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Juli im Juli

Wer die hessische Gruppe Juli mag, hat am Samstagabend auf dem ZMF genau das bekommen, was er erwartet hat. Ein schönes Popkonzert. Wer Juli nicht mag, hat ebenda genau das bekommen, was er befürchtet hat. Ein belangloses Popkonzert. So einfach ist das. Oder?

Juli

Die Intromusik, die um kurz vor Neun vom Band erklingt, ist eine ziemlich große Nummer im Referenzsystem Pop. "A Day in the Life", von den Songschreibern Lennon / McCartney. Um 21 Uhr bemuttern Juli dann die Bühne in der Absicht, dem Beatlesklassiker zumindest thematisch eine aktuell-zeitlose Fortführung zu verpassen. Aus einem Tag im Leben wird "Dieses Leben", das Sängerin Eva Briegel, 28, liebt.

Es bleibt als positiv zu vermerken, dass Juli, die großen Einer von der Lahn, den Set mit einem ausgewiesenen Midtemposchlepper eröffnen. Da ist man von den Genrekollegen Silbermond wesentlich Schlimmeres gewöhnt, nämlich Winkanimation und aufdringliche "Lasst uns mal richtig abrocken"-Opener. Nein, das julianische Motto heißt "Ich liebe dieses Leben", und zwar schön langsam.

Juli

Auf der Bühne des gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Zirkuszelts stehen vier junge Männer und eine junge Dame, die zwei Alben veröffentlicht und Formatradio-Hits für eine halbe Stunde komponiert haben. Es ist solide hingedrechselter Emotionspop, tauglich für Abitursfeiern ("Geile Zeit"), Tor-des-Monats-Filmchen der Sportschau ("Warum"), Nachmittagslöcher im Büro ("Perfekte Welle") und Zusammenkommen nach dem dritten Schlußmachen oder umgekehrt ("Tränenschwer").

Juli

Natürlich haben diejenigen, die sagen, sie hören "eher Indie und so" ihre Vorbehalte gegen die Band. Mögliche Gründe: Julimusik ist Musik ohne Spannungen, ohne Brüche, ohne Hunger, ohne Überraschung; Julimusik ist rund aber abgeschliffen, traurig aber nicht verzweifelt, fröhlich aber nicht überdreht, rockig aber nicht schmerzhaft. Juli trifft stets die Mitte.

Nun, auch das ist eine Kunst. Man liegt jedenfalls nie ganz daneben. Und so erklärt sich auch das weite Feld der Zuhörer. Eine 17jährige im Schmuse-Würgegriff von hinten (Freund), der Papa mit der Kleinen auf seinen Schultern, überhaupt all diejenigen, denen Mia. schon "zu abgedreht" ist.

Juli

Zumindest die kurz gestreuten Ansagen der Frontfrau im Tutu lassen auf Selbstbewusstsein schließen. "Es macht uns stolz, dass dieses Lied weiterlebt. Denn das ist es, was einen Klassiker ausmacht", vermutet Briegel im Vorfeld der "Geilen Zeit". Im Zugabeteil datscht sie gegen sechs überdimensionierte, weiße Luftballons, die dann vom verzückten Auditorium hochgehalten werden.

Ein schönes Bild und ein erwartbares. Jeder Ballon ein Julilied. Songs, mit Luft aufgeblasen, luftig und leicht. Jeder Ballon ist gleichweiß und auch die Akkordfolgen der Gitarristen Pfetzing und Triebel wiederholen sich.

Juli

Es muss solche Bands geben wie Juli. Weil The Robocop Kraus nie einen Refrain komponieren werden, den jeder auf der Klassenabschlussfahrt in Lloret de Mar in die Großraumdisse brüllen kann; weil irgendjemand die Mitte ausloten soll; weil es jemanden geben muss, der jeden berührt. Und wenn es auch nur ganz kurz ist.







[Ein großes Dankeschön für die Fotos an Stefan Renz.]


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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 32
sense
Montag, 16.07.07 14:36
 

das soll grimme-preis-journalismus sein? objektiv ist anders!

alex
Montag, 16.07.07 14:54
 

tschuldigung david,

aber wer frägt dich hier nach deinem persönlichen musikgeschmack...? ich hör juli auch nicht gern oder halt mal trallala-weiße im radio, aber mit so nem artikel schlägst du allen fans vor den kopf...und die breite masse hört wohl eher juli als the robokop kraus, auch wenn die jungs das auditorium letztes jahr zum kochen gebracht haben....

sickofit
Montag, 16.07.07 15:07
 

??? Wieso muss Journalismus objektiv sein?!?
Wenn es langweilig/oberflächlich war (was übrigens auch zu erwarten war) dann is es halt so.
Also ich fand den Bericht ok.

