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Twitter.com: SMS an die Welt

Jeden Tag starten unzählige Web 2.0 Services. Ab und an probiert man mal ein paar dieser Services aus. Manchmal benutzt man einen dann auch regelmäßig, meistens aber nicht. Nur ganz selten begegnet einem ein neuer Web 2.0 Service, der einen wirklich begeistert, nein, richtiggehend umhaut. Und vielleicht sogar ein bisschen süchtig macht. Twitter ist einer dieser absolut seltenen, süchtigmachenden Services. Twitter: Alle Geeks tun es, und ihr solltet es auch.



Vor ein paar Monaten schickte mein Kumpel Garrett mir eine dieser automatisch generierten Web-Service-Einladungen: Try Twitter, it's cool!

Ich schaute mir den Service kurz an, besuchte Garretts Seite dort und kapierte nicht unbedingt, worum es ging.
"Ein weiteres Blog von Garrett? Warum? Er hat doch schon eins!" dachte ich, "Warum nur so kurze Einträge?" Schnell klickte ich mein Browser-Fenster wieder zu. So viel zu meiner Neugier und meinem Early Adopter-Sein.

Ein paar Wochen später checkte ich eins meiner Lieblings-Blogs, dessen Autorin seit ein paar Tagen auf das Einsetzen der Wehen zur Geburt ihres ersten Kindes wartete, und in ihrer Sidebar entdeckte ich eine Box. 'Twitter' stand darüber, und darin: "In labour! Do something, Internet!" Darunter: "15 minutes ago". Und ein Link zu ihrer Twitter-Seite. Dort stand die gleiche Nachricht. und "Send via txt". Via txt? Wie Text-Message? SMS? Toll! Sie lag jetzt gerade in den Wehen? Und meldete das per SMS ans Internet? Total durchgeknallt, ja, aber irgendwie auch toll.

"Twitter ist also gar kein Mini-Blog-Service, sondern ein Service mit dem man Kurznachrichten an sein Blog schicken kann?" dachte ich. "Aber warum braucht man sowas in Zeiten, in denen man eh' mit seinem Handy ins Internet geht?"

Ich hatte Twitter immer noch nicht wirklich verstanden.

Das tut man erst so richtig, wenn man anfängt, Twitter zu benutzen, und genau dass habe ich vor ein paar Tagen gemacht, und eins kann ich schon jetzt sagen: Twitter ist toll. Und fragt seine User: What are you doing?

Twitter ist alles und kann alles sein. Ein Mini-Blogging-Service. Ein großes öffentliches Blog. Ein SMS-Dienstleister. Eine Social-Networking-Site. Ein riesengroßer Chat.

Online-Guru Robert Scoble meinte gestern, in seinem Twitter-Stream natürlich, "The rule for Twitter? You can do anything you want in 140 characters." Recht  hat er.

Twitter funktioniert so:
  • Man erstellt einen Account und somit sein eigenes kleines Twitter-Mini-Blog;
  • Man nennt Twitter seine Handynummer oder seinen IM-Chat-Client Login;
  • Man erhält man über das gewählte Medium eine Bestätigung, auf die man antworten muss; Für deutsche User, die ihr Handy anmelden, beinhaltet dass das Senden einer SMS an eine englische Telefonnummer;
  • Danach kann man Twitter per Handy beziehungsweise IM-Chat-Client ansteuern und so Nachrichten an Twitter senden. Nachrichten mit 140 Zeichen.
Soweit, so Mobile Blogging, so gut. Weil das ganze Web 2.0 ist, kann man sich natürlich mit Menschen 'befreunden'. Befreunden sie Dich zurück, sind sie 'Friends'. Verfolgen sie nur Deine Nachrichten, sind sie 'Follower'. 'Favourites' gibt es auch.

Der eigentliche Clou von Twitter: Alle eingehenden Nachrichten sind, sofern man sie nicht auf 'Privat/Friends Only' stellt, öffentlich. Es gibt also ein großes offenes Twitter-Blog, die Public Timeline, in der man alle Nachrichten sehen kann, die Twitter-User weltweit an Twitter schicken.

