Man fährt nicht nach Alaska, um sich Städte anzuschauen. Aber hinfahren sollte man trotzdem, denn Alaska ist riesengroß und wunderschön. 17 der 20 höchsten Berge der USA sind hier zu finden, verteilt auf vier Zeitzonen. Eine gängige Prahlerei besagt: Würde man Alaska zweiteilen, dann wäre Texas der drittgrößte Staat. Fast 52.000 Quadratkilometer Gletscher gibt es obendrauf. Und wenn man schon mal da ist, kann man sich auch die Städte anschauen, Fairbanks zum Beispiel.

In Alaska dreht sich alles um die Natur, wenn es nicht gerade um Öl oder Gold geht. Jagen, Angeln, Wandern. Besonders letzteres lässt sich bei den Angel Rocks gut machen. Ein drei Meilen langer Rundweg führt zu traumhafter Aussicht. Nur ein paar Meilen weiter sind auch schon die Chena Hot Springs, die besonders im Winter zum heißen Bad in schneebedeckter Landschaft einladen.
Hilltop Cafe schön zu nennen würde nicht ganz stimmen. Es ist eher ein Truckstop mit ebensolchem Charme. Aber sonntagmorgens gibt es hier Frühstück für den "Alaska size appetite" – genial! Zwar liegt Hilltop ein bisschen außerhalb von Fairbanks, aber der Weg lohnt sich.
Etwa zehn Meilen von Fairbanks, in Fox, findet sich die nördlichste Brauerei Amerikas, wenn nicht gar der Welt. Silver Gulch stellt nicht nur gutes Bier her, seit diesem Jahr kann man hier auch bodenständig und reichlich essen. Vegetarier müssen sich zwar umschauen, aber das ist nicht unüblich in Alaska.
Die Geschichte Alaskas erzählt das Museum of the North. Das auf dem Campus der Uni gelegene Gebäude besticht nicht nur durch seine moderne Architektur, sondern glänzt auch mit einer sehr guten Ausstellung. Das absolute Highlight sind die "Places where you go to listen". Hier wird dem Tanz der Polarlichter (Aurora borealis) eine Stimme verliehen.
Es war einmal ein dünner Kerl mit Namen Richard, der eine Bar eröffnete. Da er das auf halber Strecke zwischen Fairbanks und Nenana tat, taufte er sie Skinny Dick’s Halfway Inn. Wer bei dem Namen an etwas ganz anderes denkt, der ist hier richtig. "We have adult humor" wird man schon vor der Bar gewarnt. Man bekommt hier nicht nur ein Bier, sondern auch Scherz- und andere frivole Artikel.
Wie gesagt, man geht nicht wegen der Städte nach Alaska, und dementsprechend auch nicht wegen der Clubs. Wenn es dann doch in den Beinen zuckt, sollte es schon der Blue Loon sein. Auch Live-Konzerte und Comedy-Shows finden sich im Event-Kalender.
In Fairbanks hat nur etwa die Hälfte der Haushalte fließendes Wasser. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Duschverhalten, sondern beschert einem auch das Erlebnis, im Oktober, bei minus 15 Grad, ein Plumpsklo (schön luftig und unbeheizt) aufzusuchen. Wer sich kurz vor dem Abflug davon erholen möchte, für den ist Pike’s Waterfront Lodge genau das richtige. Eine heiße Dusche, abends im angeschlossenen Restaurant sehr gut essen und am nächsten Morgen in fünf Minuten zum Flughafen, traurig, dass alles schon vorbei ist.
Einen sehr schönen Blick über die Stadt hat man vom Campus aus. Besonders der Grünstreifen vor dem Reichardt Building lädt bei Sonnenuntergang dazu ein. Ein Spaziergang durch schneebedeckte Wälder ist natürlich immer eine Alternative.
Souvenirläden gibt es viele in Fairbanks Downtown, und alle verkaufen irgendwie das gleiche. Nur If only... (Ecke Third Avenue, Cushman Street) ist da anders. Es lässt sich schwer beschreiben, aber wer mehr als die Alaska-Tasse, das Alaska-Shirt oder das Alaska-Kartenspiel mit nach Hause nehmen möchte, der ist hier richtig.
