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Graffiti-Sprüher sollen selbst sauber machen

In Freiburg ist die Zahl der Graffiti-Schmierereien in 2006 stark gewachsen. Die Stadt will nun darauf reagieren und ein erfolgreiches Modell aus Pforzheim importieren. Wie das funktioniert, erklärt euch Anselm.

Graffiti

In Freiburg verzeichnete die Polizei in den vergangenen zwölf Monaten einen starker Anstieg der Graffiti-Straftaten. In 2005 waren es 579 Fälle, in 2006 nach Schätzung von Polizei-Pressesprecher Karl-Heinz Schmid knapp 1000. Die Polizei ist realistisch: „Wir können Graffiti nicht verhindern – nur schnellstmöglichst beseitigen“, sagt Heiner Amann, der Leiter der Polizeidirektion Freiburg. Trotzdem will die Stadt Freiburg die Sprühattacken gemeinsam mit der der Polizei und der Justiz künftig effizienter bekämpfen. Vorbild könnte ein Modell aus Pforzheim sein, das am Donnerstag in Freiburg vorgestellt worden ist.

Das Pforzheimer Modell:

Bereits 1995 wurde in Pforzheim das Antigraffiti-Mobil in Angriff genommen, seit 2003 wird es in der Praxis erprobt. So funktioniert's: Die Kernidee besteht darin, die Sprayer, Polizei, Justiz und Geschädigte zusammen zu bringen. Werden in Pforzheim Graffiti angezeigt und die Täter ermittelt, so müssen die Sprayer die Schäden im Rahmen eines Täter-Opferausgleichs selbst beseitigen - und zwar unter der Anleitung professioneller Malerbetriebe. Dadurch ist in Pforzheim die Rückfallquote der straffälligen Sprayer auf null  Prozent gesenkt worden.

Zwischen 2003 und 2006 haben 186 Sprayer in Pforzheim 4196 Graffiti-Schmierereien an 757 Objekten beseitigt. Auch Großaktionen wie die Säuberung eines Teilstückes der A8 sowie aller Zufahrtsstraßen nach Pforzheim waren Teil des Projekts. Vorteil für die Haus- und Objektbesitzer: Ihnen entstehen durch die Säuberung keine Kosten. Vorteil für die Sprayer: Sie werden nicht mit gigantischen Schadensersatzforderungen konfrontiert, weil sie die Schmierereien selbst beseitigen. Die Materialkosten der teilnehmenden Malerfirmen werden dabei von den Projektträgern (Justiz, Sponsoren) übernommen, über die Kosten der Arbeitsstunden erhalten die Maler eine Spendenquittung. Außerdem können sie aufgrund des positiven Imageffekts mit Folgeaufträgen rechnen.

Und Freiburg?

Die Beteiligten (Malerinnung, Haus- und Grundbesitzerverein, Bürgervereine, Polizei, Staatsanwaltschaft) waren sich einig, dass man schnellstmöglichst in Freiburg mit der Arbeit zur Intensivierung der Graffiti-Bekämpfung beginnen soll. Erste Gespräche zwischen Stadt, Polizei und der Malerinnung gab es bereits vergangenes Jahr. Insgesamt gibt es einen Etat von 7.000 Euro, der für das Projekt in 2007 als Startkapital zur Verfügung steht.

Allerdings waren die Freiburger Maler teilweise sehr skeptisch, da die Bausubstanz in Freiburg (Holz, Sandstein, ältere Gebäude) kostenintensiver zu reinigen sind als die vorrangig in Pforzheim vorkommenden Betonfassaden. Die Malerinnung ist trotzdem bereit, das Projekt tatkräftig zu unterstützen.

Mehr dazu

Graffiti-Straftaten in Freiburg:
  • 2003: 744
  • 2004: 457
  • 2005: 579
  • 2006: fast 1000
Sachbeschädigungen ohne Graffiti:
  • 2003: 1972
  • 2004: 2088
  • 2005: 1871
Gesamtstraftaten:
  • 2003: 25135
  • 2004: 27538
  • 2005: 26823
Prozentsatz der Graffitistraftaten an den Gesamtstafttaten:
  • 2003: 3%
  • 2004: 1%
  • 2005: 2%




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von anselm | 11.02.07, 18:42 | Kommentare (12)
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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 12
peanutnet
Montag, 12.02.07 11:50
 

eine gute idee - wichtig ist dabei, nicht grundsätzlich graffiti-sprayer zu krimininalisieren - wohne an einem bahn-untergang, der für sprayer freigegeben ist und in unserer umgebung gibt es sonst kaum probleme mit sprayern - und was die jungs und mädels dort sprühen, grenzt echt an kunst !!!

