Wo kann man in Freiburg saunieren?
- In den meisten öffentlichen Freiburger Bädern gibt es zwei kleine Saunen, eine gemischte und eine Damensauna, in der kein Aufguss durchgeführt wird (so dass faktisch Geschlechtertrennung herrscht).
- Im Faulerbad gibt es eine größere gemischte Sauna (außer dienstag Damen-, Donnerstag Herrensauna), in der jede halbe Stunde ein Aufguss stattfindet. Der Eintrittspreis (Studenten) beträgt 2,20 Euro für das Bad und 4,50 Euro für die Sauna.
- Im Eugen-Keidel-Bad im südlichen Mooswald kann man eine komplette Saunalandschaft mit einem türkischen Dampfbad und einer Sauna am See genießen. Es bietet außerdem verschiedene Mineralbäder, ein römisch-irisches Dampfbecken, Kneippbecken, Liegewiesen und eine Fitnessebene. Dementsprechend kosten vier Stunden Thermalbad und Sauna für Studenten 15 €.
- Im Waldkurbad am Möslepark bietet eine Blockhaus- und eine Erdsauna, einen Dampfbadetempel, und natürlich einen Massage- und einen Ruheraum sowie einen eigenen Frauenbereich. Der Eintritt kostet zwischen 6.50 und 16.50 Euro. Studenten erhalten eine Ermäßigung von zwei Euro und zusätzlich fünf Prozent, wenn Sie nicht alleine kommen.
Eine komplette Auflistung der oben genannten Bäder mit Adresse, Ausstattung, und Öffnungszeiten gibt's
hier. Eine noch umfangreichere Auswahl an Saunabädern in Freiburg und Umgebung gibt es bei
Saunasauna.de.
Übrigens: In Freiburg gibt es auch eine
Gaysauna.
Selbstbeschreibung: „Unsere Gäste setzen sich aus allen Altersschichten zusammen und Mann findet bei uns was Mann finden möchte. Ob jung oder älter, ob muskulös oder Bär, jeder ist bei uns herzlichst willkommen und soll sich bei uns wohlfühlen.“
Adressen und Öffnungszeiten:
Wie wirkt die Sauna auf den Körper?
Die Aufheizphase:
Durch das Holz wird in der Sauna Wärme auf den Körper übertragen. Wenn wir die Saunakabine mit einer Temperatur von 85 - 100 Grad betreten, muss sich der Körper an eine
Temperaturdifferenz von 60 Grad anpassen! Der Körper meldet Hitzealarm und tut alles, um die ansteigende Körpertemperatur (kurzfristig auf 38,5 Grad) zu drosseln. Die Haut heizt sich nach wenigen Minuten auf
42 Grad auf! Da Blut ein ausgezeichneter Wärmeleiter ist, weiten sich die Blutgefäße, um die Wärme abzugeben:
Wir beginnen zu schwitzen. Zwei Millionen Schweißdrüsen produzieren eine „Kühlflüssigkeit“ – bei drei Saunagängen verliert man bis zu
einem Liter Wasser! Da der Schweiß zuerst verdunstet, entstehen erst nach einiger Zeit kleine Tröpfchen. Das Wasser holt sich der Körper aus dem Blut – und muss deswegen die Leistung des Kreislaufs (Herzfrequenz und Durchblutung) drastisch erhöhen: Die
Durchblutung der Haut steigert sich von 0,5 Liter auf 7 Liter pro Minute.
Die
Herzfrequenz steigt von etwa 60 auf 100 Schläge pro Minute. Regelmäßiges Saunieren trainiert die Gefäße und erhöht die Immunabwehr, ist aber für den Körper auch sehr anstrengend. Wer bereits erkältet ist, sollte seinen Körper nicht zusätzlich mit der Hitze belasten.
Die Abkühlphase

Zuerst einmal ab an die frische Luft und tief durchatmen, um das Sauerstoffdefizit der dünnen Saunaluft auszugleichen. Dann unter die kalte Dusche - auch hier gilt: Lieber kurz und heftig, als langsam und lau! Die Mutigen wagen sich ins Tauchbecken (Menschen mit Bluthochdruck ist davon allerdings abzuraten, da kaltes Wasser den Blutdruck zusätzlich in die Höhe treibt). Da unser Körper im Wasser 20 Mal mehr Wärme abgibt als an der Luft, ist Kühlung durch Wasser unerlässlich. Keinesfalls sollte man sich nach dem Saunagang in ein wohl temperiertes Schwimmbecken begeben – der Kältereiz wäre nicht ausreichend und würde das notwendige Abkühlen des Körpers verhindern!
