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Podcast-Battle: Erler vs. Harnasch

Der Bundestagsabgeordnete Gernot Erler (SPD, oben) aus Freiburg hat neuerdings einen eigenen Video-Podcast. Unser fudder-Autor David Harnasch (rechts) hat sich das Video-Werk kritisch vorgenommen, um es dann ganz gepflegt in einem eigenen Podcast auseinander zu nehmen. Ein provokatives Bashing!

Gernot Erler

David HarnaschIn seinem Podcast setzt sich Erler mit dem russisch-deutschen Pipeline-Streit und den energiepolitischen Folgen auseinander. In seinem Blog Senor Daffy hat David den Beitrag unter dem Titel "Podcast-Battle Gernot Erlers Energiegequatsche" veröffentlicht. Freundlicherweise hat David fudder den Beitrag zur Verfügung gestellt. Ihr hört eine provokativ-scharfzüngige Replik auf Erlers Ansichten - in der zwei völlig unterschiedliche energiepolitische Weltbilder aufeinander prallen.

Mehr dazu  
Podcast (10:10 Minuten, 9.5 MB):





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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 86
Martin Walter
Samstag, 13.01.07 21:49
 

ganz schön peinlich, dass dieser selbsternannte provinz-wanna-be-reporter immer noch eine plattform geboten bekommt. man kann nur froh sein, dass so ein selbstdarsteller es aufgrund seines zweifelsohne niedrigen niveaus nie über die stadtgrenze freiburgs hinaus in professionelle medienbusiness schaffen wird.

Nick Name
Samstag, 13.01.07 22:14
 

Meine Fresse ist das bescheuert.... Ist ja schön, dass jeder im Internet Schrott publizieren darf, aber müsst ihr das auch noch promoten?
Nur ganz kurz inhaltlich, da dem jungen Mann mit dem Toaster-IQ das scheinbar entgangen ist:

Regenerative Energie -> Unabhängigkeit
fossile Engergie -> Abhängigkeit

Wie kann man gleichzeitig für Atomenergie und für Unabhängkeit sein? Einfach purer Nonsens, aber dem Erler, hey, dem hat er es jetzt mal so richtig gezeigt, respekt!

David Harnasch
Samstag, 13.01.07 22:33
 

@Nick Name
Ich erwähnte im Podcast, daß ich Deutschland lieber von potentiellen Uranexporteuren als von Erdgas- (und Öl-) Exporteuren abhängig sähe, da ich die USA, Australien, Süafrika, Kanada, Brasilien und die Ukraine für zuverlässiger und ungefährlicher als Russland halte (was ich nicht sagte: als die OPEC allemal). Würden wir "brüten" also wiederaufbereiten, könnten wir den Nutzgrad des Urans vervielfachen. Das würde unsere Abhängigkeit zumindest mindern, ist aber politisch nicht gewollt - obwohl man damit sehr lange sehr viele Toaster betreiben könnte.

Nick Name
Samstag, 13.01.07 22:51
 

Ich sehe den Gegensatz nicht aufgelöst.
Gut, nehmen wir eben Australien als Uran-Lieferant und warten 20 Jahre, dann kannst du deine wir-sind-ja-so-abhängig-und-die-können-mit-uns-machen-was-sie-wollen-Nummer nochmal abziehen, einfach Russland durch Australien ersetzen...

Gustav Fromm
Samstag, 13.01.07 23:32
 

ohje ist das ein arrogantes hosenscheisserchen. ist der bei den julis?

David Harnasch
Sonntag, 14.01.07 00:53
 

@Nick Name
OK - ersetzen wir Russland durch Australien. Genau das will ich. Australien ist eine uralte, stabile Demokratie westlicher Prägung ohne irgendwelche Großmachtambitionen, alles paletti, von denen bin ich gerne abhängig.

Nick Name
Sonntag, 14.01.07 01:07
 

Genau da zeigt sich ja deine Kurzsichtigkeit. Also nochmal: Uran ist ein endlicher Energielieferant, und wenn der fast aufgebraucht ist, können z.B. die Australier auch mit uns machen was sie wollen -genauso wie jetzt die OPEC oder eben Russland. Und das werden sie auch - da kannst du auf deinem Uran hocken und brüten soviel du willst. Du hast ja in deinem Beitrag von Angebot und Nachfrage gesprochen, also solltest du das doch eigentlich kapieren.

David Harnasch
Sonntag, 14.01.07 02:29
 

@ Nick Name

Eins nach dem anderen.

Russland unter Putin ist eine Autokratie, die ihre Energiereserven als politisches Druckmittel verwendet, um die ehemaligen Sowjetrepubliken in Abhängigkeit zu halten. Der Staat hält große Anteile an der Energieindustrie und die Weltbank schätzt, daß ein Viertel des russischen BIP hier erwirtschaftet werden. Die OPEC besteht praktisch nur aus Diktaturen, die noch widerlicher sind.

Wir sind uns, glaube ich, einig, dass es im Interesse Deutschlands ist, von solchen Regimen möglichst unabhängig zu sein.

Als Gegenbeispiel bleibe ich der Einfachheit halber bei Australien:
Australiens Regierung ist vollkommen demokratisch legitimiert.
Australien hat keinerlei Interesse (und auch keine großen Möglichkeiten), seine Uranvorräte als POLITISCHES Druckmittel einzusetzen. Die Preise ermitteln sich durch Angebot und Nachfrage, nicht durch politisches Wohlverhalten des Kunden.
Selbst wenn Australien eigene politische Interessen verfolgen WÜRDE, wäre das für Deutschland egal, da beide Länder als westliche Demokratien grundlegend dieselben Werte haben. (Gut möglich, dass Australien kein Uran in den Iran verkauft - zu recht.)

Soweit d'accord?

Du sagst völlig korrekt voraus, daß australisches Uran mit mit steigender Nachfrage und / oder sinkendem Angebot teurer werden wird. Das ist nur fair und ein guter Grund, um mehr zu zahlen, oder auf alternative Techniken auszuweichen.
Ein schlechter Grund, mehr für Gas zu zahlen ist, dass Russland Weißrussland (oder Polen) an die Kandare nehmen will.
Ein schlechter Grund, jetzt ein Höllengeld für Windrädchen auszugeben ist, dass man für einen Apfel und ein Ei auf Jahrzehnte Kernkraft in gleicher Menge erzeugen kann, wenn man zu "brüten" beginnt.

Du unterstellst, ich sei gegen den Ausbau regenerativer Energien. Das bin ich nicht, ich bin der festen Überzeugnung, daß diese zum gegebenen Zeitpunkt von ganz alleine - also ohne staatliche Subventionen - ihren Platz im Energiemix einnehmen werden, weil eben andere Energieträger knapp und teuer werden, oder weil die Nachfrage schnell steigt - hoffentlich, China und Indien brauchen noch viel mehr Strom, wenn sie die finstere Armut überwinden. Der Markt regelt das ganz alleine.

Bis dahin wünsche ich mir, dass die Regierung wirtschaftlich und politisch sinnvolle Entscheidungen trifft. Sich an Russland zu binden ist weder wirtschaftlich sinnvoll - weil dieser Lieferant sich als unzuverlässig erwiesen hat - noch politisch, weil er seine Bodenschätze als POLITISCHES Druckmittel gegen seine Nachbarn (die mit uns in der EU sind) einsetzt und die Renditen aus dem Export im Inland verwendet, um sein undemokratisches Regime zu stützen.
So lange wir von fossilen Energieträgern abhängen - selbst nach Erlers optimistischer Schätzung also 2050 noch zu 50% - will ich lieber von Rohstoffen abhängen, die in politisch stabilen, demokratischen und "befreundeten" Staaten förderbar sind.

Das wäre vollkommen problemlos machbar gewesen. Die Regierung Schröder wollte aber statt Atomkraft und Bindung an Australien Gas und die Bindung an Russland. DAS missbillige ich. (Und Schröders Aufsichtstratsposten IST ein dickes Dankeschön von Putin für diese Entscheidung, das wirst Du nicht ernsthaft bestreiten.) Die paar Windrädchen sind ein reines Feigenblatt, eine Ausrede, hinter der Erler diese grundlegend falsche Prioritätensetzung der Vergangenheit verstecken will.

Noch ein letztes Wort zu den regenerativen Energien: Wenn der Staat sie wenigsten komplett direkt aus Steuergeldern subventionieren würde, wäre das wenigstens halbwegs fair. Tatsächlich verdienen die Windmüller - also Investoren, die die Kohle für Grundstück und Windrad übrig haben - daran, daß die Energiekonzerne per Gesetz gezwungen sind, ihnen völlig utopische Preise für den Windstrom (Solarstrom ist sogar noch teurer) zu bezahlen. Die werden umgelegt auf die Gesamtkalkulation und damit von allen Kunden refinanziert. Also von der Aldikassiererin, dem Müllmann und dem Krankenpfleger, die 70% der Bevölkerung ausmachen. Eine glasklare Umverteilung von unten nach oben für einen höchst zweifelhaften Nutzen in einer fernen Zukunft.

Lesenswerte Hintergrundinformationen zum Thema Energiepolitik in der EU trägt Ulrich Speck von der ZEIT hier zusammen:
http://blog.zeit.de/kosmoblog/?p=693

Bitte erst lesen und mir dann antworten. Danke.

Milkiweh
Sonntag, 14.01.07 11:32
 

Und er lernt es nicht... Aber weil ständige Wiederholung von Unwahrheiten vermutlich in Davids Falle dazu dienen soll, dass irgendwann jemand anfängt, daran zu glauben, kann man hier nur wiederholen, was Berufenere als ich vor mir schrieben:

"Atomkraft ist und bleibt ökonomischer Unfug. Schon jetzt reichen die Uranvorräte nur noch ca. 40 Jahre - wenn China so weiter macht, noch 15 bis 20. Zugleich wächst aber der weltweite Bedarf an Energie schneller als je.

Ökonomisch interessant sind daher nur Energiequellen, die länger reichen, auf Dauer deutlich billiger werden und ökologisch vertretbar sind, eben regenerative Energien! Kernenergie ist von vorgestern und auf 100.000 Jahre gesehen viel zu teuer - die Altlasten kosten in 100 Jahren schon mehr, als sie heute je gespart haben.

Wichtiger wäre, endlich mal die Einsparpotentiale zu realisieren, die im Bereich von 20 bis 40% liegen." (von Au Weia, hier in fudder)

Bleibt hinzuzufügen: Die größte Autonomie erreicht man durch dezentrale Versorgungen (David, recherchiere mal, wieviele Megawatt alleine jedes Jahr durch Leitungsverluste verpuffen, falls Du etwas lernen willst) und durch Energieformen, die wie die Solarenergie, Biomasse usw. schon heute auf 100 Jahre gesehen preiswerter sind als konventionelle Energieformen.

