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Polizeiinterview im Netz

Das Radio Dreyeckland-Interview mit Ulrich Brecht, dem Pressesprecher der Freiburger Polizei, ist im Netz hörbar. In dem Gespräch äußert sich Brecht ausführlich zum allzu tatkräftigen Polizisten, der während der Demonstration vor einer Woche einen Passanten mit Schlägen verletzte.

Auf der Seite Freie-Radios findet sich das Brechttelefonat sowie ein kontrastierendes Interview mit einem Freiburger Linken. Danke für den Hinweis, dieter!


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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 8
emma23
Freitag, 22.12.06 15:53
 

der polizeisprecher hat sich jawohl voll disqualifiziert! ich versteh nicht wie man so dreist sein kann.

Kurt
Freitag, 22.12.06 16:47
 

Ich wiederum fand den Typen aus der linken Szene am Ende unerträglich arrogant. So süffisant, wie der alle Aussagen der Polizei als "Quatsch" abgetan hat, glaube ich, der benutzt die Audiodatei später noch als ...vorlage.

Jogi
Freitag, 22.12.06 18:10
 

Muss mich da leider Kurt anschließen: Is schon ziemlich arrogant wie der Typ sich da äußert.Besonders den letzten Satz find ich echt nur lächerlich..O-Ton: "Der Staat ist für mich kein Ansprechpartner, er gehört abgeschafft".
Also ich find auch daß Freiburg mittlerweile Polizeiburg geworden ist aber mit solcher Arroganz und provokantem Rumgerede erreicht man doch auch nichts...leider gibts zuviele solche Leute in der Autonomen Szene.
Ich war auch mal auf ner Demo gegen Nazis in Heidelberg die vollkommen normal ablief, bis ein paar Vollidioten ohne Grund zwei Bullenautos zu demolieren..für sowas hab ich kein Verständnis...so schneidet man sich nur ins eigene Fleisch!

Doris
Freitag, 22.12.06 20:04
 

Also ich finde nicht, dass der Beitrag des Demoteilnehmer arrogant ist. Ich finde, dass er argumentativ die Position des Polizeisprechers deutlich widerlegt. Einsatzpolizist Zeller hat den Vorfall ganz genau beobachtet und wusste also genau was passiert ist und wer zugeschlagen hat. Dass die Linke in Freiburg plötzlich gewaltbereiter sein soll wird die alten autonomen der 80er Jahre, die heute im Freiburger politschen und kulturellen Establishment angekommen sind nur zum lachen bringen. Da hat Freiburg schon ganz andere Zeiten erlebt.

Dass es Leute gibt, die gegen den Staat sind, hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern mit einer politischen Position. In der Linken sind viele von anarchistischen Grundsätzen überzeugt. Das ist nichts neues.
Da gibt es genügend Beispiele auf der Welt, in denen sich massive soziale Bewegungen jenseits von Staat und Markt zu organisieren versuchen. Jüngstes Beispiel ist der Aufstand in Oaxaca / Mexico. Aber es gibt viele andere wie die Erfahrungen während des spanischen Bürgerkriegs 36-39, über die autonomen Gemeinden in Chiapas / Mexiko, bis hin zu den Organisierungsansätze der in Argentinien nach dem ökonomischen Kollaps im Dezember 2001.

Ausserdem gibt der Demoteilnehmer zu verstehen, dass es um seine utopische politische Meinung handelt und sagt "...wenn wir schon bei der Realpolitik sind fordere ich die Veröffentlichung der Polizeivideos...".

Andrés
Freitag, 22.12.06 21:52
 

@doris: wie hat er denn die aussagen des polizeisprechers widerlegt? eigentlich hat er nur gesagt, dass alles gar nicht war sei und dann seine sicht der dinge wiedergegeben. stichhaltige argumente hab ich jedenfalls keine gehört. was jetzt wahr ist, bleibt nach wie vor im dunkeln.
plausibler kamen mir da eher die aussagen von herrn brecht vor. denn er schliesst nicht im vorhinein aus, dass es schläge gab, die aussage bez. des martialischen auftretens lässt sich zur not nachvollziehen (mangelnde abstimmung, vergangene events), aufruf zu straftaten liegen aus sicht der polizei vor ("proletarisch einkaufen" etc). das gesagte des vertreters der autonomen szene kommt mit dem satz "wir haben nicht angefangen, sondern die" eher kindisch rüber. absolut unseriös macht er sich zudem mit seiner spass- forderung 50 mio in kleinen scheinen abzuliefern. bez der problematik des corpgeistes und den gegenanzeigen muss ich ihm allerdings recht geben.
die these, dass die freiburger einstzleitung über die vorfälle bescheid gewusst habe, ist auch nicht wirklich bewiesen. denn erstens sind sich nicht mal die diskutanten auf indymedia einig, ob der polizist mit der pudelmütze der zellner ist und zweitens steht besagter polizist nicht direkt daneben sondern einige meter entfernt, dazwischen mehrere menschen. ob der polizist die schläge gesehen hat oder nicht wird aus dem bildmaterial nicht deutlich.
absolut widersinnig ist die forderung nach veröffentlichung des polizeivideos, bei gleichzeitiger verweigerung der veröffentlichung des eigenen videos. die gefahr der repression würde dadurch nicht grösser, da die polizei ja angeblich die gleichen aufnahmen besitzt, auf denen dann auch die gleichen leute zu sehen sind. falls dieses video das geschehene aufklären kann, dann zeigt es doch, dann wissen alle bescheid.
fazit: die argumente von brecht erscheinen mir glaubwürdiger, die seines kontrahenten etwas fadenscheinig. was aber nicht heissen soll, dass ich auf seiten der polizei stehe.

Weihnachtsmuffel
Samstag, 23.12.06 17:01
 

heute in FR: Großdemo der Bündniss-Grünen für mehr Wagenplätze und gegen Samstagsdienst!

http://de.indymedia.org/2006/12/164724.shtml

Willi
Samstag, 23.12.06 22:02
 

Mein Gott indymedia steht mir echt bis ihr. Diese linksfaschistische Propaganda kann man doch echt nicht mehr ernst nehmen - echt schade, das Konzept ist an sich richtig gut, aber wenn nur arrogante intolerante Demagogen dort schreiben, dann kann das ja nichts werden...

Antifa Freiburg
Montag, 25.12.06 06:11
 

Das Transskript der Sendung gibt es bei der Antifa:

http://www.antifa-freiburg.de/spip.php?page=antifa&id_article=536&design=3

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