Die Regenerationsphase (am besten mit Fußbad):

Nach dem Saunabad sollte man mindestens 20 Minuten ruhen. Das Fußbad (knöcheltief bei 40 Grad) rundet als unerlässlicher Bestandteil den Saunagang ab. Leider wird die positive Wirkung viel zu oft unterschätzt. Das Fußbad unterstützt paradoxerweise die Abkühlphase, indem es hilft, die Körpertemperatur wieder zu normalisieren. Denn in der Sauna haben sich die Blutgefäße geweitet, um Wärme abzugeben. Durch das kalte Wasser werden sie verengt, damit der Körper nicht auskühlt. Das Fußbad steuert dem entgegen und bewirkt, dass die Blutgefäße sich wieder normal weiten und die im Körper verbliebene Restwärme abgeleitet werden kann.
Der
Aufguss wird bei den Finnen „Gluthauch“ (Löyly) genannt. Man gießt mehrere Kellen Wasser mit Duftöl versehen auf die etwa 300 Grad heißen Ofensteine. Der dabei entstehende Wasserdampf wird durch Wedeln mit dem Handtuch verteilt und schlägt einem als heißer Gluthauch auf die Haut. In Finnland ist noch das
Quästen üblich. Mit zusammengebundenen Birkenzweigen („Quast“) schlägt man sich auf den Rücken, um die Durchblutung zu fördern. Weil dabei Blätter und Schweiß durch die Sauna wirbeln, hat sich das Quästen in Deutschland nicht durchgesetzt.
Richtig Saunieren:
- „Trink auf die Sauna“ (finnisches Sprichwort): Spätestens bis eine Stunde vor der Sauna und (einige Zeit danach) viel trinken, aber nicht währenddessen! Durch das Schwitzen werden Giftstoffe ausgeschieden. Trinkt man zwischen den Saunagängen, ginge der Effekt der Entschlackung verloren, da man nur das getrunkene Wasser, nicht aber die Giftstoffe, herausschwitzt.
- Auf einer Temperaturzone bleiben. Das erreicht man am besten, indem man sich hinlegt. Mindestens zwei Minuten aufrecht sitzen, bevor man aufsteht. eim Sitzen sollte man die Beine an den Körper ziehen, anstatt sie hinunter hängen zu lassen.
- Reinigung vor der Sauna. Vorher ausgiebig duschen und den Körper von Schweiß und alten Körperschuppen reinigen. Auch ein Peeling kann nicht schaden. Danach gut abtrocknen! Nasse Haut verzögert nämlich den Schwitzvorgang, da das Wasser auf der Haut erst verdunsten muss!
- Lieber kurz und heiß (5-8 Minuten auf der oberen Bank) als lang und warm.
Was man nicht tun sollte:- Abgehetzt, hungrig, übersättigt, alkoholisiert oder krank in die Sauna gehen
- Vor dem Saunieren kalt duschen bzw. nach der Sauna warm duschen
- Nach der Sauna in den Swimmingpool gehen (ohne sich abzukühlen)
- Die Sauna nass betreten (verzögert das Schwitzen)
- Während dem Saunieren trinken (verhindert Entschlackung)
- In der Sauna Badekleidung tragen (absorbieren den Schweiß am Körper und können Hitzestau verursachen, außerdem halten viele Kunststoffe der hohen Temperatur nicht stand und können Hautreizungen hervorrufen)
- Nur auf der unteren Bank sitzen
- Länger als 15 Minuten in der Sauna bleiben
- Ohne Saunahandtuch auf der Bank sitzen oder liegen
- Mehr als drei Saunagänge an einem Tag machen
- Während des Schwitzens schlafen
- Keine Pause zwischen den Saunagängen machen
- Nach der Abkühlphase unbekleidet ausruhen (Gefahr der Auskühlung)
- Auf ein warmes Fußbad verzichten
Eine kurze Geschichte der Sauna-vom Erdloch zur Blockhaushütte
Ein finnisches Sprichwort sagt: Wenn dich Sauna, Schnaps und Teer nicht heilen, dann führt die Krankheit zum Tode. Dem liegt zu Grunde, was Sauna ausmacht: sich im eiskalten Norden Europas gegen die Kälte abhärten, um gesund zu bleiben. Auf 4,5 Millionen Finnen kommen 1,5 Millionen Saunen – das macht
drei Finnen pro Sauna und damit die höchste Saunadichte weltweit! Ein Rückblick auf die kulturgeschichtliche Entwicklung des „Schwitzkastens“.