Weil Twitter-User ihre Nachrichten ganz leicht Geo-Taggen können, können alle Twitter-Nachrichten auf Twittervision, einem API-Mashup, auf einer Weltkarte in Echtzeit dargestellt werden. Dank Twittermap kann man in GoogleMaps sehen, wer so in der Umgebung ebenfalls Twitter-Nachrichten verschickt.




Und das Allerbeste: Man kann alle Nachrichten seiner Freunde ebenfalls auf dem Handy empfangen, aus dem Internet heraus; Selbst dann, wenn man weit weg von seinem Computer ist. Antworten kann man ihnen natürlich auch, und zwar entweder allen Freunden, oder nur einem einzigen Freund. Dazu steuert man Twitter per SMS mit einfachen Befehlen.

Das alles kostet, von der SMS an die englische Twitter-Telefonnummer abgesehen, nichts. Benutzt man Twitter über das Internet beziehungsweise über seinen IM-Chat-Client, treten überhaupt keine zusätzlichen Kosten auf.

Nettes Detail: gibt man in Twitter eine URL ein, verkürzt der Service sie automatisch per TinyURL, damit die 140 Zeichen die man versenden kann, nicht durch die URL aufgebraucht werden.

Hört sich ja alles nett an, aber wozu kann man Twitter denn jetzt benutzen? Ein paar mögliche Beispiele:
  • Blogging. Man kann seine Twitters per JavaScript als Mini-Blog in ein bestehendes Blog oder jede andere Website integrieren und von überall auf der Welt schnell per SMS updaten.
  • Kontaktpflege. Was machen meine Freunde? Guck' einfach in ihre Twitter-Streams. Der US-Präsidentschaftskandidat John Edwards benutzt Twitter, um seine Anhänger über seine Kampagne auf dem Laufenden zu halten.
  • Events. Festival- oder Konferenzveranstalter können mit einer einzigen SMS Updates an alle Teilnehmer schicken. Und die Teilnehmer können sich untereinander austauschen. Beim Musik & Online-Kultur-Festival SXSW in Austin, Texas, wurde Twitter genau so genutzt. [Das SXSW-Twitter-Blog sieht so leer aus, weil es nur für Freunde sichtbar ist.]
  • Local Knowledge. Dank Twitter kann man an einem fremden Ort schnell Informationen bekommen oder Kontakte schließen. Mein Kumpel Ben reist beruflich viel, und geht gerne joggen. Da er viele Kontakte bei Twitter hat, kann er, an einem neuen Ort angekommen, einfach eine Twitter-Nachricht schicken, um allen Bekannten (und den Rest der Welt) zu fragen, ob jemand ebenfalls vor Ort ist und nicht mit ihm joggen gehen will oder zumindest eine Strecke empfehlen kann. Egal, ob er in Kapstadt, New York oder Berlin ist.
  • Skills. Du suchst jemanden, der etwas besonderes kann? Egal ob das ein Webdesigner ist, jemand, der Dir einen Bezug für dein IKEA-Sofa näht, oder einen Iraq-Kriegs-Veteran für ein Interview für Deine Oral History-Hausarbeit: Bei Twitter kannst Du ihn vielleicht finden, denn Du fragst die ganze Twitter-Welt.
  • Fragen & Antworten. Du hast eine konkrete Frage? Frag Twitter. Letztens habe ich gegen jemandem gewettet, der behauptet hat, Sarah Kuttner habe sich für den Playboy ausgezogen. Wir waren in einem Club und haben zur Auswertung haben einen Freund angerufen. Nachts um eins. Wir hätten das auch Twittern können, und vielleicht auch eine Antwort erhalten. [Ich habe übrigens verloren, sie hat sich tatsächlich mal für den Playboy ausgezogen.]



Twitter ist im Moment, angefeuert durch SXSW, der absolute Hype und wächst rasant; Man munkelt von bestängiden User-Zahlen-Verdopplungen alle paar Tage. Der recht ungenaue Page-Rank-Service Alexa.com nennt für Twitter zumindest eine Traffic-Steigerung um +292% innerhalb der letzten drei Monate.

