Die übersehene Sehenswürdigkeit
Auf dem Weg vom Parkhaus zur Shoppingmeile in Andorra La Vella (die Stadt) stehen
Skulpturen, die zwischen unansehnlichen Wohnblocks unter anderem ihre Hintern in die Sonne strecken. Mit Springbrunnen und minimalen Parkanlagen ist hier eine angenehme Erholzone geschaffen worden.
Nachtquartier
In Andorra übernachtet man nicht. Es sei denn, man ist Wanderer, Skifahrer oder hat ein Faible für den Anblick von dutzenden gelben Baukränen über einer grauen Stadt. Wenn man über die gewundenen Bergpässe und Tunnels endlich in La Vella ankommt, empfängt einen der Anblick von vielen kleinen,
grauen Monopoly-Häuschen.
Wer wie die meisten Besucher abends wieder zurück nach Frankreich oder Spanien fährt, muss sich auf
Riesenstau vor der Zollgrenze gefasst machen. Die Tunnel sind empfehlenswerter, auch wenn sie kostenpflichtig sind. Als Deutscher sollte man sich auf die Zollinspektion vorbereiten: Das weiße Nummernschild fällt auf, deshalb sollte man auf keinen Fall mehr als die erlaubte Menge an Alkohol und Zigaretten mitnehmen.
Kaffeepause
In Andorra habe ich bisher kein einziges charmantes Café zum Entspannen gefunden. Dafür sind alle erdenklichen Fast-Food-Ketten vertreten. Die einheimischen Lokale machen keinen einladenden Eindruck. Wenn man sie überhaupt findet.
Notlösung: McDonalds.
Magengrummeln
Zur Auswahl stehen Pizza, Burger oder Hähnchen in den
Fast-Food-Ketten sind dank ausreichender Beschilderung leicht zu finden. Wir waren im Pizza Hut. Die Verkäufer halten mit jedem Kunden, der ihr Kauderwelsch versteht, einen Schwatz.
Einkaufen
Das kann man hier prima und relativ günstig, wegen der entfallenen Steuer auf Alkohol, Zigaretten und Kosmetikprodukte.
Es scheint das ganze Jahr über eine Art
Sommerschlussverkauf zu geben. Jeder noch so teure Markenladen verscherbelt seine Artikel für die Hälfte des Originalpreises.
Günstige und wunderschöne Klamotten für den H&M-Typ gibt es bei der Kette „
Stradivarius“. Besonders die Kollektion vom Vorjahr, nicht unbedingt hässlicher, ist meistens sehr günstig.
Der sehenswerteste Laden ist der
Hyper Centre, ein großer Gemischtwarenladen auf zwei Stockwerken. Hier gibt es fast alles: Von Schuhen, Trainingsanzügen, Kinderspielzeug bis hin zu Bohnensuppe. Für den exzentrischeren Einkäufer gibt es auch kitschige Tischspringbrunnen, leuchtende Totenköpfe, Knarren, Schwerter und Goldhupen. Alles zum Schleuderpreis.

Die meisten Käufer interessieren sich allerdings nur für
Zigaretten und günstigen Alkohol. Die Auswahl ist so groß, dass hier nach Schnapssorten getrennt wird. Allein die Whiskeysorten füllen über zwei Regalreihen.
Ein Highlight ist der Absinth für unter zehn Euro in allen Grün- und Rottönen. Wer Alkohol und Zigaretten in größeren Mengen kauft, erhält kleine Geschenke: Taschen, Feuerzeuge, Rucksäcke und T-Shirts bei den Kippen und extra Gläser und Absinthlöffel beim Schnaps. Über die aktuell erlaubten Mengen, die man zollfrei mitnehmen darf, informiert die offizielle
Andorra-Homepage.
Meet the Locals
An der Kasse, Tanke oder am angesteuerten Schnellrestaurant findet man die braungebrannten Andorraner. Mit Französisch kommt man recht weit, mit Spanisch auch. Englisch versteht kaum jemand, Amtssprache ist
Katalanisch.
Für Romantiker
…ist Andorra wahrscheinlich vor allem
im Winter ein gutes Reiseziel. Im Sommer ist die Fahrt zurück nach Frankreich ein interessantes Naturereignis. Abends schieben sich die Wolken über die Berge und umwabern die ersten andorranischen Kühe. Auf der anderen Seite des Tunnels, also kurz vor und hinter der Grenze, wird man von dichten Wolken empfangen.
Die unglaubliche Pyrenäenlandschaft wird zur Zeit leider von vielen
Baustellen zerstückelt.
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