Stefan
Montag, 16.07.07 15:10
 

Leider nicht ganz objektiv gesehen... ein bisschen schade, denn ich mag Juli eigentlich, sehr. War doch ein bisschen vor den Kopf gestoßen eben. Fotos sind mir aber durchaus gelungen. Hätte nach dem Konzert nicht so gut damit gerechnet... :-)

david (fudder)
Montag, 16.07.07 15:36
 

@ sense

was ist objektiv? ein großes wort. aber erklär mal, grimmegrantler.

@ alex

wo steht etwas über meinen "persönlichen musikgeschmack"? nun ja, ge"frägt" hat mich niemand, also habe ich auch nichts darüber geschrieben.

heiks
Montag, 16.07.07 15:53
 

Seit wann sind denn Rezensionen objektiv???
Leute, die sich auf die Bühne stellen müssen ganz klar mit ihren Unzulänglichkeiten konforntiert werden dürfen, das hat doch mit Fairness nichts zu tun. Aber auch hier mögen's die Juli-Fans wohl eher lauwarm... Her mit gut geschriebener Polemik! Das war mir der Artikel noch viel zu zaghaft.

MIc
Montag, 16.07.07 16:00
 

Gefällt mir der Bericht. Tip Top...

goliath
Montag, 16.07.07 16:08
 

objektiv: jede band bekommt den bericht, den sie verdient ;-)

alex
Montag, 16.07.07 16:27
 

david, verzeih mir bitte meinen schreibfehler bzw. dass ich die dialektform von fragen benutzt habe...i´m so sorry..aber umgangssprachlich kann sowas schon mal vorkommen,

doch dass juli nicht zu deinen lieblingsbands zählt, ist ja de facto kaum zu überlesen...fudder-redakteure treiben sich zumeist auf irgendwelchen indie/rockkonzerten rum, siehe deine anspielung auf "trk". einige feststellungen wie..."Juli trifft stets die Mitte".. wirken im textzusammenhang einfach latent abwertend, da du offensichtlich bands wie trk mehr zu schätzen weißt, was ja auch ok und wohl schon deinem persönlichem musikgeschmack beizuordnen ist. du kritisierst hier halt aber nicht mal eben nur die band, sondern du gibst ein konkretes statement ab, indem du mal ganz nebenbei sämtliche juli-fans abwatscht..das ist das problem, das ich mit deinem artikel habe...da erwarte ich eurerseits einfach mehr objektivität...es könnten halt auch ein paar juli-fans unter den fudder-lesern sein und zack, haste einen leser weniger.....setze den begriff "Kommentar" über deinen artikel und die welt sieht schon wieder ganz anders aus...oder täusch ich mich!

goliath
Montag, 16.07.07 16:31
 

und von einem juli-fan als leser weniger, geht dann gleich die welt der mitte unter oder wie? was belanglos ist, sollte man auch als solches beschreiben. und wer wegen einer negativ-kritik zu seiner band gleich eingeschnappt ist, dem ist eh nicht zu helfen.

_alex_
Montag, 16.07.07 16:36
 

Was ist Objektivität - eine kleine Nachhilfe für einen fudder-redakteur, der in der Schule nicht aufgepasst haben:

-----------------------------------------------------------------------
Objektivität ist eine Eigenschaft, die der Haltung eines Beobachters oder der Beschreibung einer Sache oder eines Ereignisses zugeschrieben werden kann.

Im Fall der Beschreibung bezeichnet Objektivität die Übereinstimmung mit der Sache oder dem Ereignis "ohne eine Wertung oder subjektive Verzerrung", im Fall des Beobachters das erfolgreiche Bemühen um eine solche Übereinstimmung.


so lieber david, keine großes wort, sondern sehr einfach und zudem kurz und bündig genug für dich auf den punkt gebracht, dass du dir das merken kannst...

sense
Montag, 16.07.07 16:37
 

@david:
das große Wort erklärt Wikipedia ganz gut:
objektiv steht als Adjektiv für:
* unvoreingenommen, nicht von Gefühlen und Vorurteilen bestimmt, siehe Objektivität
* gegenständlich, wirklich, tatsächlich; unabhängig vom einem Subjekt und dessen Bewusstsein existierend,

in dem Fall bist Du, David, das Subjekt, also mach Dich mal unabhängig!
Meine subjektive Meinung: selber Grantler!
Ansonsten kann ich alex Aussagen unterschreiben, wenn man mich frägen sollte. Äh, fragen natürlich. Mensch ...