Genau dieses rasante Wachstum ist die größte Schwierigkeit, mit der die Twitter-Macher umgehen müssen: Wie behält man die Funktionalität des Service bei? Wie bewahrt man das einigermaßen kuschelige-Community-Gefühl, das Twitter gerade noch hat? Wie verhindert man Spam und den Mißbrauch von Twitter für Werbung? Wie ermöglicht man es den Usern, genauer zu bestimmen, wer welche Nachricht bekommt? Wie können User sicherstellen, dass ihre privaten Konversationen wirklich privat bleiben?

Die Twitter-Macher haben all' diese Probleme sicher auf dem Plan, denn sie sind alte Hasen im Web 2.0-Ding: Mit an Bord von Obvious Inc., der Firma hinter Twitter, ist Evan Williams, Gründer von Pyra Labs, der Firma, die Blogger.com entwickelte und die später an Google verkauft wurde.

Twitter ist Hype. Schauen wir mal, was passiert. Am besten auf Twittervision.








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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 38
Die Stimme der Erkentnis
Montag, 19.03.07 09:17
 

Oh mein Gott.... das ist ja mal ein krass unnötiges NERD-tool...

Wenn ein Nerd den Anderen sagen will, dass er gerade einkaufen geht...

Oder:

"Ich bin so geil..ich putz mir jetzt die Zähne..DIE GANZE WELT SOLL ES WISSEN!!!!"


Reales Leben 2.0 > Web (2.0)

frank
Montag, 19.03.07 10:46
 

> Sie lag jetzt gerade in den Wehen? Und meldete das per
> SMS ans Internet? Total durchgeknallt, ja, aber irgendwie auch toll.

wir haben leider maximal-divergierende auffassungen von "toll", fürchte ich. (jaja, call me oldschool. gerne.)

caro
Montag, 19.03.07 10:47
 

Es gab auch ein per Handy an flickr geschicktes Photo aus dem Kreißsaal. Jeder nach seiner façon, etc, es handelte sich um eine Frau aus der US-Blogger-High-Society. 'Toll' fand' ich es vorallem deshalb, weil offensichtlich ihre Freunde und Familie so multimedial informiert wurden. Und das ist ja erstmal praktischer als alle einzeln anzurufen. Und was ich bei anderen ganz charming finde [vorallem als Langzeit-Blog-Leser der auf ein Update wartet] und selbst machen würde, ist ja noch mal was anderes. Und Old School? Das mag ich doch an Dir.

lalala
Montag, 19.03.07 10:54
 

wahrscheinlich ist es sehr stark ein mobilitätsding: wenn man wenig reist/umzieht, braucht man nicht ortsgebundene internetservices weniger. ich habe glaube ich auch seit amazon.de nichts mehr neues aus dem internet in meinen alltag aufgenommen, ich kann nicht mal mit studivz viel anfangen, aber wenn ich tatsächlich regelmäßig für irgendwelche projekte in der welt rumgondeln müßte und überall bekannte hätte, die ich nicht aus den augen verlieren will, sähe die sache wohl sehr anders aus. dann ist es plötzlich praktisch, wenn man dingsda aus irland/lettland/kanada mal schnell hallo sagen kann.

@caro: wäre vielleicht ein artikel: was machen early adopter anders, wie und wozu nutzen sie web2-tools, wie oft, wie hat sich das alltagsleben dadurch verändert, was machen sie beruflich. ich fände es sehr spannend, du kennst doch bestimmt nen haufen so leute, interviewe die mal. so in richtung deiner twitter-nutzungshinweise, nur quasi komplett.

lalala
Montag, 19.03.07 11:00
 

ah, und für die leute, die nicht so mobil sind, ist es immer noch schick, wenn sie dj soundso und künstler xy als digitale freunde haben. noch ein potentieller nutzerkreis.

caro
Montag, 19.03.07 11:16
 

lalala, du hast vollkommen recht, twitter ist vorallem interessant für extrem mobile menschen mit sehr vielen kontakten, die regelmäßig auf irgendwelchen grossveranstaltungen sind.
robert scoble, der vor ein paar wochen ja hier in freiburg war, ist für mich der quintesentielle twitter-user; dauernd mit hunderten von leuten im kontakt, und immer unterwegs.
was djs und künstler angeht: genau. da wären die twits dann ein bisschen wie die bulletins auf myspace.