Woher kommt eigentlich die Sauna? Erfunden haben sie die Finnen jedenfalls nicht, denn das Schwitzbad stammt ursprünglich aus Asien. Aber es waren die „Waldfinnen“, also Nomadenstämme, die vor mehr als 2000 Jahren die Saunakultur aus der Mongolei nach Europa brachten. Sauna soll es sogar schon in der Steinzeit gegeben haben und bedeutete nicht mehr, als eine Erdgrube mit Laub abzudecken und darin Steine zu erhitzen – als Schutz vor der Kälte. Denn der Wechsel von kalt nach heiß härtete den Körper ab. Die heiße Luft reinigte den Körper zusätzlich von Krankheitserregern. Daher kommt auch, dass die Wurzel des Wortes „baden“ im Wort „backen“, also erwärmen, steckt! Denn baden bedeutete früher nichts anderes, als Luft durch heiße Steine zu erwärmen. Da Wasser nicht immer vorhanden war und sich Luft leichter erhitzen ließ, war das Schwitzbad – besonders für Nomaden - die einfachere Methode. Die älteste Beschreibung eines Schwitzbades geht auf den Griechen Herodot (5. Jh.v.Chr.) zurück. Er beschreibt die Skythen, wie sie Stangen mit Filzdecken umspannen, glühende Steine in einen Topf werfen und im Dampf baden.
Die
Finnen waren es, die der Sauna ihren Namen gaben. Sauna stammt vom finnischen „savu“, das Rauch bedeutet. Denn nur der Rauch war es, der die im Boden versteckten Wohnbadestuben verriet.
Auf die Erdsauna folgte die Rauchsauna, eine Blockhütte aus Holz, die mit Hilfe eines Steinofens erhitzt wurde. Da diese Hütten keinen Abzug hatten, mussten sie erst vom Ruß gesäubert werden, bevor man sie betreten konnte.
Die Schornsteinsauna bedeutete mehr Komfort und Sicherheit – denn der Rauchabzug verringerte die Brandgefahr. Dieser Saunatyp war ein Mehrzweckraum, der auch als Wohn- und Arbeitsraum, Lagerstätte und sogar als Geburtsraum benutzt wurde!
Doch auch die
Griechen schätzten die Badekultur! Der griechische Arzt Hippokrates, der als Begründer der Medizin gilt, schwörte auf die vorbeugende Heilkraft von heißen Quellen und Wasser. In den Sporstätten (Gymnasien) durfte die „Sauna“ nicht fehlen: das trockene Schwitzbad mit Heißluft (Lakonium). Ab dem 3. Jh. gab es auch Dampfbäder (Sudatorium, von lat. sudor, Schweiß), die mit Fußbodenheizungen (den sogenannte Hyppokausten) betrieben wurden. Im Deutschen wurde das Wort „Sauna“ fälschlicherweise mit Dampfbad übersetzt – das Dampfbad wird jedoch mit feuchter, warmer und nicht mit trockener, heißer Luft betrieben! Dadurch ist die Luftfeuchtigkeit wesentlich höher, das Schwitzen fällt dem Körper schwerer, die Kreislaufbelastung ist höher.
Die
Römer schufen riesige Thermenanlagen, die nicht mehr nur der Abhärtung, sondern vor allem
dem Vergnügen dienten – es gab dort Theater, Bibliotheken und Sonnenterrassen. Der größte und beeindruckendste Bau dieser Zeit war die Diokletiantherme in Rom, die mehr als 3000 Personen aufnehmen konnte. Das Kaltwasserbecken (Frigidarium) war vom Heißluftbad (Caldarium) getrennt. Dazwischen lag das warme Bad mit milder Hitze (Tepidarium), das zum längeren Verweilen einlud. Der Sauna entsprach das Sudatorium, da dort die Luftfeuchtigkeit im Gegensatz zu den klassischen Dampfbädern geringer war.
Mit dem Untergang der Römer verschwanden auch deren Thermen lange Zeit von der europäischen Bildfläche. Erst die Kreuzfahrer entdeckten die Sauna im Orient wieder und brachten sie nach Europa, die Kaufleute über die Hansestädte nach Deutschland. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert entwickelte sich eine rege Badekultur. In den Schwitzräumen ging es mitunter sehr lebhaft und nicht gerade sittenhaft zu. Mit dem Ausbruch der Syphilis im 16. Jahrhundert wurde dem ein jähes Ende gesetzt.
Mehr Details zur
neueren Geschichte des Saunabadens im deutschsprachigen Raum gibt es
hier.
Die Autoren:

Veit Blümlhuber (26, l.) und Maria Wimmer (24) absolvieren den Masterstudiengang "Deutsch-Französische Journalistik" am Frankreich-Zenrum der Uni Freiburg. Dieser Beitrag ist im Rahmen des Seminars "Einführung in den Online-Journalismus" entstanden.
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