fudder-Autor anselm hat einen 30jährigen Freund, der unter Depressionen leidet. Über einen längeren Zeitraum hinweg hat er anselm von seiner Krankheit und ihren zermürbenden Episoden erzählt. Die Essenz dieser Berichte hat anselm im folgenden protokolliert.






ja, das leben ist hart. warum posten wir nicht gleich noch berichte von krebskranken, aids-waisen und ähnlichem mehr ? nicht dass wir uns falsch verstehen: es hat ja alles seine berechtigung ? aber warum auf fudder.de ? ist ja fast so schlimm wie das gassenphilosophische neulich, von der dicken, die sich halbieren will.
@ Meine_Güte
Glückwunsch, das ist so ziemlich der unnötigste Kommentar der vergangenen Monate. Wenn Du Dich nicht für Depressionen interessierst, warum liest Du dann den Artikel? Um dann danach Dein destruktives Geschreibsel in einem Kommentar loswerden zu können?
Wenn Du die unglücklichen Seiten des Lebens ausblenden willst, okay, auch eine Haltung. fudder bringt auch genug spaßige Themen, oder? Warum soll ein Thema wie Depressionen auf fudder keine Berechtigung haben? Wenn Dir das zuviel des Kranken ist, klick halt auf mickeymaus.de oder sowas.
Und Evas Blog als "gassenphilosophisch" zu titulieren, zeugt von der Denkreichweite eines Gesichtselfmeters. Sorry, Du hast wirklich überhaupt nichts verstanden.
Recht hast du, David! Ich finde, dass Anselm das Krankheitsbild Depression sehr gut und eindringlich protokolliert hat. Vielleicht animiert das ja den ein oder anderen, mit dem Begriff Depression etwas vorsichtiger umzugehen. Und wen's nicht interessiert, der braucht's ja nicht anzuklicken. Ich jedenfalls bin froh, dass fudder mehr kann als "nur" Party- und Nightlife-Berichterstattung.
@meine Güte: Depressionen sind gesellschaftlich immer noch ein Tabuthema, dein Eintrag beweist das mal wieder.
@meine_Güte es hat alles seine berechtigung! GENAU warum auf fudder.de? tja irgendwie scheinst du noch nicht verstanden zu haben, daß wir bei fudder versuchen, möglichst viele lebensbereiche darzustellen und manchen hirnlosen, intoleranten wohl immer auf der sonningen seite des lebens stehenden, idealgewichtigten pseudokommentarphilosphen die möglichkeit bieten, auszusuchen, ob sie ihr sunshine-dasein damit belasten wollen.
Hallo, Depressionen sind eine fürchterliche Krankheit - ich weiß wovon ich rede.
In dem Artikel kam jedoch zu kurz, dass es kein unabwendbares Schicksal ist - es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, z.b. auch gute Medikamente.
Ich möchte noch etwas persönliches aus meiner damaligen Psychotherapie erzählen, was ich sehr beeindruckend fand und was mir auch geholfen hat:
Eine sehr häufige Ursache für Depressionen ist die Unfähigkeit Wut und Aggression zu erleben. Es gibt tatsächlich Menschen, die kennen diese Gefühle nicht oder nur schwach ausgeprägt. Das sind zwar natürliche Gefühle, können jedoch in der Erziehung einem abtrainiert werden , nach dem Motto, die entsprechenden Auswirkungen (schimpfen, schreien sich abwenden) sind etwas schlechtes, sind verboten. Das tut man nicht.
Nur: Wenn man diese Gefühle nicht mehr erleben kann/erleben darf, dann bleibt dem Menschen als Ausweg nur noch die Depression, um auf Dinge zu reagieren, die ihm so nicht passen.
Ich mußte auch lernen, Wut und Aggression zu spüren - in Situationen wo sie angebracht sind. Das hat mir sehr geholfen.
Wie hat der Patient denn sein Leiden in den Griff bekommen? Psychotherapie? Stationär ist er wohl nicht mehr in Behandlung. Psychopharmaka? Außerdem wäre es sinnvoll, hier die Telefonnummer einer helfenden Instanz zu veröffentlichen.
Hi.
Ich habe den Bericht gelesen und bin darin versunken.
Diese ganzen genannten Symptome: Appetitlosigkeit, Zweifel an der eigenen Existenz, besonders die Unfähigkeit Gefühle zu Zeigen oder Auszudrücken.
Shit so gehts mir seit Jahren, und weiß nicht woran es liegt.
Ist eigetnlich ein ständiger Wechsel des Gemütszustandes auch ein Symptom für Depressionen?
Adressen wären auch echt nicht schlecht.