warum ich twitter aber insgesamt toll finde: es ist eine leere applikation. es gibt hunderte mögliche nutzungsarten. natürlich ist das alles sehr geeky, aber letztendlich geht es um kommunikation: warum nicht ein (nicht öffentlich geschalteter) account, in dem alle familien oder wg-mitglieder drin sind? mit einer sms an eine nummer kann man dann alle erreichen um das abendessen zu organisieren. wäre so etwas so undenkbar?

lalala: die artikelidee finde ich super, danke.

wie ich twitter letztendlich langfristig nutzen werde, das weiss ich noch gar nicht. im moment ist das eher so als mini-blog.
was ich persönlich total unangenehm finde: da geben leute ihre genaue adresse ein, und das ist etwas, das ich sehr viel privater finde als eine gezielt gesendete botschaft aus dem kreisssaal.

frank
Montag, 19.03.07 11:25
 

> Es gab auch ein per Handy an flickr geschicktes Photo
> aus dem Kreißsaal.

meine güte, caro, und du regst dich -angeblich- über leute auf, die bei konzerten lieber fotografieren als sich auf das konzert /einzulassen/? dieser ganze twitter- und whatever-there-else-may-be-mist ist doch nur dazu da, sich das eigene traurige leben so aufzuhübschen, daß man sich vorkommt wie -genau- "high-society". twitter ist die persiflage dessen, was vor einigen jahren das ursprünglich mal scherzhaft gemeinte "read my blog!" war. wer kein leben hat, klickt sich eines zusammen, und bildet sich ein, daß "twitter-freunde" aus kapstadt (oder von sonstwoher) genausogut wären wie "echte".

(aber was red' ich? - ist doch bei flickr schon genauso, und der begriff "blogosphäre" macht dinge -dinge aus dem echten leben, meine ich- auch nicht besser, sondern eher kaputter auf so vielen verschiedenen ebenen.)

> Und das ist ja erstmal praktischer als alle einzeln anzurufen.

come on. dieser satz ist auf ebenso vielen verschiedenen ebenen traurig, kaputt, falsch und unangebracht. und das liegt nicht an meiner "oldschool"-einstellung bezüglich irgendwelcher internet-blasen, im gegenteil halte ich mich da sogar für einen "early adopter" und geek, aber ich bilde mir ein, das hirn nicht abzuschalten und mir immer zu überlegen, was ich da eigentlich mache.

cms
Montag, 19.03.07 11:35
 

@ frank: Irgendwie habe ich das leise Gefühl, dass ich Dir zustimmen würde. Mal ganz ehrlich, wenn ich nach einer Geburt allen auf einmal sagen müsste, was grad passiert ist, dann fehlen mir ziemlich viele persönliche Bindungen. Die Leuet werden schon nach und nach merken, dass Erdenbürger 8,X Milliarden von nun an sein Unwesen treibt. Und als naher Anverwadter wollte ich das auch persönlich herausfinden und nicht per Massenmail informiert werden.

Late Adopter
Montag, 19.03.07 11:38
 

Was bitte ist ein "IM-Chat-Client"? Ist das nicht seit 1990 verboten und wird von der Birthler-Behörde verfolgt? Mal abgesehen von den Sätzen, die du mehrfach umgebaut hast und die deshalb mehr Verben als nötig haben, versteh ich als nicht-wirklich-Laie hier nur Bahnhof.

lalala
Montag, 19.03.07 11:40
 

^^THIS is the high society (mc5)

sarah kuttner hat sich im übrigen bestenfalls halb ausgezogen, zu meinem nicht unbeträchtlichen bedauern, aber nicht zu ihrem. sie hat die sache scheinbar danach bereut.

mir ist doch noch ne seite eingefallen, die ich nutze: perlentaucher. könnte den ganzen tag damit verbringen.

