Jeden Tag starten unzählige Web 2.0 Services. Ab und an probiert man mal ein paar dieser Services aus. Manchmal benutzt man einen dann auch regelmäßig, meistens aber nicht. Nur ganz selten begegnet einem ein neuer Web 2.0 Service, der einen wirklich begeistert, nein, richtiggehend umhaut. Und vielleicht sogar ein bisschen süchtig macht. Twitter ist einer dieser absolut seltenen, süchtigmachenden Services. Twitter: Alle Geeks tun es, und ihr solltet es auch.






Oh mein Gott.... das ist ja mal ein krass unnötiges NERD-tool...
Wenn ein Nerd den Anderen sagen will, dass er gerade einkaufen geht...
Oder:
"Ich bin so geil..ich putz mir jetzt die Zähne..DIE GANZE WELT SOLL ES WISSEN!!!!"
Reales Leben 2.0 > Web (2.0)
> Sie lag jetzt gerade in den Wehen? Und meldete das per
> SMS ans Internet? Total durchgeknallt, ja, aber irgendwie auch toll.
wir haben leider maximal-divergierende auffassungen von "toll", fürchte ich. (jaja, call me oldschool. gerne.)
Es gab auch ein per Handy an flickr geschicktes Photo aus dem Kreißsaal. Jeder nach seiner façon, etc, es handelte sich um eine Frau aus der US-Blogger-High-Society. 'Toll' fand' ich es vorallem deshalb, weil offensichtlich ihre Freunde und Familie so multimedial informiert wurden. Und das ist ja erstmal praktischer als alle einzeln anzurufen. Und was ich bei anderen ganz charming finde [vorallem als Langzeit-Blog-Leser der auf ein Update wartet] und selbst machen würde, ist ja noch mal was anderes. Und Old School? Das mag ich doch an Dir.
wahrscheinlich ist es sehr stark ein mobilitätsding: wenn man wenig reist/umzieht, braucht man nicht ortsgebundene internetservices weniger. ich habe glaube ich auch seit amazon.de nichts mehr neues aus dem internet in meinen alltag aufgenommen, ich kann nicht mal mit studivz viel anfangen, aber wenn ich tatsächlich regelmäßig für irgendwelche projekte in der welt rumgondeln müßte und überall bekannte hätte, die ich nicht aus den augen verlieren will, sähe die sache wohl sehr anders aus. dann ist es plötzlich praktisch, wenn man dingsda aus irland/lettland/kanada mal schnell hallo sagen kann.
@caro: wäre vielleicht ein artikel: was machen early adopter anders, wie und wozu nutzen sie web2-tools, wie oft, wie hat sich das alltagsleben dadurch verändert, was machen sie beruflich. ich fände es sehr spannend, du kennst doch bestimmt nen haufen so leute, interviewe die mal. so in richtung deiner twitter-nutzungshinweise, nur quasi komplett.
ah, und für die leute, die nicht so mobil sind, ist es immer noch schick, wenn sie dj soundso und künstler xy als digitale freunde haben. noch ein potentieller nutzerkreis.
lalala, du hast vollkommen recht, twitter ist vorallem interessant für extrem mobile menschen mit sehr vielen kontakten, die regelmäßig auf irgendwelchen grossveranstaltungen sind.
robert scoble, der vor ein paar wochen ja hier in freiburg war, ist für mich der quintesentielle twitter-user; dauernd mit hunderten von leuten im kontakt, und immer unterwegs.
was djs und künstler angeht: genau. da wären die twits dann ein bisschen wie die bulletins auf myspace.
warum ich twitter aber insgesamt toll finde: es ist eine leere applikation. es gibt hunderte mögliche nutzungsarten. natürlich ist das alles sehr geeky, aber letztendlich geht es um kommunikation: warum nicht ein (nicht öffentlich geschalteter) account, in dem alle familien oder wg-mitglieder drin sind? mit einer sms an eine nummer kann man dann alle erreichen um das abendessen zu organisieren. wäre so etwas so undenkbar?
lalala: die artikelidee finde ich super, danke.
wie ich twitter letztendlich langfristig nutzen werde, das weiss ich noch gar nicht. im moment ist das eher so als mini-blog.
was ich persönlich total unangenehm finde: da geben leute ihre genaue adresse ein, und das ist etwas, das ich sehr viel privater finde als eine gezielt gesendete botschaft aus dem kreisssaal.