Danke
@Meine_Güte - ... dein name spricht für sich... !
depression ist ein schwieriges thema, das zwar erkennbar, aber schwer "greifbar" ist... die auslöser einer solchen können so verschieden und komplex sein, so dass die frage nach dem "warum" nur schwer zu beantworten ist... und hat man mal nen erklärungsansatz gefunden, ist der weg ein langer ...
jeden von uns kann es treffen...von heute auf morgen... (durch partnerverlust, trauer, erschöpfung etc.)
ich habe einen sehr sehr guten freund dadurch verloren... er hielt diese *traurige verstimmung* nicht mehr aus...
[christian, ich denke oft an dich !]
der bericht ist gut geschrieben, bleibt mir allerdings bezüglich der verschiedenen behandlungsmöglichkeiten auch zu oberflächlich... aber klasse, dass dieses thema hier diskutiert wird...
@ Krasse Sache
Ja massive Stimmungswechsel sind ein definitives Anzeichen für Depressionen. In diesem fall für "Manische Depressionen", der häufigsten Form von chronischen Depressionen.
Im Kern lässt sich das so beschreiben, dass deine stimmungsmäßigen Amplituden einfach höher sind als bei anderen.
Die Therapie ist schwierig und erfordert oft mehrere Anläufe, aber Depressionen sind keine unheilbare Krankheit.
Es ist ausserdem möglich mit Antidepressiva die folgen zu mildern aber das ist ein sehr zweischneidiges Schwert... Die Nebenwirkungen sind groß und der Arzt kann auch nur rumprobieren bis er ein Medikament hat dass du verträgst. Wenn du allerdings Glück hast und man findet was gutes (Serotoninhemmer o.ä.) Können die Teile echt Wunder wirken.
Allerdings solltest du auch in dich gehen und dir klarmachen dass für Leute mit Suchtproblem das Zeug extrem gefährlich sein kann.
Wichtig ist dass du einen Therapeuten findest, mit dem du gut zurecht kommst, da hilft nur ausprobieren und keine Scheu haben den Therapeuten zu wechseln wenn du merkst dass ihr nicht gut klarkommt.
Zahlt im Übrigen alles die Kasse (Bei PKVs lieber nochmal nachfragen)
Wichtig ist das Erkennen, um den Teufelskreis zu durchbrechen in dem man sich abnormale Verhaltens/Gefühlsmuster als Normale angewöhnt.
Meine Freundin hatte ähnliche Probleme, ich sprech also aus ein bisschen erfahrung. Mittlerweile hat sie es sehr gut im Griff.
Adressen kann ich dir leider keine geben, weil ich noch nicht lange in FR wohne.
Hoffe ma trotzdem ich konnte helfen
LG
JustPunk
Depression entsteht in der Regel nur durch Ermangelung eines philosophischen Zieles, sozusagen einer mangelhaften Zuwendung nach Innen, den Aufbruch zur Selbstfindung. Depressionen können nur in einer Gesellschaft auftauchen, die frei von jedem Lebenssinn ist. Arbeit, Liebe und Ruhm sind zwar in gewisser Weise sinnvoll, dienen aber nur der Befriedigung des Ichs und Aufechterhaltung des physischen Körpers und dienen nicht unmittelbar dem eigenem, inneren Selbst. Die innere Sehnsucht und das "Loch", das man in sich fühlt, will ausgefüllt werden. Dies geht nur mittels einer autarken Suche nach seinem eigenen Selbst.