_alex_
Montag, 16.07.07 16:37
 

@goliath

die belangenlose mitte stellt die mehrheit in deutschland...vergiss das niemals in einer demokratie...

david (fudder)
Montag, 16.07.07 16:51
 

@ alex


es liegt nicht in meinem interesse, juli-fans abzuwatschen und ich sehe auch nicht, dass ich dies im artikel getan haben soll. tatsächlich beschreibe ich exemplarisch einige besucher des konzerts - um eben die heterogenität des auditoriums zu veranschaulichen.

"Juli trifft stets die Mitte" etc - was ist daran "latent abwertend"? Ich habe versucht, dieses Urteil zu begründen und zu diesem stehe ich nach wie vor. Juli ist für mich eine Konsensband, die die Extreme meidet. Emotional, musikalisch, von der Performance her. Ein handwerklich solide gemachtes Mittelding.

Und: Du kannst doch nicht eine Konzertrezension schreiben wie eine Nachricht. Eine Konzertkritik beinhaltet per definitionem eigene Meinung, also Kommentar.

ich verschwinde...

david (fudder)
Montag, 16.07.07 17:06
 

@ sense & alex

danke auch für euren eifrigen nachhilfeunterricht in sachen objektivität. leider ist das thema in der praxis nicht ganz so einfach, wie es auf wiki steht. nur zwei stichworte: intersubjektivität, konstruktivismus etc.

manchmal reicht es aber auch, sich ein gemälde von rené magritte anzuschauen.

nun ja, vielleicht sollte ich nach dem nächsten juli-gig doch einfach 100 besucher nach ihrer meinung befragen.

1: War geil, weil sie die perfekte welle gespielt haben

2: war scheiße, weil die eva das publikum zuviel hat singen lassen bei der "perfekten welle"

3: der schlagzeuger sah geil aus

4: nicht so gut wie mia.

5: zu wenig lieder vom ersten album

6: zu kurz

7: zu laut

8: geil

9: cool, voll heiß da drin

10: war scheiße, weil die sängerin zu wenig persönliches gesagt hat zwischen den liedern

11: die getränke waren zu teuer, blöd

12: geile party

13: zu kurz gespielt

14: habs ende net mitgekriegt, musst auf die letzte bahn

15: so ähnlich wie silbermond, aber doch irgendwie anders

16: der bass war zu laut, ansonsten fand ich des eine, was grad immer im radio kommt, voll gut, des: "...dedede...dieses leben, ich liebe dieses leben...dedede, voll der ohrwurm..."

usw.

Guenther_Metzger
Montag, 16.07.07 17:11
 

Vielleicht sollte man in Zukunft vor jeden Bericht ein "factsheet" stellen.... :-)

So etwa in der Art:

1. Preis
2. Dauer des Konzerts
3. Setlist
4. eventuelle Unterschiede zwischen Live-Version und Konserve
5. Anzahl der Besucher
6. Alter der Besucher
7. Zahlenverhältnis weibliche/männliche Besucher
8. Dezibelzahlen (Durchschnitt pro Lied)
9. Getränkepreis
10. Durchschnittliche Dauer beim Anstegen für's Bier
11. Zitate der Ansagen

....

wiebke
Montag, 16.07.07 18:19
 

ich find das sehr gut wenn hier auf fudderauch mal was subjektives geschrieben wird. ich finde es echt langweilig wenn man immer nur bemüht ist an allem etwas gutes zu finden. ich fordere mehr (ausgewiesene) subjektivität auf fudder!

Mr. T
Montag, 16.07.07 19:05
 

Spitzen Bericht! Etwas quer, kein nüchterner Einheitsjournalismus und nebenbei genau meine Meinung.
Grimme-Preis olé!

cms
Montag, 16.07.07 19:19
 

@ david:

Ich hab den Bericht heute Mittag schon gelesen und war grad über die Kommentare überrascht. Ist es nicht Konsens, dass eine Konzertkritik subjektiv geschrieben ist? Es geht um die Übermittlung von Eindrücken, die man gesammelt hat. Und die sind immer subjektiv. So etwas wie Objektivität ist sowieso ein leiser Traum und schwerlich umzusetzen.