Wie schrieb die Badische Zeitung so schön: Die Schönauer Energie-Rebellen (www.ews-schoenau.de) bieten inzwischen Ökostrom an, der billiger ist als der Atomstrom-Discounter YelloStrom. Komisch, oder etwas doch nicht?

Nick Name
Sonntag, 14.01.07 11:55
 

1. Nein, wir sind uns nicht einig, es sollte im Interesse Deutschlands sein, von fossilen Energieträgern grundsätzlich unabhängig zu sein.

2. Ich bleibe dabei, es ist blauäugig anzunehmen, dass z.B. Australien seine Marktmacht nicht ausnutzen würde, wenn Uran knapp wird. Oder wie hättest du die USA vor 50 Jahren noch bezeichnet? Etwa als uralte, stabile Demokratie westlicher Prägung?

3. Der richtige Zeitpunkt, in regenrative Energietechnik zu investieren, ist jetzt, da alle wissen, dass wir irgendwann darauf angewiesen sein werden. Der technologische Vorsprung, den wir schon jetzt dank der grünen Politik haben, kommt uns sowohl heute als auch in den nächsten Jahren noch erheblich zu gute.

4. Wer solange wie möglich von fossilen Energieträgern leben möchte, darf gerne mal aus dem Fenster schauen. Ups, kein Schnee, 15 Grad und das mitte Januar. Komisch, nicht?

5. Deine Aldikassierin, der Müllmann und der Krankenpfleger (hey, du hast die Hebamme vergessen, die kommt noch besser) sind dadurch immerhin angehalten, ihren Energieverbrauch entweder zu senken oder selber auf regenerative Energiequellen umzusteigen - die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach lohnt sich dank dem Energiegesetz meistens. Und wer subventioniert eigentlich nach dieser Rechnung den "sauberen" Strom? Die, die am meisten Strom verbrauchen. Klingt gerecht für mich.

ich bitte um ruhe
Sonntag, 14.01.07 17:00
 

@nichname

blablabla, immer dieser grüne scheiß. ja, wie brauchen regenerative energien, aber nein, liebe kinder, nicht aus idelogischen gründen.

und dann immer diese verkackten klischees. mein gott leute, macht die augen auf: australien und die USA sind einfach deutlich bekömmlichere partner als russland. alleine schon, weil die EU-USA-Handelsbeziehungen hier als druckmittel auf eine demokratische regierung herhalten können, währenddem sich auf politischem weg nur sehr wenig druck auf russland erzeugen lässt.

regenerative energien, ja. aber sinnvoll. hört doch einfach mal auf aus der ideologischen ecke zu argumentieren (kernkraft: böse, USA: böse, Australien: bald böse, weil böser markt). oder geht doch einfach mal unter einem windrad campen.

immer noch ruhe
Sonntag, 14.01.07 17:01
 

technologischer vorsprung? durch die null-effizienz-windräder? boah leute, das ist grauenvoll zu lesen.

Nick Name
Sonntag, 14.01.07 18:40
 

@ich bitte um ruhe

Ich campe unter einem windrand, wenn du auf nem Reaktor campst - versprochen!

David Harnasch
Sonntag, 14.01.07 20:22
 

1) Erstrebenswert sind gebratene Tauben, die einem in den Mund fliegen, Frieden für alle und eine Lebenserwartung von 250 Jahren weltweit. Bis dahin sollten wir aus den realen Gegebenheiten das beste machen.

2) Australien nutzt seine Marktmacht, um hohe Preise zu erzielen, und das ist VÖLLIG OK. Australien nutzt seine Marktmacht NICHT, um Australische Oppositionelle zu verfolgen oder seine Nachbarn zu politischem Wohlverhalten zu zwingen. KLAR waren die USA vor 50 Jahren schon eine uralte Demokratie. Und der Begriff "westlich" definiert sich wesentlich über die USA. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen auf Deine Definition Amerikas im Jahr 1957.

3) Wenn jetzt der richtige Zeitpunkt zum investieren ist, dann werden es private Kapitalisten tun, die sind ja nicht blöd. Offenbar muß man aber mich als Stromkunden per Gesetz zwingen, deren Rendite zu garantieren. Das gibt doch sehr zu denken.
Wie kommt uns "der technologische Vorsprung, den wir schon jetzt dank der grünen Politik haben" denn momentan zu gute? Wir zahlen international mit die höchsten Strompreise, das kann's nicht sein. Wir bezahlen einen kompletten Wirtschaftszweig dafür, KEINE Wertschöpfung zu betreiben. Volkswirtschaftlich ist das schädlich.

4) Du bist ja leicht zu beeindrucken. Dieser Januar gehört von der Durchschnittstemperatur knapp ins obere Drittel - statistisch völlig in der Norm.

5) OK, Du hast wirklich nicht so ganz furchtbar viel Ahnung von dem Thema, sorry.
- Wir reden von 70% der Bevölkerung, also untere Mittelschicht und darunter (nach Bolte). Die HABEN KEIN DACH, weil sie kein Haus haben, weil sie zur Miete wohnen! Und wenn sie eins hätten, hätten sie keine 10.000 Euro rumliegen, um sie zu investieren, die sind ARM. Und die haben im Gegensatz zu mir auch keine Stromrechnung von 300 Euro, die man durch simples Stromsparen um zwei Drittel senken könnte, sondern eine von 50 Euro, wo nicht viel zu machen ist.
- Wie kommst Du auf die vollkommen abwegige Idee, Großverbraucher würden diese Subventionen leisten? Großverbraucher sind von der Ökosteuer (die im Strompreis normalerweise enthalten ist) im Gegensatz zu Dir und mir AUSGENOMMEN - aus Standortpolitischen Gründen. Sie werden also vom Rest der Steuerzahler alimentiert, was ihren Subventionseffekt zunichte macht.
Aber das war Dir sicher bekannt, schließlich bin ich der Toaster hier.

David Harnasch
Sonntag, 14.01.07 20:27
 

@ ruhe bitte & nick
Ich würde allemal eher auf einer AKW-Kuppel als unter einem Windrad pennen:
http://members.aol.com/fswemedien/ZZUnfalldatei.htm

Nick Name
Sonntag, 14.01.07 21:08
 

Du hast in genau einem Punkt recht:
"Aber das war Dir sicher bekannt, schließlich bin ich der Toaster hier."

Ganz kurz zu den Punkten, in denen du Unrecht hast:
1) Knapp daneben ist auch vorbei - "aus realen Gegebenheiten das Beste machen" ist schlechter als die besten realen Gegebenheiten schaffen.

2) Da hab ich mich wohl nicht klar ausgedrückt. Der Punkt war: vor 50 Jahren hätte jeder die USA als Vorzeige- Demokratie bezeichnet, und schau dir an wo sie heute sind. Weiß aber nicht, ob jemand wie du das verstehst.

3) Ich bin ja nun ein Volkswirt, und "private Kapitalisten" (Unternehmer?) investieren NIE in teure Technologien, auf die sie hinterher kein Patent bzw. Monopol haben, sprich, z.B. im Falle der Solarenergie, muss durch den Staat subventioniert werden. Grundstudium VWL.

4) Da fällt mir nun wirklich nicht mehr viel zu ein. In 20 Jahren gibts in der Schweiz keine Gletscher mehr. Schaust du Wintersport? Erkennst du Kunstschnee?

5) Von der Ökosteuer hat keiner geredet, anderes Thema. Aber ich empfehle dir, weiter auf diese Art zu argumentieren, sonst machst du ja nie nen Punkt.

David Harnasch
Sonntag, 14.01.07 21:38
 

1) Nein, das ist ein Synonym. Und damit auch egal.

2) In der Tat halte ich gewiss sehr viel mehr von den USA als Du. Egal: Wir sind uns also NICHT einig, dass Rußland der weniger berechenbare und politisch gefährlichere Lieferant ist, und z.B. Australien ihm vorzuziehen ist. OK. Da kommen wir nicht zusammen, aber das haben wir geklärt. (Und das war mein Hauptkritikpunkt an Erler.)

3)
- Natürlich schützen die Entwickler neuer Techniken der Energiegewinnung diese durch Patente. Wie kommst Du auf das Gegenteil?

- Ich kenne einen Metzger, der hat in eine teure Metzgerei voller Wurstfabrikationstechnologie investiert. Er hat weder ein Patent auf Wurst, noch ein Monopol. Er ist zweifelsfrei ein Unternehmer. Er bietet eine Ware zu einem konkurrenzfähigen Preis an und lebt sehr gut davon.

- Und nochmal, nun da ich weiß, daß Du vom Fach bist: WO "profitieren wir heute" volkswirtschaftlich vom "Vorsprung..."? Und WO "profitieren wir heute" volkswirtschaftlich davon, einen Industriezweig zu alimentieren, dessen Produkte auf dem freien Markt keiner zu kostendeckenden, geschweige denn profitablen Preisen kauft?

4) OK, obwohl ich nicht glaube, daß seriöse Aussagen zu dem Thema möglich sind, nehme ich jetzt mal an, daß es eine außergewöhnliche Erderwärmung gibt, daß sie menschgemacht ist, daß sie am Ausstoß von "Treibhausgasen" liegt, daß sie böse ist, und daß es sinnvoll ist, viel, viel Geld auszugeben um sie zu vermeiden. OK. Darüber brauchen wir NICHT zu diskutieren. Dann spricht auch das für die weitere und extensivere Nutzung der Atomkraft, die bekanntlich vollkommen klimaneutral ist.

5) Die Ökosteuer lässt sich nicht von Deinem Statement (dessen ersten Teil ich als kassiert betrachte) trennen

"Und wer subventioniert eigentlich nach dieser Rechnung den 'sauberen' Strom? Die, die am meisten Strom verbrauchen. Klingt gerecht für mich." ,

denn da AUSSCHLIESSLICH Strom-Grossverbraucher von dieser Steuer ausgenommen sind, kommt das einer Subvention für den Verbrauch großer Energiemengendurch alle anderen Stromkunden gleich.