One Up
Montag, 12.02.07 18:54
 

Lasst euch net davon abhalten! markiert euer revier! thx

sowhat
Montag, 12.02.07 18:55
 

wie hunde, echt toll, one up.

ts_breh
Montag, 12.02.07 23:27
 

"schmierereien..." - wenn ich das wort schon höre. vielleicht solltet ihr für euer sich so jugendlich gebendes portal mal schreiberlinge einstellen, die nicht schon mit der attitüde von vorstadtrentnern auf die welt gekommen sind?

nichts für ungut.

dao
Dienstag, 13.02.07 01:25
 

Die Häuser sind eh alle hässlich.

obe
Dienstag, 13.02.07 10:29
 

@peanutnet:
Klar, was Bahnunterführungen betrifft, bin ich absolut Deiner Meinung. Solange dort gesprayt wird, ist ja auch alles in Ordnung. Allerdings ist es in meinen Augen ziemlich schwer, bei dem ganzen Rumgesaue, den Großteil dieser Aktionen nicht als Straftaten zu sehen.
@ts_breh:
Für mich sind irgendwelche schnell hingekritzelten Tags oder auch in 5 min gesprayten Bombings (ich glaube, das nennt man so O_o) einfach nichts künstlerisches, sondern schlicht und einfach Sachbeschädigung, nicht zuletzt, wenn es Autos trifft. Wenn ich sehe, wie ein frisch gestrichenes Haus innerhalb von einer Woche komplett vollgeschmiert ist, dann wieder gestrichen wird und nach zwei Wochen schon wieder derselbe Zustand hergestellt ist, dann kotzt mich das ehrlich gesagt tierisch an, vor allem, wenn historische Gebäude davon betroffen sind. Was ist daran eine "Vorstadtrenterattitüde"? Wieso kann man nicht wenigstens ein bisschen Respekt vor dem Eigentum anderer Leute verlangen?
@dao:
Aber mit 50 verschiedenen, teilweise nicht mal im Entferntesten künstlerisch aussehenden Tags sind sie hübscher?!

anselm
Dienstag, 13.02.07 11:02
 

@ts_breh das wort stammt von der schlussredaktion ist in meinem orginaltext nicht vorgekommen.
@all bin gerade dabei einen film über graffiti-kunst in freiburg zu realisieren, wer künstler kennt oder selber ist, kann sich gerne an mich wenden (baumbart75@web.de) alles wird vertraulich behandelt

Little Bier
Freitag, 16.02.07 16:05
 

Diese Zeichnung müssen die Jugendlichen mit einer Zahnbürste weg machen

ZENTA 1
Freitag, 13.04.07 14:51
 

tja also wohne noch nich lange in pforzheim und hab mich schon gewundert warums hier so sauber is . NOCH . ALL CITY !!!!!!!

doa
Freitag, 13.04.07 20:13
 

die graffiti sind eh alle hässlich.

Illou
Dienstag, 05.02.08 16:54
 

Kommt schon was soll das? Hässliche Wände an Bahnschienen Oder Eklig steril gestaltete Unterführungen?
Was macht es da? Wenn man ein Bisschen farbe ins Leben bringt.
schmierereien gut oke... das ist nicht schön!
Aber ein Schönes Tag oder Graffiti
Kommt das ist kunst.

psuecho
Donnerstag, 22.05.08 03:33
 

sooo erstmal...
...in unserer nähe gibts nich eine einzige legale fläche zum malen
...was daraus folgt ist illegales graffiti
...das bei illegalen graffitis nicht die qualität zu erwarten ist wie bei legalen ist klar
... legale wände=weniger illegale graffitis
...die leute brauchen sich garnet über throw ups und tags beschweren denn was soll man sonst machen wenns keine legalen wände hat?!
tja wenn se keine legalen wände aufmachen ham se halt pech
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