Wobei Du noch recht objektiv geblieben bist und Dich nicht über die Texte von Juli ausgelassen hast, die immer wieder versuchen, geistreich und poetisch zu sein, aber daran in munterer Regelmäßigkeit scheitern. Juli ist nicht nur die Band der Mitte, sondern auch die Band, die sich tunlichst an der Oberfläche aufhält. Nun, schon Oscar Wilde bemerkte, dass, wer darunter gehe, das auf eigene Gefahr tue. Nun, Juli kommen aus Giessen, und wer die Stadt kennt weiß, dass es dort schon die Oberfläche nicht besichtigenswert ist. Was darunter ist, möchte man sich nicht ausmalen. Spötter behaupten, das schöne an Giessen sei Marburg. Schöne Grüße von ebd.!

Zur Spamvermeidung: naive - irgendwie passend...

Heiks
Montag, 16.07.07 19:28
 

Ja halt ich's aus?? Jetzt geht hier tatsächlich die Wortklauberei los! Mensch freut euch, dass jemand mal sch... nennt was sch... ist. Sollen halt Juli-Fans entsprechend scharfzüngig kontern. Mein Gott, sind wir hier im Streichelzoo oder was?

Froopi
Montag, 16.07.07 19:33
 

ich finde ihr zieht das ganze inzwischen fast nur noch ins lächerliche.

aus, aus, aus. das spiel ist aus.

DerOnkel
Montag, 16.07.07 23:48
 

Juli ist so brunslangweilig und austauschbar, da könnt ihr noch froh sein über so eine milde Kritik...

alex
Montag, 16.07.07 23:58
 

ich dachte immer, dass fudder für alle bürger der region freiburg eine online-plattform darstellen wollte...mit solchen aussagen beschneidest du euern anspruch in meinen augen halt mal gewaltig...wärst du jetzt musikredakteur beim intro oder der spex, könnt ich einen solchen "konzertkommentar" ja noch verstehen, aber hier denke ich einfach, ist das urteil gegenüber der masse unangebracht...naja, auf einen nenner werden wir wohl auch nicht mehr kommen...meinen wissenschaftlich ausgearbeiteten besucher- und konzertkritikbogen sende ich dir dann morgen zu...:-)

Grimm
Dienstag, 17.07.07 09:52
 

Ich muß zugeben, daß ich den Artikel unpassend fand. Der Bericht wirkte eher wie eine Kritik an der Band Juli als an dem Konzert der Band. Ich vermute, daß du den Artikel auch ohne Besuch des Konzertes hättest schreiben können (bis auf die Betrachtung der Besucher), weil du deine Meinung schon gebildet hattest. Damit habe ich kein Problem - die Band ist auch nicht mein Ding - aber vielleicht sollte das nächste mal jemand hingeschickt werden, der die Musik zumindest halbwegs erträglich findet. Dann wird vielleicht aus dem Artikel tatsächlich eine Konzertkritik und nicht eine Bandkritik.

noch \'n bericht.
Dienstag, 17.07.07 13:23
 

Objektiver aber auch mit gerechtfertigter Kritik drin!

http://www.regiomusik.de/bandverzeichnis/pop-uebersicht/konzerte/gesehen-juli-zmf.html

martin
Donnerstag, 19.07.07 01:10
 

Hi David.

Wird scharf geschossen hier. Die Mitte scheint ja sowas wie ein Schimpfwort zu sein.

Ich fand Deinen Konzertbericht wirklich gut. Er war wohlwollend und kritisch zugleich. Das ist Fairness.

Kann man darin sehen das Teile aus beiden "Lagern" sich von Dir auf den Schlips getreten fühlen.

Daß Du dammit den Juli- Kritikern zu schlaff, den Juli- "Fans" zu kritisch bist, ist der Preis Deiner Fairness. Denn die Wahrheit liegt ja oft zwischen den Stühlen...

Bei der Mukke, die Juli machen, konnten die wohl kaum davon ausgehen, daß sie im Indiesegment landen würden.

Da ich früher mit denen zusammen musizierte und weiß, auf welche Musik die "privat" abfahren, glaube ich daß genau das ihnen manchmal zu schaffen macht.