Solitaire
Sonntag, 14.01.07 21:52
 

Lieber Nick. Wie man merkt interessierst du dich zumindest für Politik, Respekt. Immerhin ein Anfang wenn man bedenkt dass viele Menschen in diesem Land nicht mal diese Eigenschaft aufweisen. Über die Qualität deiner Gedanken lässt sich aber toll streiten.
Ich habe auch tatsächlich nur den ersten Teil deiner am Anfang ich würde sagen -naja- etwas unsachlichen Ausführung verfolgt und dabei festgestellt das du dich auf Abhängigkeit, bzw Autarkie eingeschossen hast. Schön!
Deutschland ist Stromimporteur.(das heisst,wir kaufen Strom aus anderen Ländern ein Nick - ach verzeih mir ich seh grad oben du beherrschst Fremdwörter) Deine schöne Unabhängigkeit führt also dazu, dass wir Strom aus Ländern beziehen die noch nicht mal wissen wie man ein sicheres Atomkraftwerk baut - von Atomausstieg gar keine Rede.
Wäre es nicht schlauer deutsche Kraftwerke deren Sicherheit wir selbst kontrollieren können zu nutzen, anstatt ehemalige Staaten der Sovjetunion in Kernkraftwerken herumspielen zu lassen? Man bedenke: so eine ''radioaktive Wolke'' kennt, wenn der Wind doof steht keine nationalstaatliche Grenzen. Also verzichte ich doch auf staatlich subventionierte regenerative Energiequellen, die nicht nur unbezahlbar, noch eine ungenügende Effizienz aufweisen und uns schon dreimal in eine deutlich gefährlichere Abhängigkeit treiben.
Also Atomkraft in Germany? Ja, bitte wieder her damit. Dann können wir auch endlich in Ländern einkaufen (USA, Australien,..) die im Gegenzug auch bei uns was schönes kaufen können, weil sie nämlich reich sind im Gegensatz zum Ostblock. Wir sind doch Exportweltmeister und wollen es bleiben, oder Nick - sonst kann dein linksalternativer Parteienblock bei der nächsten Wahlkampftour gar nichts postitives mehr berichten.

Ach und wenn du im TV tatsächlich natürlichen von künstlichem Schnee unterscheiden kannst, möchte ich dich, obgleich ich dich für einen geistigen Rohrkrepierer halte. trotzdem gerne kennenlernen. Du wärst der erste der sowas kann.

Mit freundlichsten Grüßen

David Harnasch
Sonntag, 14.01.07 22:09
 

@Solitaire
Man kann Kunstschnee im TV schon erkennen - wenn eine schmale Schneeloipe für den Biathlon durch ein sonst vollkommen grünes Tal führt, hat's nicht selektiv geschneit ;-)

Matthias Petsch
Sonntag, 14.01.07 22:10
 

Gott, dafür bin ich ja viiiieeeel zu faul! Ich war ja heute wieder im schönsten Land auf Gottes Erdenrund, der Schweiz. Die Eidgenossen beleuchten ihre Stuben mit den Kernkraftwerken Beznau 1 und 2, Gösgen, Leibstadt und Mühleberg. Damit nicht genug, ca 40% der helvetischen Elektrizität werden durch Kernspaltung erzeugt.

Mein Gott ist die Schweiz toll, die Luft ist sauber, das Land ist reich es ist kultiviert sie haben Ricola erfunden und die Nazis nicht reingelassen sondern sie auch noch beklaut. Es gibt Wintersport, tolle Frauen und tolle Uhren, Fondue und dergleichen... jedes mal wenn ich die 50 Kilometer hinter mir habe dann mag ich nicht mehr zurück nach Freiburg. Also entschuldigt, Kernkraft verliert doch jeglichen Schrecken wenn God's -wahres- own country die bösen kleinen Atome benutzt, und beherrscht.


Matthias Petsch
Sonntag, 14.01.07 22:27
 

Ich habe total vergessen meine Parteiergreifung für alle die gegen Erler sind - warum auch immer - kundzutun.
Er besuchte vor geraumer Zeit mein Gymnasium zwecks einer kleinen Diskussionsrunde. Was macht der Mann nur mit seinen vielen Bezügen? Einen schönen Anzug hat er sich auf jeden Fall seit min. 1968 nicht mehr gegönnt, heruntergekommen träfe es ganz gut.
Wie kann ich so jemandem Glauben schenken? Ich glaube dem freundlichen Clochard am Walthari ja auch nicht das er den Euro, den ich ihm nicht gab, für ''XXL - Kondome'' verwendete.
Naja der Spruch des SPD Vorsitzenden und/oder Wurstsalatfreundes ist mittlerweile abgedroschen und außerdem hat Herr Erler ja leider Arbeit.

David Harnasch
Sonntag, 14.01.07 22:30
 

@ Milkiweh
- "Schon jetzt reichen die Uranvorräte nur noch ca. 40 Jahre - wenn China so weiter macht, noch 15 bis 20." Ein Wort: BRÜTEN

- Wenn regenerative Energien "ökonomisch interessant" sind, brauchen sie keine staatliche Förderung, sondern ökonomisch interessierte Investoren.

- "20 bis 40 % sparen." Warum? Ist doch wurscht, wenn China und Indien das sowieso zunichte machen. Dann werden regenerative Energien ganz schnell konkurrenzfähig und billig und wir müssen nicht sparen.

- "Die größte Autonomie erreicht man durch dezentrale Versorgungen (David, recherchiere mal, wieviele Megawatt alleine jedes Jahr durch Leitungsverluste verpuffen, falls Du etwas lernen willst)"
Die größte Effizienz erreicht man dadurch nicht. Die Leitungsverluste werden locker wettgemacht durch Effizienzgewinne bei Großanlagen. Das viel größere Problem ist der lächerlich schlechte Nutzgrad der regenerativen Energien, die Strom liefern, wenn Wind weht oder Sonne scheint, und nicht, wenn BMW eine Sonderschicht fährt.

- EWS: Nö, keineswegs seltsam. Die EWS erzeugen Ökostrom, der auf einem freien Markt nichts wert ist, weil er nicht dann ins Netz gespeist wird, wenn er gebraucht wird. Badenova & co. sind gesetzlich gezwungen, ihn dennoch jederzeit abzunehmen und teuer zu bezahlen. Natürlich kann EWS in einem derart verzerrten Wettbewerb konkurrieren.

Nochmal: Der (noch) schlechte Nutzgrad von Ökostrom liegt an der Unmöglichkeit, ihn verlustarm zu speichern. Wer hierfür eine Lösung findet, sollte sie patentieren, er wird völlig zu recht steinreich werden.

kus
Sonntag, 14.01.07 22:58
 

interessante Diskussion!

Nick Name
Sonntag, 14.01.07 23:00
 

@ David
Lassen wir es gut sein, wir kommen da nicht wirklich weiter. Aber es war wenigstens ein echtes "bashing", hat mir zumindest gefallen, im Gegensatz zu deinem Erler-podcast. Ich für meinen Teil habe auch was aus deinen Aussagen gelernt, würd mich freuen, wenn das auch umgekehrt der Falle wäre (z.B. die Ökosteuer, da hab ich mich geirrt und was gelernt).

@Solitaire
Wo ist dein Punkt? Abhängigkeit findest du nicht gut und plädierst dafür für eigene Atomenergie, die uns über Uranimporte wiederum abhängig machen - ich glaube, auch David hat mittlerweile diesen Punkt verstanden.
Besonders sachlich sind deine Ausführungen übrigens auch nicht. Eher wirr.

David Harnasch
Sonntag, 14.01.07 23:00
 

Öl-Streit
Russlands Energieimperialismus und die Rückkehr der Geopolitik
Lange Zeit hat Europa es sich bequem gemacht mit der Weltpolitik. Unter amerikanischem Schutzschirm ließ sich gut über Multilateralismus philosophieren. Doch der Ölstreit zeigt, dass man sich auch hierzulande den Konflikten der Geopolitik stellen muss. Eine Analyse von Clemens Wergin

http://tinyurl.com/ybxmku

kus
Sonntag, 14.01.07 23:05
 

kurzer Hinweis an die, die HTML können: Man kann in den Kommentaren richtige Links setzen, indem man den üblichen < a href >-Tag verwendet.

Milkiweh
Montag, 15.01.07 02:41
 

David, Du pauschalisiert nach wie vor. Auf das Kostenargument gehst Du nicht ein - klar, das ist die größte Schwachstelle Deiner Argumentation, denn Atomkraft ist teurer als alle anderen Energieformen, und das sogar, wenn man die Milliarden öffentlicher Förderung in diese Technik geflossen sind, ebenso wie die steuerfreien Rückstellungen nicht mit einbezieht! Und sie wird jedes Jahr teurer - und die Kosten der 100.000 Jahre notwendigen Endlagerung sind ebenfalls kaum abzuschätzen, die Preise für die dazu nötigen Dienstleistungen bleiben ja nicht mal ein Jahr stabil.

Hingegen sinken die Kosten für regenerative Energien jedes Jahr um 4 bis 20%, je nach Bereich. Wenn Deine "soziale" Argumentation also ernst gemeint und nicht nur vorgeschoben wäre, müsstest Du umdenken.

Der einzige Punkt in Deiner Argumentation, auf den es sich lohnt einzugehen, ist die Speicherbarkeit von Windkraft und Solarenergie. Die ist in der Tat ein Problem. Aber dieses Problem gilt für andere regenerative Energien (Wasserkraft, Biomasse, Holz, Geothermie usw.) nicht. Im Gegenteil, bereits heute werden Wasserkraftwerke als Pumpspeicher für die flüchtigen konventionell erzeugten Energien genutzt, weil man für die Spitzenlast ebenfalls keine Atomkraftwerke verwenden kann, da diese nicht mal eben schnell an- und wieder abgeschaltet werden können.

Warum Du ansonsten die so wichtige Debatte um Energie-Effizienz einfach mit dem Verweis auf China beiseite schiebst, verstehe ich auch nicht - ich dachte, Dein Argument sein *unsere* Energieversorgung und deren Unabhängigkeit!

Und Energie, die nicht gebraucht wird, ist immer noch die größte Form der Unabhängigkeit. Zumal die Technologie, die im Bereich Energieeffizienz entwickelt wird, volkswirtschaftlich extrem spannend ist.

lalala
Montag, 15.01.07 12:54
 

ich finde es bei energiepolitik besonders ärgerlich, daß es ein enorm wichtiges thema ist, bei dem ich mich nicht ausreichend informieren kann.

der iaeo glaube ich nicht, den grünen schon gar nicht, den stromkonzernen erst recht nicht, der cdu ohjeohje und so weiter und so weiter. und so läuft eine zentral wichtige debatte an mir vorbei, weil ich z.b. nicht weiß, wie viel öffentliche gelder nun tatsächlich in die kernkraft geflossen sind, ob man die dinger nun sicher kriegen kann oder doch nie und nimmer, wie hoch die nettoenergieausbeute eines windrads ist, wie viel von der biomasse schon der bauer mit seinem trecker wieder verfeuert und so weiter und so weiter. ein scheißgefühl.

David Harnasch
Montag, 15.01.07 13:20
 

@milikweh
Danke, endlich lese ich mal gute Argumente im sachlichen Tonfall.