Zwar kann man die Einheimischen hier in jeder Bar treffen, aber das Kettenrestaurant Denny’s ist doch irgendwie besonders. Nicht nur ist es das nördlichste Denny’s der Welt, wie draußen stolz verkündet wird, es ist auch das einzige Fastfood-Restaurant, das freitagabends einen Türsteher bekam, nachdem die "locals" Gefallen daran gefunden hatten, sich hier eine Schlägerei zu liefern. Sozialstudien kann man jetzt immer noch betreiben, aber nicht mehr gar so rustikal.



Super interessant! Die Bilder sind auch voll schoen. Alaska und Yukon ist super, will da unbedingt auch mal hin. Lese momentan das Buch Call of the Wild von Jack London, das spielt dort oben, und da traeumt man sich da schon mal hin, hehe. Die Landschaft hat teilweise ein bisschen Aehnlichkeiten mit Lappland, finde ich.
Hast du dort studiert oder war das nur eine Reise, Christoph? Wenn ja, wie ist die Uni so? Schau mich schon so ein bisschen Richtung Auslandssemester um, und da kommt bei mir nur was in Polarregionen in Frage. Ausserdem spielt man in Fairbanks an der Uni scheinbar gutes Eishockey, Woelfe-Stuermer Tom Herman hat da 4 Jahre gespielt.
Grosses Lob, richtig guter Fudder-Artikel!
@ Mathis: Ich hab nur meinen Bruder besucht. Aber der ist da an der Uni. Wenn Du Infos brauchst, sag Bescheid. Dann bring ich Euch in Kontakt. Und danke für's Lob!:-)
da wird man ganz neidisch und es packt einen das fernweh :-(
Toller Artikel mit großer Auswahl an Events und Unternehmungen!
Habe mir aufgrund deiner Beschreibung erstmal die HP des "Museum of the North" angeguckt und etwas über die "Places where you go to listen" gelesen. Da will ich auch mal hin!
Hm... ja das weckt schöne Erinnerungen... War auch mal ein halbes Jahr im Yukon und dem benachbarten Alaska und es ist einfach großartig da oben! (Nach Fairbanks hats mich allerdings nicht verschlagen).
Kann die Gegend auch nur ausdrücklich für unbegrenzt lange Aufenthalte empfehlen!
Die Menschen dort oben sind einfach super kauzig und rau aber auch herzlich, wie man es sich eben so vorstellt.
Und dann wär da ja noch die unglaubliche Natur...
Wer also mal was abenteuerlicheres als das 08/15-Australien-Gedöhns machen will, sollte das ernsthaft in Erwägung ziehen!
@Sebastian: Tja, manche wuerden in die Gegend viel zu gerne hin, aber mir wurde das WHM-Visum fuer meinen Yukon-Plan von der kanadischen Botschaft leider abgelehnt... :-(
Aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben, die Bewerbung fuer ein paar Monate 2008 liegt schon ausgefuellt und einwurfbereit zu hause.
Christoph, zu dem Bild 18 mit dem Moskito, gibts da eigentlich aehnlich viele von den Stechviechern wie in Lappland? Brrrrrrrrr.... ;-)
@ Mathis: Die "Stechviecher" gelten in Alaska als der "Nationalvogel", und im Sommer kommt man wohl nur sehr schwer um sie rum... Im Oktober hatte ich keine Probleme (bei null bis minus 20 Grad). :-)
Nationalvogel, hahaha ;-) Okay danke, hatte mich nur interessiert, nicht dass mir das was ausmachen wuerde... bin das durch zahlreiche Begegnungen mit der "Lapland Air Force" gewoehnt...
Hab mir die Bilder grad nochmal alle angeguckt, echt super!
.....da packt mich doch gleich wieder das Fernweh....ein toller Bericht und wunderschöne Photos! Im Mai/Juni sind wir schon sehr in den Genuss der "Nationalvögel" gekommen ;)
Ich bin sicher im nächsten Jahr geht die Reise wieder dorthin.
@Mathis:
Warst du schonmal oben oder wärs das erste mal?
Wozu WHM Visum, wenn es doch WWOOFing gibt?
Im Prinzip kommt das ja aufs gleiche raus und es is wesentlich einfacher.
Nach 6 Monaten gehst du eben 2 Tage nach Alaska und hast danach weitere 6 zur Verfügung!
--> Kann ich dir nur sehr empfehlen, (Sag Bescheid, wenn du dafür Kontaktdaten im Yukon brauchst)
(Oder was war dein Yukon-Plan?)