caro
Montag, 19.03.07 12:01
 

frank, der punkt ist doch der: jeder kann (und muss) für sich entscheiden, was er öffentlicht machen will. will ich eine payback karte? ein photo von mir im kreisssaal auf flickr? ein weblog? meine genaue location in echtzeit auf twitter? einen account bei studivz/xing/myspace?

natürlich gibt es das von dir angesprochene 'aufhübschens' des lebens über das leben im netz, klar, haben wir beide ja auch schon an anderen leuten gesehen, und schön ist das nicht. aber nicht jede plattform, über die menschen sowas machen ist schlecht, und ich wage zu bezweifeln, dass einigermaßen denkende menschen der fehler passiert, freunde im realen leben mit myspace/xing/studivz/flickr/twitter/sonstwas-kontakten zu verwechseln; soviel medienkompetenz und menschenkenntnis sollte man schon haben wenn man den computer einschaltet.

die nutzung von und der kontakt über irgendwelche plattformen kann aber auch teil bestehender realer freundschaften sein, finde ich. wenn ich mit jemandem im realen leben befreundet bin, schau' ich auch den flickr-stream an. oder lese sein blog. oder will vielleicht seine twitter-nachricht bekommen.

frank
Montag, 19.03.07 12:21
 

caro: jo. in ordnung.

olum
Montag, 19.03.07 12:59
 

Ha, das ist doch der Jochen auf dem Freiburg-Screenshot!

weitweitweg
Montag, 19.03.07 13:51
 

Wie issn das eigentlich mit sms nach UK? Gibt's da nen festen Roamingpreis der auf meinen normalen tariflichen Preis für ne Fremdnetz-SMS aufgeschlagen wird?
Ich stelle mir das irgendwie teuer vor und fände es (dank GPRS-Flat) doch Welten praktischer, wenn man da auch per Email Beiträge senden kann.

caro
Montag, 19.03.07 14:03
 

Eine Auslands-SMS sollte eigentlich einen Festpreis haben. Mal beim Anbieter nachfragen.

Ansonsten kannst Du Twitter eben, ohne zusätzliche kosten über Instant-Messaging-Clients (GTAlk, ICQ, AIM), über die Twitter-Website oder über diverse kleine Programme für Desktop oder Browser mit deinen Nachrichten versorgen. Der Artikel auf plog.de zählt diese Programme auf.

weitweitweg
Montag, 19.03.07 15:01
 

Ja, ist mir bekannt, aber eben nicht via Email. Normale Websites (v.a. wenn noch Ajax im Spiel ist) sind nämlich mit GPRS ein Trauerspiel ;)

caro
Montag, 19.03.07 15:09
 

hmmm. da müsste es bestimmt eine Möglichkeit über IM geben. mal gucken.

mentally, I had my 7th birthday 2 weeks ago
Dienstag, 20.03.07 11:35
 

"natürlich gibt es das von dir angesprochene 'aufhübschens' des lebens über das leben im netz"

Dieses Phänomen ist in der Tat immer wieder witzig. Man muss nur mal auf die Divergenz von Fotos achten, die so mancher von sich selbst veröffentlicht und denen, die andere von derselben Person veröffentlichen.

Wo in erstgenanntem Fall alles perfekt war -Perspektive, Bildausschnitt und Belichtung machen's möglich- sind in letztgenanntem Fall nicht selten auf einmal dicke Oberarme und fette Schenkel zu sehen. :)

Bei manchen Zeitgenossen habe ich den Eindruck, dass sie die Realität lediglich als störendes Detail ansehen, das auszublenden ist.

"und schön ist das nicht"

Ne, schön ist das nicht. Aber aufschlussreich. :)

"dieser ganze twitter- und whatever-there-else-may-be-mist ist doch nur dazu da, sich das eigene traurige leben so aufzuhübschen, daß man sich vorkommt wie -genau- 'high-society'"

Das sehe ich ebenso. Aber manche brauchen das wohl einfach: Je kleiner das eigene Lichtlein, desto dringender benötigt man fremden Ruhm, von dem man hofft, dass dieser auf einen selbst abfärbt. Bedenklich wird es dann, wenn der fremde Ruhm lediglich vermeintlicher Ruhm ist und außerhalb einer eingeschworenen Gemeinschaft nur heiße Luft wert ist.