Nochmal ausführlich zum Kostenargument: Wenn man Atomstrom "teuerrechnen" will, dann tut man gut daran, die staatliche Förerdung, die beim Bau und Betrieb der deutschen Atomkraftwerke geflossen ist, einzurechnen. Tatsächlich ist hier Staatsgeld ausgegeben worden, das es heute gewiss so nicht mehr geben würde, angesichts der prächtigen Gewinne, die die AKW-Betreiber einfuhren.
Nun ist das Geld aber leider schon weg, die AKWs stehen, (sind im internationalen Vergleich mit die sichersten) und liefern um so billigeren Strom, je besser mal sie ausnutzt (= je länger die Anfangsinvestition sich bezahlt machen kann).
Ich gebe Dir recht, daß es ein Fehler war, diese Energieform staatlich zu subventionieren. Denn es ist immer ein Fehler, irgendwelche Energien zu subventionieren. Ich will nicht, daß derselbe Fehler jetzt wieder gemacht wird, diesmal mit Sonne und Wind.

Die Endlagerung ist ausschließlich deshalb so teuer, weil es politisch nicht gewollt ist, eine billige Lösung zu finden. Atommüll ist viel leichter zu handhaben, als z.B. abertausende Tonnen giftiger Chemikalien in all ihren Aggregatszuständen, die jeden Tag anfallen und problemlos transportiert und gelagert werden.
Gorleben könnte seit über zehn Jahren ein sicheres Endlager sein, wenn die Politik sich hierzu mal durchringen könnte. Brüten

Ich argumentiere nicht "sozial", das ist ein Unwort. Ich schätze die wirtschaftliche und politische Effizienz der rotgrünen Energiepolitik einfach als ziemlich mies ein.

Pumpspeicher: Man kann mit AKWs vollkommen problemlos kurzfristige Leistungsspitzen abfangen, das wird auch gemacht (z.B. läuft für jedes Windrad die entsprechende Kapazität als "Schattenkraftwerk" mit, auch AKWs.) Vereinfacht: Das Kraftwerk erzeugt permanent ein paar Prozent mehr Dampfdruck, als Strom verbraucht wird. (Egal, ob Kohle, Öl, Gas oder Uran zur Hitzgewinnung dienen). Im Normalfall lässt man den nicht beötigten Druck einfach ab. Bei einer Leistungsspitze schaltet man eine Turbine zu. Das geht innerhalb weniger Sekunden. Meinst Du vielleicht Stromveredelung? Das machen die Schweizer Wassermüller alle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stromveredelung

Wir sind uns hier alle einig, daß die Kosten für regenerative Energien permanent sinken, und die konventioneller Stromerzeugung steigen. Ich sage: Super, dann sorgt der Markt dafür, dass die Zukunft der "sauberen" Energie gehört und es gibt überhaupt keinen Grund, warum der Staat ihr Geld hinterherwerfen muss.

"Warum Du ansonsten die so wichtige Debatte um Energie-Effizienz einfach mit dem Verweis auf China beiseite schiebst, verstehe ich auch nicht - ich dachte, Dein Argument sein *unsere* Energieversorgung und deren Unabhängigkeit!
Und Energie, die nicht gebraucht wird, ist immer noch die größte Form der Unabhängigkeit."

OK, Du hast recht, darauf muß ich ausführlicher eingehen. Als ich die Spardebatte "abwürgte", hatte ich noch die Klimaveränderung im Kopf, die der (im Vergleich zu zukünftig Asien) lächerliche Stromverbrauch Deutschlandssicher nicht beeinflussen wird.
Ja, je weniger Strom wir hier verbrauchen, desto unanbhängiger sind wir. Aber Stromverbrauch und Lebensstandart korrellieren eng miteinander. So lange z.B. Deutschlands Geschäfte, Büros und Privatwohnungen im Hochsommer nicht flächendeckend klimatisiert sind, besteht hier Aufholbedarf, der mit Mehrverbrauch einhergehen wird. Ich sehe es nicht als Aufgabe der Politik an, die Bürger zur Selbstkasteiung zu erziehen. (Da kann man natürlich anderer Meinung sein, aber es ergibt keinen Sinn, nach einem Konsens zu suchen.)

"Zumal die Technologie, die im Bereich Energieeffizienz entwickelt wird, volkswirtschaftlich extrem spannend ist." Absolut, Du hast vollkommen recht! Das ist sie aber auch ohne, daß man dafür Steuergeld ausgibt.

Nick Name
Montag, 15.01.07 16:39
 

Mal ne Anmerkung zum Thema Tonfall, da ich das Gefühl habe, ich werde hier als der Urheber dieses "unsachlichen" Stils angesehen:
Aufhänger ist ja dieser Podcast von David, und der kann nun wirklich nicht als sachlich bezeichnet werden. Die Äußerungen sind polemisch und Erler gegenüber teilweise beleidigend.
Also wer hier plötzlich die Memme spielt, wenn er harte Replik auf sein "provokatives bashing" (allein diese Bezeichnung deutet ja schon auf Unsachlichkeit hin) bekommt, der merkt wohl einfach nur, dass es ein kleiner Unterschied ist, so ein podcast über jemanden zu machen, der sich nicht wehren kann, oder eine Diskussion zu führen.

Z
Montag, 15.01.07 17:50
 

Mann o Mann!Das diesem Harnasch überhaupt noch eine Plattform gegeben wird.Der würde in die Politik passen.Im
jetzigen Leben Wichtigtuer und unnötig,im späteren Leben
wahrscheinlich Politiker und Dummschwätzer mit sicherer
Rente.Armes Deutschland.Auswanderer ich habe euch verstanden.

sense
Montag, 15.01.07 18:32
 

ich brech ins essen! alleine schon, wenn ich diese ätzende stimme dieses *edit* david h. höre - das braucht kein mensch und fudder schon hundertmal nicht!

Matthias Petsch
Montag, 15.01.07 18:43
 

Ändert sich dadurch der Geschmack deiner Mahlzeiten, wenn du von Zeit zu Zeit reinbrichst?

Hoeppel
Montag, 15.01.07 20:22
 

Tja was lernen wir daraus...? Wenn die Argumente ausgehen fangen manche Leute an herumzupöpel... also sollten diese lieber nicht in die Politik gehen das kommt dort nicht so gut ....

alex
Montag, 15.01.07 21:19
 

@david und nick:

also, ihr führt hier eine interessante diskussion, bei der zwei meinungen aufeinander treffen, die sich nicht groß gegenseitig annähern werden, ok, allerdings möchte ich eine aussage von david herausheben, die ich als "normalo" und definitiv nicht-grüner etc. trotzdem extrem kurzsichtig etc. finde:

"Dann spricht auch das für die weitere und extensivere Nutzung der Atomkraft, die bekanntlich vollkommen klimaneutral ist."

David, 3 Beispiele dagegen:

1) Tschernobyl - keine weitere Ausführung dazu

2) Schweden oder Finnland 2006 ( ich glaub es war in Schweden, bin mir aber nicht mehr sicher) --> ein moderner Siemens-Reaktor stand kurz vor der Kernschmelze, nur durch äußerste Bemühungen der Crew konnte ca. 20 Minuten vor Eintritt dieser, der GAU verhindert werden.

3)Fessenheim sowie unzählige weitere marode Meiler in Frankreich und nicht zu vergessen all die Tschernobyl-ähnlichen Reaktoren in osteuropäischen Staaten...

Diese 3 Beispiele widerlegen glaube ich jegliche Aussage zum Thema sichere Zukunft und klimaneutral

Ich frag mich, wo hier die ganzen atomstromgegner von einst sind, eine ganze generation hat nichts mehr zu sagen, resignation pur? traurig!

David, ich finde, über Deine Argumente kann man marktwirtschaftlich definitiv diskutieren, allerdings denke ich, dass Atomstrom weg muss. Dies sollte in meinen Augen auch keine marktwirtschaftliche Frage sein, sondern tatsächlich eine ideologische. Man muss neue Wege beschreiten, um innovative Technik zu etablieren und man muss klare Fristen setzen, nur so kann es zu dieser Innovation kommen, ansonsten verschiebt sich alles nur weiter nach hinten, bis es zu spät ist.

Atommeiler sind unkalkulierbar, Uran ist teuer im Abbau und als verbrauchtes Endprodukt in der Lagerung (Gorleben!!!), ungelöste Endlagerfrage, ... all diese Dinge sprechen eine eindeutige Sprache --> Weg mit Atomstrom!!!

Nick Name
Montag, 15.01.07 22:19
 

@alex

Ich stimme dir in allem zu, besonders in der Aussage, dass sich die Meinungen bei diesem Thema nicht annähern werden. Man muss sagen: leider! Ich kann mich auch noch an eine Ausgabe der ZEIT erinnern, in der das für und wieder von Atomenergie ausgiebig diskutiert wurde - letztlich hat aber sicher niemand durch diese Artikel seine Meinung geändert, was natürlich auch an dem liegt, was "lalala" sagte - gute Zahlen und Statistiken hat irgendwie jeder.
Was bleibt einem da noch anderes übrig, als schlicht ideologisch zu entscheiden und zu argumentieren? Und da ist die Wahl doch nun wirklich einfach, zumindest wenn es sich nicht um Menschen wie David handelt, die auch Bush gutfinden und für den Irak-Krieg waren (nur mal kurz gegoogelt, denke mal es stimmt).

alex
Montag, 15.01.07 23:42
 

@nick:

stop alter, das ist es, was ich an diesem forum hasse. ich gebe meine meinung zu einem ganz bestimmten thema ab und du vermischt es dann wieder mit davids meinung zu busch oder irak-krieg. das ist für mich keine logische und akzeptable diskussionsgrundlage, das ist bashing. es wurde in eurer diskussion zwar über gut und böse zwischen usa, russland, australien usw. geschrieben, allerdings halte ich mich aus diesem raus und erwarte von dir dann auf meinen beitrag nicht eine solche antwort!
was zwischen dir und david ist, geht mich nichts an, euren meinungsunterschied habe ich festgestellt, jedoch sehe ich keinen grund, daraus irgendwelche verurteilungen oder analysen zu ziehen, a la wenn er so denkt, dann kann er auch nur hier so antworten. ich habe meinen standpunkt zum thema atomstrom und meine befürwortung zum dazugehörigen ausstieg kund getan, distanziere mich aber von jeglicher unsachgemäßer persönlicher difamierung. so kommt dein letzter satz bei mir nämlich an. ziel einer diskussion kann nicht sein, den anderen zu diskreditieren, nur weil dieser deine meinung nicht teilt, dazu herrscht doch gott sei dank MEINUNGSFREIHEIT

Nick Name
Montag, 15.01.07 23:55
 

@ alex

Versteh ich nicht, "für den Irak-Krieg sein" ist doch auch eine Meinung - wieso ist das jetzt eine persönliche Diffamierung in deinen Augen? Da spielt ja jetzt schon wieder deine Ideologie mit rein, oder nicht?
Dass es mit dem Thema Atomenergie nicht direkt zu tun hat, ist mir auch klar. Was ich damit sagen wollte ist eigentlich nur, dass die meisten Menschen ein eingefahrenes, in sich stimmiges Weltbild haben. Das wird dann in seinen Teilen auch mit aller Macht verteidigt. Mehr nicht, komm wieder runter.