> Es gab auch ein per Handy an flickr geschicktes Photo
> aus dem Kreißsaal.
meine güte, caro, und du regst dich -angeblich- über leute auf, die bei konzerten lieber fotografieren als sich auf das konzert /einzulassen/? dieser ganze twitter- und whatever-there-else-may-be-mist ist doch nur dazu da, sich das eigene traurige leben so aufzuhübschen, daß man sich vorkommt wie -genau- "high-society". twitter ist die persiflage dessen, was vor einigen jahren das ursprünglich mal scherzhaft gemeinte "read my blog!" war. wer kein leben hat, klickt sich eines zusammen, und bildet sich ein, daß "twitter-freunde" aus kapstadt (oder von sonstwoher) genausogut wären wie "echte".
(aber was red' ich? - ist doch bei flickr schon genauso, und der begriff "blogosphäre" macht dinge -dinge aus dem echten leben, meine ich- auch nicht besser, sondern eher kaputter auf so vielen verschiedenen ebenen.)
> Und das ist ja erstmal praktischer als alle einzeln anzurufen.
come on. dieser satz ist auf ebenso vielen verschiedenen ebenen traurig, kaputt, falsch und unangebracht. und das liegt nicht an meiner "oldschool"-einstellung bezüglich irgendwelcher internet-blasen, im gegenteil halte ich mich da sogar für einen "early adopter" und geek, aber ich bilde mir ein, das hirn nicht abzuschalten und mir immer zu überlegen, was ich da eigentlich mache.
@ frank: Irgendwie habe ich das leise Gefühl, dass ich Dir zustimmen würde. Mal ganz ehrlich, wenn ich nach einer Geburt allen auf einmal sagen müsste, was grad passiert ist, dann fehlen mir ziemlich viele persönliche Bindungen. Die Leuet werden schon nach und nach merken, dass Erdenbürger 8,X Milliarden von nun an sein Unwesen treibt. Und als naher Anverwadter wollte ich das auch persönlich herausfinden und nicht per Massenmail informiert werden.
Was bitte ist ein "IM-Chat-Client"? Ist das nicht seit 1990 verboten und wird von der Birthler-Behörde verfolgt? Mal abgesehen von den Sätzen, die du mehrfach umgebaut hast und die deshalb mehr Verben als nötig haben, versteh ich als nicht-wirklich-Laie hier nur Bahnhof.
^^THIS is the high society (mc5)
sarah kuttner hat sich im übrigen bestenfalls halb ausgezogen, zu meinem nicht unbeträchtlichen bedauern, aber nicht zu ihrem. sie hat die sache scheinbar danach bereut.
mir ist doch noch ne seite eingefallen, die ich nutze: perlentaucher. könnte den ganzen tag damit verbringen.
frank, der punkt ist doch der: jeder kann (und muss) für sich entscheiden, was er öffentlicht machen will. will ich eine payback karte? ein photo von mir im kreisssaal auf flickr? ein weblog? meine genaue location in echtzeit auf twitter? einen account bei studivz/xing/myspace?
natürlich gibt es das von dir angesprochene 'aufhübschens' des lebens über das leben im netz, klar, haben wir beide ja auch schon an anderen leuten gesehen, und schön ist das nicht. aber nicht jede plattform, über die menschen sowas machen ist schlecht, und ich wage zu bezweifeln, dass einigermaßen denkende menschen der fehler passiert, freunde im realen leben mit myspace/xing/studivz/flickr/twitter/sonstwas-kontakten zu verwechseln; soviel medienkompetenz und menschenkenntnis sollte man schon haben wenn man den computer einschaltet.
die nutzung von und der kontakt über irgendwelche plattformen kann aber auch teil bestehender realer freundschaften sein, finde ich. wenn ich mit jemandem im realen leben befreundet bin, schau' ich auch den flickr-stream an. oder lese sein blog. oder will vielleicht seine twitter-nachricht bekommen.
caro: jo. in ordnung.
Ha, das ist doch der Jochen auf dem Freiburg-Screenshot!
Wie issn das eigentlich mit sms nach UK? Gibt's da nen festen Roamingpreis der auf meinen normalen tariflichen Preis für ne Fremdnetz-SMS aufgeschlagen wird?
Ich stelle mir das irgendwie teuer vor und fände es (dank GPRS-Flat) doch Welten praktischer, wenn man da auch per Email Beiträge senden kann.
Eine Auslands-SMS sollte eigentlich einen Festpreis haben. Mal beim Anbieter nachfragen.
