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The Robocop Kraus: Auditorium unter Strom

Eine veritable Keyboard und Synthiesammlung gab es gestern Abend beim Gig von The Robocop Kraus und So So modern im Auditorium zu hören. Das war ziemlich laut und ziemlich klasse. Alex war für fudder dabei.

 

So so modern legen los wie Berserker: Die vier Jungs aus Neuseeland setzen mit ihrer irre abgefahrenen Musik jenseits klassischer Songstrukturen den Saal unter Strom. 1 Drumset, 2 Gitarren, 3 Mal Gesang und 4 Synthesizer samt Vocoder hat das Quartett im Gepäck.

Der Schlagzeuger absolviert ein Höllenprogramm in einem Mordstempo, während die drei Jungs vorne an der Elektronik frickeln, dass es nur so quietscht, fiept und wabert.

Future Wave Punk könnte man das nennen, immer wieder durchsetzt von Discorhythmen, Rockanleihen und Punkelementen. Eine total überdrehte Truppe, wie Gummimännchen auf Speed. Einerseits wild, anarchisch, entfesselt, andererseits voll durchstrukturiert und ausgefeilt: Präzise greifen die wabernden Synthesizer und die klassischen Instrumente ineinander. Eine echte Entdeckung!



Das Einzige, was sich zum Beginn des Robocop-Auftritts gleicht, ist der Anblick dreier junger Männer in vorderster Front: links Bassist Peter Tiedeken, rechts Matthias Wendl an der Gitarre und in der Mitte Sänger und Gitarrist Thomas Lang.

Er tanzt, tänzelt, trippelt, wippt und hüpft wie ein Flummi herum. Und das nicht nur auf der Bühne, sondern auch mitten ins Publikum – mal mit, mal ohne Mikrofonständer – und heizt so die Stimmung an. Der Sound ist gut, auch wenn die Lautstärke voll zwischen Hammer, Amboss und Steigbügel in die Gehörgänge reinknallt.

Mittlerweile im Indie-Mainstream angekommen, schrecken The Robocop Kraus bei den Songs des neuen Albums „Blunders & Mistakes“ auch nicht vor poppigen Passagen zurück. Die Band ist nicht mehr Post-Punk oder Neo-Post-Post-Punk oder Post-Sonstwas, sondern auch eine Menge Pop.

Mal rockig und hektisch treibend, mal klingen sie hymnisch und zuckersüß. Da darf auch eine rotzig-trotzig-schmutzige Ballade nicht fehlen. Und immer wieder werden in guter Punk- und alter Kraus-Manier Parolen skandiert, am eindrucksvollsten bei „You don’t have to shout“, wo die Band das Spiel mit dem zum Mitsingen verdammten Publikum ironisch auf die Spitze treibt.





Ein Gefühl werde ich während des ganzen Abends nicht los: Irgendwie umgibt diese Band – trotz der schweißtreibenden Energieleistung – eine eigenwillige Kühle. Diese durchbricht vor allem der neue Bassist Peter Tiedeken zumindest verbal, indem er über lecker Herpes („Schmeckt süß!“) und Spucken-beim-Singen sinniert und den Bugs-Bunny-Klassiker anstimmt: „Das Publikum war heute wieder wundervoll, und traurig klingt der Schlussakkord in Moll...“.

Insgesamt spielen die Franken sehr solide, sehr gut, wenn auch nicht mehr so rockig wie in der Vergangenheit. Doch nach wie vor haftet ihnen der Nimbus der Livehaftigen an – und das vollkommen zu Recht!

Denn von ihrer Energie haben sie nichts eingebüßt, diese springt ungebremst aufs Publikum über. Manchmal auch mehr: Am Ende gibt Sänger Thomas sogar seine Gitarre ab – und hängt sie im letzten Song einfach dem erstbesten Zuschauer um.









Foto-Galerie: Carolin Buchheim

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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 5
rocks
Mittwoch, 24.10.07 14:39
 

sehr schön, endlich mal wieder ein konzertbericht und nicht nur ne photogalerie wie bei den leuten.
bin immer noch ganz hin und weg von so so modern, das war echt ne geile entdeckung. beeindruckende musik, sehr nette typen und vor allem eine super-präzise live-performance. im vergleich dazu wirkten die robocops trotz aller live-qualitäten halt eher so so solide, aber völlig unspannend. insofern war das beste am robocop-konzert diesmal die entscheidung, diese vorband mit auf tour zu nehmen ;-)

knu
Mittwoch, 24.10.07 17:49
 

großartig wars.
dank 'so so modern' wurden meine erwartungen sogar übertroffen.

LeNik
Mittwoch, 24.10.07 18:54
 

Ja, da kann ich mich rocks nur anschließen: soso modern haben mich sehr beeindruckt, der Schlagzeuger ist einfach nur das Obertier, die Synthies werden gerockt wie sonst was. Und Robocop Kraus, die ich eigentlich sonst ganz gut finde...tja das wirkte wirklich konservativ nach der Nummer von soso modern...
Außerdem echt nette Typen, die sosos, der eine hat mich von sich aus angesprochen und wir haben uns über Urlaub unterhalten.

Leider alles zu laut, mir klingeln jetzt noch die Ohren obwohl ich ganz hinten stand.

günther hetzer
Donnerstag, 25.10.07 09:57
 

robocop kraus entwickeln sich eindeutig in die richtige richtung. mal nicht nur rockige hit-hit-hymnen wie "fake boys", sondern auch wunderbar souliges wie "ease the pain" oder verspieltes wie "gibraltar". hat mir sehr gut gefallen.

creation
Donnerstag, 25.10.07 10:18
 

"Gibraltar" ist für mich aber auch eine Hit-Hit-Hymne "mit verstärktem Ohrwurmcharakter"(so würde es wahrscheinlich im Burger King-Magazin o-ä. stehen).Nur ohne Rock.Tolle Platte jedenfalls. Aber das waren "Tiger","Living with... "& "They think...."ja auch.

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