David Harnasch
Dienstag, 16.01.07 13:37
 

@alex & Nick

Das Irak-Kriegs-Fass lassen wir hier mal besser zu. Dazu können wir viel Spaß in meinem privaten Blog haben oder bei den WMD. Zumindest, bis ich Erler das Thema im nächsten Podcast um die Ohren haue.
Nick nimmt sich selbst nicht aus von seiner Aussage: "Dass die meisten Menschen ein eingefahrenes, in sich stimmiges Weltbild haben. Das wird dann in seinen Teilen auch mit aller Macht verteidigt.", das ist völlig OK.

Im Post vorher spielt er darauf an, daß mein gesamtes Weltbild mich zu einem schlechten Menschen macht, aber das perlt an mir ab wie bestimmte Körperflüssigkeiten an Gina Wild.

Warten wir noch, bis ich einen schönen Anlass finde, und unterhalten uns dann hier über Krieg und Frieden - demnächt in diesem Theater!

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 16.01.07 14:11
 

Einfach mal den Spiegel lesen, da gibts interessante Einblicke zu der Thematik.
Steinmeier liefert da interessante Infos wie z.B. dass Dtschl. längst nicht so einseitig abhängig ist wie propagiert wird, und der für die gegenwärtige Hysterie bzgl. Russland keinen Grund sieht. Er hält die Angst für gezielt geschürt, weniger als zwei Prozent der Ölimporte werden für die Stromerzeugung verwendet. Bzgl. Kernkraft: Es gab niemals zuvor eine Generation an Menschen die ihren Nachfolgern dermaßen viel Probleme (wie z.B. Endlagerung?) hinterlässt, das nenn ich schon eine Leistung. In Japan war übrigens grad vor ein paar Tagen mal wieder ein kleinerer Störfall, aber das Ausmaß was Atomkraft ausrichten kann, wird man erst merken, wenn ein Supergau in einem wirklich dichtbesiedelten Gebiet passieren wird, hoffen wir, dass das nie passieren wird, wobei Tschernobyl sollte theroretisch ja angeblich auch nie passieren.

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 16.01.07 14:16
 

@alex, es war in Schweden.

lalala
Dienstag, 16.01.07 14:21
 

das war nochwas, was mich frustriert hat. es gibt inzwischen kühlwassermoderierte reaktoren, das heißt, sobald die kühlung ausfällt und es heiß wird blubbert das wasser raus, der moderator, der die neutronen verlangsamen muss, damit sie andere kerne spalten können, fehlt damit und es kommt alles zum stillstand. wie früher bei christiansen. wie soll denn so eins überhaupt schmelzen? die grünen behaupten, es ginge doch, aber das klingt für mich echt ziemlich sicher. kann mir mal einer der experten hier erklären, was bei so einem noch schiefgehen soll und warum es immer noch zu angeblichen beinahekernschmelzen kommt?

David Harnasch
Dienstag, 16.01.07 15:24
 

@S
"Es gab niemals zuvor eine Generation an Menschen die ihren Nachfolgern dermaßen viel Probleme (wie z.B. Endlagerung?) hinterlässt, das nenn ich schon eine Leistung."

Stimmt.

GUTE ALTE ZEIT:
Analphabetentum, Apartheid, Armut, Folter, Hexenverbrennung, Hunger, Inquisition, Kinderarbeit, Kinderlähmung, Kolonialismus, Leibeigenschaft, Pocken, Sklaverei, Tuberkulose, Zwangsheirat, Zahnziehen ohne Betäubung.

Andrés
Dienstag, 16.01.07 15:25
 

@lalala: "In den Brennstäben finden allerdings vom Moderator unabhängige Kernspaltungen durch den weiteren radioaktiven selbstständigen Zerfall von vorher entstanden Spaltprodukten statt. Dadurch entsteht die Nachzerfallswärme. Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei einem länger andauernden Ausfall großer Teile der Kühlung die Temperatur so hoch wird, dass dadurch eine Verformung oder sogar Schmelze der Brennstäbe eintritt."(wikipedia: dampfblasenkoeffizient)



David Harnasch
Dienstag, 16.01.07 15:25
 

Hab ich geklaut. Henryk M. Broder, Josef Joffe, Dirk Maxeiner und Michael Miersch
SCHÖNER DENKEN
Wie man politisch unkorrekt ist
Piper Verlag, München
192 Seiten, 14,90 Euro

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 16.01.07 15:34
 

Ach lässt du die Zähne ziehen ohne Betäubung? Bist du Analaphabet, versklavt oder hast die Pocken ? Interessant. ;-) Ansonsten gibt es natürlich diese Probleme auf der Welt, da hast du ganz recht oder sollte ich sagen Henryk hat Recht, aber die Endlagerung von radioaktivem Material ist halt etwas anderes, denn an all den oben angesprochenen Dingen könnten die Menschen etwas ändern, wenn sie nur wollten, den es gibt Mittel gegen Pocken, usw. das radioaktive Material werden sie aber nicht ohne weiteres mehr los, vielleicht hat Henryk da ja aber auch noch Iideen, wie man es dezent los wird.

lalala
Dienstag, 16.01.07 15:36
 

merci, andres!

Andrés
Dienstag, 16.01.07 15:55
 

@Sophrolaeliocattleya: der herr broder stänkert immer gern, hat aber (oft) selbst keine vernünftigen ideen (siehe "wir kapitulieren").

aber zurück zum thema: selbst wenn es eines tages mal sichere reaktoren geben sollte, die dann auch noch mit recyceltem spaltmaterial angetrieben werden (um von niemandem abhängig zu sein), wird immer das problem bestehen: wohin mit dem verstrahltem müll? dieses problem werden wir niemals zufriedenstellend lösen können (solange wir den mist noch nicht auf den mond schiessen können). so gesehen, glaube ich nicht wirklich, dass kernkraft eine akzeptable alternative sein kann.
ausserdem müssen die kosten für die jahrtausende duaernde lagerung des atomaren mülls mit in die kosten der stromerzeugung einbezogen werden. und dann steht die atomenergie gar nicht mehr so gut da. im gegenteil.

David Harnasch
Dienstag, 16.01.07 16:07
 

@S & Andrés

Ihr habt mich bzw. die Autoren mißverstanden. Unsere Generation bzw. die unserer Eltern und Großeltern hat (zumindest im "Westen") die genannten Probleme GELÖST. Und den nachfolgenden Generationen hinterlassen wir vor allem die höchste Lebenserwartung aller Zeiten und einen in der Geschichte der Menschheit unvergleichlichen Wohlstand.

Nochmal zu den Kosten der Endlagerung (Link)

"Mit 300 000 Kubikmetern sicherem Lagerraum wäre es ausreichend für das gesamte nukleare Erbe seit Einführung der Atomenergie in Deutschland. In vier bis fünf Jahren könnte Konrad aufnahmebereit sein, und die Kosten dafür lägen bei 800 Millionen Euro, also deutlich weniger, als die reine Erkundung von Gorleben bisher gekostet hat. Der Großteil der nuklearen Abfälle aus Kernkraftwerken ist nur leicht oder mittel verstrahlter Müll. Ein durchschnittlicher Kernreaktor erzeugt pro Jahr vier Kubikmeter stark strahlenden Abfall, 40 Kubikmeter mittel strahlenden Müll und 400 Kubikmeter leicht verstrahltes Material, das im Wesentlichen aus Arbeitswerkzeugen, Handschuhen, Kleidern und Gebrauchsgegenständen aus Kraftwerken stammt."

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 16.01.07 16:19
 

Mir geht es nicht um die Kosten, ...und es wäre schön wenn es Lösungen für diese Probleme gebe, allein mir fehlt in dieser Hinsicht der Glaube. Die Menschheit ist nicht reif für die Atomenergie und wird es wohl auch niemals sein. Und darauf zu spekulieren, dass die nachfolgenden Generationen dass schon richten werden, halte ich für verantwortungslos.

Andrés
Dienstag, 16.01.07 16:24
 

@david h.: ich hab dich schon so verstanden, wie du es gemeint hast.

der link ist wenig überzeugend. 800mio €? für welchen zeitraum?die kosten sind nicht kalkulierbar. die endlagerung dauert schliesslich bis wann nochmal? bis dahin kann man keine kosten kalkulieren. wir wissen ja nicht mal was in 300 jahren ist. würde man es trotzdem versuchen würde man nicht auf 800mio € sonder auf eine zahl kommen, die nicht wiedergegeben werden kann. dass die akws auf grund des atomausstiegs entsorgt werden müssen mag ja stimmen, aber auch wenn man sie weiterbetreibt müssen sie irgendwann entsorgt werden. auch wenn es erst in 100 jahren ist.
was die geologische stabilität des bodens rund um das endlager angeht: auch das kann nicht ewig als sicher angenommen werden. wir sehen ja jetzt schon wie leicht der mensch angeblich erdbeben verursachen kann (falls das so stimmt). man schaue sich nur die probebohrungen bei basel an.

günther_hetzer
Dienstag, 16.01.07 16:28
 

"Und den nachfolgenden Generationen hinterlassen wir VOR ALLEM die höchste Lebenserwartung aller Zeiten und einen in der Geschichte der Menschheit unvergleichlichen Wohlstand."

na, dann aber wenigstens alt und mit dem neuesten i-pod in die klimakatastrophe. wie beratungsresistent muss man eigentlich sein, um einen solchen absolutistischen fotschrittsglauben zu verbreiten?

Nick Name
Dienstag, 16.01.07 16:36
 

@ Sophrolaeliocattleya

David argumentiert rein marktwirtschaftlich, d.h. solange Atom-Strom günstiger als seine Alternaviten ist, ist er auch dafür. David lebt aber nur im hier und jetzt. Er ist ihm egal, dass der Staat damals die Kosten für die AKWs übernahm, Solarenergie darf man jedenfalls nicht subventionieren. Er ist sich auch nicht zu schade, sozialpolitisch zu argumentieren (die Armen Verbraucher zahlen diese Subvention), wenn es seinen unsozialen Ansichten dient, obwohl die Kosten der AKWs und die der Endlagerung natürlich auch vom Steuerzahler bezahlt werden müssen. Das ist klassisches betriebswirtschaftliches (vorsicht: NICHT volkswirtschaftliches) Denken: Herstellungskosten der AKWs sind sunk costs, die nicht mehr in die Rechnung mit eingehen, Endlagerungskosten sind Kosten, die man möglichst lange aufschiebt, bis man sie selber nicht mehr bezahlen muss. So gesehen ist seine Argumentation schon schlüssig.

