Was ist iliketotallyloveit?
iliketotallyloveit ist ein Empfehlungsportal. Es funktioniert ganz ähnlich wie die Dienste
Digg und
Yigg. Du hast ein tolles Produkt gesehen? Stell es auf iliketotallyloveit und lass es von den Usern bewerten. Je mehr Bewertungen es bekommt, desto höher steigt es. Der Gedanke dahinter basiert darauf, was James Surowiecki "
The Wisdom of Crowds" (dt. Die Weisheit der Vielen) nannte. Die Gesamtmeinung einer Gruppe, so Surowiecki, sei immer
intelligenter,
als jede
Einzelmeinung.

Und so bewertet die Gruppe bei iliketotallyloveit Produkte wie das
Zombie Escape Plan Journal oder den
transparenten Toaster (auch wenn der leider nur eine Studie ist). Der Popularitätswettbewerb in der Benutzergemeinde entscheidet, ob ein Produkt "loved" ist oder nicht.
Was bringt mir iliketotallyloveit?
Wie viele andere Web 2.0-Anwendungen ist auch iliketotallyloveit vom User-Zuspruch abhängig. Wenn niemand mitmacht, bringt die Site nichts. Wenn allerdings die kritische Menge an Usern überschritten wird, kann man hier tolle Produkte finden, von denen man vorher nichts wusste, geschweige denn, dass man wusste, dass man sie "totally" liebt. Ob man nun auf der Suche nach möglichst individuellen Geschenken oder Sachen für sich selbst ist, wer hier nicht fündig wird, braucht auch nirgendwo anders suchen.
Genauso kann man hier die Öffentlichkeit auf Produkte aufmerksam machen, die einem selbst ins Auge gefallen sind oder die man selbst verkaufen will. Ein Link zum Web-Shop ist immer integriert. Auch
ein Bild und eine kurze Beschreibung sind vorhanden.
Wer steckt hinter iliketotallyloveit?

Gegründet wurde iliketotallyloveit im Dezember 2006 von vier Bremer Studenten:
Martin Albrecht (26, Informatik),
Till Backhaus (26, Informatik, Foto),
Malte Gösche (27, Amerikanistik),
Silke Jahn (27, Digitale Medien).
"Die Idee kam relativ spontan aus der Überlegung, dass es wohl dazu gehört ein DotCom zu gründen, wenn man mit dem Studium fertig wird. Wir haben uns dann im Dezember zwei Wochen an die Umsetzung gesetzt und sind noch im Dezember, kurz vor Weihnachten, online gegangen", sagt Till Backhaus. Man habe sich bewusst für den englischsprachigen Markt entschieden, weil dieser größer sei.
"Unsere Erfahrungen mit dem Web 2.0 waren eher minimal als wir die Idee zu dem Projekt hatten. Natürlich hatten wir alle Umgang damit als Nutzer, aber das nicht einmal sehr intensiv.
Im Grunde war unsere Gründung daher ein Schuss ins Blaue." Aber da alle in der Endphase des Studiums stecken, besteht auch (noch) kein Erfolgszwang. "Man lernt dabei eine Menge", so Malte Gösche gegenüber
Kapitalismus.de, "und mögliche Investoren werden von der Eigenständigkeit sicher alles andere als abgeschreckt."
Wie erfolgreich ist die Seite?
Da iliketotallyloveit
vornehmlich auf den englischsprachigen Markt setzt, kommt ein Großteil der User auch aus Großbritannien und den USA. Die Zahlen sind dabei schwankend und hängen davon ab, wo gerade über das Unternehmen berichtet wird. "Bis vor kurzen wurden wir in Deutschland eher nicht beachtet und hatten entsprechend wenige deutsche Nutzer, seitdem wir aber auch hier besprochen werden, steigen die deutschen Nutzer im Verhältnis etwa zu den amerikanischen."
Wie will iliketotallyloveit Geld verdienen?
Derzeit verdient iliketotallyloveit nur über Werbeanzeigen Geld. Die Gedanken zu anderweitiger Finanzierung sind noch nicht sehr weit gediehen. "Erst einmal geht es darum", so Backhaus, "eine solide Basis aufzubauen, bei der die Nutzer auch in der Zukunft im Vordergrund stehen. Allerdings bewegen wir uns mit Produktempfehlungen in einem sehr werbefreundlichen Umfeld, das viele Möglichkeiten zur Refinanzierung bietet."
Wer sind die Vorbilder?
Von der Idee her ist eindeutig
Digg das Vorbild. Allerdings wird mit iliketotallyloveit das Konzept erstmals auf den Social-Shopping-Bereich übertragen.
Wer sind die Konkurrenten?
Die Zahl der Social-Shopping-Seiten ist inzwischen nur noch schwer zu überschauen, und irgendwie sind sie alle Konkurrenten von iliketotallyloveit, seien das nun die ähnlichen
Buzzfever oder
Wists, oder
edelight und
shoppero für den deutschsprachigen Raum. Letzteres ist eine Art Qype für Shopping.
Wo hakt es noch?
Wie schon erwähnt, ist iliketotallyloveit von den
Usern abhängig. Wenn die User keine Artikel einstellen, die andere User bewerten, oder wenn die eingestellten Artikel nicht bewertet werden, kann iliketotallyloveit einpacken. Derzeit sieht es aber ganz gut aus, auch wenn die Gruppe der
Stammuser noch nicht riesig zu sein scheint.
Wie geht es weiter?
Vorerst geht es darum, eine solide Basis an Usern aufzubauen. Auch steht die Überlegung im Raum, mit einem deutschen Ableger an den Start zu gehen. "Unser Service soll
übersichtlich, unaufdringlich und transparent sein ohne an Witz oder Charme einzubüßen. In fünf Jahren", meint Backhaus mit einem Augenzwinkern, "wollen wir dann das führende Portal für Produktempfehlungen sein. Wenn es soweit ist, kaufen wir zuerst Google und dann Microsoft." Dann können wir über die beiden auch endlich sagen: "I like totally love it!"
fudder-Serie: Das deutsche Web 2.0