Aber: wer Lotto spielt muss wohl mit dem Hauptgewinn rechnen.


Ich finde, Du solltest weiter für fudder schreiben.


Gruß, Martin

Reinhold
Freitag, 20.07.07 19:44
 

Ja, ist ja eh bald August, dann hat sichs ja auch mit dem Juli Forum um um

Es ist doch immer wieder lustig drein zuschauen, was in solch einem Internetforum geschrieben wird. Die Leserbriefe der Neuzeit, Cyberbriefe, mit direkter Kritik und Diskussionen zwischen den Lesern und dem Autor des Artikels.
Artikel sind immer subjektiv, dass weiß doch jeder und das ist auch gut so sonst bräuchte der Autor auch nicht zu schreiben.

Genauso wie einige Forumsbeiträge...

Ich jedenfalls finde Juli eine recht durchschnittliche Pop-Band und für´s ZMF, genau das richtige. Sie machen ihren Job gut und mehr auch nicht. Durchschnitt eben. Ziggy Marley Durchschnitt oder würde sich jemand für diesen Herren interessieren wenn er Ziggy Miller hieße?Ian Anderson...Jan Delay...

Was mich ein bisschen nervt ist das ZMF allgemein. Man erinnert sich ja noch an das Schild "Kulturmetropole Freiburg", da musste ich ja erst mal schlucken als ich das sah.

Das ZMF ist meines Erachtens KEINE Kultur Metropole und Freiburg schon gar nicht. Allein damals dieses Schild aufzustellen, das zeigt doch wieder die Überheblichkeit der ZMF-Veranstalter. Nach dem Motto: große Acts buchen ein bisschen Rahmenprogramm mit Firlefanz und schon sind wir dabei.Ja und die Stadt bzw wir Bürger finanzieren das Fest mit.
Selbst die Feuerschow und der Clown darf nach seiner Vorstellung um Geld betteln. Ist das nicht toll. Welche Vielfalt hat das ZMF. Schade das es mit dem 90.000€ Geldsegen vom Land für´s Jubiläum geklappt hat.
Mit gerade mal 0€ ist das Management dieses Jahr rausgekommen wie im "AmSonntag" letztlich zu lesen war. "Tolle Leistung!" für ein kommerzielles Festival seiner Art.
Welches von Sponsoren nur so überhäuft ist. Sonst hätten die Veranstalter möglicherweise auch noch was dabei verdient.
Was am schlimmsten ist sind die Preise denn die Mitte und die Anderen zahlts, mit nem Eintrittspreis für Juli von Schätzung: 20-25€ noch drauf. Na Danke. Bei den anderen Hauptacts siehts ja bestimmt nicht besser aus.

Dieses Festival soll eine breite Masse ansprechen und mit solch einem Juli-Publikum tut sie das auch. "Schöööön!" Leider nur, dass das ganze Programm wie aus der Retorte gestampft ist.
Nichts wirklich Innovatives ist und es eigentlich schade ist, dass die Stadt und die Sponsoren an einem solchen Festival überhaupt festhalten.

Das sieht man ja, wo es sich mit den neuen Management hinbegibt. Die Mitte ist und wird angesprochen und ist auch nicht weniger schlecht als die anderen.
Jedenfalls ist das ZMF kulturell, dieses Jahr ein sehr schwaches Festival gewesen, vergleicht man es mit anderen in seiner Größe.
Um noch mal auf Juli zurück zu kommen, find ich gut das die dort gespielt haben und es nicht grammelt voll war, denn dann werden sich Veranstalter und Co vielleicht doch mal was neues ausdenken, müssen. Vielleicht ein Juli-Combo Act mit Mia. Ja dann könnten die doch mal gegen oder miteinander spielen. Was für ein Gaudi wäre das denn dann schau ichs mir auch an.

Andererseits gibt es soooo viele musikalisch gute Acts,vor allem neue Acts, da braucht man keinen Ian Anderson, Goran Bregovic.... die immer noch die gleichen Hits wie damals spielen, aber mit diesem Management und der damit verbundenen Einstellung der Macher muss man wohl leben oder einfach nicht hingehen. Was nicht wenige Leute einschl mir, der hiesigen Musikszene auch mitlerweile tun.
Die Musikszene aus der Region wird ausgenommen wo es nur geht spricht sich in Kreisen rum lbei live acts wie auch bei DJ´s.
Juli ist Juli bleibt Juli hoffentlich kommen sie nächstes Jahr wieder mit Mia.
Dann schau ich´s mir für 30€ auch mal an.