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 16.01.07 16:37
 

@david Glaubst du diese Dinge eigentlich wirklich, oder provozierst du nur gerne, das frag ich mich oft, wenn ich deinen Ansichten begegne.

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 16.01.07 16:40
 

@nickname, also ich nehm jetzt einen Kredit (1 000 000 Euro) auf verballer die Summe (schick essen gehen und so :-) und meine Urenkel können den dann abzahlen? Geile Idee, komisch, dass das nicht jeder so macht.

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 16.01.07 16:41
 

Rein marktwirtschaftlich war Tschernobyl aber auch nicht so der Hit oder? Aber bestimmt hab ich jetzt wieder was nicht kapiert.

Nick Name
Dienstag, 16.01.07 16:57
 

@ Sophrolaeliocattleya

Naja fast: du nimmst nen Kredit auf, lässt aber alle anderen die Zinsen zahlen. Das geht natürlich nicht - außer du bist der Staat.

Sophrolaeliocattleya
Dienstag, 16.01.07 17:01
 

Ach das erinnert mich an einen verstorbenen frz. König, Gott hab ihn seelig.

David Harnasch
Dienstag, 16.01.07 18:09
 

@g-h
OK, natürlich wär eine 50%-Chance, mit 20 bereits tot zu sein (entspricht der Sterblichkeit vor 110 Jahren in D-Land) besser, wenn es dafür bloß nicht wärmer wird.

@Andrés
- 800 Mio. sind für Gorleben eine einmalige Ausgabe. Beton drauf, gut ist.
- "was die geologische stabilität des bodens rund um das endlager angeht: auch das kann nicht ewig als sicher angenommen werden." Nach derzeitigem Erkenntnisstand: Doch.
- "wir sehen ja jetzt schon wie leicht der mensch angeblich erdbeben verursachen kann (falls das so stimmt). man schaue sich nur die probebohrungen bei basel an." Bitte vorher recherchieren. Die Oberrheinebene ist seismisch aktiv, die Gegend um Gorleben nicht. Die Kontinentaldrift lässt sich sehr viel zuverlässiger voraussagen als das Wetter bzw. Klima.
Aber blöd: Jetzt ist Geothermie scheinbar auch gefährlich. Wenn die Zukunft so unwägbar ist, sollten wir zusehen, daß wir schnell wieder auf die Bäume kommen.

@Nick
- "Er ist ihm egal, dass der Staat damals die Kosten für die AKWs übernahm" Nein, wieso ignorierst Du rundheraus, daß ich das für einen nicht zu widerholenden Fehler halte?! Was muss ich tun, damit Du mir wenigstens nicht das Gegenteil dessen unterstellst, was ich hier schreibe? Was fürn Blödsinn, jetzt muß ich mich schon selbst zitieren: "Ich gebe Dir recht, daß es ein Fehler war, diese Energieform staatlich zu subventionieren. Denn es ist immer ein Fehler, irgendwelche Energien zu subventionieren. Ich will nicht, daß derselbe Fehler jetzt wieder gemacht wird, diesmal mit Sonne und Wind."

- "obwohl die Kosten der AKWs und die der Endlagerung natürlich auch vom Steuerzahler bezahlt werden müssen" Nein. Sie müssen von den Betreibern gezahlt werden, und werden von denen auf den Strompreis umgelegt. Das ist fair, den Steuerzahler zu belasten, wäre es nicht.
- "Denken: Herstellungskosten der AKWs sind sunk costs, die nicht mehr in die Rechnung mit eingehen," Stimmt exakt. Das war damals dumm, ist jetzt aber nicht mehr zu ändern.
- "Endlagerungskosten sind Kosten, die man möglichst lange aufschiebt, bis man sie selber nicht mehr bezahlen muss." Mitnichten. Endlagerungskosten sind bereits jetzt absehbar, absolut zu rechtfertigen und gefälligst von den Betreibern der AKWs als Rückstellungen zu verbuchen. (Geschieht übrigens bereits, u.a. deswegen sind die Betreiber so reich: Sie dürfen mit diesem Geld arbeiten und können so ihre hohen Preise rechtfertigen.)

@S
- "Glaubst du diese Dinge eigentlich wirklich, oder provozierst du nur gerne"
Beides ;-)
- Tschernobyl war natürlich in jeder Hinsicht eine Katastrophe. Die die Russen aber nicht veranlassen wird, aus der Kernenergie auszusteigen. Und die Franzosen, Inder und Chinesen nicht daran hindern, neue AKWs zu bauen. Nur halt keine schön sicheren von Siemens mehr (wobei Alstom auch gute macht), denn im Zuge des Atomausstiegs haben wir beschlossen, die Forschung in dem Bereich auslaufen zu lassen.

Szenario 1: Wenn sogar Erler sagt, in 43 Jahren hat D-Land bei Beibehaltung der jetzigen Energiepolitik 50% regenerativen Energieanteil, dann erleben Deine Urenkel nicht, daß der Rest der Welt aus dem Atomstrom aussteigt. Und einen Job bei Siemens, wo sie die Dinger NOCH sicherer machen, bekommen sie natürlich auch nicht. Aber vielleicht ist ja ein anderer Staat auch reich genug, sich bis dahin ein paar Feigenblatt-Windrädchen fürs gute Gewissen in die Landschaft zu stellen, da sind wir dann Weltmarktführer. Juhu.
Szenario 2: Es sei denn - wie gesagt - jemand entwickelt jetzt endlich mal einen brauchbaren Energiespeicher, dann gehts wirklich rund mit Ökostrom. ICH kann mir das gut vorstellen. Aber Du scheinst der Überzeugung anzuhängen, des Menschen Fortschrittsstreben sei eher Problem als Lösung.)

Und weil ich keine Ahnung habe, wie die Zukunft aussehen wird, würde ich gerne das jetzt vorhandene Geld zur Lösung jetzt vorhandener Probleme einsetzen. Es gibt ja leider noch ein paar.

@N&S Auja, lasst uns über Monetarismus diskutieren! Aber ich glaube, da liegen wir gar nicht so weit auseinander...

Nick Name
Dienstag, 16.01.07 18:44
 

Jaja, ich habs ja gelesen. Also for the record: diese Tatsache ist dir egal HINSICHTLICH DEINES KOSTENVERGLEICHS ZWISCHEN ATOMSTROM UND REGENERATIVEN MÖGLICHKEITEN.

Die Sicherheit für Transporte zahlt zum Beispiel durchaus der Staat, die AKWs damals auch, letztlich ist es aber eigentlich auch egal - WIR bezahlen's.

JUSTUS JONAS VON DEN DREI DETEKTIVEN
Mittwoch, 17.01.07 02:05
 

Unter Uuuuuuumständen könnte mich diese Debatte tatsächlich noch interessieren - wenn ich nicht hundertprozentig genau wüsste, dass sie lediglich einem weiteren, grandiosen Selbstdarstellungsversuch des Senor Druffy dient.

Aber immerhin: Gleich ein MdB zum Freestyle-Battle herausfordern - das erregt Aufmerksamkeit. Insofern, gar nicht mal so blöd, Senor.

Hasta la vista!!

David Harnasch
Mittwoch, 17.01.07 10:43
 

@JJ
Danke.

@Nick
Du hast in einem Recht und ich hatte das bisher übersehen: Die Sicherheit Castortransporte werden vom Steuerzahler gezahlt. Das finde ich auch nicht fair. Nur ist ja leider bei den Leuten, die sich an die Schienen ketten, meist nix zu holen.

Hast Du auf ein Argument keine Antwort,
- bin ich mir "nicht zu schade" es zu verwenden,
- oder ich bin generell (obwohl ich im Gegensatz zu Dir mit Name und Bild zu dem stehe, was ich äußere) nicht satisfaktionsfähig, weil Du ein anderes, ebenfalls unpopuläres Statement von mir googletest,
- oder es wird plötzlich "egal". Es ist natürlich NICHT egal, was wir als Stromkunden und was als Steuerzahler blechen, darüber streiten wir uns hier schließlich seit Tagen. Nicht WIR bezahlen es. ICH habe fünf Windmühlen und mein Dach voller Sonnenkollektoren, weil ich keinen Bock auf einen vierten Porsche hatte und von deren staatlich garantierter Rendite - die DU bezahlst - finanziere ich den Sprit für meine drei durstigen Sportwagen. OK, zugegeben, das war nur ein Beispiel, isch 'abe gar keine Auto, Signorina.

Andrés
Mittwoch, 17.01.07 10:46
 

„800 Mio. sind für Gorleben eine einmalige Ausgabe. Beton drauf, gut ist" hmhm…und u-musik erzeugt gewalt.
"Nach derzeitigem Erkenntnisstand: Doch" ja klar. entscheidend ist hier eindeutig das wort "derzeitig". was unter der erde so alles abläuft ist leider noch nicht allzugut erforscht. erkruste: ja; erdmantel: nein – eigentlich so gut wie gar nicht. da können noch grosse überraschungen auf uns zu kommen. vielleicht ist in 50 000 jahren das gebiet um gorleben plötzlich doch wieder seismisch aktiv. oder sogar vulkanisch. ohh, das wär aber blöd. aber dem david kanns ja egal sein, der ist da ja schon längst verblichen. das wollt ich dir übrigens mit dem geothermie bohrungen in basel verdeutlichen - man weiss einfach nicht was so alles passieren kann. deshalb waren auch alle überrascht, als die erde gebebt hat. in anbetracht dieser problematik ist es völlig unerheblich, ob ein gebiet aktuell seismisch aktiv ist oder nicht. so gesehen kann ein mögliches endlager nie als engültig sicher angesehen werden und deshalb sind die kosten auch nicht mit 800 mio deckelbar.

ich bleibe dabei: was die kosten im direkten vergleich angeht, müssen bei kernkraft unkalkulierbare summen mit einberechnet werden. zusätzlich zu denen die Nick Name schon anführt.

Sophrolaeliocattleya hat m.e auch nicht unrecht, wenn sie schreibt, dass die menschheit nicht reif ist für atomenergie. ich würde es so ausdrücken: wir beherrschen diese technik (zumindest noch) nicht ausreichend. schon ein kleiner fehler kann zur katastrophe führen. und du hast recht, geothermie ist womöglichh auch nicht sicher.
„Wenn die Zukunft so unwägbar ist, sollten wir zusehen, daß wir schnell wieder auf die Bäume kommen.“ dieser satz zeugt schon von deiner fundamentalistischen einstellung. „alles scheisse ausser atom.“ als ob kernkraft die einzige (hoch)technologie wäre, über die wir verfügen. da erübrigt sich ja eigentlich jede weitere diskussion.