"wer kein leben hat, klickt sich eines zusammen"

Genau. Es wird aber irgendwann -und mein Gefühl sagt mir, dass das nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird- eine gegenläufige Entwicklung geben. Ausgelöst von Menschen, die sich fragen, ob man wirklich jeden noch so abstrusen Käse um des Mitmachens Willen mitmachen muss.

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 20.03.07 11:41
 

@lalala Sarah hat es nicht bereut, steht zumindest im aktuellen neon, sie will nur niemals ihre eigenen Brüste auf dem Playboy signieren :-)

kuss (nonfood)
Dienstag, 20.03.07 13:08
 

@mentally: Sehr gut auf den Punkt gebracht! Darauf hoffen, von der Strahlkraft eines "High-Socienty-Elite-A-Bloggers" falle ein wenig auf einen selbst ab, wenn man sich nur nah genug bei ihm aufhalte, können eben nur die, welche den ganzen Zirkus für wichtiger halten, als es der Rest der Gesellschaft tut. Relativer Wertekontext, um nicht zu sagen: Realitätsverlust.

In der Nacht glauben manche eben schon, ein Glühwürmchen sei die Sonne ;-)

lalala
Dienstag, 20.03.07 13:22
 

@sophro

wenn daran liegt würde ich würde ihre brüste auch für sie mwahaöajrh aöiehrghsdklnvafö










ich mach nur spaß.

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 20.03.07 13:30
 

Sarah ist ein Phänomen, die kommt bei Männern und Frauen gleich gut an, schade dass sie momentan keine Show hat ;-)

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 20.03.07 13:41
 

Zu diesem Twitterzeugs: nichts für mich, allein die Vorstellung jeder wüsste was ich gerade mache, jagt mir einen Schrecken ein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das durchsetzen wird.

lalala
Dienstag, 20.03.07 13:48
 

wieso, was machst du gerade schreckliches?

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 20.03.07 13:52
 

Zumindest kein Kind gebären ;-)

mentally, I had my 7th birthday 2 weeks ago
Dienstag, 20.03.07 19:41
 

"Es gab' auch ein per Handy an flickr geschicktes Photo"

http://tinyurl.com/333h9y

caro
Mittwoch, 21.03.07 13:28
 

Jason Kottke heute über Twitter:

http://www.kottke.org/07/03/twitter

Der letzte Satz ist fein: ""Friends" still isn't the right word." Recht hat er. Und sonst auch ein paar treffende Beobachtungen.

1234rock
Mittwoch, 21.03.07 15:00
 

Ich find Twitter lustig. Über die Twittermap kann man Orte sehen, die man auf dem Globus nicht findet. Ist so ein bischen wie Aquarium anstarren. Hab Twitter auch gleich auf mein Blog gebastelt. Ist im Prinzip ja nur eine textliche Erweiterung dessen was ich eh ins Blog male.

Andrés
Dienstag, 27.03.07 15:01
 

der quatsch steht jetzt auch im spiegel .

ellypirelly
Samstag, 07.04.07 22:13
 

... und wer es nun auch auf deutsch tun will, tut dieses unter texteln.de

maik
Sonntag, 08.04.07 23:56
 

also ich steh' mehr auf reale telefonate bzw. treffen mit echten freunden ...

caro
Mittwoch, 18.07.07 09:21
 

wired.com: How Twitter creates a social sixth sense

caro
Montag, 10.03.08 14:49
 

Toller Artikel über Twitter:

BBC - Bill Thompson - How Twitter makes it real

kus
Montag, 05.01.09 22:16
 

ACHTUNG! Phishing-Attacke auf twitter: click

kus
Montag, 05.01.09 22:19
 

Barack Obamas Account gehackt --> Bericht auf Techcrunch

Montag, 05.01.09 23:22
 

Wer oder Was ist Twitter ??? Ich kann auch ohne leben !

kus
Freitag, 03.04.09 15:33
 

Kauft Google Twitter? --> click

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