Rabbit Musikszene
Existiert denn irgendwo (...

» Andrés

re: Der Badener, die Spaßbremse..!
der ralle meint halt: ...

» moell

re: übriges Zugticket
Ticket ist vergeben... :)

» Bernd2008

re: Der Badener, die Spaßbremse..!
An Tatoocheck: Ich sol...