Sophrolaeliocattleya
Mittwoch, 17.01.07 11:07
 

Zu deinem polemischen ICH kann mir das gut vorstellen. Aber Du scheinst der Überzeugung anzuhängen, des Menschen Fortschrittsstreben sei eher Problem als Lösung.)

Nein sicherlich nicht, aber der Mensch hat eben Grenzen, das vergisst er nur leider immer wieder gerne, schönes Bsp. all die Hochkulturen, die wieder verschwunden sind :-) es geht eben nicht immer nur steil nach oben, das zeigt uns die ganze Menschheitsgeschichte, ist aber natürlich schwer sich das einzugestehen ;-) ich frag mich gerade wieviele Menschenleben bisher die Windenergie, die Solarenenergie und andere alternative Energieformen gekostet haben und wieviele die Kernenergie, das wär mal eine interessante und relevante Zahl, vieleicht findest du ja da was drüber oder findest zumindest ein schönes Henryk Zitat zu diesem Thema.

günther hetzer
Mittwoch, 17.01.07 13:30
 

es ist ja schön und nicht per se ehrenrührig, wenn es harnasch im studium oder sonstwo langweilig ist und jetzt mal was mit medien versucht . das resultat bleibt indes erbärmlich.

eine seltsame melange aus rohstoffe doch nicht von „unrechtstaaten, komischen marktweisheiten und naseweisen „argumentationsketten“.


deutschland soll also kein erdöl (40%) und/ oder erdgas (10%) von schlimmen autokraten wie putin beziehen , weil die situation dort doch so instabil ist. mal ganz abgesehen davon, dass russland immer noch im wandel ist und ein problem mit einem diktatorengleich herrschenden despoten in weißrussland hat und nicht etwa der eigentlichen kundschaft im westen, abgesehen davon ist der import aus dem nahen osten dann o.k.? wie bezeichnet harnasch denn zb. den potentaten von saudi arabien? und die situation dort ist also als stabil zu bezeichnen? erler hat ausgeführt, dass atomstrom kein benzin und heizöl ersetzen kann? david düsentrieb harnasch amüsiert sich darüber köstlich und hat also den masterplan für den automobilbetrieb mit atomstrom? und in der tat wird momentan in deutschland kein einziger haushalt mit atomstrom beheizt . aber harnasch will das jetzt flux ändern, ein paar neue atomkraftwerke bauen , nebenbei natürlich alles preisgünstig umrüsten und dass das alles keine zukunftsalternative ist, weil angesichts einer steigenden weltbevölkerung, einer rasant wachsenden wirtschaft in indien & china und damit einhergehend der bedarf an energie dramatisch steigen wird und das ende des urans (da lässt harnasch dann natürlich die marktmechanismen im gegensatz zum nahen osten außer acht und bezieht uran nur von seinen nach gutdünken auserwählten gutmenschen-staaten) noch schneller als prognostiziert kommen wird, dass lässt harnasch unberücksichtigt, ne? die krönung dann aber am schluß. harnasch amüsiert sich über prognosen, dass im jahre 2020 20% durch regenerative energieformen ersetzt werden können und 2050 sogar 50 % und hält das für schönfärberei. imhier vorliegenden thread dann der aber nur als unfassbar dumm zu bezeichnende satz:


"Und den nachfolgenden Generationen hinterlassen wir VOR ALLEM die höchste Lebenserwartung aller Zeiten und einen in der Geschichte der Menschheit unvergleichlichen Wohlstand."

heilsprediger harnasch. deine neoliberalen weisheiten hier und dein naseweiser podcast , dass alles reicht nicht mal als schneller brüter, sondern allenfalls als öder durchlauferhitzer

kus (fudder)
Mittwoch, 17.01.07 13:42
 

@Hetzer: Ist eigentlich OT, aber weil mich dieses Schlagwort verfolgt, stelle ich trotzdem die Frage: Wann ist man NEOLIBERAL?

günther hetzer
Mittwoch, 17.01.07 13:47
 

hast du keinen internetanschluß?

neoliberal ist man u.a. dann, wenn man per se alles den marktmechanismen unterordnen will.

nachfolgendes ist dann wahlweise dümlicher quatsch und/oder neoliberal..

harnasch - "800 Mio. sind für Gorleben eine einmalige Ausgabe. Beton drauf, gut ist"

Peter_Silie
Mittwoch, 17.01.07 14:05
 

Im Gegensatz zu manchen Leuten, die am liebsten alle Aufgaben dem Staat übertragen wollen, was ein noch viel größerer Irrsinn ist.
Im übrigen erkennt der Neoliberalismus durchaus Marktversagens-Tatbetände an, in dem private oder staatliche Intervention von Nöten ist.

Andrés
Mittwoch, 17.01.07 14:08
 

ich würde es eher als dümmlichen quatsch beurteilen. betrachtet man neoliberalismus nicht als schimpfwort, sondern als strömung in der wirtschaftstheorie, stellt man fest, dass ein ziel des neoliberalismus die internalisierung externer effekte ist.
das zeigt dann aber, dass harnasch auch als "neoliberaler" mit "beton drauf und gut is" komplett daneben liegt.

Mark D.
Mittwoch, 17.01.07 16:50
 

....und wie bitte "das wirst du Herrn Erler in seinem/deinem naechsten Podcast um die Ohren hauen"? Du bist nicht einmal auf Gürtelhöhe mit Gernot Erler, der wohl einer der absoluten Russlandexperten in der deutschen Politik ist - so erbärmlich sie sich auch heutzutage zumeist darstellen mag. Hast du dein Fähnchen eigentlich inzwischen von Gelb auf Schwarz gefärbt?
Das hat hier weniger mit Bashing zu tun, als mit reiner Selbstdarstellung. Man darf sich als zusätzliche Bestätigung dieses erbärmlichen Niveaus auch gerne die restlichen Beiträge auf seiner Website reinziehen, sofern man es aushält. Bestes Beispiel ist wohl der Beitrag zum SubCulture-Event vor dem Cräsh, bei dem von Berichterstattung abgesehen wird und stattdessen lieber auf die Marke seines Sakkos hingewiesen wird. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich hier jemand als Dorf-Version von Harald Schmidt versteht, wobei ja auch der meilenweit aus der Reichweite ist.

Nick Name
Mittwoch, 17.01.07 17:12
 

Um Gottes Willen, da schaut sich doch außer mir tatsächlich noch jemand seine homepage an. Mark, du musst aber aufpassen, die dort gewonnenen Erkenntnisse nicht in deine statements einfließen zu lassen, sonst wird man von David H. gleich als argumentenlos bezeichnet. Schlimmstenfalls brüstet er sich sogar damit, als einziger hier mit echtem Namen aufzutreten. Aber, lieber David, das ist doch ganz klar, da du hier auch der einzige bist, dem es um reine Selbstdarstellung geht! Außerdem erweist sich meine Anonymität doch als sehr weise, da ich mittlerweile befürchte, du könntest zum Präventivschlag ausholen und durch deine Kontakte bei den Energiekonzernen meinen Strom abdrehen! Und dann könnte ich ja nicht mehr deine leerreichen Beiträge lesen...

David Harnasch
Mittwoch, 17.01.07 20:22
 

@ Andrés
-Endlagerungskosten: OK, wir kommen da nicht überein, das ist eine Abschätzungs- und damit letztlich Meinungsfrage.
- = Ich schätze die externen Effekte einfach niedriger und kalkulierbarer ein als Du.

@S
"ich frag mich gerade wieviele Menschenleben bisher die Windenergie, die Solarenenergie und andere alternative Energieformen gekostet haben und wieviele die Kernenergie, das wär mal eine interessante und relevante Zahl, vieleicht findest du ja da was drüber" DAS ist wirklich spannend. Ich werde recherchieren und berichten. (Ich vermute mal: Wind & Sonne: 0, Wasser: Ein paar Dutzend beim und wegen des Baus riesiger Dämme in der Dritten Welt. Atom: Ein paar tausend durch Tschernobyl und vor allem im Uranbergbau, Kohle: Ein paar Hunderttausend im Kohlebergbau, v.a. in der Dritten Welt.) Relevant werden die Zahlen dann im Verhältnis zur erzeugten Energiemenge.
Ebenfalls relevant: Wieviele Menschenleben wurden eigentlich durch die Verfügbarkeit von elektrischem Strom gerettet (Könnte man dann ja umlegen auf die einzelnen Erzeugungsarten)? Sicher schwierig auszurechnen, da die ja stets einhergeht mit allen anderen Zivilisationsfeatures wie moderner Medizin, ausreichendem Essen etc. pp.
Kann evtl. Ökonom Nick helfen? Ich brauch noch Zeit für detaillierte Recherchen, bleib aber dran.

@gh
- Daß die OPEC mir ebenso unsymphathisch ist, hab ich bereits geschrieben.
- Ich will MÖGLICHST WENIG bei OPEC und Putin kaufen. Daß man diese Lieferanten leider nicht völlig meiden kann, ist klar und das habe ich nie bestritten.
- "und in der tat wird momentan in deutschland kein einziger haushalt mit atomstrom beheizt" das ist schlicht falsch. Es gibt u.a. E-Fußbodenheizungen, ein Bekannter von mir hat eine.
- Uranvorräte: Zum vierten (?) Mal ein Wort: BRÜTEN.
- "harnasch amüsiert sich über prognosen, dass im jahre 2020 20% durch regenerative energieformen ersetzt werden können und 2050 sogar 50 % und hält das für schönfärberei." Ja, tu ich. Und vor allem wollte ich damit darauf hinweisen, daß man nicht umhinkommt, sich um die anderen 50% zu kümmern und Erler daher m.E. unrecht hat mit (sinngemäß): "Der Atomausstieg ist super und wir sind auch nicht übermäßig von Russland abhängig, denn wir bauen ja Windräder."
- Was genau ist falsch an meinem unfassbar dummen Satz? Der Wohlstand oder die Lebenserwartung - da bin ich jetzt mal gespannt.

@Nick
"da du hier auch der einzige bist, dem es um reine Selbstdarstellung geht!" Das stimmt allerdings.
"meinen Strom abdrehen" Ich werde bekanntlich vom Mossad bezahlt, der dreht niemandem den Strom ab ;-)

Mark D.
Donnerstag, 18.01.07 01:14
 

die existenz von e-fussbodenheizungen belegt also, dass in deutschland haushalte mit atomstrom beheizt werden. interessant, vielleicht solltest du dich mit dem phänomen mal etwas genauer auseinandersetzen, hat das eine mit dem anderen doch gar nix zu tun.