Jonathan Dilas
(Autor und Forscher aus Freiburg)
@ krasse sache eine adresse für psychotherapie ist die ambulanz des psychologischen instittuts in freiburg:
http://www.psychologie.uni-freiburg.de/zentrale.einrichtungen/ambulanz/arb1.html
tel.: 2033013 (sekretariat) dr. ulrike frank (leiterin der ambulanz (2033055)
deine symptome können depressive symptome sein, solltest du wie justpunk angedacht hat, manisch sein, hätte es deine nächste umwelt vielleicht schon gemerkt, da manisch depressive äußerst starke gemütsschwankungen haben (vormittag himmelhochjauzend; nachmittag am boden zerstört) ich würde mich an deiner stelle an eine fachkraft wenden
@david harnasch mein freund wurde eine ganze zeitlang stationär und mit psychopharmaka behandelt, nach dem klinikaufenthalt hat er sich einer psychotherapeutischen behandlung unterzogen, die er abgeschloßen hat
@all ja ich habe die ganze palette der psychopharmaka außen vor gelassen, da ich in meinem bericht eher auf die symptome und die individuelle "situation" eines kranken eingehen wollte und nicht erklären wollte, welche biochemischen vorgänge hinter der krankheit stecken und welche "chemischen mittelchen" es dafür gibt depressionen können meistens mit antidepressiva (z.b. serotoninhämmer) erfolgreich therapiert werden. bei meinem freund reichten jedoch antidepressiva nicht aus und er wurde gleichzeitig mit neuroleptikas behandelt, diese können in der akutphase die wirkung der antidepressiva verstärken. justpunk hat jedoch zwei wichtige punkte benannt: 1. es kann lange dauern bis ein patient medikamentös richtig eingestellt ist, dass heißt bis das richtige antidepressiva gefunden ist und anschlägt, die wirkung dieser medikamente braucht mehrere tage manchmal auch wochen, da ein gewisser wirkstoffspiegel aufgebaut werden muss 2. psychopharmaka haben eine ellenlange nebenwirkungspalette, angefangen von gewichtszunahme, über angstattakcen etc. die packungsbelagen sind echt abenteuerlich, auch ist die suchtgefahr ein problem, viele psychopharmaka enthalten benzodiazepine, dieser wirkstoff kann über längeren zeitraum abhängig
@dilas herr dilas meine erfahrungen mit meinem freund sind für mich kein ergebnis einer ermagelung eines philosophischen ziels, sondern eher eine lebenskrise, die jedweden menschen erschüttern kann, egal in was für einer gesellschaft er lebt. ferner weiß man heute, daß depressionen die folge von veränderten biochemischen vorgängen im gehrin sind; gewise stoffe (serotonin, noradrenalin) werden nicht mehr adequat produziert
Das sind mal adäquate Kommentare.
Ich finde es sehr gut und mutig, einen solchen Bericht hier zu veröffentlichen! Gerade auf Seiten, die Leute erreichen welche sich nicht gezielt mit dem Thema auseinandersetzen. Ich denke es ist wichtig unserer Gesellschaft bewusst zu machen, dass auch junge Menschen wie du und ich unter Depressionen leiden können und diese als Krankheit ernstzunehmen sind, ohne jedoch den eigentlichen Menschen dabei als Verrückten oder Randgruppe abzutun, die uns als *normale Menschen* nicht betrifft.
@meine güte: na, dann hoffen wir mal, daß Dich nie eine Depression erwischt (annähernd 40% aller Deutschen leiden in ihrem Leben unter einer einmaligen Depression, statistisch belegt) und Du aus lauter Verzweiflung auf fudder nachschlagen mußt, wie man sich in einem solchen Falle denn helfen lassen kann....
Man ist nämlich nicht von Natur aus prädestiniert für diese Krankheit, sondern sie kann jeden treffen und das auch ganz unerwartet!
Wenn Du so etwas mal halbwegs hinter Dir gelassen hast (spreche aus Erfahrung), würdest Du nie wieder auf den Gedanken kommen, einen so unqualifizierten Kommentar hier zu hinterlassen.
Anselms Freund wünsche ich alle Zuversicht dieser Welt, daß er diese Krankheit hinter sich lassen kann und lernt, die Gedanken an eine Wiederkehr (die Gott sei Dank nicht sein muß!!!) nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.
Für alle, die Angst davor haben, aufgrund einer Depression stationär in die Klinik zu gehen (ich wollte es damals unter keinen Umständen, obwohl es mir hundeelend ging): es gibt auch die Alternative der Uni-Tagesklinik hier in Freiburg. Insofern sehr zu empfehlen, weil man zumindest abends und am WE noch in seinem vertrauten Umfeld bleiben kann.
noch 'ne Adresse, die wirklich sehr empfehelnswert ist, habe dort auch 3,5 Monate verbracht und weiß nicht was ansonsten geworden wäre. Es gibt da eine Station, aber auch eine Tagesklinik - was ich besonders gut finde, da man/frau immer noch im gewohnten Leben bleibt und nicht unter einer Käseglocke therapiert wird.
http://www.uniklinik-freiburg.de/psychosomatik/live/index.html
die pseudo-intellektuelle betroffenheit der gutmenschen, die sich hier produzieren, ist schon nicht nicht von schlechten eltern. da war mir der spontane kommentar von meine_güte lieber - weil ehrlicher.
aber keiner hier - nicht der autor und nicht die schreiber - kann es sich wirklich vorstellen, wie laehmend, wie ungeheuer paralysierend depression ist. der autor hat zwar an der oberflaeche des staendigen sinnierens, des staendigen in-sich-hineinhoerens gekratzt, aber die ungeheure leere, das paralysierende begreifen der sinnlosigkeit menschlichen lebens, kann man sich nicht vorstellen. das muss man selbst erleben. das ist eine qualitaet, die euch entgeht.