Also weiter so Fudder machts klar und schreibt schön weiter. Artikel sollen kritisch und subjektiv sein, Austausch soll stattfinden. Wir brauchen keine "Heile-Welt-Artikel". Kritik ist das was uns am Leben und Lernen hält, so lange sie konstruktiv ist.

und damit schließe ich meine Ausführungen

Tschau Euer Reinhold


heiks
Mittwoch, 25.07.07 16:34
 

Reinhold, du sprichst mir aus dem Herzen!

Sandra
Montag, 06.08.07 15:02
 

@cms
"Wobei Du noch recht objektiv geblieben bist und Dich nicht über die Texte von Juli ausgelassen hast, die immer wieder versuchen, geistreich und poetisch zu sein, aber daran in munterer Regelmäßigkeit scheitern. Juli ist nicht nur die Band der Mitte, sondern auch die Band, die sich tunlichst an der Oberfläche aufhält. "

Auch wenn dir die Texte von Juli wenig geistreich und poetisch erscheinen, gibt es (viele) Menschen, die sich durch ihre Texte angesprochen fühlen. Ich für meinen Teil finde ihre Texte nicht so sinnentleert wie die anderer deutschen Bands und Künstlern.
Die Texte sind für jeden verständlich ohne großes Wischi Waschi Kitsch Geseier. Die Texte sind so normal wie die Band sich präsentiert. Und so normal, dass viele Menschen sich darin wiederfinden können.
Das Juli als "Mittelding" bezeichnet werden ist für mich ein Zeichen dafür, dass man sie in keine Schublade packen kann und das ist auch so gewollt. Das hat denke ich nichts damit zu tun, dass sie sich nicht trauen sich musikalisch mal in ein anderes Extrem vorzuwagen. Meine Auffassung dazu: Sie bleiben sich treu. Juli Style halt. Ihr Erfolg und ihre wachsende Fangemeinde geben ihnen recht. Irgendwann werden sich vielleicht noch auch noch die heimlichen Juli Hörer als solche outen.

Sascha
Mittwoch, 19.09.07 13:22
 

Steht die Deutschrock-Band Juli auf der Bühne, dann vergeht die Zeit leider nicht. Metapher reiht sich an Metapher, billige Harmonie an billige Harmonie. “Du nimmst mir das Licht, ob du willst oder nicht.” Singen die das wirklich? Es rumpelt, dröhnt, nervt.

Gute Livemusik klingt anders, vor allem verglichen mit dem pubertären Mauerblümchengedudel von Juli. Ich war auch etwas geschockt über die schlechte Band und den lausig schiefen Gesang der Sängerin. Da mussten die im Studio aber ganz schön tricksen.

Auf CD alles O.K. aber live - ohjeee!

Sascha

Yoscha
Donnerstag, 27.09.07 11:57
 

HI,

wir waren in Berlin bei der IFA und haben mit Juli ein Interview gemacht.

Wenn Du Lust es zu sehen, gucke unter www.yosch.net.

Es ist natürlich kostenlos!

alsdp
Mittwoch, 17.09.08 13:41
 

@sascha

Deine Meinung/Wahrnehmung kann ich so gar nicht teilen. War im Juni '07 mit Freunden auf der MTV Campus Invasion in Marburg. Fand Juli Live sehr gut. Bei "Dieses Leben" war der allgemeine Eindruck, dass es sich anhört wie mans ausm Radio kennt. An der Stimme gabs absolut nichts auszusetzen. Die war super (natürlich Geschmackssache) Und die männlichen Bandmitglieder verstehen auch ihr "Handwerk". Also "handwerklich" verstehen alle in der Band ihren Job.
Dass Lied aus dem Du (falsch) zitierst heißt: "Du nimmst mir die Sicht" (..du nimmst mir das Licht, ob Du's willst oder nicht). Auf dem Konzert ging das voll ab - das rockte. Da hatte mich der Text noch nicht so interessiert, aber später. Hab mir das Album mal geliehen (später gekauft - legal:-). Der Text des Liedes ist super, auch wenn dieser einfache Reim Sicht/Licht erstmal als "seicht" daherkommt - wichtiger ist was damit ausgedrückt werden soll. Es passt einfach an dieser Stelle.

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