Ansonsten kannst Du Twitter eben, ohne zusätzliche kosten über Instant-Messaging-Clients (GTAlk, ICQ, AIM), über die Twitter-Website oder über diverse kleine Programme für Desktop oder Browser mit deinen Nachrichten versorgen. Der Artikel auf plog.de zählt diese Programme auf.
Ja, ist mir bekannt, aber eben nicht via Email. Normale Websites (v.a. wenn noch Ajax im Spiel ist) sind nämlich mit GPRS ein Trauerspiel ;)
hmmm. da müsste es bestimmt eine Möglichkeit über IM geben. mal gucken.
"natürlich gibt es das von dir angesprochene 'aufhübschens' des lebens über das leben im netz"
Dieses Phänomen ist in der Tat immer wieder witzig. Man muss nur mal auf die Divergenz von Fotos achten, die so mancher von sich selbst veröffentlicht und denen, die andere von derselben Person veröffentlichen.
Wo in erstgenanntem Fall alles perfekt war -Perspektive, Bildausschnitt und Belichtung machen's möglich- sind in letztgenanntem Fall nicht selten auf einmal dicke Oberarme und fette Schenkel zu sehen. :)
Bei manchen Zeitgenossen habe ich den Eindruck, dass sie die Realität lediglich als störendes Detail ansehen, das auszublenden ist.
"und schön ist das nicht"
Ne, schön ist das nicht. Aber aufschlussreich. :)
"dieser ganze twitter- und whatever-there-else-may-be-mist ist doch nur dazu da, sich das eigene traurige leben so aufzuhübschen, daß man sich vorkommt wie -genau- 'high-society'"
Das sehe ich ebenso. Aber manche brauchen das wohl einfach: Je kleiner das eigene Lichtlein, desto dringender benötigt man fremden Ruhm, von dem man hofft, dass dieser auf einen selbst abfärbt. Bedenklich wird es dann, wenn der fremde Ruhm lediglich vermeintlicher Ruhm ist und außerhalb einer eingeschworenen Gemeinschaft nur heiße Luft wert ist.
"wer kein leben hat, klickt sich eines zusammen"
Genau. Es wird aber irgendwann -und mein Gefühl sagt mir, dass das nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird- eine gegenläufige Entwicklung geben. Ausgelöst von Menschen, die sich fragen, ob man wirklich jeden noch so abstrusen Käse um des Mitmachens Willen mitmachen muss.
@lalala Sarah hat es nicht bereut, steht zumindest im aktuellen neon, sie will nur niemals ihre eigenen Brüste auf dem Playboy signieren :-)
@mentally: Sehr gut auf den Punkt gebracht! Darauf hoffen, von der Strahlkraft eines "High-Socienty-Elite-A-Bloggers" falle ein wenig auf einen selbst ab, wenn man sich nur nah genug bei ihm aufhalte, können eben nur die, welche den ganzen Zirkus für wichtiger halten, als es der Rest der Gesellschaft tut. Relativer Wertekontext, um nicht zu sagen: Realitätsverlust.
In der Nacht glauben manche eben schon, ein Glühwürmchen sei die Sonne ;-)
@sophro
wenn daran liegt würde ich würde ihre brüste auch für sie mwahaöajrh aöiehrghsdklnvafö
ich mach nur spaß.
Sarah ist ein Phänomen, die kommt bei Männern und Frauen gleich gut an, schade dass sie momentan keine Show hat ;-)
Zu diesem Twitterzeugs: nichts für mich, allein die Vorstellung jeder wüsste was ich gerade mache, jagt mir einen Schrecken ein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das durchsetzen wird.
wieso, was machst du gerade schreckliches?
Zumindest kein Kind gebären ;-)
Jason Kottke heute über Twitter:
http://www.kottke.org/07/03/twitter
Der letzte Satz ist fein: ""Friends" still isn't the right word." Recht hat er. Und sonst auch ein paar treffende Beobachtungen.
Ich find Twitter lustig. Über die Twittermap kann man Orte sehen, die man auf dem Globus nicht findet. Ist so ein bischen wie Aquarium anstarren. Hab Twitter auch gleich auf mein Blog gebastelt. Ist im Prinzip ja nur eine textliche Erweiterung dessen was ich eh ins Blog male.
... und wer es nun auch auf deutsch tun will, tut dieses unter texteln.de
also ich steh' mehr auf reale telefonate bzw. treffen mit echten freunden ...