"relevant werden die zahlen dann im verhältnis zu erzeugten energiemenge". aber wie diese relevanz aussieht, das weisst du auch nicht, was?

übrigens toll, dass du auch noch weisst, was der Mossad ist und es dann auch noch so witzig verpackst. es wird zeit, dass wir dich national rausbringen! du bist ja ein richtiger komiker.

karsten kahler
Donnerstag, 18.01.07 01:18
 

provokativ-scharfzüngige replik? zwei völlig unterschiedliche politische weltbilder? das intro habt ihr wohl auch david schreiben lassen, was? fudder scheint sich in dieser hinsicht mehr um die visits auf der seite zu kümmern als das niveau der beiträge. schade. das hier ist zu keiner sekunde ein niveauvoller gegenpart zu den aussagen erlers und schlicht und einfach schwarz vs. rot. hätte man allerdings vorher wissen müssen, dass herr h. gerne solche bühnen für sein pseudo-politisches gewäsch nutzt.

Andrés
Donnerstag, 18.01.07 11:01
 

@david: stimmt. liegt aber vorallem daran, dass du nicht weiter als ein paar generationen denkst. stellen wir uns doch einmal die situation in "nur" 1000 jahren vor. da gibt es wahrscheinlich noch menschen. aus welchen gründen auch immer muss im jahre 3006 das endlager wieder geöffnet werden (vorausgesetzt man hat bis dahin nicht vergessen, dass es an der stelle ein endlager gibt). wer zahlts denn dann? in 1000 jahren gibt es mit sicherheit keine firma vattenfall mehr und auch keinen rechtsnachfolger, selbst wenn unsere kultur/gesellschaft/system bis dahin andauern sollte. dann sind diese kosten von der allgemeinheit zu tragen.
die externen effekte schätzt du nicht niedriger ein als ich, du verleugnest sie schlicht ("beton drauf, gut ist" - für immer und ewig).

Nick Name
Donnerstag, 18.01.07 14:38
 

@ David.

Ich möchte nochmal ein paar deiner Aussagen aufgreifen:

"Natürlich kann EWS in einem derart verzerrten Wettbewerb konkurrieren."

Der Wettbewerb wird also durch das EEG verzerrt, soso. Welcher Wettbewerb eigentlich? Nur weil es mehrere Stromriesen gibt, heißt das noch lange nicht, dass zwischen ihnen ein Wettbewerb herrscht. Im Gegenteil, die tun den Teufel und liefern sich einen Preiskampf, das sind immer noch Monopole, die durch Preisabsprachen den Kunden ausnehmen. Wie durchbricht man Monopole? Durch Konkurrenz, und genau diese können alternative Energieformen wie Solarenergie einmal sein. Das ist übrigens auch die Antwort auf deine Frage, warum wir heute schon Solarenergie subventionieren müssen - um den Strompreis langrfistig zu drücken (auch wenn es ihn kurzfristig durch die jetztige Struktur erhöht). Ob das jetzt genau der richtige Weg war, alternative Energien zu fördern, darüber kann man sicherlich streiten - sinnvoll ist, DASS sie gefördert werden.

Jetzt kommt natürlich wieder deine Ökosteuer ins Spiel, die angeblich davon nicht zu trennen ist. Natürlich, die Ökosteuer ist ein Preisaufschlag auf den Strompreis, aber deine Aussage:

"denn da AUSSCHLIESSLICH Strom-Grossverbraucher von dieser Steuer ausgenommen sind, kommt das einer Subvention für den Verbrauch großer Energiemengendurch alle anderen Stromkunden gleich."

ist so natürlich falsch. Eine Steuer ist definitionsgemäß immer zweckungebunden, die Einnahmen aus der Ökosteuer fließen z.B. in die Rentenkasse, daher kann von einer Subvention keine Rede sein. Aber es stimmt natürlich, dass Strom-Großverbraucher davon befreit sind, nur frage ich mich, warum dich das stört, war es doch ein Zugeständnis an die Wirtschaft, die konkurrenzfähig bleiben sollte. Bleibt noch die soziale Kritik an der Ökosteuer: sie ist für jeden proportional nach Verbrauch gleich hoch - das widerspricht eindeutig dem Leistungsfähigkeitsprinzip, wie wir es zum Beispiel in unserem Steuersystem haben. Nur frage ich mich hier wieder, was nun ausgerechnet dich daran stört, sollte ich mich nicht irren und dich zu den JuLis und Kirchhoff-Freunden zählen zu können, denn das ist es doch, was von euch gewollt wird - die Abschaffung dieses Prinzips.

Zusammenfassend kann man sagen: die Ökosteuer führt tatsächlich zu einem (jedoch geringen) Preisaufschlag auf den Strompreis, der aber hauptsächlich deswegen so hoch ist, weil wir in Deutschland immernoch Monopol-Stellungen der Energiereisen haben, die nur nach und nach durch regionale, subventionierte, Alternativ-Strom produzierende Firmen durchbrochen werden können.
Die Ökosteuer und das EEG sind also jeweils keine
"glasklare Umverteilung von unten nach oben für einen höchst zweifelhaften Nutzen in einer fernen Zukunft",
sondern Instrumente einer verbrauchsorientierten, zielgerichteten Wirtschaftspolitik im klassischsten Sinne.

"Und den nachfolgenden Generationen hinterlassen wir VOR ALLEM die höchste Lebenserwartung aller Zeiten und einen in der Geschichte der Menschheit unvergleichlichen Wohlstand."

Naja, wenns uns doch schon so gut geht, dann zahle ich doch gerne die ca 2 cent Ökosteuer pro KWh, damit unsere Nachfahren von sauberem Strom in einer intakten Umwelt leben können. Amen.

Andrés
Donnerstag, 18.01.07 15:02
 

zum thema wettbewerb im deutschen enrgie sektor

harn*edit*
Donnerstag, 18.01.07 17:14
 

danke karsten kahler, ich vermisse auch jeglichen jornalistischen Anspruch von seiten fudders ?
soll solch ein beitrag informieren ?!
traurig

Milkiweh
Freitag, 19.01.07 15:50
 

Und kräftig Werbung für EnBW neben diesem Artikel - ein Schelm, wer dabei böses denkt.

Na ja, nicht immer ist Werbung so treffsicher wie damals in der

Landeszeitung Lünebeurg

qwertz
Freitag, 19.01.07 20:38
 

harnarsch, hör auf, dich wichtig zu tun, fang an wichtig zu sein... dann hast du deine ruhe und wir auch...

Mark D.
Freitag, 19.01.07 23:36
 

ich vermisse immer noch den nachweis für die ausschliesslich mit atomstrom betriebenen fussbodenheizungen.

freiburgirl
Freitag, 16.02.07 23:29
 

Es gibt wohl kaum einen Menschen in der Regio, der sich selbst so wichtig findet wie der sonnenbebrillte, pomadenhaarige Provinzmedienprostituierte. Ein bisschen weniger Selbstgefälligkeit täte gut.

kno
Freitag, 13.04.07 12:58
 

@ an alle Freunde von Gernot Erler!

Zu Glück bietet unsere Demokratie diesen Demagogen die Chance mit einer Ausrüstung welches durch den Steuerzahler finanziert wird seine Wahrheit durch einen Video-Podcast zu verbreiten und die andere Wahrheiten außen vorzulassen.

Aber wenn man sich dann in einer Demokratie hinstellt sich darüber beschwert, dass einen unabhängigen Journalisten vom einen Sender die Plattform geben wird die "Wahrheit" von Herrn Staatssekretär in Zweifel zu ziehen frage ich mich ob ihr nicht lieber ein einer Staat ohne Pressefreiheit besser aufgehoben seid, wenn die regierenden Politiker ja eh immer Recht haben sind doch kritische Journalisten eh nur störend....

Diese Zitate stammen doch von euch (und ihr seid auch noch so mutig euch hinter Pseudonymen zu verstecken!):

"danke karsten kahler, ich vermisse auch jeglichen jornalistischen Anspruch von seiten fudders ?
soll solch ein beitrag informieren ?!
traurig"
"Mann o Mann!Das diesem Harnasch überhaupt noch eine Plattform gegeben wird.Der würde in die Politik passen.Im
jetzigen Leben Wichtigtuer und unnötig,im späteren Leben
wahrscheinlich Politiker und Dummschwätzer mit sicherer
Rente.Armes Deutschland.Auswanderer ich habe euch verstanden."

Aber wenigstens Martin Walter steht dazu das er die Pressefreiheit anzweifelt!:

"ganz schön peinlich, dass dieser selbsternannte provinz-wanna-be-reporter immer noch eine plattform geboten bekommt. man kann nur froh sein, dass so ein selbstdarsteller es aufgrund seines zweifelsohne niedrigen niveaus nie über die stadtgrenze freiburgs hinaus in professionelle medienbusiness schaffen wird."

Fabio
Sonntag, 13.05.07 01:40
 

2 1/2 Stunden später, Google als Anrufsjoker und das Lexikon neben mir bin ich durch mit den Texten und muss sagen, allein von deinem Gequarke Lieber Herr Harnasch, solltst du Politiker werden. Doch in diesem Fall zählt Qualität und nicht Quantität. Seit deinem Beitrag auf der Stadtleben 2 Jahre Party über Rumsfeld, musste ich von Tag zu Tag mehr feststellen, das ich absolut kein Verständnis dafür habe das ein Medien-Toaster wie du, in verschiedenen Mediengruppen und Portalen publizieren darfst.

Böses Foul von Fudder ! 10 von 9 erreichbaren Minuspunkten ! Respekt.

Butz
Sonntag, 13.05.07 19:34
 

Es gab kürzlich Gerüchte, die besagten, dass David Harnasch demnächst eine Fernsehsendung bei einem ernstzunehmenden Sender moderieren würde. Das würde mich außerordentlich freuen, denn Herr Harnasch ist äußerst unterhaltsam. Außerdem traut er sich Wahrheiten auszusprechen die nicht zu seiner Beliebtheit beitragen, z.B. die, dass es keinen Sinn macht einen antifaschistischen Feldzug (Irakkrieg) zu verteufeln, es sei denn man wäre selbst ein Faschist. Dass er um dieser Wahrheiten willen auf ein paar deutsch- konsenssüchtige Nachplapperer als Freunde verzichtet ehrt ihn.

freiburgirl
Dienstag, 29.05.07 00:18
 

@BUTZ
das würde dich freuen, aber das wird bestimmt nicht soweit kommen. was verstehst du eigentlich unter einem "ernstzunehmenden" sender? sowas ist ja sehr subjektiv, ebenso wie das, was man unter der "wahrheit" versteht...

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